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Corona-Pandemie

Vollzug des Infektionsschutzgesetzes (IfSG); Allgemeinverfügung der Stadt Landshut zur Anordnung der Quarantäne für von dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 Infizierte sowie für Ansteckungs- und Krankheitsverdachtsfälle vom 23.03.2020 (Abl. S. 97 ff.) in der Fassung der zu ihrer Änderung erlassenen Allgemeinverfügungen vom 31.03.2020 (Abl. S. 133 ff.), vom 07.04.2020 (Abl. S. 137 ff.) und vom 14.04.2020 (Abl. S. 154 ff.); Aufhebung der Allgemeinverfügung 

Die Stadt Landshut als Kreisverwaltungsbehörde erlässt folgende 

A l l g e m e i n v e r f ü g u n g : 

I. Die Allgemeinverfügung der Stadt Landshut vom 23.03.2020 (Abl. 97 ff.) in der Fassung der zu ihrer Änderung erlassenen Allgemeinverfügungen vom 31.03.2020 (Abl. 133 ff.), vom 07.04.2020 (Abl. 137 ff.) und vom 14.04.2020 (Abl. 154 ff.) wird mit Wirkung zum 08.05.2020, 00:00 Uhr, aufgehoben. 

II. Personen, deren Quarantänepflicht unter der Wirksamkeit der in Ziff. I genannten Allgemeinverfügung der Stadt Landshut bis 07.05.2020, 24.00 Uhr, noch nicht abgelaufen war, haben sich weiterhin zu isolieren. Die einzuhaltende Dauer der Isolation und die dabei bestehenden Verpflichtungen richten sich ab diesem Zeitpunkt nach der Allgemeinverfügung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege vom 07.05.2020 – G54e-G8390-2020/1277-1 (BayMBl. 2020, Nr. 249). 

III. Diese Allgemeinverfügung wird am 12.05.2020 wirksam. 

Hinweis: 

1. Die Regelung in Ziff. II dieser Allgemeinverfügung ist gemäß § 28 Abs. 3 IfSG i. V. m. § 16 Abs. 8 IfSG kraft Gesetzes sofort vollziehbar (vgl. § 80 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Verwaltungsgerichtsordnung – VwGO). 

2. Die Isolation von Kontaktpersonen der Kategorie I und Verdachtspersonen ist seit 08.05.2020, 00:00 Uhr, bis 30.06.2020 (24:00 Uhr) in der Allgemeinverfügung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege vom 07.05.2020 geregelt (BayMBl. 2020, Nr. 249). Diese Allgemeinverfügung steht im Internet zur Einsicht zur Verfügung (https://www.verkuendung-bayern.de/baymbl/2020-249/). 

3. Im Zusammenhang mit der Quarantäne bzw. Isolation besteht keine Zuständigkeit der Stadt Landshut als Kreisverwal-tungsbehörde (Untere Gesundheitsbehörde) mehr. Etwaige Fragen hierzu müssen an das Staatliche Gesundheitsamt Landshut (Veldener Straße 15, 84036 Landshut; Tel. 0871/408-5000; 

E-Mail: gesundheit@landkreis-landshut.de) gerichtet werden. Die übrigen infektionsschutzrechtlichen Zuständigkeiten der Stadt Landshut bleiben hiervon unberührt. 

Begründung: 

1. Die Stadt Landshut ist als Kreisverwaltungsbehörde (Art. 9 Abs. 1 Gemeindeordnung – GO) für den Erlass dieser Allgemeinverfügung gemäß § 54 Infektionsschutzgesetz – IfSG i. V. m. § 65 Zuständigkeitsverordnung – ZustV sachlich und nach Art. 3 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. a Bayerisches Verwaltungsverfahrensgesetz – BayVwVfG örtlich zuständig. 

2. Mit dem Erlass der Allgemeinverfügung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege vom 07.05.2020 wurde eine landesweite Regelung zur Quarantäne von Kontaktpersonen der Kategorie I und von Verdachts-personen getroffen, die am 08.05.2020 um 00:00 Uhr wirksam geworden ist. 

Zuvor hat die Stadt Landshut die Fragen der Quarantäne in ihrer Allgemeinverfügung vom 23.03.2020 (Abl. 97 ff.) in der Fassung der zu ihrer Änderung erlassenen Allgemeinverfügungen vom 31.03.2020 (Abl. 133 ff.), vom 07.04.2020 (Abl. 137 ff.) und vom 14.04.2020 (Abl. 154 ff.) geregelt. 

Da es sich bei Allgemeinverfügungen um keine Rechtsnormen handelt, unter denen ein Rangverhältnis besteht, also die Geltung der ranghöheren die der rangniedrigeren bzw. die spätere die der früheren Rechtsnorm verdrängt, sondern um Verwaltungsakte (Art. 35 Satz 2 BayVwVfG), unter denen es kein solches normatives Verhältnis gibt, bedarf es beim Wirksamwerden einer landesweiten Regelung, wenn man nicht annimmt, dass sich die örtliche Regelung hier-durch bereits auf „andere Weise“ im Sinn des Art. 43 Abs. 2 BayVwVfG erledigt hat, im rechtlichen Klarstellungsinte-resse deren Aufhebung. 

Die Rechtsgrundlage für die Aufhebung der Allgemeinverfügung der Stadt Landshut ist in Art. 49 Abs. 1 BayVwVfG enthalten. Nach dieser Rechtsvorschrift kann ein rechtmäßiger nicht begünstigender Verwaltungsakt auch mit Wirkung für die Vergangenheit widerrufen werden. 

Vorliegend bedarf es des Widerrufs der gesamten Regelung, weil landesweit eine mindestens ebenso umfangreiche Regelung wirksam geworden ist, die mit Wirkung zum 08.05.2020, 00:00 Uhr, an ihre Stelle treten soll. 

Der Widerruf erfolgt in Ausübung pflichtgemäßen Ermessens (Art. 40 BayVwfG). Auch in der Stadt Landshut müssen die nunmehr landesweit für erforderlich gehaltenen Regelungen zur Isolation einheitlich zu Anwendung kommen. 

3. Die Rechtsgrundlage für die Regelung in Ziff. II dieser Allgemeinverfügung ist in § 28 Abs. 1 Satz 1 IfSG enthalten. Nach dieser Rechtsvorschrift kann die zuständige Behörde die notwendigen Schutzmaßnahmen treffen, insbesondere die in den §§ 29 bis 31 IfSG genannten, wenn Kranke, Krankheitsverdächtige, Ansteckungsverdächtige oder Ausschei-der festgestellt werden oder sich ergibt, dass ein Verstorbener krank, krankheitsverdächtig oder Ausscheider war, so-weit und solange es zur Verhinderung der Verbreitung der Krankheit erforderlich ist. 

Nach § 30 Abs. 1 S. 2 IfSG kann bei (sonstigen) Kranken sowie Krankheitsverdächtigen, Ansteckungsverdächtigen und Ausscheidern durch die Stadt Landshut als zuständige Behörde angeordnet werden, dass sie in geeigneter Weise abgesondert werden, bei Ausscheidern jedoch nur, wenn sie andere Schutzmaßnahmen nicht befolgen, befolgen kön-nen oder befolgen würden und dadurch ihre Umgebung gefährden. 

Die Regelung bestimmt, dass Personen, deren Verpflichtung zur Isolation unter der Wirksamkeit der von der Stadt Landshut erlassenen Allgemeinverfügung bis 07.05.2020, 24:00 Uhr, entstanden und noch nicht abgelaufen ist, sich weiter zu isolieren haben, sich die Dauer der Quarantäne bzw. Isolation und die dabei zu beachtenden Verpflichtungen von diesem Zeitpunkt an aber nach der Allgemeinverfügung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege vom 07.05.2020 richten. 

Die Regelung beruht auf pflichtgemäßer Ermessensausübung (Art. 40 BayVwVfG). Sie ist zur Vermeidung einer Re-gelungslücke zwingend notwendig und dient der Klarstellung der Rechtslage. 

4. Das Wirksamwerden dieser Allgemeinverfügung am Tag nach der Bekanntmachung im Amtsblatt der Stadt Landshut ergibt sich aus Art. 41 Abs. 4 Satz 4, Art. 43 Abs. 1 BayVwVfG. Es handelt sich vorliegend um eine besondere eilbe-dürftige Maßnahme der Gefahrenabwehr. 

Rechtsbehelfsbelehrung: 

Gegen diesen Bescheid kann innerhalb eines Monats nach seiner Bekanntgabe Klage bei dem Bayerischen Verwaltungsgericht in Regensburg, 

Postfachanschrift: Postfach 11 01 65, 93014 Regensburg, 

Hausanschrift: Haidplatz 1, 93047 Regensburg, 

schriftlich, zur Niederschrift des Urkundsbeamten der Geschäftsstelle dieses Gerichts oder elektronisch in einer für den Schriftformersatz zugelassenen Form erhoben werden. 

Die Klage muss den Kläger, den Beklagten (Freistaat Bayern) und den Gegenstand des Klagebegehrens bezeichnen und soll einen bestimmten Antrag enthalten. Die zur Begründung dienenden Tatsachen und Beweismittel sollen angegeben, der an-gefochtene Bescheid soll in Urschrift oder in Abschrift beigefügt werden. Der Klage und allen Schriftsätzen sollen Abschriften für die übrigen Beteiligten beigefügt werden. 

Hinweise zur Rechtsbehelfsbelehrung: 

– Die Einlegung eines Rechtsbehelfs per einfacher E-Mail ist nicht zugelassen und entfaltet keine rechtlichen Wirkungen! Nähere Informationen zur elektronischen Einlegung von Rechtsbehelfen entnehmen Sie bitte der Internetpräsenz der Bayerischen Verwaltungsgerichtsbarkeit (www.vgh.bayern.de). 

– Kraft Bundesrechts ist in Prozessverfahren vor den Verwaltungsgerichten seit 1. Juli 2004 grundsätzlich ein Gebührenvorschuss zu entrichten. (Sofern kein Fall des § 188 VwGO vorliegt). 

– Die Anordnung ist gemäß § 28 Abs. 3 i. V. m. § 16 Abs. 8 IfSG sofort vollziehbar. Die Anordnung der aufschiebenden Wirkung kann beim Bayerischen Verwaltungsgericht Regensburg beantragt werden (§ 80 Abs. 5 VwGO). 

STADT LANDSHUT 

Landshut, 11.05.2020 

Alexander Putz 

Oberbürgermeister 

Auch in Finnland gilt: Unbedingt Abstand halten. Food-Trucks vor den Wohnheimen sorgen für die Verpflegung der Studierenden. (Foto: Alex Hanz)

PRESSEINFORMATION Landshut, 11. Mai 2020
Studierende der Hochschule Landshut berichten über ihre Erfahrungen und Erlebnisse in Europa, Asien und Australien
Für viele Studierende ist ein Auslandssemester der Höhepunkt des Studiums. Neue Freundschaften, eine neue Sprache und viele einzigartige Erlebnisse – das macht die Zeit im Ausland besonders aus. Als die Landshuter Studentinnen und Studenten vor einigen Monaten in ihre Zielländer aufgebrochen sind, war Corona noch eine Randnotiz. Inzwischen dominiert die Pandemie den Alltag auf jedem Kontinent. Vier Landshuter Studierende berichten über ihre Erfahrungen und wie sehr Corona das Leben in ihrem Auslandssemester bestimmt.

 

Alex Hanz studiert im 6. Semester Internationale Betriebswirtschaftslehre in Turku, der sechstgrößten Stadt Finnlands. „Turku ist eigentlich die Studentenstadt schlechthin in Finnland“, sagt Hanz. Davon sei derzeit nichts zu spüren. „Einheimische verlassen kaum ihre Wohnungen und vermeiden es, sich zu treffen. Die Strände, die eigentlich voll mit Schwimmern sind zur aktuellen Jahreszeit, sind komplett leer“, beschreibt Hanz die Situation vor Ort. „Soziale Kontakt habe ich hauptsächlich über Skype oder Zoom.“

 

Wegen der Pandemie nach Deutschland zurückzufliegen, war für Hanz aber kein Thema: „Ich möchte in Finnland nach Abschluss meiner Bachelorarbeit unbedingt ein Auslandspraktikum machen.“ Ein weiterer Grund, der den Studenten in Finnland hält, ist die Liebe. „Ich bin schon kurz nach meiner Ankunft mit meiner finnischen Freundin zusammengekommen. Die Entscheidung hier zu bleiben, fiel mir deshalb sehr leicht“, erzählt Hanz. Eine private und berufliche Zukunft kann er sich auch über das Studium hinaus in Finnland vorstellen.

 

Auslandssemester in einem der stärksten betroffenen Länder

Die volle Wucht der Corona-Pandemie bekommt Lilia Kobin in Salerno, südöstlich der italienischen Metropole Neapel, zu spüren. „Während der Quarantäne-Phase bin ich nur zum Einkaufen aus dem Haus gekommen“, berichtet Lilia. „Die Angst der Menschen war deutlich zu spüren, auch hier im Süden Italiens, wo die Lage eigentlich noch deutlich besser ist als im Norden.“ So langsam entspanne sich die Lage wieder, erzählt die Ingenieurpädagogik-Studentin. Auch Kobin hat sich entschieden, nicht nach Hause zu reisen: „Trotz der Quarantäne und der Einschränkungen fühle ich mich hier sehr wohl. Das liegt vor allem an der tollen Betreuung von Professorinnen und Professoren sowie den studentischen Organisationen.“

Um sich fit zu halten, sucht sich Kobin jeden Abend Sportprogramme auf Youtube. Größtenteils digital laufen auch die sozialen Kontakte ab. „Ich unterhalte mich außerdem sehr viel mit meinem Mitbewohner, der mich bei allem unterstützt“, ergänzt Kobin. Die Landshuter Studentin hat sich dazu entschieden, ein weiteres Semester in Italien zu bleiben. Vor allem aus einem Grund: „Ich möchte die Auslandserfahrung auch live und nicht nur online machen.“ Kobin hofft deshalb darauf, dass sich die Corona-Situation weiter verbessert.

 

Im Land der untergehenden Sonne

Matteo Kratz schreibt gerade an seiner Masterarbeit in Hiroshima, Japan. Den praktischen Teil absolviert er bei der Firma Hirotec. „Seit März gibt es hier sehr intensive Gesundheitsmaßnahmen: Zweimal täglich werden die Büros mit einer Chlorlösung gereinigt, Mittagspausen sind auf verschiedene Slots aufgeteilt und Abteilungen wurden räumlich getrennt.“ Das öffentliche Leben gestaltet sich laut Kratz ähnlich wie in Deutschland. „Mit dem Unterschied, dass es hier keine Hamsterkäufe gibt.“ Klopapier, Nudeln, Reis oder Desinfektionsmittel seien zu keinem Zeitpunkt in den Supermärkten ausgegangen, so Kratz.

 

Seine Freizeit und die Wochenenden nutzt Kratz, um Wandern zu gehen, „die Natur zu genießen“ oder Japanisch zu lernen. Ein geplanter Besuch seiner Familie musste abgesagt werden. Trotzdem stellte sich für den Masteranden zu keinem Zeitpunkt die Frage, ob er abbrechen soll. „Ich sehe meine Situation sogar besser als in Deutschland“, sagt Kratz. „Meine Masterarbeit bei Hirotec ist nicht beeinflusst. Auch das zugrundeliegende Projekt mit BMW läuft weiter.“ In Deutschland täten sich einige Kommilitonen und Kommilitoninnen hingegen schwer, Masterarbeitsstellen zu bekommen.

Kratz ist froh, rechtzeitig nach Japan gereist zu sein. „Nur drei Wochen später und ich wäre nicht mehr ins Land reingekommen“, sagt er. Mit seinem Betreuer in Landshut hält er engen Kontakt. „Wir telefonieren jede Woche circa eine Stunde und tauschen uns über die Masterarbeit aus.“

 

Trotz Corona surfen an der Sunshine Coast

Relativ sorgenfrei verbringt Sofija Varlamova ihr Auslandssemester an der Sunshine Coast in Australien. „Auch bei uns läuft das Semester zwar digital ab, das öffentliche Leben ist jedoch nicht so stark eingeschränkt wie anderswo. Ich freue mich sehr darüber, dass ich regelmäßig im Meer schwimmen und surfen kann“, so die Bachelor-Studentin der Internationalen Betriebswirtschaft. Da die Situation in Australien nicht so dramatisch wie in Europa oder Amerika ist, hat sich Varlamova entschieden, nicht nach Hause zu fliegen: „Das Risiko einer Ansteckung mit einem 22-Stunden-Flug und Zwischenaufenthalten an mehreren Flughäfen habe ich für deutlich größer gehalten.“

Im Juni endet das Semester in Australien. Dann fliegt Varlamova auch wieder nach Hause und freut sich auf eines besonders – ihre Eltern und Freunde in Deutschland wieder zu sehen.

 

Auch wenn die Auslandssemester der Landshuter Studentinnen und Studenten in Zeiten von Corona anders verlaufen als ursprünglich geplant, sind alle froh, diesen Schritt gewagt zu haben. Das International Office und die Auslandsbeauftragten der Hochschule stehen den Studierenden dabei immer mit Rat und Tat zur Seite und veranstalten regelmäßig Videokonferenzen mit allen Outgoings. Neben Hanz, Kobin, Kratz und Varlamova absolvieren derzeit rund vierzig weitere Landshuter Studentinnen und Studenten im Rahmen ihres Studiums einen Auslandsaufenthalt.

Fotos: Alex Hanz/Lilia Kobin/Matteo Kratz/Sofiija Varlamova

Beschluss

TOP 2 Maßnahmen zur Eindämmung der COVID19-Epidemie

Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder

fassen folgenden Beschluss:

Die exponentielle Anstieg der Infektionszahlen Anfang März in Deutschland hat

deutlich gemacht, was für ein hohes Ansteckungspotenzial das SARS-Cov2-Virus hat.

Trotzdem ist es Deutschland in der Folge gelungen, durch einschneidende

Beschränkungen die Zahl der täglichen Neuinfektionen wieder deutlich zu reduzieren.

Auch nachdem seit dem 20. April schrittweise erste Öffnungsmaßnahmen

durchgeführt wurden, ist die Zahl der Neuinfektionen niedrig geblieben. Stand heute

ist keine erneut einsetzende Infektionsdynamik erkennbar. Dies ist insbesondere

darauf zurückzuführen, dass die Bürgerinnen und Bürger mit einem Höchstmaß an

Eigenverantwortung das Kontaktverbot sowie die Hygiene- und Abstandsregeln

eingehalten haben.

Deshalb gehen Bund und Länder heute einen erheblichen weiteren Öffnungsschritt,

insbesondere um die Bildungschancen von jungen Menschen zu wahren, um den

wirtschaftlichen Schaden, den das Eindämmen des Virus verursacht, weiter zu

begrenzen und die freiheitseinschränkenden Maßnahmen für die Bürgerinnen und

Bürger auf das unbedingt Notwendige zu begrenzen.

Damit haben Bund und Länder den Pfad zur schrittweisen Öffnung gemeinsam

definiert. Wenn angesichts auch dieses zweiten großen Öffnungsschritts die

Neuinfiziertenzahlen weiter niedrig bleiben, sollen die Länder in eigener

Verantwortung vor dem Hintergrund landesspezifischer Besonderheiten und des

jeweiligen Infektionsgeschehens die verbliebenen Schritte auf der Grundlage von

Hygiene- und Abstandskonzepten der jeweiligen Fachministerkonferenzen gehen.

Mit jedem zusätzlichen Grad der Öffnung wird es umso wichtiger, dass Abstands- und

Hygieneregeln weiter konsequent eingehalten werden, weil durch die zunehmende

Zahl an Kontakten die Gefahr des Entstehens neuer Infektionsketten steigt. Diese

müssen schnell erkannt und unterbrochen werden. Dazu leistet der öffentliche

Gesundheitsdienst einen zentralen Beitrag, für den Bund und Länder allen Mitarbeitern

in den Gesundheitsdiensten und den vielen Helfern in der Kontaktnachverfolgung

herzlich danken.

Neben der Kontaktnachverfolgung durch den öffentlichen Gesundheitsdienst kommt

im Falle des Entstehens einer regionalen hohen Infektionsdynamik der rechtzeitigen

Einführung örtlicher Beschränkungen eine große Rolle zu, um ein Übergreifen der

Infektionsdynamik auf ganz Deutschland und damit die Wiedereinführung

deutschlandweiter Beschränkungen zu verhindern.

Vor diesem Hintergrund vereinbaren die Bundeskanzlerin und die

Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder:

1. Die gemeinsamen Beschlüsse sowie die begleitenden ChefBK/CdS-Beschlüsse

sowie die Entscheidungen des Corona-Kabinetts bleiben gültig, soweit im

Folgenden nicht abweichende Festlegungen getroffen werden.

2. Die wichtigste Maßnahme gerade angesichts der Öffnungen bleibt noch für lange

Zeit, Abstand zu halten. Deshalb bleibt es weiter entscheidend, dass Bürgerinnen

und Bürger in der Öffentlichkeit einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten.

Diese Maßnahme wird ergänzt durch eine Maskenpflicht in bestimmten öffentlichen

Bereichen. Die Kontaktbeschränkungen sollen grundsätzlich bis zum 5. Juni weiter

gelten. Angesichts der niedrigen Infektionszahlen soll der Aufenthalt im

öffentlichen Raum jedoch nicht nur alleine, mit den Angehörigen des eigenen

Hausstandes oder einer weiteren Person sondern auch mit den Personen eines

weiteren Hausstandes gestattet werden. Bereits getroffene Entscheidungen

bleiben unberührt.

3. Gerade wenn weitreichende Öffnungen erfolgt sind, steigt die Gefahr einer

dynamischen Entwicklung. Diese ist bereits zu Beginn der Pandemie häufig von

lokalen Ereignissen befördert und dann weiterverbreitet worden. Deshalb bauen

Bund und Länder weiter schnell abrufbare Unterstützungsma.nahmen für

besonders betroffene Gebiete auf und stimmen sich dabei zwischen den

Krisenstäben von Bund und Ländern weiter eng ab.

Ab einer gewissen Relevanz muss auf eine regionale Dynamik mit hohen

Neuinfektionszahlen und schnellem Anstieg der Infektionsrate sofort vor Ort mit

Beschränkungen reagiert werden. Deshalb werden die Länder sicherstellen, dass

in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit kumulativ mehr als 50 Neuinfektionen

pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten 7 Tage sofort ein konsequentes

Beschränkungskonzept unter Einbeziehung der zuständigen Landesbehörden

umgesetzt wird. Die Landesgesundheitsbehörden informieren darüber das Robert-

Koch-Institut.

Bei einem lokalisierten und klar eingrenzbaren Infektionsgeschehen, zum Beispiel

in einer Einrichtung, kann dieses Beschränkungskonzept nur diese Einrichtung

umfassen. Bei einem verteilten regionalen Ausbruchsgeschehen und unklaren

Infektionsketten müssen allgemeine Beschränkungen regional wieder konsequent

eingeführt werden. Diese Maßnahmen müssen aufrechterhalten werden, bis dieser

Wert mindestens 7 Tage unterschritten wird.

Darüber hinaus sind auch Beschränkungen nicht erforderlicher Mobilität in die

besonders betroffenen Gebiete hinein und aus ihnen heraus spätestens dann

geboten, wenn die Zahl weiter steigt und es keine Gewissheit gibt, dass die

Infektionsketten bereits umfassend unterbrochen werden konnten.

4. Zur Unterstützung der schnellen und möglichst vollständigen Nachverfolgung von

Kontakten ist der Einsatz von digitalem „contact tracing“ eine wichtige

Maßnahme. Der Bund hat für die Entwicklung der entsprechenden App inzwischen

entschieden, einen dezentralen Ansatz zu verfolgen und den Einsatz dieser App

durch die Bürgerinnen und Bürger nach dem Prinzip der „doppelten Freiwilligkeit“

zu ermöglichen. Das bedeutet, dass die europäischen und deutschen

Datenschutzregeln strikt eingehalten werden und lediglich epidemiologisch

relevante Kontakte der letzten drei Wochen anonymisiert ausschließlich auf dem

Handy des Benutzers ohne die Erfassung des Bewegungsprofils gespeichert

werden. Darüber hinaus soll nicht nur der Einsatz der App auf Freiwilligkeit

basieren, sondern auch eine mögliche Datenweitergabe an das RKI zur

Optimierung der App und für die epidemiologische Forschung soll nur freiwillig

erfolgen. Gibt ein Bürger diese Daten nicht frei, hat das keinen negativen Einfluss

auf seine Nutzungsmöglichkeiten der App. Die App wird transparent „open source“

bereitgestellt. Sobald eine breit einsetzbare Anwendungssoftware (App) vorliegt,

wird es darauf ankommen, dass breite Teile der Bevölkerung diese Möglichkeit

nutzen, um zügig zu erfahren, wenn sie Kontakt zu einer infizierten Person hatten,

damit sie schnell darauf reagieren können. Bund und Länder werden dazu aufrufen.

5. Die Schulen sollen schrittweise eine Beschulung aller Schüler unter Durchführung

entsprechender Hygienemaßnahmen bzw. Einhaltung von Abstandsregeln

ermöglichen. Diese betreffen sowohl den Unterricht, als auch das

Pausengeschehen und die Schülerbef.rderung.

Die Wiederaufnahme des Unterrichts in Form von teilweisem Präsenzunterricht für

Schülerinnen und Schüler hat begonnen und soll in weiteren Schritten gemäß dem

Beschluss der Kultusministerkonferenz in der Zuständigkeit der Länder fortgesetzt

werden. Ziel ist, dass in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen bis zu den

Sommerferien jede Schülerin und jeder Schüler einmal die Schule besuchen kann.

Parallel dazu sollen digitale Unterrichtskonzepte und -angebote weiterentwickelt

werden.

6. Gemäß des Beschlusses der Jugendministerkonferenz vom 27.4.2020 wird die

Kinderbetreuung durch eine flexible und stufenweise Erweiterung der

Notbetreuung spätestens ab dem 11. Mai in allen Bundesländern eingeführt. Dabei

wird sichergestellt, dass bis zu den Sommerferien jedes Kind am Übergang zur

Schule vor dem Ende seiner Kita-Zeit noch einmal die Kita besuchen kann. Die

Einzelheiten regeln die Länder.

7. Für Krankenhäuser, Pflegeheime, Senioren- und Behinderteneinrichtungen

haben Bund und Länder bereits vereinbart, dass nach den jeweiligen lokalen

Gegebenheiten und in den jeweiligen Institutionen besondere Schutzmaßnahmen

unter Hinzuziehung von externem Sachverstand ergriffen werden. Dabei wurde

betont, dass auch zu berücksichtigen ist, dass entsprechende Regularien nicht zu

einer vollständigen sozialen Isolation der Betroffenen führen dürfen. Vor diesem

Hintergrund der niedrigen Infektionszahlen wird nunmehr beschlossen, dass in alle

Konzepte bzw. die erlassenen Allgemeinverfügungen zu den

Kontaktbeschränkungen bezüglich dieser Einrichtungen eine Regelung

aufgenommen werden soll, die jedem Patienten/Bewohner einer solchen

Einrichtung die Möglichkeit des wiederkehrenden Besuchs durch eine definierte

Person ermöglicht wird, sofern es aktuell kein aktives SARS-Cov-2-

Infektionsgeschehen in der Einrichtung gibt.

8. Auch in der Pandemie wollen wir in Industrie und Mittelstand sicheres Arbeiten

möglichst umfassend ermöglichen. Die Arbeitgeber haben eine besondere

Verantwortung für ihre Mitarbeiter, um sie vor Infektionen zu schützen.

Infektionsketten, die im Betrieb entstehen, sind schnell zu identifizieren. Deshalb

haben Bund und Länder bereits beschlossen, dass jedes Unternehmen in

Deutschland auch auf Grundlage einer angepassten Gefährdungsbeurteilung

sowie betrieblichen Pandemieplanung ein Hygienekonzept umsetzen muss. Dies

bleibt aktuell. Wir leben weiter in der Pandemie, deshalb müssen nicht erforderliche

Kontakte in der Belegschaft und mit Kunden vermieden werden, allgemeine

Hygienemaßnahmen umgesetzt und die Infektionsrisiken bei erforderlichen

Kontakten durch besondere Hygiene- und Schutzmaßnahmen minimiert werden.

Die Unternehmen sind weiterhin aufgefordert, wo immer dies umsetzbar ist,

Heimarbeit zu ermöglichen. Die für den Arbeitsschutz zuständigen Behörden sowie

die Unfallversicherungsträger beraten die Unternehmen dabei und führen

Kontrollen durch. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat dazu mit den

Sozialpartnern, Ländern und DGUV ein Konzept mit den wesentlichen Regeln

vorgelegt.

9. Alle Geschäfte können unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und

zur Vermeidung von Warteschlangen wieder öffnen. Dabei ist wichtig, dass eine

maximale Personenzahl (Kunden und Personal) bezogen auf die Verkaufsfläche

vorgegeben wird, die einerseits der Reduzierung der Ansteckungsgefahr in den

Geschäften durch Sicherstellung von Abständen dient, aber auch darauf abzielt,

den Publikumsverkehr im öffentlichen Raum und im ÖPNV insgesamt zu

begrenzen.

10. Der Sport- und Trainingsbetrieb im Breiten- und Freizeitsport unter freiem

Himmel wird unter den Bedingungen, die im Beschluss der Sportministerinnen und

Sportminister der Länder zum stufenweisen Wiedereinstieg in den Trainings- und

Wettkampfbetrieb vorgesehen sind, wieder erlaubt.

11. Die Sonderstellung von Berufssportlerinnen und Berufssportlern erfordert– auch

rechtlich – eine gesonderte Beurteilung. Die Bundeskanzlerin und die

Regierungschefinnen und -chefs der Länder halten die Fortsetzung des

Spielbetriebes in der 1. und 2. Fußballbundesliga für die dort startberechtigten 36

Vereine auf deren Kosten ab der zweiten Maihälfte für vertretbar. Die DFL legt die

konkreten Spieldaten fest. Dabei sind die Ausführungen von BMAS, BMG und BMI

zum erarbeiteten Schutzkonzept der DFL sowie die Maßgaben des Beschlusses

der Sportministerinnen und Sportminister der Länder von 28.4.2020 zu

berücksichtigen. Dem Beginn des Spielbetriebs muss, wie in dem geprüften

Konzept vorgesehen, eine Quarantänemaßnahme, gegebenenfalls in Form eines

Trainingslagers, vorweggehen. Im Falle eventuell notwendiger Testungen für den

Spielbetrieb ist sicherzustellen, dass aus dem Gesundheitswesen angemeldete

Testbedarfe jederzeit mit Priorität behandelt werden. Der DFB wird gebeten, für die

anderen Ligen tragfähige Zukunftskonzepte zu entwickeln.

12. Die Länder werden in eigener Verantwortung vor dem Hintergrund des jeweiligen

Infektionsgeschehens und landesspezifischer Besonderheiten über die

schrittweise Öffnung der Gastronomie und des Beherbergungsgewerbes für

touristische Nutzung (insbes. Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen) mit

Auflagen auf der Grundlage von gemeinsamen Hygiene- und Abstandskonzepten

der Wirtschaftsministerkonferenz entscheiden.

13. Die Länder werden in eigener Verantwortung vor dem Hintergrund des jeweiligen

Infektionsgeschehens und landesspezifischer Besonderheiten über die

schrittweise Öffnung der Theater, Opern, Konzerthäuser und Kinos mit Auflagen

auf der Grundlage von gemeinsamen Hygiene- und Abstandskonzepten der

Kulturministerkonferenz entscheiden.

14. Die Länder werden in eigener Verantwortung vor dem Hintergrund des jeweiligen

Infektionsgeschehens und landesspezifischer Besonderheiten über die

schrittweise Öffnung der folgenden verbliebenen Bereiche mit Auflagen auf

der Grundlage von gemeinsamen Hygiene- und Abstandskonzepten der jeweiligen

Fachministerkonferenzen entscheiden:

• Vorlesungsbetrieb an Hochschulen

• Übergang der Kinderbetreuung in den eingeschränkten Regelbetrieb gemäß

Beschluss der Jugend- und Familienministerkonferenz

• Volkshochschulen, Musikschulen und sonstige öffentliche und private

Bildungseinrichtungen im außerschulischen Bereich

• Bars, Clubs und Diskotheken

• Messen

• Fahrschulen

• Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios,

Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe

• Sportbetrieb in allen öffentlichen und privaten Indoor-Sportanlagen, Schwimmund

Spaßbädern

• Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen

• Betrieb von sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie die

Wiederaufnahme von Wettkampf- und Leistungssport

• Kleinere öffentliche oder private Veranstaltungen oder Feiern sowie

Veranstaltungen ohne Festcharakter

• Freizeitparks und Anbieter von Freizeitaktivitäten (drinnen und draußen)

• Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und ähnliche Einrichtungen

• Prostitutionsstätten, Bordelle und ähnliche Einrichtungen

15. Wie Bund und Länder bereits beschlossen haben, sind Großveranstaltungen wie

z.B. Volksfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern, größere Konzerte,

Festivals, Dorf-, Stadt-, Straßen-, Wein-, Schützenfeste oder Kirmes-

Veranstaltungen derzeit untersagt. Wegen der immer noch gegebenen

Unsicherheit des Infektionsgeschehens ist davon auszugehen, dass dies auch

mindestens bis zum 31. August so bleiben wird.

Foto: Klartext.LA

BEZIRK NIEDERBAYERN

Pressemitteilung

Landshut, 29.04.2020

Rund 50 Zuschussanträge sollten in der Sitzung des Kultur-, Jugend- und Sportausschusses am 19. März behandelt werden. Wegen der Corona-Krise musste nicht nur die Sitzung abgesagt werden – auch viele der Veranstaltungen, für die fristgerecht einen Antrag auf Förderung durch den Bezirk Niederbayern gestellt worden war, können nicht stattfinden.

Die Tagesordnungspunkte der ausgefallenen sollen nun in der planmäßigen Sitzung am 23.Juli behandelt werden. Bezirkstagsvizepräsident Dr. Thomas Pröckl, Vorsitzender des Kultur-, Jugend- und Sportausschusses, wird dem Gremium einen Vorschlag unterbreiten, der Kulturveranstalter unterstützt, denn „wir möchten allen, die sich für die Kulturlandschaft Niederbayerns engagiert einsetzen, ein Zeichen geben und sie dazu ermutigen, dies auch weiterhin zu tun“ so Dr. Pröckl.

Vorbehaltlich der Zustimmung durch die Mitglieder des Ausschusses ist folgende Regelung vorgesehen:

Handelt es sich um eine institutionelle Förderung, bleibt es beim angesetzten Förderbetrag, unabhängig vom Ausfall oder der Verschiebung von Aktivitäten. Hier steht die für die bezirkliche Förderung ausschlaggebende Erfüllung satzungsgemäßer Aufgaben im Vordergrund.

Alle andere Antragsteller, die Kulturveranstaltungen wegen Corona absagen mussten, sollen ausnahmsweise 10 Prozent der nachgewiesenen, bereits entstandenen Kosten als Zuschuss erhalten – begrenzt auf die Höhe der Regelförderung und unter der Voraussetzung, dass der Antrag bereits zur Sitzung am 19.03. vorlag.

Als Vorsitzender des Ausschusses setzt Dr. Pröckl auf die Zustimmung der Gremiumsmitglieder. „Das Engagement des Bezirks Niederbayern in Sachen Kultur- und Heimatpflege ist ein Spiegelbild der kulturellen Vielfalt Niederbayerns. Sie zu fördern und zu unterstützen, ist gerade in diesen Zeiten wichtig.“

– ck –

Im Bild: Dr. Thomas Pröckl

Foto: Franz Kökeny, Pfarrkirchen

 

Privatdozentin Dr. Julia Langgartner, Intensivmedizinerin und Infektiologin am Klinikum Landshut, mit Gesundheits- und Krankenpflegerin Hedwig Schneider auf der Coronavirus-Intensivstation.

Pressemitteilung

Die Fallzahlen am Klinikum fallen langsam 

„Die Zahlen der krankenhauspflichtigen Covid-19-Patienten fallen – aber sie fallen nur langsam“: So beschreibt Geschäftsführer Dr. Philipp Ostwald die derzeitige Lage am Klinikum Landshut. Diese Tendenz lasse sich seit Ostern erahnen. „Im Moment entspannt sich die Lage etwas und es kommen nicht mehr so viele neue Patienten zu uns. Aber die Gefahr ist noch nicht gebannt. Für uns bedeutet das, dass wir weiterhin voller Tatkraft für die Covid-19-Patienten da sind.“ 

Derzeit sind rund 45 Patienten im Klinikum mit Covid-19 in Behandlung, sieben davon werden intensivmedizinisch betreut. Insgesamt wurden bisher über 100 Patienten mit Coronavirus-Infektion am Klinikum behandelt, davon ca. 30 intensivmedizinisch. Von den Intensivpatienten sind über 20 beatmet worden bzw. werden noch beatmet. Rund zehn beatmete Intensiv-Patienten mit Covid-19 konnten mittlerweile wieder zurück auf eine normale Corona-Station gebracht werden, da sich ihr Krankheitszustand deutlich verbessert hat. 

Privatdozentin Dr. Julia Langgartner steht bei der Betreuung von Corona-Patienten an vorderster Front. Sie ist Intensivmedizinerin und Infektiologin am Klinikum Landshut. Mit ihrem Team kümmert sie sich um diejenigen, die von der neuen Lungenerkrankung besonders hart getroffen wurden und auf der Intensivstation behandelt werden müssen. Eine große Herausforderung ist die Beatmung der Patienten mit Covid-19. „Diese Patienten zeigen ein schweres Lungenversagen, das eine sehr aufwendige Beatmung erfordert. Die Lunge muss gleichzeitig maximal geschont werden. Die Pflegekräfte müssen die Patienten auf den Bauch lagern, damit auch die hinteren Teile der Lunge gut belüftet werden können. „Bis zu 24 Stunden liegen die Patienten auf dem Bauch. Unser oberstes Ziel ist, das Zusammenfallen der Lungen zu verhindern“, so die versierte Oberärztin. Außerdem müssen weitere drohende oder bereits vorhandene Organversagen im Blick behalten und die Therapie deswegen ständig kontrolliert werden“, so die Intensivmedizinerin. 

Für schwere Verläufe steht am Klinikum weiterhin eine eigene Intensivstation für Coronavirus-Fälle bereit. Außerdem gibt es zwei Stationen für positive Fälle, eine Stationen für Verdachtsfälle und eine IMC-Station. Von den rund 100 Betten für Corona-Patienten sind derzeit über 50 Betten frei. Eine Verdachtsstation ist mittlerweile wieder zum Normalbetrieb – also der Versorgung von Non-Covid-Patienten – zurückgekehrt. Falls doch wieder mehr Patienten ins Klinikum kommen, können jederzeit weitere Betten aktiviert werden. „Wir sind dafür bereit“, so Ostwald, „auch falls es zu einer zweiten Infektionswelle kommen sollte“. 

Dringende Arztbesuche nicht aufschieben 

Gleichzeitig sei es wichtig, dass die „normalen“ Patienten vor lauter Covid-19-Patienten nicht zu kurz kommen. „Momentan kommen wieder mehr Patienten zu uns, bei denen wir das Gefühl haben, dass sie eigentlich zu lange gewartet haben, bevor sie zum Arzt gegangen sind. Starke Herzbeschwerden, Unfälle mit Brüchen oder plötzlicher starker Schwindel sind Zustände, die unverzüglich behandelt werden müssen“, so Dr. Ostwald. Diese Patienten sollen weiterhin einen Arzt oder sogar den Notarzt rufen. Mit weniger lebensbedrohlichen, aber trotzdem nicht aufschiebbaren Anliegen sollen sich die 

Menschen weiter an einen Arzt wenden. „Auch in der derzeitigen Pandemie-Situation sollen die Bürger dringende Arztbesuche oder gar den Gang zur Notaufnahme nicht aufschieben.“ 

Gute Erfahrung im Klinikum bei Maskenpflicht 

Ab nächster Woche herrscht in Bayern eine Pflicht zum Tragen von einer Mund-Nasen-Bedeckung in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Im Klinikum gilt bereits seit über vier Wochen für alle Mitarbeiter und Patienten Mund-Nasen-Schutz-Pflicht. „Wir haben damit gute Erfahrung gemacht und unterstützen das Vorgehen des Freistaates“, so Dr. Ostwald. Durch eine Maske können infektiöse Tröpfchen, die man z.B. beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, abgefangen werden. So kann die weitere Ausbreitung verlangsamt werden und Risikogruppen werden geschützt. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Maske richtig verwendet wird. „Die Mund-Nasen-Bedeckung muss eng anliegen, Mund und Nase bedecken und regelmäßig gewechselt werden“, erklärt Dr. Peter Kaiser, Leiter der Klinikhygiene am Klinikum Landshut. Man sollte die Maske außerdem nicht ständig zurechtzupfen, um nicht möglicherweise die Mund-Nasen-Bedeckung oder die Hände zu kontaminieren. Masken mit Ausatemventil schützen nur den Träger, transportieren aber die eigenen Viren ungeschützt in die Umgebung. Diese sollten keinesfalls verwendet werden. „Wer eine Maske trägt, darf außerdem alles andere nicht außer Acht lassen. Eine gute Händehygiene, Einhalten von Husten- und Niesregeln und mindestens 1,5 Meter Abstandhalten halten – das gehört nach wie vor zu den goldenen Regeln“, betont Dr. Kaiser. 

Privatdozentin Dr. Julia Langgartner, Intensivmedizinerin und Infektiologin am Klinikum Landshut, auf der Coronavirus-Intensivstation.

Fotos: Klinikum Landshut gGmbH

Schlossklinik zum Hilfskrankenhaus ernannt

Zahl der Corona-Patienten in den LAKUMED Kliniken weiterhin stabil

 

Landshut / Vilsbiburg / Rottenburg. Gemäß des Notfallplans „Corona-Pandemie“ haben die Führungsgruppen Katastrophenschutz die Schlossklinik Rottenburg und weitere Reha-Einrichtungen im Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Landshut zu Hilfskrankenhäusern ernannt. „Dies bedeutet, dass in der Schlossklinik Rottenburg nach der Zuweisung durch andere Krankenhäuser Patienten mit und ohne Coronavirus aufgenommen werden können“, sagt Jakob Fuchs, geschäftsführender Vorstandsvorsitzender der LAKUMED Kliniken.

Ziel der Hilfskrankenhäuser ist es, bei einem rapiden Patientenanstieg die bestehenden Krankenhäuser zu entlasten. „An die Hilfskrankenhäuser können jene Corona-Patienten zugewiesen werden, die bis zu 65 Jahre alt sind, zu keiner Risikogruppe gehören und die als medizinische Therapie voraussichtlich maximal eine Sauerstoffgabe benötigen“, erklärt Fuchs. Auch die Verlegung von Nicht-Corona-Patienten in ein Hilfskrankenhaus ist möglich, wenn die Patienten in einem Normalpflegebett betreut werden können. „Die Patienten mit Covid-19 werden getrennt von den Patienten ohne Covid-19 untergebracht und versorgt“, sagt Fuchs. Organisatorisch ist das „Hilfskrankenhaus Schlossklinik Rottenburg“ dem Krankenhaus Landshut-Achdorf zugeordnet.

Im März wurden mehrere Patienten und Mitarbeiter der Schlossklinik Rottenburg positiv auf das Coronavirus getestet. Alle darauffolgenden Maßnahmen wurden in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Landshut getroffen. Das Gesundheitsamt hat den Ausbruchsstatus inzwischen aufgehoben, sodass nun wieder Patienten aufgenommen werden dürfen. Derzeit befindet sich nur noch eine Patientin in der Schlossklinik Rottenburg, die dort bereits vor mehreren Wochen positiv getestet wurde. Alle anderen Patienten mit Covid-19, die sich im Augenblick in der Schlossklinik befinden, wurden bereits zuvor in anderen Einrichtungen positiv getestet und erst anschließend in die Schlossklinik verlegt.

Die Anzahl der Corona-Patienten ist in den Häusern der LAKUMED Kliniken weiterhin stabil. Ähnlich viele Patienten, die neu aufgenommen werden, verlassen die Krankenhäuser wieder. In allen Häusern bestehen die Kapazitäten, um weitere Patienten mit dem Coronavirus aufzunehmen.

Aktuelle Informationen zum Coronavirus sind unter www.lakumed.de/coronavirus zu finden.

 

Foto: LAKUMED

Pressemitteilung

München, 12. April 2020

PM 112/GP

Huml: Bei Corona-Pandemie jetzt Einsatz aus dem Pflegepool Bayern möglich – Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin: Rund 2.500 Freiwillige stehen bereit

In Bayern können jetzt freiwillige Pflegekräfte über den Pflegepool rechtlich abgesichert bei Personalengpässen im Zuge der Corona-Pandemie in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen eingesetzt werden. Darauf hat Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml am Ostersonntag hingewiesen.

Huml betonte: “Bis jetzt haben sich bei der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) bereits rund 2.500 Freiwillige gemeldet. Bei personellen Engpässen aufgrund der Corona-Pandemie können wir auf Unterstützung durch den neuen bayerischen Pflegepool zurückgreifen. Für diesen Einsatz bin ich sehr dankbar.”

Die Ministerin unterstrich: “Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern kann den Katastrophenschutzbehörden auf Nachfrage die für die Region freiwillig gemeldeten Personen vermitteln. Die Verteilung der Freiwilligen auf Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen erfolgt dann durch die Führungsgruppen Katastrophenschutz (FüGK) vor Ort.”

Die Ministerin erläuterte: “Die Freiwilligen, die sich im Pflegepool registriert haben, werden im vorliegenden Katastrophenfall als freiwillige projektbezogene Mitglieder des Bayerischen Roten Kreuzes eingesetzt. Sie erhalten so Freistellungs- sowie Lohn- und Verdienstfortzahlungsansprüche auf Basis des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes. Die Freiwilligen werden während ihres Einsatzes von der Arbeitsleistung für ihren Arbeitgeber freigestellt und erhalten ihr Arbeitsentgelt fortgezahlt. Selbstständige Freiwillige erhalten Ersatz für ihren Verdienstausfall. Diese Vorzüge gelten aber nur für die registrierten Helfer, die über den Pflegepool durch die örtliche FüGK in eine Einrichtung vermittelt werden. Nicht als registrierte Freiwillige gelten diejenigen, die selbstständig Kontakt zu einer Einrichtung aufnehmen und dort ihre Hilfe im Rahmen von Einzelvereinbarungen anbieten.”

Die VdPB hatte am 23. März 2020 eine Internetplattform freigeschaltet (“Pflegepool”), auf der sich Personen mit einer Ausbildung oder Erfahrung im medizinischen und pflegerischen Bereich, die derzeit nicht aktiv in ihrem Beruf tätig sind und keiner Risikogruppe angehören, freiwillig melden können. Jetzt können sich neben Personen mit Ausbildung oder Erfahrung in einem pflegerischen Beruf und Intensiv- bzw. Beatmungserfahrung unter www.pflegepool-bayern.de auch folgende weitere Berufsgruppen melden:

  • Medizintechnische Radiologieassistenten (MTRA),
  • Medizin-technische Laboratoriumsassistenten (MTLA),
  • Operationstechnische Assistenten (OTA),
  • Anästhesietechnische Assistenten (ATA),
  • Medizinische Fachangestellte (MFA),
  • Notfallsanitäter,
  • Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) oder
  • Hebammen.

Zur Vorbereitung auf den Einsatz werden auf der Website www.pflegepool-bayern.de verschiedene online abrufbare Schulungsmaterialen für die Pflegepoolkräfte, je nach Qualifikation, bereitgestellt.

Die Ministerin dankte der VdPB auch für die Einrichtung einer Krisenberatungs-Hotline. Das Beratungsteam ist unter der Nummer 089/2620715-10 zu erreichen und steht unter anderem Pflegenden für psychosoziale Krisenberatung zur Verfügung. Nähere Informationen wurden auf www.vdpb-bayern.de/corona-krisenberatung/ zusammengestellt.

 Gärtnerei-Verkauf eingeschränkt möglich

 

Grundsätzlich bleibt der Verkauf von Lebensmitteln auch während der Corona-Pandemie weiterhin erlaubt. Nach Ansicht des Landratsamtes Landshut können auch Obst, Gemüse, Salat und Gemüsepflanzen, -setzlinge unter den Begriff „Lebensmittel“ gefasst werden.

Somit ergeben sich für den Gärtnerei-Verkauf folgende Konstellationen:

    • Über 50 Prozent des Gesamtsortiments besteht aus „Lebensmitteln“:
    • Die Öffnung der gesamten Verkaufsfläche ist erlaubt. Damit dürfen auch beispielsweise Schnittblumen und Zierpflanzen (Non-food-Artikel) weiterhin verkauft werden.
  • Unter 50 Prozent des Gesamtsortiments besteht aus „Lebensmitteln“: 

 

  • Es ist nur der Verkauf von Lebensmitteln gestattet. Das restliche Sortiment darf den Kunden nicht zugänglich sein. Hier empfiehlt es sich eine räumliche Trennung der Waren, beispielsweise durch ein Zelt im Freien, vorzunehmen.

Im Übrigen bleibt die Auslieferung sämtlicher Artikel allen Gärtnereien weiterhin erlaubt.

Der Mindestabstand von 1,50 Metern muss während des Kaufs und auch bei den Warteschlangen immer gewährleistet sein, beispielsweise durch das Anbringen von Markierungen. Auch jegliche Gruppenbildung sollte vermieden und unterbunden werden.

Auf Wochen- und Bauernmärkte dürfen die Gärtnereien auch Obst, Gemüse und Setzlinge verkaufen. Sollte auf dem Markt der Verkauf von Lebensmitteln überwiegen, dürfen Gärtnerstände auch Zierpflanzen verkaufen.

Große Gartencenter bzw. Gartenmärkte bleiben weiterhin geschlossen.

 

Foto: h.j.lodermeier

Pressemitteilung 

Lage am Klinikum ist weiter stabil 

„Die Lage am Klinikum Landshut ist weiter stabil“, berichtet Geschäftsführer Dr. Philipp Ostwald. Seit gut einer Woche steigt die Patientenzahl mit Coronavirus am Klinikum kaum mehr an. „Wir können vorsichtig optimistisch sein, dass es uns gelungen ist die Pandemie-Welle ausreichend zu verlangsamen, um unser (regionales) Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Allerdings ist es noch zu früh, um eine endgültige Entwarnung zu geben.“ Die Kapazitäten am Klinikum wurden seit Mitte letzter Woche auch nochmal erweitert: Eine weitere Verdachtsstation ist aufgebaut worden, außerdem steht nun eine Intermediate-Care-Station (IMC) mit 6 Überwachungsplätzen zur Verfügung. Hier werden Patienten behandelt, die nicht mehr künstlich beatmet werden müssen, aber die noch eine engmaschige Betreuung und Überwachung brauchen, bevor sie zurück auf die Normalstation können. 

Insgesamt hat das Klinikum nun zwei Stationen für positive Fälle, zwei Stationen für Verdachtsfälle, eine eigene Intensivstation für Coronavirus-Fälle und eine IMC-Station eingerichtet. Von den über 100 Betten für Corona-Patienten sind derzeit noch über 40 Betten frei. Sieben beatmete Intensiv-Patienten mit Covid-19 konnten mittlerweile auch schon wieder zurück auf eine normale Corona-Station gebracht werden, da sich ihr Krankheitszustand deutlich verbessert hat. „Vielen Dank an alle Ärzte, Pflegekräfte und alle anderen Mitarbeiter, die solche Erfolgsgeschichten mitschreiben. Wenn man diesen Einsatz erlebt, erahnt man, weshalb die Sterberate in Deutschland niedriger ist, als in anderen Ländern“, so Dr. Ostwald. 

Festgestellt habe man jedoch auch, „dass Patienten mit schweren Verläufen oft in den 60ern und 70ern sind“ – also Personen, die eher am Anfang der altersbedingten Risikogruppe sind. Das Robert-Koch-Institut stuft Menschen ab 50 bis 60 Jahren mit einem höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ein. „Im Namen des gesamten Personals bitte ich die Bevölkerung, die Coronavirus-Pandemie weiter ernst zu nehmen“, appelliert der Geschäftsführer des Klinikums. Das heißt, auch über die Oster-Feiertage den Mindestabstand zu anderen einhalten, nur für die dringendsten Angelegenheiten nach draußen zu gehen und eine gute Händehygiene einzuhalten. Gerade größere Zusammenkünfte über Ostern könnten die Zahl der Infizierten wieder ansteigen lassen. 

Auch abseits von Coronavirus werden die Patienten am Klinikum weiter gut versorgt: Notfälle wie schwere Unfälle werden weiterhin operiert und auch andere dringliche Behandlungen, z.B. bei Herzinfarkten oder Schlaganfällen gehen weiter. Diese Patienten werden strikt von den Coronavirus-Patienten getrennt. 

Geburt zu Coronazeiten 

Die häufigste Frage an die Geburtshilfe derzeit ist, ob Väter mit in den Kreißsaal kommen und ob sie Mutter und Kind auf der Neugeborenenstation besuchen dürfen. Im Klinikum Landshut ist es noch möglich, dass der Papa bei der Geburt dabei ist. Im Wochenbett dürfen Väter eine Stunde pro Tag zu Besuch kommen. Voraussetzung ist aber immer, dass der Vater frei von Erkältungssymptomen ist (z.B. Fieber, Husten, Schnupfen) und 14 Tage vor Geburt nicht in Risikogebieten war und keinen Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Patienten hatte. Im Kreißsaal und auch auf der 

Neugeborenenstation gilt Mundnasenschutz-Pflicht für alle, also für Mama, Papa und das gesamte Personal. Das Ärzte- und Hebammen-Team des Klinikums ist dankbar für das große Verständnis der werdenden Eltern, die die Schutz- und Hygiene-Maßnahmen in Corona-Zeiten einwandfrei umzusetzen. Für den Fall, dass eine werdende Mutter, die positiv auf Coronavirus getestet ist, in den Wehen liegt, ist dafür bereits vorgesorgt: Ein eigener Kreißsaal mit einer Hebamme, die die werdende Mutter nahtlos und intensiv begleitet, ist dafür vorgesehen. Bei weiteren Fragen können sich werdende Mütter an den Kreißsaal, Tel. 0871/698-3239, wenden. 

KVB-Bereitschaftspraxis vorrübergehend geschlossen 

Ab sofort ist die Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) am Klinikum Landshut vorrübergehend geschlossen. Der Grund: Die Schwerpunktpraxis für Corona-infizierte Patienten im Rosenhof in Ergolding wird mit dem Personal und Gerätschaften der KVB-Bereitschaftspraxis am Klinikum betrieben. Nach der Coronavirus-Pandemie wird die Bereitschaftspraxis wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten verfügbar sein, der Zeitpunkt wird noch bekannt gegeben. 

Die Öffnungszeiten der Bereitschaftspraxen sind stets aktuell auf der Internetseite www.bereitschaftsdienst-bayern.de zu finden. Telefonisch ist der Ärztliche Bereitschaftsdienst kostenlos und vorwahlfrei unter der bundesweit einheitlichen Telefonnummer 116117 erreichbar. Bei lebensbedrohlichen Erkrankungen ist weiterhin stets der Notarzt – unter der kostenfreien Rufnummer 112 – zu verständigen. 

Mehr Informationen finden Sie unter www.klinikum-landshut.de 

 

Bildtext: Dr. Uwe Schubart hat seine Arbeit als Versorgungsarzt der Region Landshut aufgenommen.

Was macht ein Versorgungsarzt?

Dr. Uwe Schubart hat die wichtigsten Fragen beantwortet

 

Der Allgemeinmediziner Dr. Uwe Schubart aus Vilsheim wurde Anfang der Woche im Zuge der Corona-Pandemie zum Versorgungsarzt für Stadt und Landkreis Landshut berufen. Was seine Aufgaben sind, erklärt er im Folgenden:

Herr Dr. Schubart, Sie sind für die Dauer des Katastrophenfalls zum Versor-gungsarzt für Stadt und Landkreis Landshut berufen worden. Was sind Ihre Aufgaben?

Dr. Uwe Schubart: Meine wichtigste Aufgabe ist es, in der Region die ambulante Versorgung der Bevölkerung zu koordinieren. Dabei bin ich auf die Hilfe aller nieder-gelassenen Hausarzt- und Facharztpraxen angewiesen. Sollten einzelne Praxen vo-rübergehend ausfallen – sei es krankheitsbedingt, sei es aufgrund einer Quarantäne-bestimmung des Gesundheitsamts oder aus anderen Gründen -, würden die nun be-stellten vier Grundversorgungspraxen im jeweils definierten Gebiet die Vertretung für die betroffene Praxis übernehmen, damit die medizinische Versorgung der Patienten gewährleistet bleibt. Außerdem soll ich die Führungsgruppe des Katastrophenschut-zes in medizinischen Fragen, bei der Materialbeschaffung und bei der Testung von möglicherweise mit dem Coronavirus infizierten Personen unterstützen. Weiterhin ist in dieser Krisensituation auch die zahnärztliche Grundversorgung erforderlich: Bei Bedarf soll auch hier durch den Versorgungsarzt Unterstützung angeboten werden.

Ändert sich durch Ihre Berufung etwas für die Patienten der niedergelassenen Hausärzte in der Region?

Nein. Die Aufgabe aller niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte ist die medizinischen Grundversorgung der Bevölkerung und damit die Entlastung der Krankenhäuser. Erste Anlaufstation bleibt damit für alle Patienten der eigene Hausarzt, der dann ge-gebenenfalls an einen Facharzt oder die Kliniken überweisen würde.

Demnächst soll im ehemaligen „Rosenhof“ in Ergolding eine Schwerpunktpra-xis für Patienten aus Stadt und Landkreis Landshut eingerichtet werden. Wer wird diese Praxis ärztlich betreuen und für welche Patienten ist die Einrichtung gedacht?

Betrieben wird die Praxis von den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen in der Region, wobei ich die Koordination übernehme. Die Praxis steht allen Patienten offen, bei denen eine Ansteckung nachgewiesen oder ein begründeter Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht. Das ist dann der Fall, wenn einerseits leichte bis mittelschwere Symptome einer Atemwegserkrankung vorliegen und andererseits Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person bestand. Über die Zuweisung an die Schwerpunktpraxis entscheiden die jeweiligen Haus- oder Fachärzte.

In der Region Landshut wurden bisher 481 Corona-Infektionen festgestellt. Die Zahl der Kontaktpersonen liegt bei 2033. Bisher sind 12 Infizierte, bei denen ein Zusam-menhang mit COVID19 möglich ist, verstorben (Stand: 02.04.2020, 17.00 Uhr). Die Anzahl der nachgewiesenen Infektionen bildet das gesamte Geschehen seit der KW11 ab, als der erste Corona-Fall in der Region nachgewiesen wurde. Zwischen-zeitlich Genesene (ca. 100 aus Stadt und Landkreis) und damit aus der häuslichen Quarantäne entlassene Personen sind noch in der Summe enthalten.

Derzeit werden in den Krankenhäusern in der Region 105 Patienten betreut, die mit dem Corona-Virus infiziert sind, davon befinden sich 23 auf den Intensivstationen (Stand: 02.04.2020, 9.30 Uhr). Dies sind aber nicht nur Patienten aus dem Raum Landshut – auch Bürgerinnen und Bürger anderer Landkreise befinden sich in den regionalen Kliniken zur Behandlung (werden aber von einem anderen Gesundheitsamt als Indexfall gelistet). Vorsorglich werden alle Patienten mit einem Atemwegsinfekt, die ins Krankenhaus eingeliefert werden, auf das Corona-Virus getestet. Ein großes Problem sind hier aber die fehlenden Laborkapazitäten – aufgrund der hohen Auslastung kann es mittlerweile mehr als sieben Tage dauern, bis das Testergebnis vorliegt. So lange bleibt der Patient in einer eigenen, isolierten Corona-Station; auch wenn sich nach Eingang des Testergebnisses herausstellen sollte, dass der Patient sich nicht mit dem Virus angesteckt hat. In der Zwischenzeit ist dieser Platz aber dennoch fest belegt und statistisch erfasst.

 

Foto: Landkreis Landshut