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Bücherei Pustet

PILOTPROJEKT „PILGERN UND WANDERN“ BEI DER LANDSHUTER UMWELTMESSE

Aussteller Bücherei Pustet präsentiert Bestseller-Autorin Christine Thürmer – “Was hat ein Snicker mit Laufen, Essen, Schlafen zu tun?”

Ein „volles Haus“ mit Interessierten und Lesern des Buches von Erfolgs-Autorin Christine Thürmer, „Laufen, Essen Schlafen“ konnte Franziska Schäfer in den Geschäftsräumen der Bücherei Pustet zum Vortrag und zur Dia-Show willkommen heißen. Die Bücherei Pustet beteiligt sich an der ersten Fachmesse „Pilgern und Wandern“, integriert in der diesjährigen Landshuter Umweltmesse, die von den Geschäftsführern Rudolf Schnur und Andrea Lapper vom 24. bis 26. März durchgeführt wird. Frau Schäfer bedankte sich für die gute Zusammenarbeit.

Wie Franziska Schäfer den Zuhörern bescheinigte, ist die Wanderin Christine Thürmer bisher 35.000 km gewandert, ca. 30.000 km mit dem Fahrrad gefahren und war ca. 7.000 km auf Flüssen und Seen mit dem Paddelboot unterwegs. Für den „Normalwanderer“ ist dies unvorstellbar und zugleich bewundernswert, wie eine Frau diese Strapazen auf sich nimmt und bewerkstelligt.

Was hat ein Snicker mit „Laufen, Essen, Schlafen zu tun, fragte Christine Thürmer eingangs ihres Referats? Für sie war dieser Snicker ein Symbol für das Langstreckenwandern und für die Freiheit auf dem Trail.

Frau Thürmer war eine sogenannte Karrierefrau und war zuständig für die Sanierung von mittelständischen Unternehmen. Neudeutsch würde man sagen, sie war eine „Turn around Managerin“, die Betriebe sanierte, und wie sie den Zuhörern bestätigte, „diese Betriebe gibt es heute noch!“

Ihre Wanderkarriere begann durch einen Zufall. Im Jahre 2003 hatte sie sich einen „Juppie-Urlaub“ im Nationalpark in Kalifornien gegönnt. Dort traf sie auf braungebrannte Gestalten mit zerlumpter Kleidung, die sie sehr faszinierten und fragte diese Wanderer, was sie hier machen würden. Sie antworteten: „Wir laufen von Mexiko nach Kanada, 4277 km.“ Frau Thürmer war auf  „Suhiker“ gestoßen, das sind Wanderer, die einen Trail in einer bestimmten Saison durchwandern.  Christine Thürmer sagte sich: „Was die Beiden können, das kann ich auch!“

Der auslösende Moment für ihre Begeisterung zum Wandern waren zwei Schicksalsschläge für die studierte Managerin, um ihr Leben neu zu überdenken und zu ordnen, nämlich eine unvorhersehbare eigene Arbeitslosigkeit und der Schlaganfall eines lieben Freundes, der diese Krankheit nicht überlebte. Nach diesen Schicksalsschlägen war ihr klar geworden, sie geht auf Wanderschaft und buchte sogleich den Flug nach den USA, denn die Resource Lebenszeit  ist nicht endlich und nicht planbar. „Kann ich in zehn Jahren noch wandern?“, fragte sich Christine Thürmer, „wenn, dann muss ich jetzt wandern gehen!“ Der Pacific Crest Trail (PCT) war ihre erste Herausforderung, das sind wirkliche 130 Wandertage, exakt täglich 33 km bei Regen und extremer Hitze. Sonnenschirme waren ausgesprochen beliebt bei der Wanderung. Der „PCT“ führte weiter auf inzwischen 4.000 m, auf der sich die höchste und teuerste Toilette der gesamten USA befindet, und dessen Inhalt, nämlich der sogenannte „Honeypot“, muss mit dem Hubschrauber ausgeflogen und entsorgt werden. Diese teure Toilette ist inzwischen abgeschafft, und die Wanderer müssen mit einer Plastiktüte vorlieb nehmen. Außerdem machen hungrige Moskitos  das Leben auf dem PCT sehr schwer. Die Strecke von Seattle bis Los Angeles hatte die Wanderin geschafft. Sie musste aber nun wieder zurück in ihre Heimat zum Geldverdienen. Ihr Selbstvertrauen war gestärkt und sie dachte bereits an die nächsten Wandertouren. „Was kann ich jetzt noch schaffen?“

Ein neuer Job wurde schnell gefunden und der nächste Trail wurde bereits auch schon wieder geplant. Zwei Jahre später hatte es ein noch gewaltigerer Trail, nämlich der Continantal-Devide-Trail (CDT) genannt, der Wanderin angetan. „Wer den CDT läuft, muss wissen, auf was er sich einlässt“, bevor der CDT ihm etwas anderes beweist!

Der Apalachian Trail (AT), geprägt durch viel Wald und der kürzeste Trail mit 3500 km, war ein Jahr später das nächste Wanderziel. 2.000 Wanderer machen sich hier auf den Weg, lediglich 10 % erreichen ihr Ziel. Schwierige Witterungsverhältnisse prägen diesen Weg! Genannt wird diese Strecke auch der „lange grüne Tunnel.“

Im Jahre 2008 hatte Christine Thürmer den gesamten „Triple-Crown“ geschafft, d.h., bis dahin hatten das lediglich 200 Menschen vollbracht. Der Triple-Crown ist 12.700 km lang, das bedeutet die jährliche durchschnittliche Fahrleistung eines deutschen PKW. Diese 12.700 km beinhalten 400.000 Höhenmeter, also 400 Höhenkilometer, das entspricht 45 Mal auf den Mont-Everest.  Dieser ist mittlerweile von 7000 Leuten bestiegen worden, die Triple-Crown-Plakette aber etwa nur 250 Mal verliehen worden.

Auf dieser gewaltigen Wegstrecke hat Christine dabei etwa 180 kg Schokolade gegessen. Das heißt, es wurden von ihr jede Menge Snickers verzehrt. Ebenfalls 112 kg Müsli wurden von ihr verdrückt. Etwa 10 Paar Schuhe waren durchgelaufen und über die vielen durchlöcherten Socken möchte sie lieber schweigen.

Die Erkenntnis aus zehn Jahren Wandererfahrung ist für Frau Thürmer, dass sie dadurch ihre Glücksschwelle auf das niedrigste Niveau gedrückt hat. Wenn sie wandert, hat sie nur vier Sachen dabei, nämlich Wasser, Proviant , warme Kleidung in Form von einem Schlafsack und einen Wetterschutz in Form von einem Zelt.  Diese vier Teile wiegen unter vier Kilo und passen in einen Rucksack. Jedes Bisschen, das über diese Grundbedürfnisse hinausgeht, wird plötzlich zum totalen Luxus und löst wahre Glücksgefühle aus.

Eine weitere nüchterne Erkenntnis heißt: „Wandern musst Du ganz alleine!“ Langstrecken-Wandern ist eine hochegozentrische Angelegenheit. Nur so kommt man am schnellsten weiter. Kompromisse mit einem Mitwanderer eingehen zu müssen sind dadurch überflüssig und behindern außerdem nur das Weiterkommen auf dem Wanderweg.

Das Wichtigste: Höre auf deinen Körper! Diese langen Wegstrecken werden zu 80% im Kopf und nur 20% mit den Füßen bewältigt. Man muss nur wirklich wollen. Ankommen ist Kopfsache. Packen wir`s an!

 

hjl

 

Bild von links nach rechts: Ruth Ameling, Alexander Bürger (Aussteller) Andrea Lapper, Rudolf Schnur (Geschäftsführer – Landshuter Umweltmesse), Autorin Christine Thürmer

 

Franziska Schäfer von Bücherei Pustet konnte in ihren Geschäftsräumen viele Zuhörer begrüßen

 

Die engagierte Bestseller-Autorin bei ihrem Vortrag

 

Fotos: h.j.lodermeier

 

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