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Ärzte vom Klinikum Landshut

Bildtext:Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (r.) und der neue Geschäftsführer des Klinikums Landshut Dr. med. Philipp Ostwald vereinbarten in einem ersten Kennenlern-Gespräch eine enge Zusammenarbeit.

 

Landtagsabgeordneter Radlmeier beim Antrittsbesuch beim neuen Geschäftsführer

„Mit ihrem großen Erfahrungsschatz werden sie dem Klinikum gut weiterhelfen können“, hielt Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (CSU) am Ende seines Besuches beim neuen Geschäftsführer des Klinikums, Dr. med. Philipp Ostwald, deutlich. Ostwald kann auf langjährige Erfahrung im Krankenhausmanagement und als Arzt zurückblicken. Der 52-jährige kündigte an, das Klinikum so zu optimieren wollen, dass alle davon profitieren – Mitarbeiter wie Patienten.

 Helmut Radlmeier war der Antrittsbesuch ein großes Anliegen: Der Abgeordnete ist Mitglied des Gesundheitsausschusses. Eine gute Zusammenarbeit mit den Akteuren im Gesundheitssektor liegt ihm daher sehr am Herzen. Seit drei Monaten ist nun der Dr. Philipp Ostwald neuer Geschäftsführer des Landshuter Klinikums. Der gebürtige Münchner hat beeindruckende Referenzen: Er war Geschäftsführer des Klinikums Freising, Kaufmännischer Direktor und Vorstandsmitglied Rechts der Isar sowie Alleinvorstand des Kommunalunternehmens Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren. Ostwald arbeitete zudem als Arzt, unter anderem in der Klinik für Anästhesiologie der LMU München. Dr. Ostwald bekannte im Gespräch: „Ich bin im Krankenhaus groß geworden. Ich habe quasi Krankenhaus im Blut“. Philipp Ostwald ging auch auf seine Aufgaben in Landshut ein: So sehe er es erst einmal als seine wichtigste Aufgabe an, alle die im Krankenhaus arbeiten, immer wieder an einen runden Tisch zu bringen. „Kommunikation ist alles“, brachte es der Krankenhausmanager auf einen Nenner.

Noch besser werden

Außerdem gelte es, die hohe medizinische Qualität aufrecht zu erhalten, aber auch die Wirtschaftlichkeit im Blickfeld zu haben. Dr. Ostwald erklärte im Fachgespräch, man könnte einige Abläufe im Klinikum noch dahingehend verbessern, dass sowohl Mitarbeiter als auch Patienten profitieren könnten. Der neue Geschäftsführer sprach in diesem Zusammenhang dem Personal des Hauses ein großes Lob aus: „Alle hier machen hier weitaus mehr nur als ihren Job. Alle arbeiten sehr engagiert“. Als erstes wolle er daher im Rahmen der Möglichkeiten die Mitarbeiter entlasten. Davon würden letztlich auch die Patienten des Klinikums profitieren.

Bitte um Unterstützung

Ostwald gab dem Landshuter Stimmkreisabgeordneten noch einen Wunsch mit auf den Weg: Die Verlagerung des Hubschrauberlandesplatzes auf das Krankenhausdach. Der bestehende Platz sei nicht optimal gelegen. Mit der Verlagerung auf das Dach und damit hin zu den Funktionsabteilungen könnte man die überregionale Traumaversorgung optimieren und zugleich den Standort stärken. Helmut Radlmeier sicherte hier zu, sich für diesen Wunsch einzusetzen. Außerdem bot er dem neuen Geschäftsführer eine enge Zusammenarbeit an – ob als Stadtrat, Stimmkreisabgeordneter oder als Mitglied des Gesundheitsausschusses. Für das Klinikum wünsche er sich mit Blick auf den Geschäftsführerposten endlich Kontinuität. „Das Haus und seine Mitarbeiter brauchen Ruhe an dieser Front“, bekräftigte Radlmeier seine Meinung.

 

Foto: Klinikum

Pressemitteilung

Innovative Behandlung von Leberkrebs am Klinikum Landshut

Leberkrebs bleibt bei vielen Patienten lange unerkannt, oft wird der Tumor erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Für einen größeren Befall gibt es am Klinikum Landshut eine neue Behandlungsmethode: Dabei fließen Millionen radioaktive Mikro-Kügelchen direkt in die Leber. Die ersten Patienten wurden bereits erfolgreich behandelt.

Gezielte Behandlung von Lebertumoren: Die winzigen radioaktiven Kügelchen werden direkt in die Lebertumore eingebracht.

(v.l.) Dr. Bernhard Scher, Chefarzt der Nuklearmedizin, Eva Schneider, Leitende Medizinisch-Technische Radiologieassistentin, und Dr. Gerhard Oberst, Leitender Oberarzt der Radiologie, überprüfen die Mikrosphären. Fotos: Klinikum Landshut

Bei den ersten vier Patienten ist der Eingriff problemlos verlaufen. Das berichtet Prof. Dr. Dr. Matthias Dollinger, Chefarzt der Medizinischen Klinik I und Leberspezialist am Klinikum Landshut. Die vier Patienten wurden mit der selektiven internen Radiotherapie, kurz SIRT, behandelt. „Gedacht ist SIRT für Patienten, bei denen der Lebertumor nicht operativ entfernt werden kann“, erklärt Prof. Dollinger. Dabei kann es sich sowohl um primären Leberkrebs als auch um Metastasen handeln. „Das ist ein medizinischer Quantensprung für Landshut“, so Geschäftsführer Dr. Philipp Ostwald. Die selektive interne Radiotherapie ist nur an hepatologischen Zentren an Universitätskliniken angesiedelt.

Das Ziel der Therapie: den Lebertumor möglichst stark zu verkleinern. „Wir wollen die Lebensqualität unserer Patienten steigern und ihre Lebenserwartung verlängern“, so Prof. Dollinger. Das Verfahren bringt ähnlich gute Ergebnisse wie eine Chemotherapie, kommt aber ohne deren Nebenwirkungen aus und ist damit schonender, so Dollinger. „Im Idealfall wird die Chemotherapie unnötig oder wir können sie verzögern.“

Bei dem Verfahren werden Millionen radioaktive Kügelchen direkt in den Lebertumor eingebracht. Der Eingriff dauert etwa 90 Minuten unter lokaler Betäubung – sechs Experten des Klinikums betreuen den Patienten, u.a. ein Radiologe, ein Nuklearmediziner und ein Gastroenterologe. Durch eine kleine Punktion wird ein Katheter durch die Arterie zur Leber geführt – durch diesen kleinen, biegsamen Schlauch fließen die radioaktiven Kugeln in den Tumor. Die Mikrosphären sind klein genug, um durch die Leberarterien zu gelangen, aber zu groß für die Blutgefäße im Tumor, wo sie hängen bleiben. Ihre Wirkung entfalten die Substanzen ausschließlich in der Leber, wo sie die bösartigen Zellen gezielt bestrahlen und schließlich verkleinern. Verschiedene klinische Studien haben gezeigt, dass die selektive interne Radiotherapie Lebertumore stark verkleinern kann. Einige Tumoren schrumpfen so weit, dass sie schließlich operativ entfernt werden können.

Vor der Strahlung müssen die Patienten keine Angst haben: Die radioaktiven Mikrosphären haben eine sehr geringe Reichweite von wenigen Millimetern. „Das gesunde Gewebe wird so wenig wie möglich belastet“, erklärt Dr. Bernhard Scher, Chefarzt der Nuklearmedizin am Klinikum. Im Normalfall werden die Patienten ein bis zwei Tage nach dem Eingriff nach Hause entlassen. Das Behandlungsteam überwacht die Fortschritte. Erforderlich für das neue Therapieangebot SIRT war auch eine neue Angiographie-Anlage, die auf dem neuesten technischen Stand ist.

Etwa ein bis zwei Wochen bevor die eigentliche Behandlung beginnt, muss der Patient einige Voruntersuchungen durchlaufen. Ein sog. Mapping bereitet die Leber auf die radioaktiven Mikrokugeln vor. Mittels Angiographie verödet ein Radiologe die Gefäße im Organ, damit die Mikrosphären ihren Dienst nur im kranken Gewebe tun und nicht außerhalb der Leber gelangen. „In dieser Testphase bekommt der Patient außerdem erste Kügelchen verabreicht“, so Prof. Dollinger. Erst dann steht fest, ob der Patient mit SIRT behandelt werden kann. Außerdem sollte die Leber ausschließlich oder hauptsächlich erkrankt sein. Gleichzeitig muss das Organ einigermaßen gesund sein und zufriedenstellend arbeiten.

Keine Angst vor der Strahlung müssen die Patienten laut Dr. Bernhard Scher, Chefarzt der Nuklearmedizin und Prof. Dr. Dr. Matthias Dollinger, Chefarzt der Medizinischen Klinik I, haben.

Drei Fachabteilungen sind an dem rund 90-minütigen Eingriff beteiligt, hier mit (v.l.) Oberarzt Dr. Robert Matzberger (Gastroenterologie), Leitendem Oberarzt Markus Büchner (Nuklearmedizin), Oberarzt Dr. Dominik Quaiser (Radiologie) und Leitendem Oberarzt Dr. Gerhard Oberst (Radiologie).

Das Bayerische Fernsehen hat Chefarzt PD Dr. Lerch, Funktionsoberärztin Dr. Kerstin Meier und Stationsleiterin Monika Reichhuber einen ganzen Tag lang begleitet.

Zu sehen gibt es den Beitrag in der Reihe “Docs auf Schicht“ morgen, am 4. Juli 2017, um 19 Uhr im Bayerischen Fernsehen.

 

 

Im Anschluss ist der Beitrag in der Mediathek des BR zu finden.