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Bezirkstagspräsident

Bildtext: Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (links)  traf Siegfried Depold, Vorsitzender des Bezirksverbands Niederbayern/Oberpfalz, und dessen Stellvertreterin Michaela Grashei zu einem Fachgespräch. Das Bild entstand vor den Einschränkungen durch die Corona-Krise.

 

Große Sorgen und kleine Freuden

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich tauscht sich mit Vertretern der AWO aus

 

Landshut/Passau. Wie alle anderen Wohlfahrtsverbände stellt die Corona-Pandemie die Arbeiterwohlfahrt (AWO) vor große Herausforderungen. Laut Siegfried Depold, Vorsitzender des Bezirksverbands Niederbayern/Oberpfalz, ist die Situation besonders bei den Pflegekräften „sehr angespannt“. Das Personal sei auch wegen des Besuchsverbots in den Heimen („Viele Bewohner leiden darunter, dass sie keinen Kontakt mehr nach außen haben und brauchen jetzt besonders viel Trost und Zuwendung“) und einer steigenden Zahl an Krankmeldungen stark belastet. Depold lobte die Solidarität und den Zusammenhalt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihren Dienst allen Schwierigkeiten zum Trotz loyal verrichten und persönliche Sorgen um die eigene Gesundheit und die ihrer Familie nicht selten hintanstellten.

Umso wichtiger sei es, dass sowohl die stationäre als auch die ambulante Pflege ausreichend mit entsprechender Schutzkleidung, Gesichtsmasken und Desinfektionsmitteln versorgt werde. Es könne nicht sein, dass sich Pflegende nach einer Anleitung aus dem Internet ihre Atemschutzmasken selbst nähen müssten, weil keine Ware für die, die sie am nötigsten benötigen, verfügbar sei. Die Krise verlange Heimleitern wie Beschäftigten ganz viel Flexibilität ab, sagte Depold. Er sei stolz darauf, wie diese mit der aktuellen Situation umgehen. Rund 2600 Beschäftigte arbeiten in Ostbayern für die AWO – allein 1820 in 21 stationären Pflegeeinrichtungen. 13 Pflegeeinrichtungen befinden sich in Niederbayern zwischen Landshut, Pocking und Passau.

Weitere Themen eines Fachgesprächs mit Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich waren der Engpass beim Pflegepersonal vor allem in Ballungsräumen. Depold und die stellvertretende Bezirksvorsitzende Michaela Grashei skizzierten die Situation in der Region. Depold zeigte sich besorgt, dass die Quote der Sozialhilfeempfänger in den Pflegeeinrichtungen zum Teil sehr hoch ist. In Vilshofen liegt sie beispielsweise bei 42 Prozent der Heimbewohner. In der Folge steigt auch bei der Sozialverwaltung des Bezirks Niederbayern die Zahl der Anspruchsberechtigten der Leistung „Hilfe zur Pflege“. Depold lobte ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit dem Bezirk – auch im Kinder- und Jugendbereich. Der Bezirksvorsitzende der AWO sagte, eine Reform der Pflegeversicherung sei dringend erforderlich. Das Ziel sei eine Übernahme der reinen Pflegekosten und eine Deckelung des Eigenanteils.

Der Bezirkstagspräsident würdigte das Engagement der AWO für die Schwächeren der Gesellschaft und hob die gemeinsamen Interessen mit dem Bezirk hervor. Dies gelte gerade auch für den Wunsch nach richtigen, möglichst unbürokratischen gesetzlichen Weichenstellungen für die Pflege. Heinrich: „Allen Leitenden und Beschäftigten zolle ich in diesen herausfordernden Zeiten tiefsten Respekt. Nur weil Sie Verantwortung übernehmen und Tag für Tag an ihre Grenzen gehen, funktionieren die Einrichtungen der Wohlfahrtspflege auch im Krisenmodus. Ohne Menschen wie Sie würde unser Gesundheits- und Sozialsystem nicht so gut funktionieren.“

Depold erzählte, dass es auch in Krisenzeiten durchaus kleine Freuden gibt. Über Facebook hatte die Mutter einer Mitarbeiterin des AWO Seniorenheims Betty Pfleger in Passau einen Aufruf gestartet: Kinder, die Zeit und Lust dazu haben, sollten für die Heimbewohnerinnen und -bewohner einen Brief schreiben oder ein Bild malen. Eine Dame hat sich so darüber gefreut, dass sie dem Mädchen, dessen Brief sie bekam, sofort geantwortet hat. Heimleiterin Elisabeth Ljubisic und viele Seniorinnen und Senioren würden sich freuen, wenn dieses Beispiel Schule machen würde.

Die AWO in Bayern feiert in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Die Sozialdemokratin und Frauenrechtlerin Marie Juchacz hatte die Arbeiterwohlfahrt 1919 gegründet. Ein Jahr später gab es die ersten Ortsvereine im Freistaat.

 

-ch-

 

Foto: Bezirk Niederbayern/Knott

 

Bildtext: Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich informierte im Werk Landshut über Zukunftstechnologien im Automobilbereich. Foto: Harry Zdera/BMW

 

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich besucht das BMW Werk Landshut

 

Der „Abgas-Skandal“ zieht Kreise, die Autoindustrie steht derzeit am Pranger der Öffentlichkeit. Besonders beim Thema Diesel ist die Unsicherheit der Kunden groß. „Es ist höchste Zeit, den Blick auf die Fakten zu richten und die Diskussion rund um die Thematik zu versachlichen“, betonte Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich bei einem Besuch im BMW-Werk Landshut. Nur durch gezielte Aufklärung könne wieder Ruhe in die Diskussion gebracht werden. Allerdings müsse auch die Bereitschaft bestehen, sich detailliert zu informieren und eine eigene Meinung zu bilden. Es könne nicht sein, dass eine lange Zeit hochgelobte Technologie pauschal in Misskredit gerate.

 

Der größte Arbeitgeber der Region

Mit rund 4.300 Mitarbeitern am Standort Landshut ist die BMW Group der größte Arbeitgeber in der Region. „Die Erfolgsstory, die der Automobilkonzern geschrieben hat, hat einen entscheidenden Anteil an der beeindruckenden wirtschaftlichen Entwicklung Niederbayerns. Für die ganze Region ist es wichtig, dass diese Erfolgsgeschichte weitergeht“, so Heinrich.  1967 hatten die Bayerischen Motorenwerke den in Dingolfing ansässigen mittelständischen Autobauer Hans Glas GmbH übernommen, den Produzenten des legendären „Goggomobil“. 1971 zog die Austauschmotorenfertigung von Dingolfing nach Landshut. Seither wurde der Standort Landshut sukzessive aufgebaut.

Ob Gelenkwelle, Türgriff oder Stoßfänger – inzwischen steckt laut Standortleiter Dr. Peter Fallböhmer „in jedem BMW, MINI und Rolls-Royce ein Teil aus Landshut“. Das BMW-Werk Landshut beliefere alle Fahrzeug- und Motorenwerke der BMW Group weltweit mit innovativen Komponenten. „Unser Anspruch ist es, den Wandel als Vorreiter zu gestalten und unsere globale Spitzenposition zu verteidigen. Damit Mobilität ‚Made in Niederbayern‘ auch künftig Menschen in aller Welt begeistert.“ Dafür wurde die Belegschaft kontinuierlich aufgebaut und kräftig in Gebäude, Anlagen und Technologien investiert. Fallböhmer bedauerte, dass es mit Blick auf die aktuelle Verunsicherung der Kunden schwierig sei, mit sachlichen Informationen gegenzuhalten. Er betonte, beim Diesel handle es sich nach wie vor um eine Spitzentechnologie.

 

Bildtext: Dr. Thomas Wolff, Leiter des BMW Group Leichtbauzentrums,  Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und Dr. Peter Fallböhmer, Leiter BMW Group Werk Landshut (v. l.) Foto: Harry Zdera/BMW

 

Kompetenzzentrum für Zukunftstechnologien

Landshut – einer von 31 BMW-Standorten in 14 Ländern – ist Produktions- und Entwicklungsstandort zugleich. Daher ist der Facharbeiter-Anteil in der Belegschaft mit über 80 Prozent auch überdurchschnittlich hoch. Das Werk ist laut BMW federführend bei neuen Technologien und fertigt beispielsweise den Elektromotor für den BMW i3 und für den vollelektrischen Mini, der 2019 vorgestellt werden soll. Als Kompetenzzentrum für die Zukunftstechnologien E-Mobilität und Leichtbau gestalte der Standort Landshut die Zukunft von BMW aktiv mit.

Heinrich besichtigte in Landshut die weltweit erste emissionsfreie Leichtmetallgießerei mit formgebenden Sandkernen und die Produktion von Carbon-Bauteilen für die BMW i Modelle. Der Standort gilt als die Wiege der CFK-Produktion im Großserien-Automobilbereich.

 

– ch –

 

Bildtext: Überreichte den Panter des Bezirks Niederbayern an den besten Heimatfilm „Home“ von Daniel Mulloy: Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (2. von links) mit Moderator Marco Vogl (links) und der Jury.

 

Die Welt in wenigen Minuten: Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich übergibt Kurzfilmpreis

 

Sie sind skurril und überraschend, witzig, aufrüttelnd, gesellschaftskritisch oder gruselig: Kurzfilme zeigen die Welt in wenigen Minuten. Seit 19 Jahren findet in Landshut das Kurzfilmfestival statt, bei dem sich vier Tage lang alles um die Kunstwerke im Kleinen dreht. Am Sonntagabend wurden die Preisträger gekürt. Erstmals dabei war dabei Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, der den Preis in der Kategorie „DaHome“ vergab. Der Bezirk, der das Festival seit vielen Jahren mit Mitteln aus der Kulturstiftung fördert, hat heuer zum ersten Mal das Patronat für eine eigene Sparte übernommen.

 

Eine ganz normale Familie. Ein Haus mit Garten, zwei hübsche Kinder, ein kleines englisches Vorstadtidyll. Doch plötzlich fällt ein Schatten auf das Paradies, der sich zur Katastrophe auswächst. Die englische Familie wird aus ihrem Zuhause vertrieben. Bewaffnete Männer in Uniform treiben sie durchs Land. Verstörte Gesichter, große Angst, der verzweifelte Versuch, durch gepflückte Brombeeren etwas in den Magen zu bekommen: Daniel Mulloy hat in seinem Kurzfilm „Home“ die Welt auf verstörende Weise einfach umgedreht. Statt Menschen aus einem Kriegsgebiet flieht eine englische Durchschnittsfamilie in ein Land voller Krisenherde. Die Wiege des 2015 erstmals gezeigten Films liegt laut Mulloy im Kosovo, übertragbar ist er auf aktuell Geflüchtete. Preiswürdig, fand die Jury und zeichnete den 20 Minuten langen Kurzfilm des englischen Filmemachers mit dem Preis für den besten Heimatfilm aus.

Preiswürdig, das fand auch Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, der eine neu gestaltete Figur eines Panters, das Wappentier des Bezirkes Niederbayern, mitgebracht hatte. Der gläserne Preis wird Daniel Mulloy gemeinsam mit der Summe von 2.000 Euro zugestellt. Denn da beim Kurzfilmfestival, das international als bedeutend gilt, Filme aus 33 Ländern gezeigt werden, war nicht jeder Preisträger anwesend, meldete sich aber teilweise durch Videobotschaften. Der Bezirkstagspräsident sagte, Heimat passe gut zum Bezirk Niederbayern und besitze viele Gesichter: „Und wir sind alle froh, dass wir das, was im Gewinnerfilm gezeigt wurde, nicht erleben müssen.“

Die Begeisterung bei Dr. Olaf Heinrich für die kreative Ausrichtung des Kurzfilmfestivals war groß. Begleitet wurde Heinrich von Dr. Max Seefelder, leitender Kulturdirektor des Bezirks. „Die Förderung, die alljährlich von uns fließt, ist hervorragend angelegt. Die gezeigten Filme machen Lust auf mehr“, freute er sich. Und gab bereits für nächstes Jahr, wenn das Festival den 20. Geburtstag feiert, eine Zusage: „Wir stiften auch im kommenden Jahr diesen Preis.“

 

– mel –

 

Foto: Bezirk Niederbayern

 

 

Bildtext: AnS-Werk-Vorsitzende Ingrid Roederstein (v. l.), Architekt Reinhard Bliemel, Sozialpädagogin Kerstin Laxhuber, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und Claudia Holzner, Psychiatriekoordinatorin beim Bezirk Niederbayern, im Dachgeschoss des Hauses.

 

Alleine Wohnen – und doch nicht einsam sein

Der Verein AnS-Werk präsentiert Neubau für ambulant betreutes Wohnen in Landshut

 

„Etwas ganz Besonderes“ sei hier gelungen, ein echter „Glücksfall“ für die Stadt Landshut und für den Bezirk Niederbayern – so äußerte sich Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich bei der Besichtigung des neugebauten Wohnhauses des Vereins AnS-Werk (Arbeit nach der Schulzeit) im Landshuter Stadtteil Mitterwöhr am Mittwoch.

 

Mitten in einer Wohnsiedlung steht es da und sieht nach außen hin genauso wie alle anderen Häuser aus. Das ist auch gut so, wie Claudia Holzner, Psychiatriekoordinatorin des Bezirks Niederbayern hervorhob. In den fünf Wohnungen werden künftig sechs junge Menschen mit seelischer Behinderung (oder solche, die davon bedroht sind) wohnen, die bei der Führung eines eigenen Haushaltes Unterstützung brauchen, gleichzeitig aber die Bereitschaft zur Mitarbeit im Haus und ein gewisses Maß an Selbstorganisation mitbringen – ab sofort können sich Interessierte beim Verein melden. Auch für körperbehinderte Mieter sind die Räume ideal, denn vom Balkon bis zum Aufzug ist alles barrierefrei gestaltet, wie Architekt Reinhard Bliemel bei der Begehung demonstrierte.

 

„Wir haben die Nachbarn im Vorfeld angesprochen und ihnen alles erklärt, damit gleich gar keine Spekulationen oder Ängste aufkommen. Die Menschen hier sind ganz offen, was uns natürlich sehr freut“, so die Vorsitzende des AnS-Werk e.V., Ingrid Roederstein.

 

Vor fast 13 Jahren hatte sie den gemeinnützigen Verein mitgegründet, der sich seither im Stadtgebiet Landshut als Betreiber von sechs Cafés und Bistros sowie einem Partyservice einen Namen gemacht hat. Doch neben der Heranführung der jungen Menschen mit Beeinträchtigungen an den Arbeitsmarkt, hatte man zunehmend festgestellt, dass die Schützlinge auch Unterstützung im Bereich Selbstversorgung und Wohnen brauchen. Da dieses Ziel auch in der Satzung niedergeschrieben war, konnte der Verein Rücklagen bilden, die ihm den Ankauf des Grundstücks in der Danziger Straße ermöglichten.

 

Der Bau an sich kostet rund eine Million Euro und wird aus verschiedenen Fördertöpfen (Regierung von Niederbayern, Sozialer Wohnungsbau; Bayerische Landesstiftung; Aktion Mensch) sowie Eigenmitteln des Vereins und einem Bankkredit finanziert. Über Mieteinnahmen sollen sich die Ausgaben refinanzieren. Der Bezirk Niederbayern ist hingegen für die Fachleistungsstunden beim ambulanten, betreuten Wohnen zuständig, er finanziert damit die Sozialpädagogin, die sich stundenweise um die Bewohner kümmert. Auf ihre Aufgabe freut sich Kerstin Laxhuber schon, sie hat sich bereits mit zwei Interessenten getroffen und ist gespannt, welche Hausgemeinschaft hier entstehen wird.

 

Der großzügige Platz rund um das Haus bietet viel Gelegenheit, um sich auch in der Gruppe auszutauschen.

„Solche Begegnungsmöglichkeiten außerhalb der eigenen Wohnung sind sehr wichtig“, so Dr. Olaf Heinrich, der das Konzept des Vereins lobte. Denn dass ein Verein nicht nur ambulant betreutes Wohnen in den eigenen vier Wänden anbietet, sondern zudem die Sozialwohnungen selber baut, sei bisher sehr ungewöhnlich in Niederbayern, wofür der Bezirk sehr froh und dankbar sei. Außerdem, so Heinrich, sei die soziale Integration in eine bestehende Wohnsiedlung begrüßenswert, „denn diese Menschen werden oft zu sehr geschätzten Nachbarn, wenn sie einmal da sind und die Chance dazu bekommen. Das ist hier vorbildlich gelungen.“ Auch die Stadt Landshut müsse für dieses Engagement sehr dankbar sein, denn gerade im sozialen Wohnungsbau herrsche insgesamt Handlungsbedarf.

 

„Der Bezirk hat uns bei dem Vorhaben immer toll unterstützt und beraten“, bedankte sich abschließend die Vorsitzende Ingrid Roederstein, die nun im Dachgeschoss des Hauses erstmals auch eine Geschäftsstelle für den Verein bekommt. Dass dieses „innovative Konzept“ möglichst viele Nachahmer findet, hofft auch Claudia Holzner. „Früher wurden psychisch kranke Menschen möglichst weit weg von der Gesellschaft untergebracht, zum Glück ist das jetzt anders.“ Auch das Bundesteilhabegesetz, das bis 2023 stufenweise umgesetzt wird, fördert solch integrierte Wohnformen.

 

– ml –

 

 

Bildtext: Claudia Holzner, Psychiatriekoordinatorin beim Bezirk Niederbayern (v.l.), Sozialpädagogin Kerstin Laxhuber, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und AnS-Werk-Vorsitzende Ingrid Roederstein vor dem Neubau in Mitterwöhr.

 

Fotos: Bezirk Niederbayern


Bildtext: Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (rechts) mit dem Organisator des Projekts, Stefan Urlbauer

 

Musikwerkstatt Niederbayern ist für 2018 gesichert

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich sagt Organisator Stefan Urlbauer Unterstützung zu

 

Der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Niederbayern, Ltd. OStD Anselm Räde, verfolgt seit langem das Ziel, besonders begabte Schülerinnen und Schüler der niederbayerischen Gymnasien besonders zu fördern. Dies findet unter dem von ihm initiierten Projekt der „Talentwerkstatt Niederbayern“ ein gemeinsames Dach. Um in diesem Rahmen auch ein Seminar für die musisch begabten Schülerinnen und Schüler anbieten zu können, beauftragte er Stefan Urlbauer, den MB-Fachreferenten für Musik und Musikerzieher am Gymnasium Zwiesel, einen Kurs eben für jene Schüler zu organisieren.

Im vergangenen Oktober konnte erstmals die Musikwerkstatt Niederbayern stattfinden, bei der zwei Professorinnen der Musikhochschule in München ein Workshop-Wochenende für Klavier- und Geigenschüler in Niederalteich abhielten. Um diesen Kurs als Baustein der Talentwerkstatt Niederbayern fortzuführen und auf finanziell gesicherte Beine stellen zu können, wandte sich Stefan Urlbauer an den Bezirkstagspräsidenten Dr. Olaf Heinrich.

„Wir sind nicht nur räumlich weit von der Musikhochschule in München entfernt, sondern auch ideell“, erklärte Urlbauer. Es gebe in Niederbayern viele sehr begabte Musiker, die Basis werde vor Ort auch gut gelegt. „Aber ab der 9. oder 10. Klasse müssen die Schüler hochklassigen Unterricht in München bekommen, um eine Chance für die Aufnahmeprüfung zu haben.“ Seine Idee war daher, die Hochschule aufs Land zu bringen. Die Musikwerkstatt, an deren Ende ein Abschlusskonzert steht, sei außerdem eine weitere Auftrittsmöglichkeit für die jungen Musiker. Denn die Auftrittsroutine sei ein sehr wichtiger Faktor für die spätere Auswahl an der Hochschule.

Bezirkstagspräsident Heinrich erkundigte sich nach der Auswahl der Schüler. Diese erfolge laut Urlbauer über die Schulmusiker, die besonders begabte Kandidaten vorschlagen. Je acht Kinder und Jugendliche in den Fächern Geige und Klavier können an der Musikwerkstatt teilnehmen. „Mein Traum wäre es, das Projekt über viele Jahre hin zu betreiben, da es erst dann nachhaltig wird. Auch das Beobachten von jungen Talenten und ihrer Entwicklung gelingt besser über einen längeren Zeitraum.“ Für die Finanzierung dieses Seminars hatte Urlbauer an Sponsoren aus der Wirtschaft gedacht, doch sei er in diesen Kreisen zu wenig vernetzt. Hier zeigte sich Dr. Olaf Heinrich zuversichtlich, etwa über das Niederbayernforum oder die Niederbayern-Botschafter Interessenten für ein solches Sponsoring ausfindig zu machen. „Aber ich kann Ihnen schon heute zusagen, dass die Finanzierung für dieses Jahr gesichert ist“, so Heinrich. „So ein tolles Projekt für Niederbayern sollte nicht wegen eines doch recht geringen Betrages scheitern“, betonte der Bezirkstagspräsident. Er will sich persönlich um die Kontakte zu potentiellen Sponsoren kümmern.

Stefan Urlbauer bedankte sich schon mal herzlich für diese unkomplizierte und offene Zusammenarbeit und lud Olaf Heinrich gleich als Ehrengast zum diesjährigen Abschlusskonzert Ende Oktober in Niederalteich ein.

 

– eb –

 

Foto: Bezirk Niederbayern

 

 

Weihnachts- und Neujahrsgruß des Bezirkstagspräsidenten von Niederbayern

Niederbayern ist spitze.

Das ist beim diesjährigen Jahreswechsel nicht nur eine emotionale Liebeserklärung an unsere Heimat, sondern lässt sich auch an ganz konkreten Zahlen belegen. Denn mit 2,7 Prozent verzeichnet Niederbayern die geringste Arbeitslosenquote im Vergleich der europäischen Regionen. Das heißt: Nirgendwo in Europa gibt es weniger Erwerbslose als bei uns! Niederbayern ist eine starke und dynamische Region, unsere Wirtschaft boomt, unsere Unternehmen erwirtschafteten 2017 Güter und Dienstleistungen in Höhe von 43,6 Mrd. Euro – ein Plus von 40 Prozent seit 2005. Die Umlagekraft steigt damit um 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was dem zweiten Platz aller sieben bayerischen Bezirke entspricht. Der Bezirk Niederbayern, der die Mittel zur Finanzierung seiner Aufgaben über die Bezirksumlage von den Landkreisen und kreisfreien Städten erhebt, hat zwei Möglichkeiten, mit der positiven wirtschaftlichen Situation umzugehen: Den Hebesatz beibehalten und ein größeres Polster für die Zukunft anlegen oder den Hebesatz senken und so die Landkreise und Kommunen entlasten. Ich freue ich mich, dass wir zum zweiten Mal in Folge die Bezirksumlage senken, die 2018 mit 19,5 Prozent ein halbes Prozent unter der des Vorjahrs liegt. Damit verbleiben 7,2 Mio. Euro mehr in den Landkreis-Haushalten.

 

Im Einzelplan 4 „Soziales“, der rund 90 Prozent des Bezirkshaushalts ausmacht, steigen die Ausgaben von Jahr zu Jahr. Mit dieser Kernaufgabe unterstützt der Bezirk vor allem alte und pflegebedürftige Bürgerinnen und Bürger sowie geistig, körperlich und seelisch behinderte Menschen, indem er auch Beziehern geringer Einkünfte einen Altenheim- oder Pflegeplatz garantiert, die „Hilfe zur Pflege“ finanziert oder Heime und Werkstätten für behinderte Menschen fördert. Im Jahr 2018 werden wir hierfür insgesamt 319 Mio. Euro ausgeben – 12 Mio. mehr als im Vorjahr. Seit 2014 ist dieser Posten um 23 Prozent angestiegen. Hingegen wird sich das Defizit bei den unbegleiteten Flüchtlingen über 18 Jahren für den Bezirk reduzieren.

Die Umsetzung des neuen Bundesteilhabegesetzes, das in einer ersten Stufe am 1. Januar 2017 in Kraft trat, stellt uns zudem vor viele Veränderungen. Wir stehen in der Pflicht, uns gemeinsam mit allen Verantwortlichen klug und vorausschauend auf die praktische Umsetzung dieses Gesetzes vorzubereiten.

Mein herzlichster Dank gilt an dieser Stelle den vielen Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Ohne sie wäre die soziale Arbeit in Niederbayern in weit geringerem Maße möglich.

 

Doch der Bezirk Niederbayern will nicht nur seinen Pflichten nachkommen, sondern auch die Zukunft gestalten. Deshalb wird im kommenden Jahr weiter kräftig investiert, vor allem in die Bezirkskliniken in Mainkofen und Landshut. Wir unternehmen große finanzielle Anstrengungen, um eine zeitgemäße psychiatrische und auch neurologische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Dies ist neben den sozialen und kulturellen Leistungen ein weiterer Aufgabenschwerpunkt. Mithilfe wohl überlegter Dezentralisierungen wollen wir vor allem in ländlichen Regionen das Angebot ausweiten und Versorgungslücken schließen. Dies ist vor allem im Hinblick auf die Zunahme psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen dringend nötig. Die Planungen für die Erweiterung des stationären Angebotes am Bezirkskrankenhaus Passau laufen auf Hochtouren, das nötige Grundstück wurde bereits erworben. Neue ambulante Einrichtungen in Waldkirchen und Zwiesel für die Behandlung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher sind im Bezirkstag auf den Weg gebracht worden; die Psychiatrische Institutsambulanz in Grafenau soll bereits im April 2018 eröffnet werden.

 

Gestalten heißt, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen. So erfreulich die derzeitige wirtschaftliche Situation in Niederbayern auch ist, sollte man dies nicht als selbstverständlich erachten. Deshalb ist dem Bezirk zunehmend eine aktive Rolle in der Regionalentwicklung wichtig. Das Niederbayern-Forum, in dem ich als Bezirkstagspräsident Vorsitzender sein darf, hat in diesem Jahr eine Vielzahl von Veranstaltungen organisiert, die eine gezielte Regionalentwicklung verfolgen. Zum Beispiel werden TOP-Unternehmer in den Landkreisen ausgezeichnet, um einerseits ihre unternehmerischen Leistungen zu ehren und sie weiter zu motivieren und andererseits die enormen Potentiale in der Region nach außen zu transportieren.

2017 hatte Niederbayern den Vorsitz in der Europaregion Donau-Moldau inne und konnte die Entwicklung dieses grenzüberschreitenden Zusammenschlusses maßgeblich voranbringen. Wir sind einen großen Schritt weiter auf dem Weg, eine gemeinsame Rechtsform mit verbindlichen Strukturen und Finanzen zu bilden, um in Zukunft auf Augenhöhe mit den Ballungszentren agieren zu können.

 

Starke Wirtschaftsfaktoren für ihre jeweilige Region stellen auch die fünf niederbayerischen Thermalbäder dar, deren Finanzierung der Bezirk Niederbayern zu einem großen Teil über seine Zweckverbände bestreitet.

So nimmt die Europa Therme Bad Füssing mit durchschnittlich 2.177 Gästen und therapeutischen Behandlungen pro Tag im Bayerischen Golf- und Thermenland und weit darüber hinaus eine führende Stellung im Thermalbade- und Therapiebereich ein. Die Investitionen der letzten 20 Jahren mit ca. 53 Mio. Euro zahlen sich hier sprichwörtlich aus. Aktuell fließen ca. 3,9 Mio. Euro in die Generalsanierung des Saunabereichs, der ab voraussichtlich April 2018 wieder in Betrieb geht.

Die Rottal Terme hielt für ihre Gäste im Jahr 2017 eines der umfangreichsten und attraktivsten Gesundheits- und Wellness-Angebote vor. Derzeit wird der Eingangsbereich im Therapiebad neu gestaltet und in der Saunawelt des Vitariums das Herzstück, die Dampfpyramide, erneuert. Laut AGES I-Studie leisten Bad Birnbach und die Rottal Terme ein wissenschaftlich fundiertes Angebot zur Stressprävention und haben hier deutlich eine Vorreiterrolle übernommen.

In der Wohlfühl-Therme Bad Griesbach wird die seit März 2017 laufende Sanierung und Modernisierung noch weit bis in die erste Hälfte des Jahres 2018 andauern. Nach Beendigung der Arbeiten dürfen sich die Gäste auf eine attraktive Badehalle mit angeschlossenem Bistro freuen.

Auch die Limes-Therme Bad Gögging bietet ihren Gästen ein attraktives Gesamtangebot rund um die Themen Therapie, Prävention, Erholung und Entspannung. Rund 4,3 Mio. Euro wurden in die Römer-Saune investiert: in Ruheräume, Duschen, eine große neue Sauna und den Gastronomiebereich. Aktuell läuft der Ausbau der Wohnmobilstellplätze, um auch diese Gästeklientel verstärkt bewerben zu können.

Das Jahr 2018 steht für die Kaiser-Therme im Zeichen des 25-jährigen Jubiläums. Unter dem Motto „Klein, aber sehr fein“ bietet die Kaiser-Therme als kleinstes Kurmittelhaus im niederbayerischen Thermenverbund mit einem kompakt aufgestellten Angebot sowohl im medizinischen Bereich als auch in der Thermalbad- und Saunalandschaft eine ansprechende Vielfalt.

Am Puls der Zeit zu bleiben, ist dem Bezirk auch bei seinen Bildungseinrichtungen ein wichtiges Anliegen. Im Agrarbildungszentrum Landshut-Schönbrunn beispielsweise wollen wir auch in Zukunft für eine bestmögliche berufliche Aus- und Weiterbildung sorgen, denn Niederbayern ist nach wie vor stark landwirtschaftlich geprägt. Wir legen Wert darauf, dass sowohl die Lehrinhalte und -angebote als auch die Rahmenbedingungen stets den wachsenden Anforderungen angepasst werden.

Das Neue Jahr steht vor der Tür. Die Menschen in Niederbayern haben guten Grund, selbstbewusst und optimistisch in die Zukunft zu gehen. Doch in einer sich rapide verändernden Zeit mit all ihren scheinbar unüberwindbaren Problemen – angefangen von der Zunahme psychischer Erkrankungen über politische Umwälzungen bis hin zum akuten Klimawandel und internationalen Krisen – tragen wir große Verantwortung. Jeder von uns kann sich im Rahmen seiner Möglichkeiten für eine bessere Gesellschaft und ein demokratisches Miteinander einsetzen. Gemeinsam können wir die Herausforderungen unserer Zeit meistern.

Im Namen des Bezirkstags von Niederbayern und persönlich wünsche ich allen Bürgerinnen und Bürgern ein gesegnetes, friedvolles Weihnachtsfest sowie Gesundheit, Glück und Zufriedenheit im neuen Jahr.

 

Landshut, im Dezember 2017

 

Dr. Olaf Heinrich

Bezirkstagspräsident

 


„Wandernde Tierarten“ – Präsentation des Schulkalenders „Wald, Wild und Wasser 2018“ durch Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich

Ein echter Blickfang ist der Schulkalender „Wald, Wild und Wasser 2018“, den Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich am Dienstag, den 12. Dezember 2017, in der Bezirkshauptverwaltung in Landshut zusammen mit Dietmar Franzke, Präsident des Fischereiverbandes Niederbayern, Abteilungsdirektor Josef Schätz von der Schulabteilung der Regierung von Niederbayern, Günther Eggersdorfer, stv. Vorsitzender des Bezirksjagdverbandes Niederbayern und Vorsitzender der Kreisgruppe Landshut, Herbert Mayer, 2. Vorsitzender des Angelsportvereins Landshut, und Dr. Jens-Eike Täubert, Leiter der bezirklichen Fachberatung für Fischerei vorstellte. Gezeigt werden im Kalender 2018 eindrucksvolle Aufnahmen aus der heimischen Tierwelt unter dem Leitthema „Wandernde Tierarten“. Gemeint sind damit Tiere, die ihre Lebensräume periodisch wiederkehrend wechseln oder auf der Suche nach Lebensraum zuwandern. Neben Säugetieren und Vögeln sind dies auch Fische, zu deren natürlichem Verhalten es gehört, mehr oder weniger lange Wanderungen auf sich zu nehmen, um geeignete Laichplätze oder Nahrung zu finden.

Der Schulkalender wird den dritten und vierten Jahrgangsstufen bayerischer Grundschulen seit vielen Jahren kostenlos zur Verfügung gestellt. Seine großformatigen Seiten und die altersgerechte Beschreibung der abgebildeten Tiere machen ihn zu einem echten Highlight in jedem Klassenzimmer und sorgen dafür, dass er als unterrichtsbegleitendes Lehrmittel direkt in den Heimat- und Sachkundeunterricht mit einfließen kann. Praktische Kopiervorlagen zum Ausmalen in DIN-A4-Größe und mehrere Mitmachaktionen mit tollen Preisen vervollständigen den Kalender. Ergänzend stehen Lehrkräften auf der Internetseite www.jagd-bayern.de zusätzliche Informationen sowie Unterrichtshilfen als Word-Dateien zur Verfügung.

Herausgegeben wird der Schulkalender vom Bayerischen Jagdverband e. V. und dem Landesfischereiverband Bayern e. V., finanziert wird er aus Mitteln der Jagd- und Fischereiabgabe.

Interessenten können den Schulkalender bei der BJV-Service GmbH, Hohenlindner Str. 12, 85622 Feldkirchen (Tel. 089 99023422, service@jagd-bayern.de) bestellen.

– jn –

 

Im Bild von links: Dr. Jens-Eike Täubert, Leiter der bezirklichen Fachberatung für Fischerei, Dietmar Franzke, Präsident des Fischereiverbandes Niederbayern, Abteilungsdirektor Josef Schätz, Regierung von Niederbayern, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Herbert Mayer, 2. Vorsitzender des Angelsportvereins Landshut, Günther Eggersdorfer, stv. Vorsitzender des Bezirksjagdverbandes Niederbayern und Vorsitzender der Kreisgruppe Landshut

 

Foto: Bezirk Niederbayern

 

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich gratuliert zu Dienstjubiläen

Landshut. Im Rahmen einer Feierstunde würdigte Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich sechs Beschäftigte des Bezirks Niederbayern und gratulierte zu ihren Dienstjubiläen. Unter den Jubilaren waren zwei mit einer Dienstzeit von 40 Jahren.

1977 begann die gelernte Industriekauffrau Helga Schellin ihre Arbeit bei der Finanzverwaltung des Bezirks Niederbayern. Nach rund zehn Jahren wechselte sie ins Personalreferat der zentralen Besoldungsstelle. Seit 1988 ist sie als Sachbearbeiterin für Beihilfen der Bezirksbeschäftigten sowie für Reisekosten der Mitglieder des Bezirkstags von Niederbayern zuständig.

Der Verwaltungsamtsrat Josef Nettinger startete seine Laufbahn als Verwaltungsinspektorenanwärter bei der Stadt Landshut und legte 1981 erfolgreich die Prüfung für den Einstieg in die 3. Qualifikationsebene der Laufbahn ‚Verwaltung und Finanzen‘ ab. Seit 1990 ist er in der Sozialverwaltung des Bezirks Niederbayern tätig. Im April dieses Jahres wechselte er vom Referat III (Hilfe zur Pflege) in die Stabsstelle Rechtsangelegenheiten.

Ferner gratulierte Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich vier weiteren Beschäftigten zum 25. Dienstjubiläum und dankte für ihre treuen Dienste.

– eb –

 

Foto: Bezirk Niederbayern

Bildunterschrift: Josef Fröschl, Direktor der Bezirksverwaltung (links im Bild), und Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (rechts) gratulierten Helga Schellin und Josef Nettinger zum 40. Dienstjubiläum.

 

Vom „Comeback“ der Bräuche

Bezirk Niederbayern und Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung bringen Familienkalender heraus

 

Bräuche prägen die kulturelle Identität einer Region. Und so gab es im Kulturreferat des Bezirks Niederbayern schon länger die Idee, einen Kalender zu diesem Thema herauszugeben. Mit der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung war nun auch der passende Partner für dieses Vorhaben gefunden, so dass vor kurzem der erste Familienkalender mit dem Titel „Mit (alten und neuen) Bräuchen durchs Jahr“ vorgestellt werden konnte. Schon früher war der Kalender ein Medium, über das auch Informationen transportiert wurden, während er heute überwiegend als Werbemittel eingesetzt wird.

 

„Im Zeitalter der Digitalisierung werden wir zwar mit Informationen überflutet, gleichzeitig geht aber viel an Traditionen und immateriellem Kulturgut verloren“, betonte Bezirksheimatpfleger Dr. Maximilian Seefelder. Die Landshuter Illustratorin Anja Just fertigte zwölf Cartoons dazu an. „Das Ganze sollte ja nicht schwer daherkommen, sondern ein Hingucker sein”, so Seefelder.

 

Interessant sind auch die einzelnen Kurztexte zu den Bräuchen. So erfährt man zum Beispiel, dass „Halloween“ ein urkatholischer Brauch ist, der als „All Hallows Evening“, also „Aller Heiligen Abend“ mit irischen Auswanderern nach Amerika gelangte. Nun erlebt dieser Brauch sozusagen wieder sein „Comeback“ bei uns.

 

Dass der Kalender in möglichst vielen Familien zum Einsatz kommt, wo diese nicht nur ihre Termine eintragen können, sondern gemeinsam auch etwas über unsere Bräuche lernen – das wünschten sich alle Beteiligten. „Es wäre schön, wenn der Kalender dazu beiträgt, dass das Thema wieder mehr in den Köpfen verankert ist“, so Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich.

 

Der Kalender ist zum Preis von 9,80 Euro im Buchhandel sowie in allen Geschäftsstellen der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung erhältlich und kann beim Kulturreferat des Bezirks Niederbayern bestellt werden (Tel. 0871 97512-730, kultur@bezirk-niederbayern.de).

 

– ml –

 

Im Bild (v. l.): Bezirksheimatpfleger Dr. Maximilian Seefelder, Kulturreferentin Christine Lorenz-Lossin, Illustratorin Anja Just, Marketingleiterin des Straubinger Tagblatts Claudia Karl-Fischer und Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich.

 

Durchbruch für die Europaregion Donau-Moldau

Trilateraler Zusammenschluss will erstmals eigene Projekte definieren – Neue mögliche Rechtsform wird untersucht

 

Dicke Bretter sind bei der Sitzung des Präsidiums der Europaregion Donau-Moldau (EDM) diese Woche in Niederalteich (Lkr. Deggendorf) gebohrt worden. Der Zusammenschluss von sieben Regionen in Ostbayern, Tschechien und Österreich hat einstimmig beschlossen, sich verstärkt auf zwei Schwerpunkte zu konzentrieren und hier bis zur nächsten Präsidiumssitzung konkrete Projekte vorzuschlagen – eine Premiere in der Geschichte der EDM. Und: Der Vorstand einigte sich darauf, zu prüfen, ob es Sinn macht, mit einem Europäischen Verbandes Territorialer Zusammenarbeit (EVTZ) eine neue Rechtsform einzugehen, um auch in der neuen EU-Förderperiode weiter an die Töpfe in Brüssel zu kommen, von denen gerade die Grenzregionen jahrelang stark profitiert haben und die ab der neuen EU-Förderperiode 2020 wegfallen könnten.

 

Nach vielen Einzelgesprächen mit allen Beteiligten hat Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, der heuer die EDM als Präsident führt, einen echten Durchbruch erzielt: Der Beschluss, die Gründung des bisweilen doch etwas strittig gehandelten EVTZ auf Herz und Nieren zu prüfen, fiel einstimmig aus. Gemeinsam wollen sich die sieben Regionen nun also auf einen neuen Weg machen. Die Prüfung soll völlig ergebnisoffen ausfallen. „Das ist ein wichtiges Signal für die Zukunft der EDM“, wertete er die Beschlüsse am Ende der Sitzung.

 

Vertieft wurden die Beschlüsse der letzten Sitzung. Die Europaregion Donau-Moldau, die im Konzert mit den Metropolregionen ihren Platz behaupten möchte, ist eine riesige Region. Deshalb hat sich das Präsidium bei der Sitzung im Mai darauf verständigt, die dort anfallende Themenbreite zu reduzieren und stattdessen einige ganz wenige Leitthemen zu definieren, um klaren Strategien den Weg zu bereiten. Diese beiden Schwerpunkte, die „Stärkung des EDM-Wirtschaftsraums“ und „EDM als attraktive Region für Jung und Alt“ genannt wurden, sollen nun mit Leben gefüllt werden, beschloss das Präsidium diese Woche einstimmig in Niederalteich. Bis zur nächsten Sitzung im Mai sollen die entsprechenden Fachstellen Projekte und Inhalte erarbeiten, die gemeinsam in Angriff genommen werden. In Sachen Wirtschaftsraum soll der Fokus auf Innovationen gelegt werden, beschloss das Gremium. Beschränken will man sich auf eher kleinere Maßnahmen, die dafür in jeder Region umgesetzt werden – dadurch will die oft noch kaum wahrgenommene EDM sichtbarer und greifbarer werden. Beim zweiten Themenschwerpunkt sollen Projekte gegen den demographischen Wandel und gegen den Wegzug junger Leute im Grenzgebiet initiiert werden. Hier ist zum Beispiel eine Ausbildungsoffensive geplant.

 

Neben der Priorisierung der Themen war auch die Untersuchung ein wichtiger Tagesordnungspunkt, ob die EDM auf rechtlich andere Beine gestellt werden muss. Europaabgeordneter und EVP-Fraktionsvorsitzender Manfred Weber hatte wiederholt angeregt, einen EVTZ zu gründen. Denn die Förderkulisse in der EU ändert sich ab der neuen Förderperiode 2020: Der große Nettozahler Großbritannien fällt nach dem Brexit weg, zudem haben sich die Regionen der EDM wirtschaftlich so hervorragend entwickelt, dass auch die Grenzlandförderung vermutlich nicht mehr ausbezahlt werden wird. Mit der Gründung eines EVTZ dagegen könnte an neue Töpfe angedockt werden, erklärte Dr. Olaf Heinrich die Worte Webers, der darum bat, sich gemeinsam auf den Weg zu machen und zu prüfen, ob die Gründung eines EVTZ überhaupt Sinn macht.

 

Bedenken kamen aus Niederösterreich: Vertreter Andreas Pum mahnte zum Bürokratieabbau. „Neue Strukturen führen selten zur Vereinfachung. Für uns sind diese neuen Strukturen nicht mit einer sehr großen Euphorie besetzt. Wir haben hier schon viel an Möglichkeiten geschaffen, die wir optimieren sollten.“ Ivana Stráská, neue Kreishauptfrau der Region Südböhmen, sprach sich jedoch stark für eine Prüfung aus: „Wenn wir von vornherein die Möglichkeiten ablehnen, verbauen wir uns den Weg zu europäischen Fördergeldern. Deshalb sollten wir in den Prozess einsteigen.“

Der stellvertretende Kreishauptmann der Region Vysočina und ab kommendem Jahr EDM-Präsident Pavel Pacal sah in der Gründung eines EVTZ eine Chance, die Wahrnehmung der Europaregion zu verbessern, „und wenn es diese Chance gibt, müssen wir die Möglichkeit zumindest überprüfen.“ Franz Löffler, Präsidiumsmitglied und Bezirkstagspräsident der Oberpfalz, erklärte, hiermit habe man erstmals die Möglichkeit, direkt eigenes Geld in die EDM zu bringen, das sonst die Regionen nicht erhalten. Es gelte aber zu prüfen, wie sich die Länderregierungen dazu verhalten würden. Letztlich fiel der Beschluss, die offenen Fragen in Sachen EVTZ gründlich und ergebnisoffen zu diskutieren, einstimmig aus.

Ebenso legitimierte das Präsidium die ab 2018 vorsitzende Region Vysočina, die Präsidentschaft unter das Leitthema „EDM – eine aktive und zusammenhaltende Region“ zu stellen. Darunter soll als Querschnittsthema auch die bereits begonnene Sprachoffensive fallen, bei der erste Erfolge erzielt werden konnten.

 

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Bildunterschrift:

Beschlossen die Zukunft der Europaregion Donau-Moldau (2. v. r. Bezirkstagspräsident von Niederbayern Dr. Olaf Heinrich, 2. v. l. Franz Löffler, Bezirkstagspräsident der Oberpfalz): Das Präsidium der EDM tagte in Niederalteich.

Foto: Bezirk Niederbayern