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Chefärztin der Medizinischen Klinik III

Bildtext: Freuen sich über das neue Kooperationsmodell (von links): Dr. med. Ursula Vehling-Kaiser (Schwerpunktpraxis Hämatologie/Onkologie), Barbara Kempf, Chefärztin der Medizinischen Klinik III für Hämatologie und Internistische Onkologie am Klinikum Landshut, Dr. med. Gabriela Totok, Oberärztin für Hämatologie und Internistische Onkologie und Prof. Dr. med. Wolfgang Herr, Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III, Universitätsklinikum Regensburg, und Vorstandsmitglied des Comprehensive Cancer Center Ostbayern.

 

„Ein großer Zugewinn für die Region“


Heimatnahe Stammzell-Transplantation – neue Kooperation am Klinikum Landshut

Es handelt sich um ein in Bayern bislang einmaliges Projekt: Patienten mit einer Krebserkrankung, die eine autologe Stammzell-Transplantation erhalten haben, können nun am Klinikum Landshut weiterbehandelt werden. Eine Neuerung, die für die Patienten wie auch deren Angehörigen Vorteile bietet. Dazu wurde eine Kooperation mit dem Universitätsklinikum Regensburg geschlossen.

Die Therapie bösartiger hämatologischer Erkrankungen hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht und damit zu einer längeren Lebenszeit und auch zur Verbesserung der Lebensqualität der Patienten geführt. Voraussetzung für die Behandlung komplexer hämatologischer Erkrankungen sind zum einen eine hochspezialisierte Diagnostik und Therapie, zum anderen eine interdisziplinäre Zusammenarbeit. Vor allem in ländlichen Regionen spielt die Kooperation heimatnaher Praxen und Kliniken mit spezialisierten Zentren eine entscheidende Rolle in der Behandlung. Seit Oktober 2018 gibt es in Landshut ein neues Modell der interdisziplinären Zusammenarbeit im Rahmen der autologen Stammzell-Transplantation mit der Universitätsklinik Regensburg – ein gemeinsames Projekt des Comprehensive Cancer Center Ostbayern (CCCO). Innerhalb des regionalen Netzwerks des CCCO arbeiten alle Partner eng zusammen, um eine bestmögliche wohnortnahe Versorgung der Patienten zu fördern. In diesem Rahmen haben die Medizinische Klinik III am Klinikum Landshut, das Ambulanzzentrum Landshut, die Praxis und Tagesklinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin von Dr. Ursula Vehling-Kaiser und das Universitätsklinikum Regensburg eine Kooperation geschlossen. „In dieser Form ist die Organisation der Zusammenarbeit bisher einmalig in Bayern“, so Prof. Dr. Wolfgang Herr, Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III am Universitätsklinikum Regensburg.

Das autologe Verfahren der Stammzell-Transplantation kommt bei Patienten in Frage, die eine Blutkrebserkrankung haben und eine intensive Chemotherapie benötigen, um geheilt zu werden oder einen möglichst langen therapiefreien Zeitraum zu erlangen. Die häufigste Erkrankung, bei der die autologe Stammzell-Transplantation je nach Stadium, Alter der Patienten und weiteren Faktoren die „Therapie der Wahl“ ist, ist das Multiple Myelom, so Barbara Kempf, Chefärztin der Medizinischen Klinik III am Klinikum Landshut. Bei der auch als Plasmozytom bezeichneten Blutkrebserkrankung erhalten die Patienten eine hochdosierte Chemotherapie, durch die die Tumorzellen zerstört werden. Diese reduziert jedoch als Nebenwirkung die Blutbildung im Knochenmark, da die Chemotherapie alle sich schnell teilenden Zellen im Körper zerstört. Weil keine ausreichende Blutbildung möglich ist, sind die Patienten stark immungeschwächt. Im nächsten Schritt erhalten sie daher eigene, aufbereitete Stammzellen zurück. Unter autologer Stammzell-Transplantation, die landläufig auch als Knochenmarktransplantation bezeichnet wird, versteht man somit die Verabreichung von Knochenmarksstammzellen an den Patienten, die zuvor aus seinem Blut abgesammelt wurden. Die Phase, in der der Patient einem erhöhten Infektionsrisiko unterliegt, wird damit verkürzt, indem die Stammzellen das durch die Chemotherapie reduzierte Knochenmark besiedeln und zur Regeneration der Blutbildung führen. Stammzellen sind sogenannte Mutterzellen, aus denen alle Blutzellen im Knochenmark entstehen. Sie kommen vor allem im Knochenmark vor, können aber durch bestimmte Behandlungen auch in größerem Maße in das Blut gelenkt werden. Dies geschieht zum Beispiel durch die Verabreichung von Wachstumsfaktoren.

Am Universitätsklinikum Regensburg finden die Sammlung der Stammzellen und die Transplantation statt. Dabei handelt es sich nicht etwa um einen operativen Eingriff, sondern um eine Transfusion. Die Diagnose wie auch die Behandlung vor der Transplantation der Patienten wurde bereits in enger Abstimmung mit der Universitätsklinik Regensburg in Landshut durchgeführt, die Sammlung der Stammzellen, die hochdosierte Chemotherapie mit nachfolgender Transplantation ist in Regensburg verortet. Die neue Kooperation bietet nun aber einen großen Vorteil: Die Patienten können jetzt nach der Transplantation nach Landshut verlegt werden. Das war bislang nicht möglich. „Wir können die Patienten hier im weiteren Verlauf auf der onkologischen Schwerpunktstation heimatnah betreuen. Das erspart nicht zuletzt den Angehörigen weite Wege“, erklärt Barbara Kempf. „Das ist ein Pilotprojekt für das Comprehensive Cancer Center Ostbayern“, sagt Prof. Herr.

Die Phase nach der Transplantation stellt einen kritischen Teil der Behandlung dar, da die Patienten stark immungeschwächt sind. In Landshut können die notwendigen Standards vorgehalten werden. Für die hohe Behandlungsqualität von Krebspatienten wurde das Klinikum Landshut nicht zuletzt 2018 als „Onkologisches Zentrum“ durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert. Die Patienten werden nach der Transplantation am Klinikum engmaschig überwacht, bekommen Bluttransfusionen, Infektionskomplikationen werden behandelt. Außerdem erhalten sie Wachstumsfaktoren, die die Bildung weißer Blutkörperchen stimulieren. Etwa nach 12 bis 14 Tagen erholt sich die Blutbildung. Drei Patienten wurden am Klinikum bereits erfolgreich behandelt. „Wir können Patienten mit komplexen hämatologischen Systemerkrankungen eine wohnortnahe Behandlung auf universitärem Niveau anbieten“, so Kempf. Patienten aus der Praxis von Dr. Vehling-Kaiser kommen nach der Therapie wieder in die Praxis zurück.
Maßgeblich beteiligt an der Umsetzung der Kooperation am Klinikum war Oberärztin Dr. Gabriela Totok, eine wichtige Verantwortung übernehmen auch speziell weitergebildete Onkologische Fachpflegekräfte, die sehr nah mit den Patienten arbeiten. Durch ihre langjährige Tätigkeit im Bereich der Stammzell-Transplantation können Kempf, Totok und ihr Team viel Erfahrung vorweisen, die sich in der neuen Kooperation widerspiegelt. Kempf: „Das Projekt stellt einen großen Zugewinn für die Region dar“.

Mehr Informationen finden Sie unter www.klinikum-landshut.de/fachbereiche/onkologie-haematologie

 

Foto: skyphoto Landshut

Bildtext: Barbara Kempf, Chefärztin der Medizinischen Klinik III

 

Tag der offenen onkologischen Tagesklinik
Jubiläum zehn Jahre Medizinische Klinik III am Klinikum am 13. Oktober

 

Eine Krebsdiagnose verändert das Leben schlagartig – sowohl das der Betroffenen als auch ihrer Angehörigen. Umso wichtiger sind eine umfassende medizinische und psychoonkologische Betreuung in allen Krankheitsphasen und ein interdisziplinäres Expertenteam hinter sich. Die Medizinische Klinik III am Klinikum Landshut widmet sich Patienten aus den Bereichen Hämatologie und internistische Onkologie mit hoch entwickelten Behandlungsmethoden. Seit zehn Jahren besteht die Fachabteilung inzwischen am Klinikum. Ein Jubiläum, das am Samstag, 13. Oktober, von 10 bis 15 Uhr mit einem Tag der offenen onkologischen Tagesklinik gefeiert wird.

Schwerpunkt der Medizinischen Klinik III liegt im Bereich der Medikamentösen Tumortherapie, eine bedeutende Säule in der Behandlung von Krebserkrankungen. Fachärzte und ein speziell ausgebildetes Pflege- und Betreuungsteam behandeln die Patienten nach aktuellen Leitlinien und Standards. In diesem Jahr wurde das Klinikum als Onkologisches Zentrum nach den Kriterien der Deutschen Krebsgesellschaft erfolgreich zertifiziert. Patienten und ihren Angehörigen stehen zudem zahlreiche Unterstützungsangebote zur Verfügung, die der Verein Lebensmut – Initiative Landshut organisiert. „Lernen Sie die interdisziplinäre Onkologische Tagesklinik und ihr Netzwerk bei einem Besuch persönlich kennen“,  lädt Barbara Kempf, Chefärztin der Medizinischen Klinik III, ein. Die Besucher erwartet ein umfangreiches Programm in der Onkologischen Tagesklinik, Station 9b, mit Angeboten zum Ausprobieren, Medizin zum Anfassen, Information und Beratung, Musik, Imbiss und Saftbar sowie eine große Tombola.  So können Interessierte beispielsweise erfahren, was ein Tropfen  Blut über einen Menschen verrät und was sich in unserem Knochenmark versteckt.

Einen Blick hinter die Kulissen können die Besucher im Reinraumlabor werfen.

Das Team des Hämatologischen Labors führt Mikroskopie-Demonstrationen durch. Angeboten werden unter den Schlagworten „Schönheit bei Krebs“ professionelle Gesichtspflege- und Schmink-Tipps mit zertifizierten Pflege- und Naturkosmetik-Produkten, kurze Übungen aus der Atemtherapie, die innere Spannungen lösen und den Atem wieder leichter fließen lassen, und Massagen von Experten der Aromatherapie mit ätherischen Ölen. Der Friseur im Klinikum bietet Haar- und Perückenberatung. Zudem können die Besucher die Bilder, die im Rahmen der Kunsttherapie für Krebserkrankte entstanden sind, entdecken. Präsentieren werden sich an diesem Tag auch Vereine wie Lebensmut, Selbsthilfegruppen, die Onkologische Fachpflege und viele mehr. An zahlreichen Informationsständen können sich Interessierte beraten lassen. Außerdem wird eine Führung durch den Hochsicherheitstrakt – das Reinraumlabor am Klinikum – angeboten. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie eine Chemotherapie zubereitet wird, ein Blick hinter die Kulissen des High-Tech-Labors, das nach strengsten Sicherheitsregeln individuelle Infusionen herstellt. Die Führungen finden um 10.30, 11 und 11.30 Uhr statt, Treffpunkt ist Station 9b. Programm wird aber nicht nur auf der Station angeboten, sondern auch im Raum Kompass im Gesundheitszentrum direkt neben dem Klinikum mit Angeboten zum Ausprobieren. Dort können Besucher die Meditationsform Qi Gong kennenlernen. Um Wohlbefinden und Meditation geht es auch bei der Klangtherapie. Gezeigt werden Entspannungsübungen mit Klangschalen sowie klassische, simple Meditationstechniken.

„Schönheit bei Krebs“: Interessierte können professionelle Gesichtspflege- und Schmink-Tipps erhalten.

Außerdem finden acht Vorträge im Raum Hammerbach statt. Los geht es um 10.30 Uhr mit dem Vortrag „Psychoonkologie – das Patientengespräch“ von Markus Besseler, Geschäftsführer der Bayerischen Krebsgesellschaft. Um 11 Uhr spricht der Klinikum-Pharmaziedirektor Dr. rer. nat. Mario Kager zum Thema „Wie sauber sind unsere Krebsmedikamente? Sicherheit bei Lieferantenauswahl, Transport, Lagerung und Herstellung der onkologischen Infusionen“. „Keine Angst vor Strahlentherapie“ lautet der Titel des Vortrags um 11.30 Uhr von Dr. med. Hans-Joachim Wypior, Chefarzt der Radioonkologie und Strahlentherapie am Klinikum. Chefärztin Barbara Kempf referiert anschließend um 12 Uhr zur „Immuntherapie in der Onkologie und Hämatologie“. Um  „Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung“ geht es um 12.30 Uhr bei Sabine Haberberger vom Hospizverein Landshut. Die zertifizierte Qi Gong-Lehrerin Sabine Kern hält um 13 Uhr den Vortrag „Ich kann was, ich mache was – und es tut mir gut. Qi Gong für Krebspatienten am Klinikum Landshut – lebensmut e.V.“. Um 13.30 Uhr hält Dr. med. Ludwig Woidy, Chirurgische Klinik I, Darmkrebszentrum Klinikum, den Vortrag „Operative Therapiemöglichkeiten bei Darmkrebs mit Operationsvideo“. Im letzten Vortrag des Tages um 14 Uhr spricht “ Karolina Steinbauer, Pflegebereichsleitung Onkologie am Klinikum über „Die Onkologische Fachpflege“.

 

Eine Anmeldung für den Tag der offenen Klinik ist nicht erforderlich. Mehr Informationen finden Sie unter www.klinikum-landshut.de/fachbereiche/onkologie-haematologie/

 

Fotos: Klinikum Landshut