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Diagnose

Diagnose, neue Therapien, Nebenwirkungen und Rekonstruktion

Große Resonanz beim Patienteninformationstag „Brustkrebs“ am Krankenhaus Landshut-Achdorf

 

Zahlreiche Besucherinnen fanden sich am Montagabend zum Patienteninformationstag des zertifizierten Brustzentrums am Krankenhaus Landshut-Achdorf ein. Sie hörten Vorträge über radiologische Diagnoseverfahren, neue und etablierte Therapien, die Nebenwirkungen und die Möglichkeiten der plastischen Chirurgie zur Rekonstruktion der Brust.

 

Der Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus Landshut-Achdorf, Privatdozent Dr. Lorenz Rieger, begrüßte die Gäste im großen Hörsaal und stellte den Chefarzt des Instituts für Radiologie, Privatdozent Dr. Konstantin Holzapfel vor, mit dem das Brustzentrum eng zusammenarbeitet. PD Dr. Holzapfel wollte den Zuhörerinnen vor allem die Angst vor der oftmals als schmerzhaft empfundenen Mammographie und der Belastung durch Strahlen und Kontrastmittel beim Einsatz der bildgebenden Verfahren zur Diagnose nehmen. Die Risiken der radiologischen Untersuchungen seien vergleichsweise gering im Verhältnis zum Nutzen. „Je früher ein Tumor in der Brust erkannt wird, desto besser ist ihre Prognose“, sagte PD Dr. Holzapfel.

„Ziel ist immer, die Krebserkrankung zu einem Zeitpunkt und an einem Ort zu entdecken, wo sie geheilt werden kann, also bevor der Krebs metastasiert oder sich in den Knochen festsetzt“, betonte auch Dr. Ursula Vehling-Kaiser von der gleichnamigen Hämatologisch-Onkologischen Praxis mit Tagesklinik. Welche Therapie zur Bekämpfung des Tumors zum Einsatz komme, werde interdisziplinär und immer gemeinsam mit der Patientin entschieden. Dr. Vehling-Kaiser referierte über die etablierten Therapien Operation, Bestrahlung, antihormonelle Therapie und Chemotherapie, um dann über den Einsatz und Stellenwert neuer Behandlungsformen wie der Kombination von Chemo- und Antikörpertherapie, der Angiogenese (Hemmung der Gefäßeinsprossung) oder der personalisierten Krebstherapie mit Medikamenten zu sprechen. Letztere sei eine sehr komplexe Therapieform, die auch Nebenwirkungen habe und eine engmaschige ärztliche Kontrolle vorsehe, jedoch auch sehr schnell wirke. Auch über die Immunonkologie, die beim Mammakarzinom bisher eine untergeordnete Rolle spielt, sprach Dr. Vehling-Kaiser. Diese stärkt das Immunsystem und aktiviert körpereigene Killerzellen zur Bekämpfung der Krebszellen.

Die Lebensqualität während und nach einer Krebsbehandlung rückt immer stärker in den Fokus der Onkologie. Nebenwirkungen der Krebstherapie in den Griff zu bekommen, darüber sprach Chefarzt PD Dr. Lorenz Rieger. Im Mittelpunkt standen Übelkeit und Erbrechen, Nebenwirkungen, mit denen viele Patientinnen während einer Chemotherapie zu kämpfen haben, wenngleich dies heute durch eine gute Medikation und die Fortschritte in den Therapien weit weniger ein Problem darstelle als früher. PD Dr. Rieger stellte Hausmittel und Medikamente vor, die Übelkeit und Erbrechen bereits prophylaktisch verhindern oder mildern können.

Abschließend sprach der Chefarzt der Klinik für plastische Chirurgie und Handchirurgie am Krankenhaus Landshut-Achdorf, Dr. Patrik Hartl, über die Möglichkeiten der Brustrekonstruktion. Er stellte den Brustaufbau mittels Implantaten sowie mit Eigengewebe vor und sprach über die Brustverkleinerung in Kombination mit der zeitgleichen Tumorentfernung. Seit diesem Jahr bilden mikrochirurgische Operationen zur Brustrekonstruktion einen neuen Schwerpunkt am Krankenhaus Landshut-Achdorf. Die Mikrochirurgie setzt eine hohe Kompetenz und Erfahrung der Operateure voraus, um in aufwändigen Verfahren die Brust nach einer Tumorerkrankung wieder aufzubauen.

 

Bildunterschrift: v.l. Die Chefärzte PD Dr. Lorenz Rieger (Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe), PD Dr. Konstantin Holzapfel (Institut für Radiologie) und Dr. Patrik Hartl (Klinik für plastische Chirurgie und Handchirurgie) sowie Dr. Ursula Vehling-Kaiser (Hämatologisch-Onkologische Praxis mit Tagesklinik) sprachen beim Patienteninformationstag über Diagnoseverfahren, neue Therapien, Nebenwirkungen und Brustrekonstruktion

 

Bildquelle: LAKUMED Kliniken

 

 

Veranstaltungshinweis

Nerven in der Klemme: Karpaltunnel- und Ulnarisrinnen-Syndrom

Am Mittwoch, 16.9.2015 informiert Chefarzt Prof. Dr. Dieter Woischneck über die Diagnose und Behandlung des Karpaltunnel- und Ulnarisrinnen-Syndroms. Beim Karpaltunnelsyndrom treten durch Kompression des Medianus-Nervs Missempfindungen und Schmerzen in der Hand auf. Beim Ulnarisrinnensyndrom handelt es sich um ein Nervenengpasssyndrom des Ulnaris-Nerven im Bereich des Ellenbogens aufgrund seiner besonderen Lage am sogenannten “Musikantenknochen”, in dessen Rinne er verläuft. Häufig treten zuerst Missempfindungen und Pelzigkeit im 4. und 5. Finger auf. Lähmungen und Muskelschwund der kleinen Handmuskeln kommen erst später hinzu. Als Endzustand kann sich eine sogenannte Krallenhand ausbilden. Für beide Erkrankungen gibt es konservative und operative Behandlungsstrategien, die Prof. Woischneck erläutern wird. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Raum Hammerbach, Klinikum Landshut.

 

Bild: Prof. Dr. Dieter Woischneck Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie

 

-hjl-

Globaler Konsens zur Diagnose von Tod gefordert
Fehlervermeidung bei Diagnose im Fokus – Kriterien häufig verschieden
Defibrillator: Richtlinien in vielen Länder nicht einheitlich (Foto: SPL)
Defibrillator: Richtlinien in vielen Länder nicht einheitlich (Foto: SPL)

Palm Beach (pte008/03.06.2013/10:25) – Es muss eine internationale Einigung geben, wann und wie der Tod eines Menschen festgestellt wird. Das fordern Alex Manara und Ricard Valero, zwei führende Experten auf diesem Gebiet. Auf einer Tagung der European Society for Anaesthesiology http://euroanaesthesia.org in Palm Beach argumentieren sie, dass die technologischen Verbesserungen bedeuten, dass die Grenze zwischen Leben und Tod heute weniger klar gezogen werden kann. Die WHO http://who.int arbeitet bereits an der Erstellung eines allgemeinen Konsens.

30 Falschdiagnosen belegt

In den meisten Fällen werden Menschen in Krankenhäusern erst für tot erklärt, nachdem Ärzte Herz, Lungen und Reaktionsfähigkeit überprüft und festgestellt haben, dass es keinen Herzschlag, keine Atemgeräusche und keine offensichtlichen Reaktionen auf die Umwelt mehr gibt.

Laut Manara, der Anästhesist am Frenchay Hospital http://nbt.nhs.uk ist, gibt es mehr als 30 Berichte von Fällen in der Fachliteratur, bei denen diese Diagnose falsch gewesen sei. Dieser Umstand habe dazu geführt, dass sich Experten fragten, welche Verbesserungen bei der Feststellung des Todes möglich sind.

Zeit als wesentlicher Faktor

Zahlreiche Institutionen in den Vereinigten Staaten und Australien haben zwei Minuten als die Untergrenze für die Beobachtung festgelegt. In Großbritannien und Kanada werden fünf Minuten empfohlen. In Italien wird empfohlen, vor der endgültigen Feststellung des Todes 20 Minuten zu warten. Das gilt vor allem dann, wenn eine Organspende in Betracht kommt.

Valero, Professor für Anästhesie an der Universitat de Barcelona http://ub.edu spricht auf der Tagung über die selteneren Fälle von Patienten auf Intensivstationen, deren Herz- und Lungenfunktion durch Maschinen aufrecht erhalten werden. In diesen Fällen ist für die Ärzte der Gehirntod entscheidend. Häufig werden auch neurologische Tests durchgeführt, um die Gehirntätigkeit des Patienten zu überwachen.

Mediziner bei Gehirntod uneins

Die Kriterien für die Feststellung eines Gehirntodes sind jedoch nicht einheitlich. In Kanada ist zum Beispiel nur ein Arzt erforderlich, um den Gehirntod festzustellen. In England werden zwei Ärzte empfohlen und in Spanien sind drei Mediziner erforderlich. Die Anzahl der nötigen neurologischen Tests ist ebenso unterschiedlich wie der Zeitraum, über den der Körper vor der Erklärung des Todes beobachtet werden muss.

Laut Valero sind diese Unterschiede in der Praxis nicht logisch nachvollziehbar. Der Experte setzt sich vor diesem Hintergrund dafür ein, Forschungsprojekte fordern, um einen allgemeinen Konsens für die optimalen Kriterien zur Feststellung eines Gehirntodes zu unterstützen.