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AOK

„Erlebnis Bauernhof“ und Klasse2000-Patenschaften: AOK engagiert sich für die Gesundheit von Familien  

 

Als starker Partner für die Kindergesundheit hat sich am Sonntag, 8. Juli, einmal mehr die „AOK – Die Gesundheitskasse“ gezeigt. Sie fördert nämlich nicht nur die Teilnahme von Grundschulen am Unterrichtsprogramm „Klasse2000“ zur Gesundheitsförderung, Gewalt- und Suchtvorbeugung, sondern hat dies auch gleich im Rahmen eines Erlebnisausflugs auf einen Bauernhof in die Tat umgesetzt. So durften unter der Leitung von Kevin Ragner, Marketingleiter der AOK Bayern in Landshut, die Patenklassen der ersten und zweiten Jahrgangsstufen der Grundschulen St. Nikola und Altdorf das „Schweinehotel“ der Bauernhoffamilie Heckinger bei Essenbach besuchen.

Zu dem Ausflug unter dem Motto „Erlebnis Bauernhof: Aus der Region – für die Region“ waren auch die Eltern und Geschwister der SchülerInnen herzlich eingeladen, um so ein noch breiteres Bewusstsein für das Thema „Gesunde Ernährung für Kinder“ zu schaffen.

 

Die Nachfrage war letztendlich so groß, dass die Grundschüler und ihre Familien sogar auf drei Touren aufgeteilt wurden. Während die Erwachsenen sich einen Vortrag der AOK-Ernährungsberaterin, Sabine Schichler, anhörten und dabei Tipps für eine kindgerechte Pausenbox bekamen, konnten die Kinder an diesem sonnigen Tag verschiedenen Aktivitäten nachgehen.

 

In gesunder Land-Idylle wurden nicht nur Schweine, sondern zudem Ziegen, Schafe und Hühner bewundert, die teilweise auch gestreichelt und gefüttert werden durften. Für große Begeisterung sorgten auf der angrenzenden Weide vor allem die tapsigen, kleinen Kamerun-Lämmer. „Bauer Paul“ klärte die Besucher ebenso über die drei verschiedenen Klimazonen im Schweinestall auf und erzählte, wie jedes der rosaroten Bewohner sein Futter selbst, je nach Vorliebe, mischen kann. Zusammen mit den Hofbesitzern und Helfern konnten die Kinder anschließend auch noch den selbstgezogenen Schnittlauchsamen einpflanzen und mit nach Hause nehmen oder Dinkelflocken für das Frühstück pressen.

 

Viel lernen konnten die Grundschüler und ihre Familien auch in der Zuckerausstellung, in der die tatsächliche Menge an Zucker in verschiedenen Produkten wie Limonade, Joghurt oder Brotaufstrichen veranschaulicht wurde. Vor allem vermeintlich gesunde Produkte schockierten dabei alle Besucher mit einem hohen Zuckeranteil. Im Gegenzug dazu versorgte die Familie Heckinger ihre Besucher mit frischen Erzeugnissen aus dem eigenen Hofladen und erfrischenden Getränken. Um mit gutem Beispiel voranzugehen, wurden Schnittlauchbrote mit Butter, Quark oder Streichwurst sowie frisches Obst und Gemüse angeboten.

 

Bevor es wieder mit dem Bus gemeinsam zurück zur jeweiligen Schule ging, durften die Kinder ihre Eindrücke auf Flipcharts festhalten und bekamen als Andenken eine AOK-Pausenbox geschenkt. Am Ende waren sich alle einig, dass das „Erlebnis Bauernhof“ für alle Beteiligten ein voller Erfolg war.

 

Übrigens: Alle an einer AOK-Patenschaft für das Programm Klasse2000 interessierten Schulen können sich zu Beginn des neuen Schuljahres um eine Patenschaften bewerben. Die AOK plant für Bayern weitere 340 Patenschaften und wird die Grundschulen mit einem Brief dazu einladen.

 

Bildtext: Nicht immer sind Antibiotika die beste Wahl bei der Behandlung.

 

Risiko Antibiotika-Resistenz:

Wenn Medikamente nicht mehr helfen

 

Antibiotika gelten als Allheilmittel. Sie gehören zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten in Arztpraxen. Allein im Landkreis Landshut bekamen 2016 rund 12.000 AOK-Versicherte Antibiotika verordnet, in der Stadt rund 10.000 AOK-Versicherte,  im Regierungsbezirk Niederbayern waren es 155.805, landesweit sogar rund 1,4 Millionen AOK-Versicherte. Experten warnen allerdings davor, diese Arzneimittel ohne medizinische Indikation einzusetzen. Antibiotika helfen bei Krankheiten, die bakteriell verursacht sind. Bei virusbedingten Krankheitsbildern wie bei den meisten Erkältungen oder der Grippe sind sie wirkungslos. „Die Gefahr: Durch übermäßigen und medizinisch nicht notwendigen Antibiotika-Einsatz können resistente Keime entstehen, gegen die es dann kaum noch wirksame Medikamente gibt“, sagt Robert Hekele von der AOK in Landshut.

 

AOK unterstützt Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen

Um Antibiotika-Resistenzen zu vermeiden, startete jetzt in 14 AOK-Arztnetzen in Bayern und Nordrhein-Westfalen das Projekt ARena. Neben der AOK Bayern und der AOK Rheinland/Hamburg beteiligen sich das aQua-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen, die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) und die Agentur deutscher Arztnetze. Ziel ist es, Ärzte und Praxispersonal für einen vernünftigen Einsatz von Antibiotika zu sensibilisieren. Dazu gibt es regelmäßige Qualitätszirkel der beteiligten Mediziner sowie einen Austausch mit Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Apotheken.

 

Verständliche Informationen

Auch die Aufklärung der Patienten ist wichtig: „Um Sorgen und Ängste abzubauen, bieten wir verständliche Informationen für unsere Versicherten“, sagt Robert Hekele. Dazu erhalten beteiligte Praxen Plakate, sogenannte Infozepte und Erklärvideos. Sie erklären häufig auftretende Erkrankungen wie Infektionen der Atem- und der Harnwege und zeigen Patienten konkrete Alternativen zur Antibiotika-Behandlung auf. „Die Informationen sollen verdeutlichen, dass für Patienten ein Verzicht auf Antibiotika nicht die schlechtere, sondern die richtige Behandlung sein kann“, so Robert Hekele Die AOK-Auswertung der Antibiotika-Verordnungen zeigt auch, dass jeder betroffene AOK-versicherte Patient im Landkreis Landshut 16,52 Tage die hochwirksamen Medikamente eingenommen hat, in der Stadt Landshut sogar an knapp 18 Tagen. Im Vergleich zu 2015 ist dies ein leichter Anstieg. „Die gute Nachricht ist, dass die Zahl der Antibiotika-Verschreibungen in Bayern langfristig abnimmt – das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein sorgsamer und bedarfsgerechter Einsatz von Antibiotika auch zukünftig zwingend notwendig sein wird“, erklärt Robert Hekele.

 

 

Internet-Tipp:

Weitere Informationen zu Antibiotika, mögliche Resistenzen und wie man diese auch selbst vermeiden kann, gibt es unter www.arena-info.de, der Internetseite des Projektes ARena.

 

Seite 42 das schlafmagazin 3/2013

 

David gegen Goliath


Bayern-AOK zieht gegen Frührentner zu Felde


WERNER WALDMANN

Der Vorstandschef der bayerischen AOK rastete wegen des Leserbriefs eines

Frührentners aus Landshut aus und glaubte, dass damit das Ansehen seiner

Kasse beschädigt sei – und so setzte er umgehend eine juristische Strafexpedition

nach Landshut in Marsch, sprich eine kostenpflichtige Unterlassungserklärung

gegen jenen Leserbriefverfasser. Ob der AOK-Chef mit dieser Strategie das

Image seiner Kasse aufpoliert oder seinen Versicherten gar erst klarmacht, sich

doch besser einer anderen Krankenkasse anzuvertrauen, die gegen Bürger nicht

gleich die juristische Keule bemüht, sondern sich lieber um die Versorgungsqualität

ihrer Versicherten kümmert, das ist die Frage.

 

Eine anrührende Story möchte ich Ihnen heute präsentieren.

Zur Warnung und zur Belustigung.

Die Geschichte spielt in Bayern,

dem Land der romantischen Seen,

der CSU und des Weißbiers.

Da ist ein Frührentner namens

Dendl, Helmut Dendl. Der lebt in

Landshut. Er hat einen irren sozialen

Touch. Er ist Schülerpate, gärtnert im

AWO-Heim mit Senioren, schlüpft im

Dezember in ein Nikolausgewand

und besucht alle Gesunden und

Kranken im AWO-Heim, und geht mit

Kleinkriminellen grillen, die auf Bewährung

draußen sind. Dendl engagiert

sich als Bürger in der lokalen

Szene. Der Mann sagt seine Meinung,

geradeheraus. Lässt sich nicht

verbiegen. Und Dendl leitet auch

eine Selbsthilfegruppe in Landshut,

die sich der Schlafapnoe- und Restless-

Legs-Patienten annimmt. Dendl

kennt sich da aus, denn er leidet

selbst unter dieser Krankheit und

macht aus seinen Erfahrungen kein

Geheimnis. Sein Wissen soll auch anderen

Betroffenen, die mit der Therapie

Probleme haben, zugutekommen.

Dendl – ein Paradebürger, uneigennützig,

kommunikativ: Dem müsste

die Bayerische Landesregierung

schon eine Bayerische Medaille für

gelebtes Ehrenamt an die Brust heften.

Dendl verfolgt natürlich, was sich

in der Politik so tut. Besonders in der

Gesundheitspolitik. Denn das betrifft

den Bürger unmittelbar. Dendl fand

den hausarztzentrierten Vertrag, den

die AOK in Bayern einst aus der Taufe

hob, schlichtweg gut. Ein solcher Vertrag

bringt denjenigen, die sich bei

ihrem Doktor einschreiben lassen, einige

Vorteile.

Krankenkassen und Hausärzteverbände

zusammenzukriegen, das ist

ein Kunststück, denn da sind kontroverse

Interessen im Spiel. Mit Verhandlungsgeschick

und dem Gedanken,

gemeinsam etwas für die Patienten

zu tun, lässt sich das schon

meistern. Siehe das Beispiel Baden-

Württemberg. Dort entwickelte sich

der vor fünf Jahren geschlossene

Hausarztvertrag zu einem Selbstläufer.

Die AOK Baden-Württemberg

unter ihrem Vorstandschef Dr. Christopher

Hermann setzt immer wieder

ein weiteres Stück obendrauf. Jetzt

kriegen auch Jugendliche bis zum

18. Lebensjahr nichtverschreibungspflichtige

Medikamente von der AOK

erstattet. Toll für die Familien. Der

schwäbische Hausarztvertrag ist ein

Bombenerfolg. So sehen Sieger aus,

verkündete jüngst die Presse zum

Jubiläum.

In Bayern hat sich das etwas anders

entwickelt. AOK und Hausärzte

konnten nie einen gemeinsamen

Nenner finden, geschweige denn

den Hausarztvertrag zum Erfolg führen.

Die Bayern-AOK reklamiert für

sich, einen solchen Vertrag frühzeitig

auf den Weg gebracht zu haben,

dann aber drohten die Hausärzte,

ihre Kassenzulassung auf breiter

Front zurückzugeben. Der Coup

misslang, weil Ärzte sich auch nie

einig sind. Die AOK kündigte den

Vertrag daraufhin. 14 Monate existierte

also keiner. Die Politik verdonnerte

die Kasse dann dazu, den Vertrag

zu reanimieren. Es gab ihn also

wieder und es gab ihn doch nicht so

recht. Der Vorstand des Hausärztekreises

Landshut, Dr. Gerhard Liebl,

musste es wissen, als er der Landshuter

Zeitung verriet: „Die AOK“, so

Dr. Liebl, „fährt den derzeit geltenden

Hausarztvertrag bewusst an die

Wand, nachdem sie von der Politik

zum Abschluss gezwungen war… Sie

boykottiert und arbeitet gegen ihn,

wo es nur geht.“ In Wikipedia war

vor kurzem noch nachzulesen, dass

es in Bayern keinen gültigen Hausarztvertrag

gebe. Ein rechtes Tohuwabohu.

Da kann sich ein Laie kaum

zurechtfinden.

Der Held unserer Geschichte

glaubte nun wirklich, es gäbe keinen

gültigen Hausarztvertrag der AOK,

und mit dieser Kenntnis verfasste er

seinen Leserbrief. Dendl freilich irrte

mit seinem Satz „In Bayern kündigte

die AOK im Dezember 2010 den

Hausarztvertrag. Damit steht für

AOK-Versicherte zurzeit kein Hausarztmodell

zur Verfügung.“

Dendl musste sich setzen, als ein Schreiben der Anwälte Richter & Simon aus München in seinem Briefkasten landete. In nüchternem Anwaltsdeutsch wurde er aufgefordert, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen und 750 Euro Anwaltsgebühren zu berappen. Dendl hatte inzwischen weiterrecherchiert und sah ein, dass er geirrt hatte. Doch dafür 750 Euro den Anwälten in den Rachen zu werfen, nein, das sah seine Bürgerseele nicht ein.  Wenn man das Schreiben der Anwältin Sabine Richter liest, muss man sich wundern. Dieser Leserbrief, so die Juristin, betreibe unlauteren Wettbewerb zugunsten der anderen Krankenkassen, da er bei dem Leser den falschen Eindruck erwecke, dass andere Krankenkassen ihren Versicherten im Gegensatz zur AOK in Bayern ein Hausarztmodell zur Verfügung stellten. Gut, Anwältin Richter beherrscht ihr Geschäft. Von ihr ist nicht zu erwarten, dass sie wie ein Normalmensch denkt. Dendl hat sich geirrt, wohl wahr. Doch muss sich ein juristischer Laie beim Verfassen eines Leserbriefs um juristischen Beistand bemühen? Im Leserbrief darf man seine Meinung äußern. Nur beleidigen darf man niemand. Oder hat Dendl die AOK beleidigt? Ist das überhaupt möglich? Dass Dendl mit seinem Irrtum AOK-Versicherte in die Arme anderer Krankenkassen treibe, das ist schon eine abenteuerliche Interpretation!

Wir wollen dies der Anwältin Richter nicht verdenken, denn sie hat schlicht ihr Mandat erfüllt. Urheber der Unterlassungskampagne war – man staune! – der Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern selbst, Dr. Helmut Platzer. Die von ihm schwungvoll unterzeichnete Vollmacht liegt vor mir auf dem Schreibtisch. Mein spontaner Gedanke: Ist dieser Mann noch bei Trost? Und: Um Gottes willen, was hat der für Berater? Mit einer solche Petitesse gibt sich doch kein Vorstandsboss ab. Aber das kann ein Dr. Platzer dem Ansehen seiner AOK doch nicht antun!

Dr. Platzer hat mich als Vorsitzenden des BSD auf mein Schreiben hin zu diesem Fall nach München eingeladen. Ich versuchte ihm klarzumachen, dass er da wohl die falschen Register gezogen habe. Er beschäftigt einen Pressesprecher. Den hätte er zur Landshuter Zeitung schicken sollen, um in einem Interview kundzutun, dass die AOK im Augenblick sehr wohl wieder einen gültigen Hauarztvertrag habe. Auf diese Idee kam offenbar niemand in der Vorstandsetage. Statt mit Dendl mal zu reden, wurde sofort ein Anwaltsbüro in Marsch gesetzt. Ich riet Dr. Platzer, den Dendl schleunigst einzuladen und ihn zu einem Fan der AOK zu machen. Dr. Platzer steht als AOK-Boss ein stattliches Salär zu. Verständlich, dass er sich so nicht vorstellen kann, dass es einen kleinen Frührentner umhaut, wenn der plötzlich 750 Euro aufs Anwaltskonto überweisen soll. Dr. Platzer kann sich wohl auch nicht so leicht vorstellen, dass eine solche Geschichte dem kleinen Mann auf die Psyche geht. Dendl ist jetzt wütend. Er hat die AOK auf Schmerzensgeld verklagt. Aufs Geld kommt es ihm aber nicht an. Er will Öffentlichkeit.

Er will wissen, ob ein Krankenkassenboss die Beiträge seiner Versicherten für eine solch banale Angelegenheit verpulvern darf. Und er will wissen, ob seine irrtümliche Bemerkung zum Hausarztvertrag dem Ansehen der AOK in Bayern geschadet habe oder ob die überzogene Reaktion des Dr. Platzer die Kasse in Misskredit bringt.

Ob Dr. Platzer doch noch einlenkt? Ob er auf Dendl zugeht und seine juristische Strafaktion bedauert und Satisfaktion offeriert? Deeskalation nennt man das, wirkungvolles Krisenmanagement.

Eines kann ich mir zum Schluss nicht verkneifen: Dendl muss ein Hellseher sein. Dr. Platzer hat den Hausarztvertrag vor kurzem auf 2014 ordentlich gekündigt. War in der Medical Tribune zu lesen.

Dendl hat also seinen Leserbrief nur ein Jahr zu früh an die Zeitung verschickt.

Werner Waldmann MA
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