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Bezirk Niederbayern

In den Bezirkseinrichtungen sollen mehr regionale Lebensmittel auf den Tisch kommen

Erstes Treffen der Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Initiative „Regio 2030“ des Bezirks Niederbayern

 

„Ich freue mich, dass der mit breiter Mehrheit gefasste politische Beschluss, mehr regionale Lebensmittel und Bioprodukte in den Bezirkseinrichtungen zu verwenden, nun mit Leben gefüllt wird.“ Mit diesen Worten begrüßte Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich die Arbeitsgruppe „Regio 2030“, die erstmals zusammentraf, um die Initiative des Bezirks Niederbayern umzusetzen.

Der achtköpfigen Arbeitsgruppe gehören mit Christian Fenzl, Manfred Weikl, Dipl.-Agraringenieur Günther Putz, Hildegard Zißler und Margit Huber Fachleute unter anderem aus den Verpflegungsbereichen der Bezirkseinrichtungen in Mainkofen, Straubing und Landshut-Schönbrunn an; ferner ein Vertreter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Landshut, Fachzentrum „Ernährung/Gemeinschaftsverpflegung“, Gilbert Bielen als externer Berater mit einschlägigen Erfahrungen in der Bio-Lebensmittelverpflegung sowie als Koordinatorin der Arbeitsgruppe Katrin Landes vom Bezirk Niederbayern.

Der Schwerpunkt des ersten Treffens lag auf der Erarbeitung einer gemeinsamen Grundlage. In Folge wird die primäre Aufgabe der Aufbau eines Lieferantennetzwerkes sein. Da Ausschreibungsverfahren gesetzlichen Vorgaben unterliegen, wird ggf. die Einbindung eines Rechtsexperten erforderlich sein, um Rechtssicherheit zu gewährleisten.

Einblicke in Produktionsketten kann Günther Putz, Leiter des Gutshofs Mainkofen, geben, der auch viele landwirtschaftliche Betriebe in der Region kennt. Ein Aspekt, den Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich sehr begrüßt: „Viele Landwirte fühlen sich in der aktuellen Stimmungslage in Sachen Umwelt angeprangert. „Regio 2030“ kann dazu beitragen, dieses Bild zurechtzurücken. Wer mehr über Anbau, Herkunft und Produktion frischer Lebensmittel weiß, bringt der Landwirtschaft mehr Wertschätzung entgegen“.

Weil die Klientel in den Bezirkseinrichtungen ganz unterschiedlich ist – Patienten, Schüler, Studenten – ist auch das Speisenangebot in die Überlegungen einzubeziehen.

Auch bezirkseigene Einrichtungen produzieren gesunde Lebensmittel: So beliefert der Lehr- und Beispielsbetrieb für Obstbau Deutenkofen das Bezirksklinikum Mainkofen, wo schon jetzt 20 Prozent der Lebensmittel aus der Region kommen; wertvolle Erfahrungswerte, die in das zu erarbeitende Konzept einfließen werden. Der Fischereiliche Lehr- und Beispielsbetrieb in Lindbergmühle wäre ein weiterer potentieller Lieferant.

In der praktischen Umsetzung von „Regio 2030“ sieht Heinrich die Herausforderung – auch für den Bezirk, der sich in einem Spannungsfeld befinde in seinem Bestreben, gute Lebensmittel zu verwenden, die regionale Landwirtschaft zu stärken und zugleich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Auge zu behalten.

Die Arbeitsgruppe wird voraussichtlich einmal im Quartal zusammenkommen und sich Etappenziele setzen, um Fortschritte erkennbar zu machen. Einmal jährlich ist dem Bezirksausschuss ein Bericht mit den bislang erreichten Ergebnissen vorzulegen.

Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich steht hinter dem Projekt „Regio 2030“ und appellierte an die Arbeitsgruppe, sich keine Schranken aufzuerlegen. „Denken Sie quer, hinterfragen Sie Automatismen, gehen Sie unkonventionelle Ideen mutig an, schlagen Sie neue Wege ein.“

 

– ck –

 

Foto: Bezirk Niederbayern/Knott

 

Bildtext: Der neue Laienspielberater des Bezirks Niederbayern Sebastian Goller (Mitte), Bezirkstagsvizepräsident Dr. Thomas Pröckl (re.) und Bezirksheimatpfleger Dr. Max Seefelder

 

Professionelle Unterstützung für niederbayerische Laientheater

Bezirkstagsvizepräsident Dr. Thomas Pröckl begrüßt Sebastian Goller als neuen Laienspielberater des Bezirks Niederbayern

 

Niederbayern hat eine lebhafte Laientheaterszene, die seit beinahe 30 Jahren vom Bezirk Niederbayern unterstützt wird. Im Zentrum dieser Unterstützung steht der Laienspielberater – ein „Theaterprofi“, der Amateurschauspielgruppen mit Rat und Tat zur Seite steht.

 

Ende vergangenen Jahres wurde der langjährige Laienspielberater Peter Glotz im Kultur-, Jugend- und Sportausschuss von dessen Vorsitzendem, Bezirkstagsvizepräsident Dr. Thomas Pröckl, verabschiedet und Sebastian Goller zum Nachfolger ernannt. Nun trafen sich der Bezirkstagsvizepräsident, Bezirksheimatpfleger Dr. Maximilian Seefelder und der neue Laienspielberater zum Gespräch über die künftige Zusammenarbeit.

Dr. Pröckl: „Ich freue mich sehr, dass wir einen so erfahrenen Profi für unsere Laienspielberatung gewinnen konnten. Damit können wir dazu beitragen, die niederbayerische Laientheater-Landschaft lebendig zu halten.“ „Amateurtheater hat in Niederbayern mit etwa 200 aktiven Laienspielgruppen eine große Tradition.“, ergänzte Bezirksheimatpfleger Dr. Seefelder. „Laienspielgruppen sind also ein wesentlicher Kulturfaktor, der zu unserer regionalen Identität gehört. Dies gilt es zu unterstützen und zu fördern.“

„Ich möchte die Arbeit von Peter Glotz einerseits fortsetzen, andererseits möchte ich auch eigene Impulse setzen“, so Goller. Wie sein Vorgänger wolle er ratsuchende Schauspielgruppen nicht nur telefonisch oder via E-Mail beraten, sondern auch vor Ort besuchen. Nur so könne man einen echten Eindruck von den Proben einer Schauspielgruppe bekommen und passgenaue Hilfen anbieten.

Sebastian Goller ist gebürtiger Niederbayer aus dem Landkreis Rottal-Inn und ein professionell ausgebildeter Schauspieler sowie Regisseur und Theaterexperte. 2002 schloss er sein Schauspielstudium an der Athanor Akademie für darstellende Kunst ab. Bereits von 2003 bis 2007 und ab 2014 arbeitete er dort als Schauspiel- und Regiedozent, seit 2019 ist er der Leiter der Akademie. Außerdem hatte er zahlreiche freie Schauspiel-Engagements an renommierten Bühnen wie beispielsweise bei den Salzburger Festspielen, war Schauspieler bei den Carl-Orff-Festspielen unter der Intendanz von Marcus Everding, festes Ensemblemitglied, Gastschauspieler und Regisseur im Theater an der Rott. Für den Bezirk Niederbayern ist Goller bereits seit einigen Jahren tätig: 2015 betreute er beispielsweise gemeinsam mit seinem Vorgänger Peter Glotz das Theaterprojekt einer internationalen Jugendbegegnung des Bezirks Niederbayern mit 26 Jugendlichen aus fünf Ländern und stellte mit ihnen in etwas mehr als einer Woche ein Theaterstück auf die Beine – vom ersten Manuskript bis hin zur Premiere vor Publikum. Außerdem führte er 2018 und 2019 Regie bei Kulturmobil, dem fahrenden Theater des Bezirks Niederbayern.

Am 21. März 2020 startet Sebastian Goller eine vierteilige Workshop-Reihe. Im ersten Workshop in Abensberg bringt er den Teilnehmern das Thema Regie näher und erläutert, wie ein geschriebener Text dramaturgisch in Szene gesetzt wird.

Weiter geht es am 26. Mai mit dem Workshop „Schauspiel“. Es folgen zwei weitere Termine mit den Schwerpunkten „Beleuchtung“ und „Maske“ im Herbst. Weitere Infos unter www.laienspiel-niederbayern.de

 

– sb –

 

Foto: Bezirk Niederbayern, Bäter

 

Bildtext: Obst aus Deutenkofen wird unter anderem an die Einrichtungen des Bezirks Niederbayern geliefert. Hans Göding, Betriebsleiter des Lehr- und Beispielsbetriebs für Obstbau Deutenkofen und Pomologe Josef Widmann präsentieren einen kleinen Teil der Sortenauswahl des Beispielsbetriebs.

 

 

Bezirk Niederbayern setzt ein Zeichen:

Mehr Lebensmittel aus regionalem Anbau und Bioprodukte 

 

Bezirksausschuss beschließt Initiative „Regio 2030“  für die bezirkseigenen Einrichtungen

 

Der Bezirk Niederbayern leistet in seinem Handeln schon lange einen Beitrag zur Schonung von Ressourcen, Natur und Umwelt. Bei Um- und Neubauten wie der neuen Sozialverwaltung liegt das Augenmerk auf effizientem und nachhaltigem Bau. Im Agrarbildungszentrum Landshut- Schönbrunn, den beiden Lehr- und Beispielsbetrieben in Deutenkofen und Lindbergmühle sowie auf dem Gutshof Mainkofen steht ein zukunftsfähiger Umgang mit der Umwelt im Fokus. Anfang 2020 wird eine Klimaschutzmanagerin beim Bezirk ihren Dienst aufnehmen.

Heute hat der Bezirksausschuss bei seiner Sitzung in Straubing den nächsten Schritt beschlossen: das in einem fraktionsübergreifenden Antrag vorgeschlagene Projekt „Regio 2030“. Der Bezirk fördert die Verwendung von regional produzierten Lebensmitteln und auch Bioqualität in seinen Einrichtungen für Gemeinschaftsverpflegung. Schrittweise sollen – spätestens bis zum Jahr 2030 – von allen Nahrungsmitteln mindestens 30 Prozent an regionalen Produkten und 30 Prozent an Bioprodukten angeboten werden. Das Ziel „regional“ hat dabei Vorrang vor dem Ziel „bio“.

Der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken

Des Weiteren wurde beschlossen, dass Produkte der Landwirtschaft (einschließlich der Teichwirtschaft) bevorzugt vor Ort eingekauft werden. Durch eine gezielte Umstellung der Speisepläne soll versucht werden, der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken und zumindest einen Teil der Mehrkosten für den Einkauf von regional erzeugten Produkten und Bioprodukten auszugleichen. Um die schrittweise Umstellung der Verpflegung in den Bezirkskrankenhäusern sowie in den Kantinen der Bezirkseinrichtung soll sich federführend eine Arbeitsgruppe kümmern. Darüber hinaus soll das Fachpersonal in den Küchen durch Schulungen auf das geänderte Speisenangebot und dessen veränderte Zubereitung vorbereitet werden. Die Verwaltung erstattet einen jährlichen Bericht im Bezirksausschuss, in dem dargestellt wird, inwieweit die vorgegebenen Ziele erreicht worden sind.

Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich: „Regional mindestens so wichtig wie bio“

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich zufolge ist die „Regio 2030“ eine „wichtige und fordernde Initiative.“ Es handle sich dabei um einen Prozess, der nicht durch zu detaillierte enge Vorgaben, beispielsweise bestimmte Zertifizierungen, eingeschränkt werden solle. Im Übrigen sei „bio“ nicht immer und automatisch gut beziehungsweise besser. Dies gelte gerade dann, wenn Lebensmittel über Tausende von Kilometern transportiert würden. Daher will der Bezirk durch die Regio 2030 auch die konventionelle Landwirtschaft in der Region unterstützen. Heinrich betont, dass das Projekt auch die Waage zwischen Ökologie und Ökonomie halten müsse. Zusammen mit den Praktikern der Arbeitsgruppe gelte es, kluge Wege zu finden, um die Kosten möglichst stabil zu halten.

 

Foto: Berufliche Schulen Schönbrunn

Die „Genussregion Niederbayern“
 
Doch der Bezirk engagiert sich auch über den Nahrungsmittelbereich hinaus für die Region. So stellte der Leiter des Amtes für ländliche Entwicklung, Josef Reidl, dem Bezirksausschuss das Projekt „Genussregion Niederbayern“ vor. Es soll Lebensmittel aus der Region hervorheben und zu einer starken Marke aufbauen, die regionale Wirtschaft und Wertschöpfungskreisläufe durch gezielte Vernetzung relevanter Akteure stärken sowie die Wertschätzung für niederbayerische Genussangebote steigern. Reidl: „Die vielfältige Kulturlandschaft Niederbayern bietet ein breites Warenpotenzial. Dieses Angebot gilt es mit den zahlreichen Qualitätsinitiativen zu vernetzen und in das Bewusstsein der Menschen zu bringen.“
Die gemeinsame Initiative „Genussregion“ war in der vergangenen Woche von den niederbayerischen Landräten und Oberbürgermeister auf den Weg gebracht worden. Träger der Initiative soll der Bezirk Niederbayern in enger Abstimmung mit dem Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern sein. Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich war einstimmig beauftragt worden, die noch notwendigen Gespräche mit dem Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten zu führen und den Start der „Genussregion Niederbayern“ vorzubereiten. Heinrich will dem Bezirkstag vorschlagen, das Projekt im kommenden Jahr anzugehen. Der Bezirkstagspräsident: „Die Initiative passt perfekt in meine Zielsetzung, im Bezirk mehr und mehr auf regionale Produkte zu bauen und damit den niederbayerischen Landwirten zusätzliche Wertschöpfung zu erschließen.“

 

– ch –

 

Fotos:  Archiv Berufliche Schulen Schönbrunn – Bezirk Niederbayern, Bäter

 

Bildext: Im Abensberger Aventinum unterschrieben Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich und Bürgermeister Dr. Brandl die Kooperationsvereinbarung zugunsten der niederbayerischen Museen. Im Bild (v. l): vorne Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und Bürgermeister Dr. Uwe Brandl, dahinter Sonja Then, Bezirksheimatpfleger Dr. Max Seefelder, Museumsberaterin Cindy Drexl, Museumsleiterin Veronika Leikauf und Michaela Mallmann

 

Niederbayerische Museen machen Schule

Bezirk Niederbayern und Stadt Abensberg machen sich gemeinsam stark für niederbayerische Museen

 

Mit ihrer Unterschrift besiegelten Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und Abensbergs Bürgermeister Dr. Uwe Brandl eine Kooperationsvereinbarung zugunsten der niederbayerischen Museumslandschaft: Gemeinsam sollen die niederbayerischen Museen durch Vernetzung und personelle Weiterqualifizierung voran gebracht werden. Im Zentrum der Kooperation steht das neue, in Abensberg angesiedelte Museumsschulungszentrum.

 

 Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich vollzog am „Stadtbaukasten“ nach, wie Museen Kindern Geschichte spiele

 

„Um die niederbayerischen Museen zu stärken, genehmigte der Kultur-, Jugend- und Sportausschuss unter dem Vorsitz von Bezirkstagsvizepräsident Dr. Thomas Pröckl bereits im März dieses Jahres eine Beratungs- und Koordinierungsstelle, die mit der Museumsexpertin Cindy Drexl besetzt wurde“, sagte der Bezirkstagspräsident.

Bezirksheimatpfleger Dr. Max Seefelder: „Bei einem Arbeitsgespräch mit niederbayerischen Museumsleitern im Kloster Metten wurde vor einigen Jahren deutlich, dass unsere heimische Museumslandschaft zwar attraktiv ist, aber auch, dass sie mehr Zusammenarbeit und Koordination benötigt.“ Dies zu erreichen, gelänge am besten auf Bezirksebene gemeinsam mit Kooperationspartnern.

Dazu Museumsberaterin Cindy Drexl: „Die Museen sollen durch eine gemeinsame Plattform zum gegenseitigen Austausch unterstützt werden. Die Stadt Abensberg stellt im Rahmen der Kooperation unter anderem Räumlichkeiten und Infrastruktur für Fortbildungen und Veranstaltungen kostenfrei zur Verfügung.“ Wichtig sei es, dass die Museen auch mit den niederbayerischen Schulen vernetzt werden. An entsprechenden Strukturen werde zurzeit gearbeitet. Zum Team des Museumsschulungszentrums gehören Veronika Leikauf, Leiterin des Stadtmuseums Abensberg, die Lehrkräfte Oberstudienrätin Michaela Mallmann und Seminarrektorin Sonja Then.

„Museen haben einen Bildungsauftrag, stellen historische Bezüge her und stiften Identität“, so Dr. Heinrich. „Wir müssen gerade das junge Publikum für Museen begeistern. Und das erreichen wir über gute museumspädagogische Programme, die zu den Lehrinhalten der verschiedenen Schulen passen.“

Wie ein solches, am Lehrplan der Schulen orientiertes Programm aussehen kann, demonstrierte Veronika Leikauf am Beispiel des sogenannten Stadtbaukastens. Vor einigen Jahren von Leikaufs Vorgänger Dr. Tobias Hammerl eingeführt, wird er seither erfolgreich eingesetzt. Damit würden Grundschüler lernen, wie Städte je nach Topografie im Mittelalter entstanden und wie sie sich weiter entwickelten. Theoretischer Unterricht würde so auf eine erlebbare Ebene gehoben werden, da die Kinder sich aktiv beteiligen können. „Dies ist ein innovativer Ansatz zur spielerischen Wissensvermittlung, der großen Spaß machen kann – das hat die bisherige Erfahrung in Abensberg schon sehr deutlich gezeigt“, merkte Bürgermeister Dr. Brandl an.

Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich zeigte sich überzeugt, dass die Kooperation in Zukunft überaus positiven Einfluss auf die niederbayerische Museumslandschaft haben werde. „Wir wissen mit der Stadt Abensberg einen starken Partner an unserer Seite“, so Heinrich.

 

– sb –

 

Fotos: Bezirk Niederbayern, Bäter

 

BEZIRK NIEDERBAYERN

Pressemitteilung

Landshut, 14.11.2019

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich hält ein Theater in Landshut für unverzichtbar

Landshut. „Der Fortbestand des Theaters in Landshut liegt mir sehr am Herzen“, sagt Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich. Die überregionale Bedeutung des Landestheaters Niederbayern werde dadurch dokumentiert, dass der Bezirk den laufenden Betrieb mitfinanziert. Der Bezirk Niederbayern ist neben den Städten Landshut, Passau und Straubing Mitglied im Zweckverband Landestheater Niederbayern. Laut Verbandssatzung wird „der gesamte ungedeckte Bedarf auf die umlagepflichtigen Verbandsmitglieder“ – die Städte Landshut und Passau sowie auf den Bezirk Niederbayern je 5/16 und die Stadt Straubing 1/16 umgelegt. Für das Haushaltsjahr 2020 wurde vom Bezirk eine Summe von rund 2,1 Millionen Euro veranschlagt. „Das ist die mit Abstand höchste Förderung im kulturellen Bereich, die der Bezirk jährlich im Haushalt einplant. Das unterstreicht, welche Bedeutung wir dem Landestheater Niederbayern beimessen“, so Heinrich. Darüber hinaus gibt der Bezirk Niederbayern für das Landestheater einen Barzuschuss in Höhe von 52.000 Euro.

Spielfähige Theater zur Verfügung zu stellen, sei ausschließlich Aufgabe der örtlichen Kommunen. Gleichwohl hält der Bezirkstagspräsident in der Regierungshauptstadt Niederbayerns ein Theater für unverzichtbar. Der Bezirk habe großes Interesse daran, dass das Landshuter Theater in einen spielfähigen Zustand versetzt werde.

 

Bildtext: (v. l.): Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Klimaschutzmanagerin Andrea Müller und Matthias Kopf, Leiter des Referats für Bauangelegenheiten des Bezirks Niederbayern

 

 

Klimaschutzmanagerin des Bezirks Niederbayern startet ab 1. Januar 2020

 

Der Bezirk Niederbayern bekommt eine Klimaschutzmanagerin: Andrea Müller ist derzeit noch Klimaschutzmanagerin beim Umweltamt der Stadt Regensburg und wird im kommenden Jahr beim Bezirk Niederbayern die Koordinierung der Maßnahmenumsetzung aus dem Klimaschutz-Teilkonzept übernehmen.

Der Bezirk Niederbayern hat sich zum Ziel gesetzt, Energie und somit Kohlendioxid-Emissionen in seinen Gebäuden einzusparen. Er leistet damit einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Um die Potentiale zu ermitteln, wurde 2017 ein Klimaschutz-Teilkonzept in Auftrag gegeben. Im Ergebnis zeigte sich, dass jährlich bis zu 935 Tonnen Kohlendioxid und 400.000 Euro Energiekosten eingespart werden können. Die entsprechenden Maßnahmen wie energetische Sanierungen sollen sukzessive umgesetzt werden. Mit der Aufgabe betraut wird nun Andrea Müller, die ab Januar 2020 ihre Arbeit beim Bezirk Niederbayern aufnehmen wird. „Wir gehen die Reduktion der Emissionen sowohl bei investiven Maßnahmen als auch bei der Schulung des Personals an“, erläutert Bezirkstagspräsident Heinrich bei der Vorstellung der neuen Klimaschutzmanagerin in der Bezirkshauptverwaltung in Landshut.

 

Fachliche Unterstützung bei Baumaßnahmen

Andrea Müller schloss 2012 ihr Studium ‚Umweltsicherung‘ an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf als Bachelor of Engineering ab. 2014 machte die gebürtige Straubingerin ihren Abschluss als Master of Science an der TUM, Campus Straubing, im Studiengang ‚Nachwachsende Rohstoffe‘.

In ihrer Funktion als Klimaschutzmanagerin des Bezirks Niederbayern wird sie fachliche Unterstützung bei Baumaßnahmen leisten, ein Controlling-System aufbauen, Fördermittel generieren und interne Mitarbeiterschulungen durchführen sowie Ansprechpartnerin für alle Einrichtungen des Bezirks Niederbayern in energie- und klimaschutzrelevanten Belangen sein. Die Stelle für das Klimaschutzmanagement wird zunächst für zwei Jahre vom Bund gefördert.

„Von den Maßnahmen des Klimaschutz-Teilkonzepts werden jene umgesetzt, die wirtschaftlich sinnvoll sind. Vorschläge, die sich erst in 50 oder mehr Jahren amortisieren würden, werden nicht dazu gehören. Ich freue mich, dass wir mit Ihnen eine Klimaschutzmanagerin mit Erfahrung gewinnen konnten und bin gespannt auf Ihre fachliche Expertise“, sagt Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich im Gespräch. „Ich freue mich auf diese spannende Aufgabe beim Bezirk Niederbayern“, erwidert Müller.

 

– sb –

 

Bildquelle:  Bezirk Niederbayern, Bäter

 

Bairische Literatur in niederbairischen Wirtshäusern

 

Das Kulturreferat des Bezirks Niederbayern lädt herzlich zur diesjährigen Lesereise durch alle niederbayerischen Landkreise ein: Bairische Literatur in niederbairischen Wirtshäusern, heuer unter dem Motto „Weit umanand – Reisegeschichten“.

 

Die Lesung hält satirische Beschreibungen von Touristen und Urlaubsorten sowie Sehnsüchte und enttäuschte Erwartungen bereit. Verpasste Züge, Sommerfrischler und volkstümelnder Tourismus in der Heimat treffen auf ausgedachte Reisen, Verständigungsprobleme und Vertrautes in der Fremde.

Von Karl Valentin bis Bernhard Setzwein erstreckt sich das heitere Programm bis in die Gegenwartsliteratur hinein und wird durch heimische und fremdländische Klänge abgerundet.

Die Schauspielerin Désirée Siyum (u. a. Iberl Bühne) und der Schauspieler Christoph Krix (u. a. Kammerspiele Landshut) begleiten zusammen mit dem mehrfach ausgezeichneten Akkordeonisten Manuel Wagner heuer die literarische Reise abseits gängiger Ziele.

 

MI, 2.10., Mirskofen, Grosswirt

DI, 8.10., Bodenmais, Rote Res

MI, 9.10., Weltenburg, Klosterschänke

DI, 15.10., Ortenburg, Wirtshaus Zum Hammel

DO, 17.10., Straubing, Sommerkeller

MI, 23.10., Deggendorf, Gasthaus Zur Knödelwerferin

DO, 24.10., Perlesreut, Wirtshaus Hafner

FR, 25.10., Niederhausen, Landgasthof Hager

DO, 31.10., Simbach am Inn, Gasthaus Murauer

Beginn: 20 Uhr

Eintritt: 1 Bierdeckelstricherl

Textauswahl & Projektleitung: Dr. Laurenz Schulz

V: Bezirk Niederbayern/Kulturreferat

Zudem lädt der beigefügte Volksmusikkalender für Oktober wieder zu zahlreichen musikalischen Ereignissen ein, vom Musikantenstammtisch über den Ari’ntag bis zu Musikseminaren und Volkstänzen.

Fr. 4. Oktober, 20 Uhr, Mitterfels (Kreis Straubing-Bogen), Gasthof Fischer Veri: Musikantenstammtisch, Info-Tel. 09961 910080

Fr.-So. 4.-6. Oktober, Freyung (Kreis Freyung-Grafenau), Volksmusikakademie:

Marienlieder neu interpretieren, V: Volksmusikakademie in Bayern

So. 6. Oktober, 14 Uhr, Auerbach b. Zachenberg (Kreis Regen), Gasthaus Egginger, Talstr. 25: Sänger- und Musikantenstammtisch, Info-Tel. 09929 1265

So. 6. Oktober, 17 Uhr, Obergessenbach b. Osterhofen (Kreis Deggendorf), Landgasthof Kirschner: Musikantenstammtisch, Info-Tel. 09932 1452

Die. 8. Oktober, 20 Uhr, Freyung (Kreis Freyung-Grafenau), Volksmusikakademie: D´Hochschui spielt auf! – Konzert der Volksmusikstudenten der Musikhochschule, V: Volksmusikakademie in Bayern, Erwachsene 5 €, Kinder und Jugendliche frei

Mi. 9. Oktober, 15 Uhr, Freyung (Kreis Freyung-Grafenau), Volksmusikakademie: Tanztee für Senioren! – Mit Livemusik und jungen Tanzmeistern, V: Volksmusikakademie in Bayern, Eintritt 5 €

Do. 10. Oktober, 14 Uhr, Freyung (Kreis Freyung-Grafenau), Volksmusikakademie: Sepp, Depp, Hennadreck – Volksmusik erleben für Buam und Deandln im Kindergartenalter, V: Volksmusikakademie in Bayern, Eintritt 5 €

Do. – So., 10. – 13. Oktober, Wippstetten b. Kröning (Kreis Landshut), „Die Klause“, 84178 Wippstetten: Projekttage „Das reisende Archiv“, Musizieren aus alten Handschriften des 18. Jahrhunderts, Referenten: Simon Wascher und Hermann Härtel jun., Info und Anmeldung: bureau@dra.tradmus.org oder Tel. 0043 681 10307090

Do. 10. Oktober, 20 Uhr, Straubing, Sommerkeller, Regensburger Str. 22: Offenes Singen, SL: Anita Neuhofer, Erich Gruber oder Franz Schötz, V: Bayer. Landesverein f. Heimatpflege e.V., Info-Tel. 09961 9426538

Fr. 11. Oktober, 19.30 Uhr, Pilling (Kreis Straubing-Bogen), Gasthaus Wolfgang Vögl: Musikantenstammtisch, Info-Tel. 09429 6250

Fr. 11. Oktober, 20 Uhr, Hub b. Kröning (Kreis Landshut), Gasthaus Schwab, Hub 12: Tanzabend mit Quetschnblech im Rahmen von „Das reisende Archiv“, Info unter bureau@dra.tradmus.org oder Tel. 0043 681 10307090

Fr. 11. Oktober, 20-22 Uhr, Freyung (Kreis Freyung-Grafenau), Schramlhaus, Abteistr. 8: Nacht der Freyunger Museen, Kreisheimatpfleger Gerhard Ruhland erzählt über Jagd und Wilderei, musikalisch umrahmt von der Jagamusi, Eintritt 5,00 €, Info-Tel. 08551 1276 oder Kurverwaltung unter Tel. 08551 588150

So. 13. Oktober, 9-16 Uhr, Arber (Kreis Regen), Eisensteiner Hüttn: Ari’ntag auf dem Arber für Sänger und Musikanten, V: Bayer. Landesverein f. Heimatpflege e.V., Volksmusikstelle Mitterfels, Volksmusikverein im Lkr. Regen e.V. und Bayer. Waldverein, Info und Anmeldung: franz.schoetz@heimat-bayern.de oder 09961 9426538

 

Foto: Archiv – KLARTEXT.LA

Pressemitteilung
Landshut, 22. September 2019
Gendern: Alles bleibt wie bisher
Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich widerspricht der Darstellung der Niederbayern-AfD
Landshut. In den sozialen Netzwerken sorgte am Wochenende eine Behauptung der AfD Niederbayern für Aufregung, in der es hieß, dass sie auf einen Antrag des Bezirksrates Fabio Sicker dafür gesorgt hätte, dass kein „Genderwahnsinn“ im Schriftverkehr des Bezirkes eingeführt werde. Dieser Falschdarstellung widerspricht Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich. „Es gab diesen Antrag, der sinngemäß zwei Punkte enthielt: Zum Einen, dass der Bezirk selbst nicht gendern solle, zum Anderen, alle Verbände oder Vereine, die diese Sprache verwenden und die Zuschüsse des Bezirks erhalten, zu sanktionieren.“
Die überwiegende Mehrheit der Mitglieder im Bezirksausschuss seien sich einig gewesen, dass Sanktionen gegenüber Verbänden nicht in Frage kommen. Der Antrag wurde daraufhin von der AfD zurückgezogen.
Heinrich stellte eine eigene Formulierung zur Abstimmung, die lautete, dass der Bezirk weiterhin die bisherige Schreibweise verwenden werde. Dieser wurde einstimmig (CSU, SPD,  FW,  GRÜNE,  FDP,  AfD)  angenommen. Über den ursprünglichen Antrag wurde gar nicht mehr abgestimmt.
„Wir führen also keinen Gender-Stern oder Ähnliches ein, formulieren aber weiterhin so, dass wir alle Geschlechter gleichberechtigt miteinbeziehen“, so Heinrich, der in diesem Zusammenhang auch auf Sprachwissenschaftler verweist, die dies für ausreichend halten.
Mit der Darstellung der AfD haben die realen Vorgänge nichts zu tun. Wer an sachlicher, konstruktiver Zusammenarbeit interessiert ist, könne den Verlauf der Sitzung nicht so verzerrt darstellen.

Bildtext (von links): Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Gisela Dregelyi und Stefan Eichmüller, Referat Gesundheitseinrichtungen Bezirk Niederbayern

 

 

Die bestmögliche Unterstützung in einer seelischen Krisensituation

Fachgespräch: Bezirk Niederbayern erweitert psychiatrische Angebote in der Fläche und baut einen Krisendienst auf

 

Eigentlich müsste Gisela Dregelyi schon länger nicht mehr arbeiten. Doch die pensionierte Lehrerin hat ein Anliegen, für das sie seit Jahren mit hohem Zeitaufwand und viel Herzblut kämpft: Sie will die Öffentlichkeit über psychische Erkrankungen besser aufklären und Vorurteile gegenüber Betroffenen ausräumen. Der Motor ist die Erkrankung des eigenen Sohnes. Die Niederbayerin: „Die meisten Menschen wissen viel zu wenig über Erkrankungen wie z. B. Psychosen und Depressionen. Und vor allem wissen sie auch nicht, wie man mit Betroffenen umgeht. Information tut also dringend not.“ Darum bemüht sie sich  beispielsweise im Rahmen von Schulveranstaltungen. Darüber hinaus engagiert sich Dregelyi dafür, dass Ratsuchende in akuten seelischen Krisensituationen  die bestmögliche Unterstützung bekommen. Mit dem Landesverband Bayern der Angehörigen psychisch Kranker e. V. im Rücken setzt sie sich vor allem in der Region Landshut für Betroffene und ihre Angehörigen ein. Mit Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und Stefan Eichmüller, Leiter des Referats Gesundheitseinrichtungen beim Bezirk Niederbayern, erörterte Dregelyi jetzt diese und andere fachliche Themen.

Der Krisendienst für Niederbayern nimmt Konturen an

Dabei ging es auch um den niederbayernweiten psychiatrischen Krisendienst, der unter Federführung des Bezirks aktuell eingerichtet wird. Dessen Ziel ist es, Menschen in akuten psychischen Notlagen zu unterstützen – unter fachärztlich-psychiatrischer Leitung. Nach einem Beschluss des Bezirksausschusses vom September 2018 wird die Leitstelle am Bezirkskrankenhaus Landshut installiert.  Diese soll erster Ansprechpartner in einer Krisensituation sein. Laut Eichmüller haben Erfahrungen in anderen Regionen gezeigt, dass 80 bis 90 Prozent der Anrufer bereits telefonisch geholfen werden kann. Wenn es dennoch nötig sei, werden von dezentralen Standorten in Niederbayern aus Zweier-Teams von Fachkräften (Ärzte/Psychologen/Sozialpädagogen/Fachkrankenschwestern und Fachkrankenpfleger für Psychiatrie) den Anrufenden aufsuchen. Wichtig sei es aber auch, dass nach einem Krisengespräch bei Bedarf eine kompetente Vermittlung an ein weiterführendes Beratungs- oder Behandlungsangebot der Regelversorgung erfolge.

 

Heinrich: „Große Fortschritte bei der psychiatrischen Versorgung“

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich betonte, dass man bei der psychiatrischen Versorgung Niederbayerns in den vergangenen Jahren ein gutes Stück vorangekommen sei. Dazu gehöre nicht zuletzt auch die Einrichtung von Institutsambulanzen wie soeben erst in Pfarrkirchen im Landkreis Rottal-Inn in der Erwachsenenpsychiatrie. In Zwiesel und Waldkirchen plane man weitere Institutsambulanzen für die Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Bei der Regionalisierung der psychiatrischen Versorgungsangebote werde der Bezirk Niederbayern mit Blick auf den großen Bedarf weitere Schritte gehen und mittelfristig noch mehr Ambulanzen einrichten. „Die dezentrale Versorgung psychisch erkrankter Menschen zu verbessern, ist ein Ziel, das der Bezirk Niederbayern verfolgt und mit der Errichtung von sogenannten Ambulanzen für psychische Gesundheit konsequent umsetzt“, so der Bezirkstagspräsident. Derzeit gibt es Standorte in Mainkofen, Passau, Grafenau und Pfarrkirchen. Den Patienten der jeweiligen Regionen stehen ein komplexes psychiatrisches und psychotherapeutisches Behandlungsangebot zur Verfügung sowie multiprofessionelle Teams aus Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie, psychologischen Psychotherapeuten, Fachpflegekräften für Psychiatrie, Sozialpädagogen und medizinischen Fachangestellten. Heinrich: „Mit solchen wohnortnahen Angeboten wird die Versorgung betroffener Patienten erheblich verbessert.“

Heinrich unterstrich, dass der Austausch mit Vertretern der Angehörigen psychisch kranker Menschen von großer Bedeutung sei. Schließlich gehe es darum, unmittelbar zu erfahren, wo es Handlungsbedarf gebe. Gemeinsam mit dem bayerischen Landesverband ist Gisela Dregelyi  auch aktiv an der Vorbereitung einer Klinikvereinbarung beteiligt, die demnächst für die Bezirkskliniken geschlossen werden soll. Darin wird unter anderem die Einbindung der Angehörigen geregelt, etwa der Anspruch auf ein Erst- und Abschlussgespräch bei Aufnahme bzw. Entlassung eines Patienten.

 

– ch –

 

Foto: Bezirk Niederbayern/Bäter

 

Bezirk Niederbayern trennt sich von Chefarzt

Bezirksausschuss stimmt Vertragsauflösung von Dr. Dietmar Eglinsky einstimmig zu

 

Bei seiner heutigen Sitzung in Straubing hat der Bezirksausschuss einstimmig beschlossen, den Vertrag von Dr. Dietmar Eglinsky, Chefarzt der  Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Bezirkskrankenhaus (BKH) Landshut, nicht zu verlängern. Der Hintergrund: Aufgrund eines Briefes der dem Chefarzt nachgeordneten ersten ärztlichen Führungsebene des Standorts Landshut war offensichtlich geworden, dass es in der Klinik erhebliche Kommunikationsdefizite und Führungskonflikte sowie zum Teil auch Meinungsverschiedenheiten über fachliche Therapieansätze gibt. Daraufhin wurde die Probezeit von Eglinsky bis zum 31. Juli 2019 verlängert. Die Störungen in den klinikinternen Abläufen konnten trotz eines Mediationsversuchs nicht ausgeräumt werden. Daher schlug die Bezirksverwaltung dem Bezirksausschuss vor, den Vertrag des Chefarztes nicht zu verlängern. Eglinsky wurde in der vergangenen Woche darüber informiert.

 

„Keine Fixierungen ohne richterliche Genehmigung“

Im Zuge dieser Entwicklung erhob der  Chefarzt  schwere Vorwürfe gegen das Bezirkskrankenhaus. Patienten sollen häufiger als notwendig an Betten fixiert worden sein.

Dazu nimmt der Ärztliche Direktor des BKH Landshut Prof. Dr. Hermann Spießl wie folgt Stellung:

  1. In der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des BKH Landshut werden keine Fixierungen ohne richterliche Genehmigung  durchgeführt. Diese wird selbst dann eingeholt, wenn nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts eine Genehmigung nicht erforderlich wäre, weil die Fixierung nicht den Zeitrahmen von einer halben Stunde überschreitet.
  2. Fixierungen werden durch Ärzte angeordnet. Sie erfolgen stets erst nach der Ausschöpfung aller anderen deeskalierenden Maßnahmen bei meist hoch fremdaggressiven Patienten, seltener bei selbstverletzendem Verhalten und bei akuter Suizidgefahr.
  3. Alle Fixierungen werden bezüglich Anlass, Art der Fixierung, Dauer und Besonderheiten von Ärzten und Pflegenden dokumentiert und in kurzen Zeitabständen bezüglich ihrer weiteren Notwendigkeit überprüft.
  4. Eine Fixierung darf immer nur das letzte Mittel der Wahl sein und ist nur in seltensten Ausnahmefällen erforderlich. Vor einer Fixierung wird versucht, diese beispielsweise durch eine 1:1-Betreuung zu vermeiden. Ist die Fixierung dennoch erforderlich, erfolgt eine engmaschige Betreuung, in der Regel durch Sitzwachen. Im Jahr 2017 wurden 21 Patienten fixiert – bei 553 Aufnahmen bzw. 456 Patienten. 2018 wurden 28 Patienten fixiert – bei 536 Aufnahmen und 470 Patienten.
  5. In den vergangenen 25 Jahren gab es keine rechtlichen Beanstandungen.

 

Externe Beratung geplant

 

Dennoch wird der Bezirk den aufgeworfenen Fragen aus Gründen der Qualitätssicherung und Transparenz nachgehen. Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich: „Der Bezirk Niederbayern als Träger des BKH Landshut wird sich in der Frage, ob die praktizierte Behandlungsmethodik den heute gültigen fachlichen Standards entspricht, zusätzlich extern beraten lassen.“ Im Übrigen wurde bereits vor dem Mediationsversuch Prof. Dr. Franz Joseph Freisleder, einer der bedeutendsten deutschen Kinder- und Jugendpsychiater und seit 1997 Ärztlicher Direktor am kbo-Heckscher-Klinikum für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in München, zu einem Gespräch zwischen Prof. Spießl und Dr. Eglinsky hinzugezogen. Dabei ging es um unterschiedliche Therapieansätze und den Umgang mit Zwangsmaßnahmen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Freisleder bestätigte, dass sich das Vorgehen in der Heckscher Klinik nicht wesentlich von dem der Landshuter Klinik unterscheidet.

 

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Foto: Bezirk Niederbayern, Bäter