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Atomgefahren

Heute jährt sich die Katastrophe im Block 4 des Kernkraftwerk komplexes Tschernobyl zum 31. Mal.

Wer mehr über dieses Thema wissen möchte: Der Tagungsband zur Konferenz zum 30. Jahrestages von Tschernobyl und 5. Jahrestag von Fukushima steht zum kostenlosen Download verfügbar.
Zu beachten: mehrere Dokumente werden in mehreren Sprachen zur Verfügung gestellt. So auch die Zusammenfassung des Ulmer Expertentreffens zur Wirkung ionisierender Strahlung.

https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomenergie/IPPNW_Report_T30_F5_Folgen_web.pdf

Airbus A320 direkt über dem Kernkraftwerk

Immer wieder überfliegen auch große Verkehrsmaschinen das Kernkraftwerk Isar


Auf dem Weg von Yekaterinburg nach München überquerte dieser Airbus A320 der Ural Airlines das Kraftwerksgelände (Screenshot aus flightradar24 vom 12. April 2014 – 10.46 Uhr )

 

Wer sich häufig in der Gegend um das Kernkraftwerk Isar II aufhält, gewinnt immer wieder einmal den Eindruck, dass sich Verkehrsflugzeuge nicht nur am hohen Kühlturm des Atommeilers orientieren, sondern diesen bisweilen sogar mehr oder weniger direkt überfliegen. Mit Hilfe einer speziellen Anwendungssoftware für Mobilgeräte, einer sogenannten App (engl. application), kann man die Flugbewegungen einzelner Flugzeuge genauestens beobachten. Man erhält zudem weitere Informationen, wie etwa  Fluggesellschaft, Start- und Zielflughafen, Flughöhe und Fluggeschwindigkeit. Auch dieser Tage konnten mit Hilfe dieser App einige Flugzeuge geortet werden, deren Flugstrecke entweder direkt über das Kraftwerksgelände führte oder nur in geringem Abstand davon.

Screenshot Flugradar (2)Screenshot Flugradar (3)

 

16.05.2013 

Hamburg: Katastrophe nur
knapp abgewendet

 

Beinahe-Katastrophe in Hamburg am 1. Mai 2013

Wie erst jetzt bekannt wurde, entging Hamburg am 1. Mai nur knapp einer Katastrophe. An Bord eines brennenden Frachters befanden sich 9 Tonnen des äußerst gefährlichen Stoffes Uranhexafluorid. Bei einer Freisetzung wären große Teile der Millionenstadt in Todeszonen verwandelt worden.

Die Ladung des Frachters ‘Atlantic Cartier’ war zudem besonders brisant, da sie außer Uranhexafluorid insgesamt 20 Tonnen Nuklearmaterial, etliche Container mit Munition und rund 180 Tonnen Ethanol umfaßte. Der brennende Frachter befand sich am 1. Mai am O’Swaldkai. Nur wenige hundert Meter vom Brand entfernt feierten in der Hafencity zugleich rund 35.000 TeilnehmerInnen den Eröffnungsgottesdienst des Evangelischen Kirchentages.

Uranhexafluorid wird unter anderem zur Herstellung von Brennstäben für Atomkraftwerke verwendet. Vermutlich war die äußerst gefährliche Lieferung für Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau oder die Brennelementefabrik in Lingen bestimmt. Nach eigenen Angaben versorgt die UAA Gronau weltweit rund hundert Atomreaktoren mit Brennstoff. Zuletzt wurde eine Erweiterung der Produktions-Kapazität im Jahr 2003 unter der “rot-grünen” Bundesregierung genehmigt.

Selbst Bruchteile eines Gramms Uranhexafluorid in der Atomluft führen zu einem Tod innerhalb von wenigen Stunden. Mit Uranhexafluorid kontaminiertes Gebiet ist für mehrere Millionen Jahre unbewohnbar. Der bei Zimmertemperatur feste weiße Stoff wird bereits bei 56 Grad Celsius gasförmig. Gelangt Uranhexafluorid mit Wasser in Kontakt, entsteht die äußerst aggressive Flußsäure, die auch von Glas nicht zurückgehalten werden kann.

Mehr als 200 Feuerwehrleute und rund hundert weitere Einsatzkräfte waren zeitweise im Einsatz, um den Brand auf der 276 Meter langen und 32 Meter breiten ‘Atlantic Cartier’ zu bekämpfen. Gleichzeitig mußte mit Hilfe von drei Schleppern und zwei Löschbooten die Außenwand des Frachters gekühlt werden, wo sich bereits Hitzeblasen bildeten. Das sich auf dem Frachter befindliche leicht entzündliche Ethanol barg die Gefahr einer Verpuffung. Glücklicher Weise konnte die Feuerwehr – obwohl wegen des Feiertags zunächst kein Kranführer zu erreichen war – die Gefahrgut-Container während des Brandes aus dem Frachter herausholen und an Land bringen. Es dauerte über 15 Stunden, den Brand zu löschen.

Nachdem der Hamburger Senat die näheren Umstände der Beinahe-Katastrophe zunächst verschwieg und in einer Medienveröffentlichung Anfang Mai lediglich von “Gefahrgut” die Rede war, mußte Innensenator Michael Neumann mittlerweile bestätigen, daß zur Ladung der ‘Atlantic Cartier’ auch das gefährliche Uranhexafluorid gehörte. Zur Gefahr von Nuklear-Transporten durch das Nadelöhr des Hamburger Hafens gab es immer wieder parlamentarische Anfragen – zuletzt im Januar von der Linkspartei. Offenbar ist Hamburg eine Drehscheibe für gefährliche radioaktive Materialien, die in erheblichen Mengen ein bis zwei Mal pro Woche den Hafen passieren. In Bremen wurde ein Gesetz erlassen, das den Transport von Uranhexafluorid über die Häfen verbietet. Allerdings haben die Gerichte hierüber noch nicht das letzte Wort gesprochen.

Der Brand am 1. Mai im Hamburger Hafen bewies einmal mehr, daß es keines Terror-Anschlages bedarf, um eine Millionenstadt zu vernichten. Das “Restrisiko” hängt solange als Damoklesschwert über der Menschheit, wie Atomkraftwerke nicht stillgelegt und Atomwaffen nicht abgerüstet werden.

 

REGENBOGEN NACHRICHTEN

 

 

Verantwortlicher Redakteur der REGENBOGEN NACHRICHTEN ist

Klaus Schramm
Schützenstr. 38
77933 Lahr

Die Redaktion ist zu erreichen unter redaktion@regenbogen-nachrichten.de

 

Grundsätzlich gelten diese Fragen auch für Landshut – Niederaichbach – Essenbach …

Stell Dir vor ….

…. es ist ein SUPER-GAU im Atomkraftwerk Gundremmingen mit radioaktiver Freisetzung und Du wohnst in Günzburg – Was ist zu tun?
Zunächst einmal: Nach Hause gehen und Fenster und Türen schliessen und die Radiodurchsagen beachten

Stell Dir vor ….
…. es ist ein SUPER-GAU im Atomkraftwerk Gundremmingen und Du wohnst in Günzburg – Was ist zu tun?
Dann nach Aufforderung im Radio gehst Du als Haushaltsvorstand in die nächstgelegene Apothke und holst für jedes Deiner Familennmitglieder eine hochdosierte Jodtablette ab – zusammen mit einem Merkblatt, auf dem steht, dass Du, wenn Du über 45 Jahre alt bist, diese Tablette vorsichtshalber nicht einnehmen solltest.

Stell Dir vor ….
…. es ist ein SUPER-GAU im Atomkraftwerk Gundremmingen und Du wohnst in Günzburg – Was ist zu tun?
Eventuell gehst Du später nach Aufforderung im Radio mit Deiner ganzen Familie zum Günzburger Bahnhof. Dort steht ein Zug bereit, der dich und Deine Familie in das sichere Augsburg fährt. Der Zug fährt zwar erst einmal viele Kilometer direkt auf das Atomkraftwerk zu, um dann wenige Kilometer vorher im rechten Winkel in Richtung Augsburg abzubiegen (Siehe Bild 01) – keine Angst, das klappt schon – das ist ja Bestandteil eines offiziell behördlich vorgeplanten Katastrophenschutzszenarios!

Stell Dir vor ….
…. es ist ein SUPER-GAU im Atomkraftwerk Gundremmingen und Dein Zug kommt tatsächlich in Augsburg an?
In Augsburg stehen dann auf dem Messegelände Feldbetten für Dich und Deine Familie bereit. Für den Fall, dass Du dabei “ein wenig” radioaktiv verseucht worden sein solltest, werden dafür vorbereitete Notfallstationen dir helfen, Dich zu duschen und es werden frisch in den nächsten Wäschegeschäften beschlagnahmte Unterhosen (und hoffentlich auch Hemden, Pullover und Hosen) für Dich und Deine Famile und alle anderen bereit gestellt sein.

Stell Dir vor ….
das alles ist doch nicht sooo einfach. Deshalb muss so eine Evakuierung gut geübt sein.
Am Sonntag, den 14.04.13 – Näheres demnächst bei www. atommuell-lager.de und auch bei www.ippnw-ulm.de

Wer bei dieser Übung nicht dabei sein kann, kann das alles theoretisch nachholen:
Am Montag, den 22.04.13 um 20 Uhr in Günzburg im Forum am Hofgarten (siehe Bild 02)

Stell Dir vor ….
…. es ist ein SUPER-GAU im Atomkraftwerk Gundremmingen und die Behörden stellen fest, dass die Eingreifsrichtwerte für Günzburg zu hoch geworden sind?
…. dann wird nach Deiner Evakuierung (Feldbett in Augsburg) zu Deinem gesundheitlichen Schutz eine Zwangsevakuierung angeordnet – das heisst für Dich: Keine Rückkehr über Jahrzehnte und Aufgabe von Haus und Hof. Wer wird Dich dafür entschädigen? – Mit Sicherheit nur zum kleinsten Teil die AKW-Betreiber, denn deren Haftpflichtversicherung ist begrenzt.

damit grüsst
Reinhold Thiel
Ulmer Ärzteinitiative – IPPNW

 

Evakuierungsübung am Sonntag, 14. April in Augsburg

Wohin, wenn doch was Schlimmes im AKW passiert?

Die Verantwortlichen des AKW Gundremmingen wie auch bei den zuständigen Katastrophenschutzbehörden (Regierungspräsidien in Augsburg, Stuttgart und Tübingen) erklären immer wieder, dass eigentlich nichts Schlimmes im AKW Gundremmingen passieren könne.http://www.rwe.com/web/cms/mediablob/de/236108/data/235582/1/rwe-power-ag/presse-downloads/kernenergie/Ratgeber.pdf

Versicherungen rechnen jedoch mit dem AKW-Großunfall

Aber Fachleute vertrauen dem nicht. Die Industrieversicherer verlangen von den AKW-Betreibern für Haftpflichtversicherungen mit nur geringen Deckungszusagen Hunderttausende Euro Jahresprämie. Die genauen Zahlen traut sich RWE nicht zu nennen. Versicherer von Hausrat und Kfz-Vollkasko haben im Kleingedruckten Entschädigungen im Fall nuklearbedingter Schäden ausgeschlossen. Und im Atomgesetz § 28 ist geregelt, wer bei nuklearbedingten Tötungen die Beerdigung der Opfer zu zahlen hat.