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Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich

Bildunterschrift: Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (links) bedankte sich bei der bisherigen Werkleiterin der Kaiser-Therme Katrin Landes und stellte ihren Nachfolger Ralf Flatau vor.

 

Stabwechsel an der Spitze der Kaiser-Therme

Ralf Flatau wird neuer Werkleiter / Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich verabschiedet Katrin Landes in die Familienzeit

 

Katrin Landes übergibt zum 1. August die Leitung der Kaiser-Therme in Bad Abbach (Landkreis Regensburg) an Ralf Flatau. Bei der Zweckverbandssitzung unter der Leitung von Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich wurde jetzt der neue Werkleiter offiziell vorgestellt. Der Diplom-Betriebswirt war zuvor Abteilungsleiter bei einem Logistikunternehmen und ist in der Kaiser-Therme künftig Chef von 45 Mitarbeitern.

 

Der 33-jährige Flatau ist der erste Werkleiter, der direkt beim Bezirk Niederbayern angestellt ist. Gleichzeitig wird Flatau im Referat Finanzangelegenheiten und Beteiligungen der Bezirkshauptverwaltung den Aufgabenbereich „Thermalbäder“ betreuen.  Der Bezirk ist mit jeweils 60 Prozent an jedem Zweckverband beteiligt und hat ein großes Interesse, Konkurrenzsituationen unter den Thermen zu vermeiden, das Marketing entsprechend auszurichten und die Zusammenarbeit zu fördern. Heinrich wünschte Flatau viel Glück für die neuen Aufgaben.

 

Der Bezirkstagspräsident bedankte sich bei Katrin Landes mit einem Blumenstrauß für ihr großes Engagement. Die Diplom-Betriebswirtin und Gesundheitsmanagerin IHK hatte als Werkleiterin der Rottal Terme ab April 2015 zusätzlich im Nebenamt die Leitung der Kaiser-Therme übernommen und für eine positive Besucher-Resonanz gesorgt. Die Therme auf dem Hügel über Bad Abbach wird in diesem Jahr 25 Jahre alt.

 

– ch –

 

Foto: Bezirk Niederbayern/Hochreiter

 

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Bildtext: Franz Kiblbeck jun. und sen. (v. l.) führten Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und Landrat Sebastian Gruber über die Baustelle

 

Landwirte als Pfleger der Naturlandschaft und wichtige Nahrungsproduzenten

Gelungener Generationswechsel dank Investitionen und moderner Technik

 

Die Landschaft in Niederbayern ist Teil identitätsstiftender Kultur der Heimat. Die seit Jahrhunderten gewachsene Kulturlandschaft wäre ohne die Landwirtschaft nicht denkbar. Weiterhin produzieren die niederbayerischen Landwirte „Lebensmittel höchster Qualität mit modernster Technik“, so Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich

 

„Ohne die Landwirtschaft sähe unsere Kulturlandschaft in Niederbayern anders aus. Es ist uns ein großes Anliegen, das zu erhalten“, betonte der Bezirkstagspräsident, als er kürzlich einen Landwirt im Landkreis Freyung-Grafenau besuchte. Franz Kiblbeck jun. aus Kreuzberg bei Freyung führt die elterliche Landwirtschaft fort und investiert aktuell kräftig in einen neuen, modernen Stall mit Robotertechnik. Der Tierbestand wird von 80 auf 160 erhöht, die Fläche wächst um das Vierfache auf nun 1500 Quadratmeter. Die Rinder haben damit wesentlich mehr Platz und können ganzjährig ein- und ausgehen. Grund für den finanziellen Kraftakt sind die Vorschriften bei der Anbindehaltung von Milchkühen. „Das ist ein Auslaufmodell. Um heutzutage aber wirtschaftlich arbeiten zu können, brauchen wir einen gewissen Tierbestand“, erklärt der 34-Jährige, der „ein Bauer ist und deswegen den Hof weiterführen möchte“. Der gelernte Automechaniker hat sich nach seiner Ausbildung bewusst für den Beruf des Landwirts entschieden. In Zeiten, in denen immer wieder Bauernhöfe in eine unsichere Zukunft blicken, ist das eine Seltenheit – auch im Landkreis Freyung-Grafenau. „Oft wird das Augenmerk auf Investitionen der Industrie und des Handwerks gelenkt, dass aber auch Landwirte enorm zur Heimatwirtschaft beitragen, wird unterschätzt“, lobte Landrat Sebastian Gruber den Jungunternehmer für seinen Schritt.

 

Um den Standort des Neubaus musste gerungen werden, da eine so große Erweiterung am Südhang des seit Jahrzehnten für seine Flurstruktur mit „Radialhufen“ weithin bekannten Kreuzbergs denkmalschutzrechtliche Probleme bereitet hätte. „Kreuzberg und die Kulturlandschaft rund um den historischen Wallfahrtsort haben einen ganz besonderen Wert. Dies wurde auch bei der Flurbereinigung berücksichtigt“, erklärt Olaf Heinrich, der zugleich Freyunger Bürgermeister ist und mit Franz Kiblbeck den jetzigen Standort, rund einen Kilometer weiter weg, in vielen Gesprächen und mit Unterstützung der Fachstellen ausgehandelt hatte. „Wir sind sehr glücklich mit diesem Platz hier“, sagt der Bauherr heute.

 

– ml –

 

Auf 1500 Quadratmetern kann die Landwirtsfamilie nun ihren Tierbestand von 80 auf 160 verdoppeln, in Blickweite zum historischen Ortskern von Kreuzberg.

 

Fotos: Manuela Lang/Bezirk Niederbayern

 

Denkmalpreis des Bezirks Niederbayern geht nach Langenisarhofen

Helga Grundner wird für vorbildlich saniertes Tagwerkerhaus ausgezeichnet

 

Den Denkmalpreis des Bezirks Niederbayern erhält in diesem Jahr Helga Grundner für die gelungene Instandsetzung eines ehemaligen Tagwerkerhauses in Langenisarhofen in der Gemeinde Moos, Landkreis Deggendorf. Der Ausschuss für Kultur-, Jugend- und Sportförderung hat dies in seiner Sitzung Ende Juni unter dem Vorsitz von Bezirkstagsvizepräsident Franz Schedlbauer einstimmig beschlossen. Der Denkmalpreis wird am Tag des offenen Denkmals, der in diesem Jahr am 9. September europaweit begangen wird, von Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich überreicht. Der Festakt findet im Jugendstil-Festsaal des Bezirksklinikums Mainkofen statt.

 

Mit großer Eigenleistung und in vorbildlicher Kooperation mit Denkmalbehörden, Architekten, Fachkräften und Förderern setzte Helga Grunder in den zurückliegenden Jahren den historischen Blockbau denkmalgerecht instand. Das Gebäude war nach dem Tod des letzten Bewohners lange Zeit verwaist, ehe sich Helga Grundner entschied, in das stark sanierungsbedürftige Haus zu investieren.

 

Das einstige Tagwerkerhaus gehörte ursprünglich zum sogenannten Krenninger-Hof.

Dieser stattliche Bauernhof hatte zu seinem umfangreichen Gebäudebestand auch ein eigenes Haus für Tagelöhner aufzubieten. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Wohnstallhaus aus dem Jahr 1801. Der Wohntrakt und Wirtschaftsteil waren durch eine Mittertenne getrennt. Dieser Grundriss ist heute noch ablesbar. Ursprünglich war das Haus für zwei Familien konzipiert. Dementsprechend bestand es aus zwei spiegelbildlich angeordneten Wohneinheiten mit je einer Stube, einer Kammer und einer separaten offenen Herdstelle sowie zwei gleichen Kochplätzen am Ende der Flez. Die angebaute Wirtschaftseinheit mit Tenne, Stall und Heuboden wurde gemeinsam genutzt. Das Haus verfügt über ein Erd- und ein Dachgeschoss und war lange Zeit mit Roggenstroh gedeckt. Charakteristisch für diese Art der Dacheindeckung sind die steile Dachneigung und die entsprechend leichte Dimensionierung des Dachtragwerks. Die undichte Strohdeckung wurde 1972 entfernt und durch ein Eternitdach verfremdet.

 

Dem heutigen Erscheinungsbild ging eine umfangreiche Instandsetzung des einst maroden Gebäudes voraus. Sie begann nach mehrjähriger Vorbereitung im Jahr 2013 und fand 2017 ihren Abschluss. Ziel dabei war der größtmögliche Erhalt der historischen Strukturen. Jüngst wieder mit Reetdach eingedeckt, vermittelt das denkmalgeschützte Gebäude dank der behutsamen Sanierung durch Helga Grundner sein früheres Aussehen.

 

Aufgrund der vormaligen Mehrfachnutzung stellt das Tagwerkerhaus mittlerweile eine Rarität innerhalb der niederbayerischen Hauslandschaft dar. Auch weil in Niederbayern kein stroh- bzw. reetgedecktes Wohnhaus mehr existiert, ist das Tagwerkerhauses in Langenisarhofen als letztes seines Typs einzigartig.

 

– ms –

 

Fotos: Seefelder

Historische Ansicht, ca. 1930,

Foto: Fotoarchiv Freilichtmuseum Finsterau

 

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Wasserkraftanlagen dort ermöglichen, wo sie ökologisch verträglich sind

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich spricht sich für mehr Kompromissbereitschaft aus

Die Interessen von Wasserkraftbetreibern und Fischereiverband gehen oft weit auseinander, eine Einigung zu finden, ist deshalb in der Praxis für die beteiligten Behörden nicht leicht. Kürzlich gab Umweltminister Dr. Marcel Huber bekannt, dass die Neuregelung des Mindestwasserleitfadens, an dem das Ministerium gearbeitet hatte, vorerst gestoppt ist – zahlreiche Betreiber von Wasserkraftanlagen waren dagegen Sturm gelaufen. Der Grund: Die Neuregelung hätte die Restwassermenge, die im Gewässer zum Schutz der Fische verbleiben muss, fast verdoppelt und für viele Anlagen das wirtschaftliche Aus bedeutet. „Ich begrüße, dass die Neuregelung in dieser Form nicht in Kraft tritt und nochmals darüber verhandelt wird“, so Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, der mit der Fischereifachberatung, die beim Bezirk angesiedelt ist, häufig mit dem Thema konfrontiert ist. Denn Heinrich ist der Ansicht, dass man Wasserkraft nicht „reflexartig“ ablehnen sollte, sondern im Einzelfall die ökologische Verträglichkeit konstruktiv geprüft und ein „gangbarer Weg“ gesucht werden müsse. Durch Modernisierung von alten Anlagen und dort, wo ökologisch verträglich, auch Neubauten, könnten kleine Wasserkraftwerke eine „lokale Wertschöpfung ermöglichen und einen wichtigen Beitrag zu einer ökologischen und dezentralen Stromversorgung leisten – vor allem im Bayerischen Wald“. Schließlich sei die Energiewende ein erklärtes Ziel der Politik, so Heinrich.

 

Die Zahlen aus allen niederbayerischen Landkreisen belegen hingegen, dass gerade Neubauten eine Seltenheit geworden sind. Insgesamt gibt es rund 800 Wasserkraftanlagen in Niederbayern, die derzeit in Betrieb sind. In den vergangenen 20 Jahren wurden 14 neu gebaut, während 225 den Betrieb eingestellt haben.

 

Um in der Öffentlichkeit auf moderne, funktionierende Systeme hinzuweisen, bei denen sich Wasserkraft und Gewässerökologie nicht ausschließen, sondern beide Belange gleichermaßen berücksichtigt werden, besuchte Heinrich jüngst zwei Anlagen. Am Stausee Ebenreuth bei Thurmansbang (Landkreis Freyung-Grafenau) hat der 28-jährige Michael Miedl eine neue Wasserkraftanlage gebaut, die mit einem Jahresertrag von 72.000 Kilowattstunden den Stromverbrauch von über 20 Durchschnittshaushalten deckt. Da der Pegel des Stausees unverändert bleibt und nur das Wasser entnommen wird, das am anderen Ende über einen Bach zufließt, unterstützte sogar der örtliche Fischereiverein das Projekt.

 

Gemeinsam mit Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes Deggendorf stand vergangene Woche nun die Besichtigung einer Anlage in Theresienthal (Landkreis Regen) an – auch dort handele es sich laut Heinrich um ein „Musterbeispiel“, wie Energiegewinnung und Naturverträglichkeit gleichermaßen realisiert werden können. Seit sieben Jahren läuft die Anlage nun schon, die der 32-jährige Randolf Ditz als Ersatzbau für das an eine Glashütte angeschlossene Kraftwerk geplant hatte, letztlich aber aufgrund besserer Höhenausnutzung den Standort auf dem Gelände verlegte. Sie produziert 1,2 Millionen Kilowattstunden pro Jahr und kann damit bis zu 300 Haushalte versorgen. Die Eigennutzung unter anderem für das angeschlossene Glasmuseum ist dabei nicht eingerechnet. „Da die Eigennutzung von Wasserkraftstrom bislang noch nicht in die Statistiken einfließt, ist auch das Argument der Wasserkraftgegner, die Wasserkraft würde nur rund 3% der Stromerzeugung in Deutschland betragen und sei deshalb verzichtbar, so nicht korrekt“, betonte Heinrich. In Bayern bildet die Wasserkraft mit über 15% der Bruttostromerzeugung die stärkste Säule bei den erneuerbaren Energien und der nicht erfasste Eigennutzungsanteil der kleinen Wasserkraft ist dabei noch nicht eingerechnet. Denn gerade die kleinen Anlagen versorgen meist seit jeher einen angegliederten mittelständischen Wirtschaftsbetrieb wie Sägewerke oder Mühlen.

 

Eine Besonderheit der Anlage in Theresienthal ist die Art des Fischpasses, der den Fischen den Auf- und Abstieg im Gewässer ermöglicht. „Wir haben ihn im Grunde einem natürlichen Bach nachempfunden, mit unterschiedlich großen Steinen und Ruhe- sowie Beschleunigungszonen“, erklärt Planer Christoph Pfeffer. „In dieser Form würde das heute aber nicht mehr genehmigt, denn mittlerweile sind exakt genormte Schlitze in Höhe und Breite für den größten anzunehmenden Fisch anzulegen“, so Pfeffer, der keinen Hehl daraus macht, dass er das für unsinnig hält. „Der Zustand dieses Gewässers ist seit dem Bau der Anlage sogar besser geworden.“ Und Anlagenbetreiber Ditz, der selbst leidenschaftlicher Fischer ist, hebt hervor, dass nach dem Bau des Fischpasses flussaufwärts sogar erstmals der Huchen nachgewiesen wurde. Grundsätzlich stimmt auch der örtliche Fischereivereinsvorsitzende zu, dass die heutige Situation besser ist als vor dem Neubau. „Allerdings hätten wir durchaus noch einige Anliegen gehabt, die leider nicht umgesetzt wurden“, so Markus Denzer, der auch betont, dass er der Linie des Landesfischereiverbandes folgt und strikt gegen neue Anlagen im Allgemeinen ist. „Ein Wasserkraftwerk ist immer ein Eingriff, ohne wär’s uns natürlich lieber.“

 

Im Falle dieser Anlage am Großen Regen bestätigt der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Deggendorf, Michael Kühberger, dem Gewässer einen nachgewiesenen „biologisch guten Zustand“. Seiner Behörde sei im Genehmigungsverfahren stets an Objektivität und konstruktiver Interessensabwägung gelegen, was auch Olaf Heinrich so sieht. Und auch Michael Miedl lobte die Unterstützung seitens des Wasserwirtschaftsamtes. „Ohne diese Hilfe hätte ich bei all den unterschiedlichen Wasserrechtsanforderungen meine Anlage nicht gebaut.“

 

Was den künftigen Mindestwasserleitfaden betrifft, gehen die Erwartungen auseinander. „Es waren in dem Entwurf gute Ansätze enthalten, etwa, dass die Struktur der Mindestwasserstrecke berücksichtigt werden soll sowie auch im Einzelfall eine dynamische Gestaltung der Restwassermengen abhängig von den Laichzeiten der Fische ermöglicht wird“, so Dr. Albin Schramm, Abteilungsleiter beim Wasserwirtschaftsamt für die Landkreise Freyung-Grafenau und Regen.

 

Der Mehraufwand bei Einzelfallprüfungen im Wasserrechtsverfahren sei angesichts der wenigen Anträge zu schultern. Ingenieur Christoph Pfeffer plädiert für die Beibehaltung der alten Restwasservorgaben, die nach Prüfung in einem Naturversuch nach oben oder unten angepasst werden sollten. „Das Ergebnis wird am Ende wohl in der Mitte liegen“, glaubt Michael Kühberger, der aber auf eine baldige Lösung hofft: „Wir brauchen eine konkrete Arbeitsgrundlage.“ Im Moment könnten sich in einem Wasserrechtsverfahren alle Fachstellen zu allem äußern, so dass für den Antragsteller viele unterschiedliche und kaum zu erfüllende Forderungen zusammenkommen. „Besser wäre es, die Zuständigkeitsbereiche besser abzugrenzen.“

Das sieht auch Bezirkstagspräsident Heinrich so. „Vor allem aber brauchen wir bei diesem Thema in Zukunft ein stärkeres Aufeinanderzugehen von beiden Seiten, statt Schwarz-Weiß-Denken.“

 

Fachlicher Austausch am natürlich angelegten Fischpass (v.l.):
Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und die Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes Deggendorf, Dr. Albin Schramm (Abteilungsleiter für die Landkreise Regen und Freyung-Grafenau), Hans Abel (Sachgebietsleiter Gewässerentwicklung) und Behördenleiter Michael Kühberger.

 

– ml –

 

Fotos: Bezirk Niederbayern, Manuela Lang

 

Im Bild v. l.: Dr. Stephan Paintner, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und Dr. Jens-Eike Täubert

Pressemitteilung, Landshut, 05.07.2018

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich verabschiedet Dr. Jens-Eike Täubert und begrüßt Dr. Stephan Paintner als neuen Leiter der Fischereifachberatung

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich verabschiedete vor kurzem den bisherigen Leiter der Fachberatung für Fischerei des Bezirks Niederbayern, Dr. Jens-Eike Täubert, der sich aus privaten Gründen beruflich verändert. Heinrich dankte dem scheidenden Fischereifachberater aus dem Vogtland für seine engagierte Arbeit und die konstruktive Zusammenarbeit mit Fischerei- und Naturschutzverbänden sowie Wasserkraftbetreibern. Außerdem hatte Täubert eine Reihe von Änderungen im Fischereilichen Lehr- und Beispielsbetrieb angeregt. Etwa sechs Jahre war er bei der Fischereifachberatung tätig, davon etwas mehr als zwei Jahre als Leiter. „Wir bedauern, dass Herr Dr. Täubert in seine Heimat zurückkehrt und wünschen ihm in seiner neuen Aufgabe alles Gute“, so Heinrich.

Der Bezirkstag von Niederbayern hatte in seiner Sitzung im Mai dieses Jahres Dr. Stephan Paintner mit Wirkung zum 1. Juli als Nachfolger bestellt. Der 51-Jährige ist bereits seit rund neun Jahren bei der Fischereifachberatung beschäftigt – zuletzt als stellvertretender Referatsleiter. Paintner studierte Biologie und Chemie an der Universität Regensburg und promovierte 1998 zum Dr. rer. nat. am Institut für Zoologie.

Neben den vielfältigen Aufgaben der Fachberatung für Fischerei sei ihm auch die Öffentlichkeitsarbeit sehr wichtig, so Paintner. Entsprechend begrüße er den Neubau des Schulungs- und Besucherzentrums im Fischereilichen Lehr- und Beispielsbetriebs Lindbergmühle. Mit der Fertigstellung der neuen Räume voraussichtlich im Frühjahr 2019 könne das Angebot an Informationsveranstaltungen und Seminaren erweitert und somit das Thema Fischzucht der Bevölkerung näher gebracht werden.

Die Fachberatung für Fischerei steht Fischern, Teichwirten, Fischzüchtern, Anglern bzw. deren Organisationen ebenso zur Verfügung wie den Teich- und Fischereigenossenschaften. Ihre Mitarbeiter stehen bei der Gewässerpflege, der Hege und dem Artenschutz von Fischen beratend zur Seite und arbeiten eng mit der staatlichen Wasserwirtschafts- und Naturschutzverwaltung zusammen. Bei der Genehmigung von Wasserkraftwerken wird die Fachberatung ebenfalls beteiligt. „Gerade auch in diesem wichtigen Themenfeld soll und wird die Fachberatung eine konstruktive Rolle einnehmen“, betont Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich.

Foto: Bezirk Niederbayern, F. Baierl

 

 

Bildtext: Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (r.) und Bezirksrat Dr. Thomas Pröckl (2. v. r.) konnten sich bei Ulrich Brunner ein Bild davon machen, wie artgerechte Tierhaltung in der Praxis aussieht.

 

Kulturpreis des Bezirks Niederbayern für Ulrich Brunner

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich besucht Kulturpreisträger 2018

 

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich besuchte heute gemeinsam mit Bezirksrat Dr. Thomas Pröckl den diesjährigen Kulturpreisträger des Bezirks Niederbayern Ulrich Brunner in Eggenfelden. Der Unternehmer betreibt dort neben seinem Firmengelände sowie auf seinem Privatanwesen in Stadl, Gemeinde Arnstorf, symbiotische Landwirtschaft und hält u. a. mit dem „Bunten Bentheimer Schwein“ eine alte, stark gefährdete Nutztierrasse. Für sein beispielgebendes Engagement  wird er auf Vorschlag von Bezirksrat Pröckl mit dem Kulturpreis 2018 des Bezirks Niederbayern ausgezeichnet. Der Preis ist mit 6.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am 30. Juli im Rahmen eines Festakts statt.

 

Der Ausschuss für Kultur-, Jugend- und Sportförderung des Bezirks Niederbayern unter Vorsitz von Bezirkstagsvizepräsident Franz Schedlbauer hatte sich in seiner Sitzung am 21. Juni für diese unkonventionelle Kulturpreisvergabe entschieden. Der Begriff Kultur leitet sich vom lateinischen Wort „cultura“, der „Kultivierung des Bodens“ ab. In diesem kulturhistorischen Sinn stellen also die Landbewirtschaftung ebenso wie die über Jahrhunderte gezüchteten, alten Haus- und Nutztierrassen eine Kulturleistung dar. Diese traditionelle Interpretation von Kultur ist zugleich eine sehr zeitgemäße. Die modernen Kulturwissenschaften propagieren seit langem den sogenannten weiten Kulturbegriff. Dieser enge Kultur nicht auf Hochkultur, Kunst und ästhetische Werte ein, sondern bezeichne das von Menschen Geschaffene und Gestaltete, erläuterte Bezirksheimatpfleger Dr. Maximilian Seefelder während der Sitzung des Ausschusses. Kulturlandschaft, Nahrungs-, Kleidungs-, Sprach-, Bau- und Wohnkultur zähle man ebenso dazu wie Bräuche, Traditionen und Kunst in all ihren Facetten.

 

Dass Kunst Kultur ist, aber Kultur mehr als Kunst umfasst, zeigt der Bezirk Niederbayern mit seinen bisherigen Kulturpreisträgern. 2016 erhielt der Fürstenzeller Künstler Hubert Huber als erster den Bezirkskulturpreis für seine dreißigjährige kulturpolitische Tätigkeit im Berufsverband bildender Künstler. 2017 war es Sepp Obermeier aus Gossersdorf, der für seinen Einsatz um die bairische Sprach- und Mundartpflege ausgezeichnet wurde.

 

Der diesjährige Kulturpreisträger, Ulrich Brunner, engagiert sich für alte Nutztierrassen. Sie sind Ergebnis eines langen Entwicklungsprozesses, von Menschen geschaffenes Kulturgut und prägen die jeweilige Kulturlandschaft. Nicht zuletzt deshalb seien sie schützenswert – ebenso wie Baudenkmäler und Kunstwerke, klärt die „Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH)“ auf, die 1981 im Rottal gegründet wurde. Allein in Deutschland stehen etwa 130 Nutztierrassen auf der Roten Liste. Auch das Bunte Bentheimer Schwein gehört dazu, das sich auf dem Anwesen von Ulrich Brunner tummelt.

 

Zu den Tieren führte er auch Bezirkstagspräsident Heinrich und Bezirksrat Pröckl. Die kleine Delegation konnte live erleben, wie glückliche Schweine aussehen: Eine Herde zwei Monate alter Tiere ließ sich zunächst zutraulich mit Körnern füttern, um anschließend wohlig ein Bad im Matsch zu nehmen. Die älteren Tiere nebenan dösten auf ihrer Weide in der Sonne. „Wenn es den Tieren gut geht, dann geht es den Menschen auch gut“, begeisterte sich Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich bei seinem Besuch. „Wir haben einen würdigen Kulturpreisträger, besonders wenn man Kultur im engsten Sinne des Begriffs, also dem Bestellen von Boden, sieht. Das, was Ulrich Brunner hier geschaffen hat, ist überaus nachahmenswert.“ Dr. Thomas Pröckl ging es darum, das „große persönliche Engagement des Unternehmers“ zu würdigen und zu zeigen: „Auch der Erhalt alter Rassen gehört zur Kultur. Kunst ist Kultur, aber Kultur ist nicht nur Kunst.“

 

„Hinter dem Konzept ,Symbiotische Landwirtschaft‘ steckt altes Wissen, das neu entdeckt und neu durchdacht wurde“, informierte Brunner. „Unsere Schweine leben in Gemeinschaft mit Hühnern. Beide Arten profitieren davon. Die Schweine halten dem Federvieh Fressfeinde wie Marder oder Fuchs vom Leib, im Gegenzug picken die Hühner den Borstentieren lästiges Ungeziefer aus dem Fell. Die Tiere leben das ganze Jahr über im Freien. Sie ernten ihr Futter selbst. Um Bodenverdichtung durch Übernutzung zu vermeiden, sind Ställe und Futtertröge beweglich. Durch das Umwühlen des Ackers, muss dieser für die Aussaat nur mit leichtem Gerät bearbeitet werden. Der Anbau der vielen verschiedenen Pflanzenarten bereichert zudem das Bodenleben. Die Symbiotische Landwirtschaft ermöglicht den Tieren ein freies, artgerechtes Leben“, so Brunner.

 

– eb –

 

Foto: Melanie Bäumel-Schachtner

STARKER BESUCH AUF DER LANDSHUTER UMWELTMESSE – Viele Besucher drängten sich am Samstag schon sehr früh vor dem Einlasstor.

 

Die Eröffnung der 13. Landshuter Umweltmesse fand bereits am Freitag durch die Geschäftsführer Rudolf Schnur und Andrea Lapper mit den Schirmherren OB Alexander Putz und Dr. Olaf Heinrich statt. Schnur, Putz und Heinrich betonten in ihren Grußworten an die versammelten interessierten Bürgerinnen und Bürger im Pressesaal der Sparkassen Arena, dass Umweltbildung in Bayern eine große Tradition hat. Das Thema Umwelt betrifft jede Bürgerin und jeden Bürger gleichermaßen.      

 

„So wie wir unser Leben gestalten, so haben wir auch Einfluss auf eine intakte und lebenswerte Umwelt“, so Alexander Putz in seiner Begrüßungsrede.

Dies ist Grund genug für die Organisatoren der Umweltmesse auch 2018 zweihundert Unternehmen in der Sparkassen-Arena zu versammeln, die ihre Produkte und Dienstleistungen rund um das Thema Umwelt präsentieren.

Die Elektromobilität wurde am Samstag wieder in Form einer Sternfahrt mit einer Sonderschau dargestellt. Nach dem durchaus erfolgreichen Start im letzten Jahr, ist auch heuer die „Messe in der Messe“ zum Thema Pilgern und Wandern dabei.

Die Landshuter Umweltmesse mit ihren ca. 40.000 Besuchern leistet als Bildungs- und Lernort besonders über die vielen Fachvorträge renommierter Referenten einen wertvollen Beitrag zur Umweltbildung in der Region und sie tut auch dem Image Landshuts gut, weil die Messe weit über die Stadtgrenzen hinaus für Nachhaltigkeit und Innovation steht, meinte der Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich.

In einem „Messe-Rundgang“ begleitete Geschäftsführer Schnur nach den Begrüßungreden viele geladene Gäste durch die einzelnen Gänge der Messehalle, wo links und rechts davon die Unternehmen ihre Produkte und Dienste zur Schau stellten.

 

Der traditionelle Messe-Rundgang in Bilderform:

 

 

*ENDE*

 

-hjl-

 

Fotos: lodermeier

 

Im Bild: Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (2. v. r.), daneben Bezirksrätin Cornelia Wasner-Sommer, Betriebsleiter Hans Göding und Heribert Schulte (4. v. l.) von der BayWa AG mit einem Kollegen, die den neuen Schlepper auslieferten, vom Agrarbildungszentrum Landshut-Schönbrunn Direktor Thomas Schneidawind (2. v. l.) und Verwaltungsleiter Martin Scholz (l.) sowie ein Mitarbeiter des Lehr- und Beispielsbetriebs (r.).

Pressemitteilung

Landshut, 06.02.2018

Lehr- und Beispielsbetrieb für Obstbau Deutenkofen setzt auf bayerische Landmaschinen

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich besuchte gemeinsam mit Bezirksrätin Cornelia Wasner-Sommer, Vorsitzende des Fachbeirats am Agrarbildungszentrum Landshut-Schönbrunn und an der Fachschule für Ökolandbau, und einer Delegation vom Agrarbildungszentrum Landshut-Schönbrunn den Lehr- und Beispielsbetrieb für Obstbau Deutenkofen. Anlass war die Auslieferung eines neuen Schleppers, der den bisherigen Fuhrpark des Betriebs um einen weiteren sogenannten „Pflegeschlepper“ ergänzt. Mit dem neuen Traktor des Herstellers Fendt aus Marktobersdorf (Oberbayern) betreibt der Bezirk Niederbayern nun in seinem Beispielsbetrieb ausschließlich bayerische Landtechnik. Mittlerweile sind in Deutenkofen sechs Schlepper im Einsatz – eine angemessene Ausstattung für einen Betrieb mit 20 Hektar Intensivanbau, so Betriebsleiter Hans Göding bei der Übergabe.

„Mittlere und kleine landwirtschaftliche Betriebe sowie Nebenerwerbsbetriebe bilden das Rückgrat des in Niederbayern sehr bedeutenden Wirtschaftszweiges Landwirtschaft“, so Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich. „Entsprechend wichtig ist es, dass der Bezirk Niederbayern laufend in seine Bildungseinrichtungen investiert und somit landwirtschaftliche bzw. obstbauliche Betriebe mit modernen Bildungsangeboten unterstützt. Nur mit einer Ausstattung ‚State of the Art‘ kann der Deutenkofener Beispielsbetrieb im wahrsten Sinne des Wortes beispielhaft und zukunftsorientiert wirtschaften und seine Erkenntnisse an die heimischen Obstbauern weitervermitteln.“

Mit der jüngsten Investition in den Lehr- und Beispielsbetrieb setzt der Bezirk Niederbayern darüber hinaus ein Zeichen der Solidarität für bayerische Unternehmen, denn der Markt für Landmaschinen ist hart umkämpft. Bayerische Landmaschinenhersteller stehen für Tradition und Innovationskraft, durch die sie sich der schwierigen Absatzsituation der vergangenen Jahre entgegenstemmen. Niedrige Lebensmittelpreise im Inland, Extremwetter mit den einhergehenden Ernteeinbußen und Sanktionen der EU bei Exporten von landwirtschaftlichen Produkten nach Russland dämpften in den vergangenen Jahren die Investitionsbereitschaft bayerischer Landwirte. Dabei wird es gerade in der globalisierten Landwirtschaft immer wichtiger, technisch auf dem Stand der Technik zu bleiben, um hochwertige Nahrungsmittel weiterhin wirtschaftlich, möglichst nachhaltig und umweltschonend zu produzieren.

Pflanzenschutz beschränkt sich nicht auf chemische Hilfsmittel, sondern umfasst eine Reihe von logistischen und technischen Methoden. Moderner, nachhaltiger Pflanzenschutz beginnt bei der Standort- und Sortenwahl, setzt sich fort in der Bodenvorbereitung und Pflege bis hin zum Einsatz von Nützlingen und biotechnischen Maßnahmen.

„Wir wollen wie auch andere Sparten der Landwirtschaft eine herbizidfreie Zukunft. Andererseits benötigen die schwachwüchsigen Obstgehölze einen konkurrenzfreien, unbewachsenen Pflanzstreifen. Es gibt verschiedene technische Ansätze, die in Deutenkofen erprobt werden. Der Aufwand für Bodenpflege in einer Zukunft ohne Herbizide wird auf bis zu 20 Prozent der Produktionskosten steigen. Gerade kleinere Betriebe stoßen dabei schnell an Kapazitätsgrenzen. Der neue Schlepper dient unter anderem dazu, diesen Betrieben machbare Wege des technischen Pflanzenschutzes näherzubringen“, erläuterte Hans Göding die Gründe für die Neuanschaffung.

Starkregen, häufiger Hagelschlag, späte Nachtfröste aber auch intensive Sonneneinstrahlung führen zu einem verstärkten Einsatz von Kulturschutzeinrichtungen wie Netze, Folientunnel und Überdachungen. Ohne einen adäquaten Schlepper mit entsprechender Leistung und Hydraulikausstattung seien diese Maßnahmen kaum durchzuführen, so Göding. „Für diese Aufgabenfelder ist der neue Schlepper von Fendt bestens geeignet.“ Neben den Grundvoraussetzungen an Leistung, Energieeffizienz und Hydraulik verfügt er über ein stufenloses Vario-Getriebe und ein Detail, das ihn besonders für den Obstbau qualifiziert: Über ein Dachfenster ist uneingeschränkte Sicht auf den angebauten Frontlader möglich, der häufig zur Pflege von Kulturschutzeinrichtungen eingesetzt wird.

– eb –

 

Bildunterschrift: Die Mitglieder des Bezirkstags von Niederbayern stimmen über den Haushalt 2018 ab

 

Bezirkstag von Niederbayern verabschiedet den Bezirkshaushalt 2018: Senkung der 

Bezirksumlage auf 19,5 Prozent

Entlastung der niederbayerischen Landkreise und kreisfreien Städte um 7,2 Millionen Euro

 

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich

 

Mit zwei Gegenstimmen (16 : 2) verabschiedeten die Mitglieder des XV. Bezirkstags von Niederbayern am heutigen Mittwoch den Bezirkshaushalt 2018 samt Anlagen; einstimmig den Haushalt der Kulturstiftung des Bezirks. Das Gesamthaushaltsvolumen beträgt 773,3 Mio. Euro (2017: 715,8 Mio. Euro) und steigt damit gegenüber dem Vorjahr um 8,03 Prozent.

 

„Mit einer Umlagekraftsteigerung  um 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, liegt Niederbayern deutlich über dem Landesdurchschnitt von 6,1 Prozent und damit auf dem zweiten Platz aller sieben Bezirke. Niederbayern verzeichnet mit einer Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent nahezu Vollbeschäftigung. Dieser Boom wird voraussichtlich noch das gesamte Jahr 2018 anhalten“, so Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich.

Obwohl der Umlagebedarf des Bezirks von 267,5 Mio. Euro im Jahr 2017 auf 280,0 Mio. Euro in 2018 steigt, konnte die Bezirksumlage für 2018 um einen halben Prozentpunkt auf 19,5 Prozent gesenkt werden. Denn neben der wirtschaftlich guten Entwicklung führt auch die stärkere Beteiligung des Freistaats an den Kosten der Sozialhilfe zu Mehreinnahmen. Nach vier Jahren ohne Veränderung, erhöht der Freistaat die Mittel im Sozialhilfeausgleich nach Art. 15 FAG um 42,9 Mio. Euro auf insgesamt 691,5 Mio. Euro.  „Für uns ist es selbstverständlich, diese positive Entwicklung den Umlagezahlern zugutekommen zu lassen“ so der Bezirkstagspräsident. Die niederbayerischen Landkreise und kreisfreien Städte werden dadurch im kommenden Jahr um 7,2 Mio. Euro entlastet.

 

Mehreinnahmen beim Art. 15 FAG (6 Mio. Euro) und die um 5,2 Mio. Euro geringere Belastung bei den unbegleiteten jungen volljährigen Flüchtlingen führen dazu, dass sich die Sozialhilfeausgaben insgesamt um 6,1 Mio. auf 423,6 Mio. verringern. Allerdings steigt der Zuschussbedarf bei den „klassischen“ Hilfearten – Hilfe zur Pflege, Eingliederungshilfe, Kriegsopferfürsorge und Förderung anderer Träger der Wohlfahrtspflege. Damit setzt sich auch nächstes Jahr die langjährige Entwicklung steigender Defizite fort. Während bei der Hilfe zur Pflege das Pflegestärkungsgesetz zu einer leichten Entspannung führt, sind die Ausgaben im Bereich der Eingliederungshilfe unverändert stark am Steigen. Insgesamt machen die Sozialhilfeausgaben 87,6 Prozent des Verwaltungshaushaltes aus.

 

Ein Aufgabenschwerpunkt neben den sozialen Leistungen ist die psychiatrische Versorgung, in deren Ausbau der Bezirk seit Jahren Beträge im mehrstelligen Millionenbereich investiert. Handlungsbedarf erfordert unter anderem die Zunahme psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen, für die eine heimatnahe psychiatrische Versorgung besonders wichtig ist. Deshalb soll im Bezirkskrankenhaus Passau in den kommenden Jahren eine stationäre Kinder- und Jugendpsychiatrie entstehen. Dies wurde kürzlich vom Krankenhausplanungsausschuss genehmigt, die ersten Planungen für die Baumaßnahmen laufen bereits.

 

Als Träger übernimmt der Bezirk Niederbayern im Jahr 2018 erstmals die anteiligen Versorgungslasten für die Pensionisten der Bezirkskrankenhäuser. Somit besteht beim Bezirk Niederbayern die gleiche Regelung wie bei den anderen Bezirken. Im Gegenzug werden Investitionszuschüsse zu neuen Bauvorhaben der Bezirkskliniken werden nicht mehr gewährt. Dies führt zu einer gleichmäßigeren finanziellen Belastung des Bezirkshaushalts.

 

Die Ausgaben im Vermögenshaushalt steigen von 25,0 Mio. auf 28,8 Mio. Euro, von denen rund 10,2 Mio. Euro auf Baumaßnahmen und 13,9 Mio. Euro auf Investitionszuweisungen entfallen. Zur Finanzierung der Ausgaben ist neben den Einnahmen des Vermögenshaushaltes (400.000 Euro) eine Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt (14,2 Mio. Euro) sowie eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklage (4,8 Mio. Euro) nötig. Die Nettokreditneuaufnahme beträgt 6,6 Mio. Euro.

 

Das Haushaltsvolumen der Kulturstiftung umfasst 2018 insgesamt 5,2 Mio. Euro, wobei der Verwaltungshaushalt mit gut 800.000 Euro schließt, der Vermögenshaushalt mit 4,4 Mio. Euro. Aufgrund der geringen Erträge, bedingt durch das Niedrigzinsniveau, müssen wie in den Vorjahren Zuschüsse für laufende Zwecke über den Bezirkshaushalt finanziert werden (Landestheater Niederbayern 1,95 Mio. Euro, Tiergarten Straubing 120.000 Euro sowie Theater an der Rott 120.000 Euro). In die Denkmalförderung fließen 700.000 Euro.

 

Inwieweit sich die Veränderungen durch das Bundesteilhabegesetz finanziell in Zukunft auswirken werden, kann derzeit noch nicht genau abgeschätzt werden. Es kann allerdings bereits jetzt festgestellt werden, dass sie eher zu Mehr- als zu Minderausgaben führen werden.

 

Einen weiteren Schwerpunkt wird 2018 die Zusammenarbeit in der Europaregion Donau-Moldau (EDM) mit Tschechien und Österreich bilden. 2018 gibt Niederbayern nach einem Jahr den Vorsitz an Vysoèina ab. Gerade bei der strukturellen Weiterentwicklung der EDM hin zu einem „Europäischen Verbund territorialer Zusammenarbeit (EVTZ) mit selbstständiger Rechtsform stehen auch 2018 weitere Schritte an, an denen sich der Bezirk Niederbayern intensiv beteiligen wird.

 

 

Die Wirtschaftspläne der kaufmännisch geführten Einrichtungen des Bezirks:

  • Bezirksklinikum Mainkofen (einschl. Erwachsenenpsychiatrie im Bezirkskrankenhaus Passau): Erfolgsplan 121,8 Mio. Euro, Vermögensplan 25,1 Mio. Euro
  • Bezirkskrankenhaus Landshut (einschl. kinder- und jugendpsychiatrischer Außenstellen im Bezirkskrankenhaus Passau und im Klinikum Deggendorf): Erfolgsplan 37,3 Mio. Euro, Vermögensplan 1,5 Mio. Euro
  • Bezirkskrankenhaus Straubing: Erfolgsplan 25 Mio. Euro, Vermögensplan 0,5 Euro
  • Pflegeheim Mainkofen: Erfolgsplan 24,4 Mio. Euro, Vermögensplan 19,6 Mio. Euro
  • Gutshof Mainkofen: Erfolgsplan 400.000 Euro, Vermögensplan 20.000 Euro

 

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Alle Reden und Zahlen zum Bezirkshaushalt 2018 unter www.bezirk-niederbayern.de/Bezirkstag/Finanzen

 

Fotos: Bezirk Niederbayern


Anerkennung für wirtschaftliche Leuchttürme

Niederbayern-Forum zeichnet fünf Top-Unternehmer im Landkreis Rottal-Inn aus

 

Eggenfelden. Sie sind die Säulen, auf denen der wirtschaftliche Erfolg Niederbayerns aufbaut. Die Leistungsträger, die die Zukunft der Region sichern. Die Leuchttürme, die über ihren Landkreis hinaus ausstrahlen. Diese anerkennenden Worte galten am Donnerstagabend im Theater an der Rott in Eggenfelden fünf Unternehmern aus dem Landkreis Rottal-Inn, die vom Niederbayern-Forum als Top-Unternehmen Niederbayerns ausgezeichnet wurden. Diese Verleihung will der Regionalmarketingverein nun regelmäßig durchführen. Denn, wie dessen Vorsitzender und zugleich Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich beim Festabend betonte, es gelte Marketing nach innen und nach außen hin zu betreiben. „Wir sind eine hoch innovative Region, in der es sich auch hervorragend leben lässt.” Und der Slogan „Niederbayern schafft Zukunft” werde von den fünf Preisträgern in besonderer Weise gelebt. In fünf Kategorien wurden diese ausgewählt, weil sie jeweils in ihrer Branche Maßstäbe setzen.

Als innovative Firma durfte sich „FotoFinder” aus Bad Birnbach über die Auszeichnung freuen. Sie hat sich mit ihrer digitalen Bilddatenbank vor allem auf Hautkrebsfrüherkennung spezialisiert und ist damit Weltmarktführer mit Kunden in über 100 Ländern.

In der Kategorie Handwerk wurde die Firma Schuhbauer aus Arnstorf ausgewählt, da sich der 70 Mitarbeiter starke Betrieb durch die Zusammenarbeit mit der Industrie sehr zukunftssicher aufgestellt hat.

Im Tourismus setzt das Hotel Sonnengut in Bad Birnbach Maßstäbe, das einzige 4-Sterne-Superior-Haus des Ortes hat 80 Mitarbeiter und einen sehr hohen Stammgästeanteil von 65 Prozent. Respektvoller Umgang und Fairness unter den Mitarbeitern und mit den Gästen sei ihr Erfolgsrezept, hoben Hans-Jörg und Petra Franzke im Interview mit Moderatorin Susanne Schöne hervor.

 

In der Kategorie Handel hatte das Möbelhaus Weko aus Pfarrkirchen die Nase vorn, vor allem, weil sich das Unternehmen aktiv mit der Digitalisierung auseinandersetzt und die Internet-Konkurrenz nicht fürchtet, sondern das Thema als neue Herausforderung annimmt.

Was die Ausbildung junger Menschen anbelangt, ist die Firma Stela Laxhuber aus Massing ein Vorzeigebetrieb. 24 der 170 Mitarbeiter werden derzeit in sechs verschiedenen Zweigen ausgebildet. So sorgt man stets selbst für den nötigen Fachkräftenachwuchs.

Alle fünf Unternehmen sind tief mit dem Landkreis Rottal-Inn verwurzelt, wofür ihnen nicht nur Landrat Michael Fahmüller dankte. Regierungspräsident Rainer Haselbeck wünschte sich, dass die Geehrten die Auszeichnung auch als Auftrag annehmen, künftig noch stärker als Botschafter Niederbayerns aufzutreten. Denn die Wirtschaftslage im Bezirk solle auch weiterhin so hervorragend sein wie im Moment. „Das ist nichts selbstverständliches, sondern muss tagtäglich hart erarbeitet werden – dazu braucht es so engagierte Unternehmer, wie Sie es sind”, so der Bezirkstagspräsident. Im Anschluss an die offizielle Preisverleihung gab es noch viel Gelegenheit, sich beim Stehempfang über die Zukunft Niederbayerns auszutauschen.

 

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Im Bild: Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (l.), Regierungspräsident Rainer Haselbeck (3. v. l.) sowie Bertram Vogel, Geschäftsführer des Niederbayern Forums (3. v. r.), und Waldemar Herfellner von der Kreisentwicklung Rottal-Inn (r.) mit weiteren Ehrengästen und Preisträgern.