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Abwasser

14.10.2015 14:21

Stefanie Hennig Universitätskommunikation

Leuphana Universität Lüneburg

Lüneburg. Privathaushalte sind für die Mehrheit der ins Abwasser eingeleiteten Medikamentenrückstände verantwortlich. Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäuser, Psychiatrien und Pflegeheime tragen dagegen lediglich lokal und mit nur wenigen Substanzen als nennenswerte Verursacher zu einer Verunreinigung des Abwassers durch Arzneistoffe – kurz: API – bei. Zu diesem Ergebnis sind Nachhaltigkeitswissenschaftler der Leuphana Universität Lüneburg in Zusammenarbeit mit dem Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach in einer kürzlich in der Zeitschrift „Environment International“ veröffentlichten Studie gelangt.

Das Wissenschaftlerteam um Prof. Dr. Klaus Kümmerer analysierte Medikamentenverbrauchsdaten eines Krankenhauses, einer psychiatrischen Klinik und eines Pflegeheimes in Südwestdeutschland. Auf Basis der so ermittelten Verbrauchsmuster identifizierten die Forscher 50 häufig verabreichte Substanzen, die generell eine besondere Relevanz für den Abwassereintrag haben. Sie werden von den Patienten teils unverändert ausgeschieden und gelangen so ins Abwasser. Den über drei Jahre gemittelten gesamten Verbrauch dieser Medikamente durch die Gesundheitseinrichtungen verglichen die Wissenschaftler in einem zweiten Schritt mit dem jährlichen Gesamtverbrauch der ausgewählten Substanzen durch deutsche Privathaushalte. Dazu nutzten sie Daten aus dem jährlich veröffentlichten Arzneiverordnungs-Report (AVR), in dem alle Medikamente verzeichnet sind, die gesetzlich versicherten Patienten von deutschen Arztpraxen verschrieben werden.

Die Ergebnisse belegen für die überwiegende Zahl der untersuchten Substanzen im nationalen Vergleich einen deutlich höheren durchschnittlichen Verbrauch – und daraus abgeleitet eine höhere Emission – durch Privathaushalte als durch Einrichtungen des Gesundheitswesens. So ist der Verbrauch von Medikamenten, die den Verdauungstrakt oder das Herz-Kreislauf-System beeinflussen, in Krankenhäusern 15 bis 500 Mal niedriger als in Privathaushalten. In psychiatrischen Kliniken beläuft sich der Unterschied sogar bis auf den Faktor 2.500. Selbst der Verbrauch von Schmerzmitteln durch Krankenhäuser macht nur einen relativ kleinen Anteil am Gesamtverbrauch aus – bei Metamizol, dem Schmerzmittel mit dem größten Verbrauch, sind es lediglich 22 Prozent. Nennenswerte Verbrauchsmengen konnten nur für das Sedativum Clomethiazol in Krankenhäusern sowie für das Neuroleptikum Quetiapin und das Antidepressivum Moclobemid in Pflegeheimen aufgezeigt werden. Spezifische API wie diese können daher in regionaler Perspektive auf bestimmte Gesundheitseinrichtungen als Emissionsquellen zurückgeführt werden.

Anhand ihrer Studie konnten die Lüneburger Wissenschaftler erstmals belegen, dass bundesweit betrachtet auch psychiatrische Kliniken und Pflegeheime im Vergleich zu Privathaushalten nur einen geringen Anteil an der Einleitung von API ins kommunale Abwasser haben. In bisherigen Untersuchungen war dies lediglich für Allgemeine Krankenhäuser nachgewiesen worden. Auch die methodische Vorgehensweise der Wissenschaftler – die Vorhersage der Emission von API auf Basis von Verbrauchsmustern zu modellieren – ist neu. „Unsere Studie hat gezeigt, dass Verbrauchsmuster ein mindestens ebenso genaues Bild der Abwasserverschmutzung durch einzelne Substanzen ergeben wie Messungen im Abwasser selbst“, so Manuel Herrmann, Hauptautor der Studie. „Unsere Methode hat gegenüber der Messmethode allerdings den Vorteil, dass sie viel weniger aufwändig und kostenintensiv ist. So können Verunreinigungen sehr einfach vorhergesagt werden und Politik und Verwaltung können gezielt und zeitnah reagieren.“

Weitere Informationen:

Herrmann, Manuel; Olsson, Oliver; Fiehn, Rainer; Herrel, Markus; Kümmerer, Klaus (2015). The Significance of Different Health Institutions and Their Respective Contributions of Active Pharmaceutical Ingredients to Wastewater. Environment International 85, 61-76.

Kontakt:

Prof. Dr. Klaus Kümmerer
Leuphana Universität Lüneburg
Institut für Nachhaltige Chemie und Umweltchemie
Telefon +49.4131.677-2893
klaus.kuemmerer@leuphana.de

Apotheker Manuel Herrmann
Leuphana Universität Lüneburg
Institut für Nachhaltige Chemie und Umweltchemie
Telefon +49.4131.677-2896
manuel.herrmann@leuphana.de

 

Bild: Werkleiter Armin Bardelle, Dr. Andreas Schuster, Prof. Dr.-Ing. F. Wolfgang Günthert und Bürgermeister Erwin Schneck (von links) bei der Übergabe der Zertifizierungs-Urkunde.

Stadtwerke erhalten TSM-Urkunde vom DWA-Landesvorsitzenden

 

Der Bereich Abwasser der Stadtwerke Landshut hat die Prüfung zum technischen Sicherheitsmanagement (TSM) Abwasser erfolgreich bestanden. Zwei Jahre dauerte die Vorbereitungszeit, die Urkunde erhielten Dr. Andreas Schuster, Bereichsleiter Abwasser, und Werkleiter Armin Bardelle im Rahmen des kommunalen Erfahrungsaustausches Abwasser am Dienstag in der Sparkassenakademie überreicht.

Das TSM ist ein Verfahren zur Selbstüberprüfung von Unternehmen hinsichtlich der Qualifikation und Organisation des technischen Bereiches. TSM hilft, Organisationsdefizite zu erkennen und Schwachstellen zu beseitigen, damit Haftungsfolgen für das Unternehmen abgewendet werden, und somit das Unfallrisiko zu senken.

Bei der Übergabe durch den Landesvorsitzenden der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA), Prof. Dr.-Ing. F. Wolfgang Günthert, betonte dieser bei den anwesenden Führungskräften von Abwasseranlagen, die Wichtigkeit der TSM-Zertifizierung für die Betriebe. Bei den Stadtwerken Landshut ist es nach den Zertifizierungen für die Sparten Strom, Erdgas und Wasser eine weitere erfolgreich bestandene TSM-Prüfung. Weitere Bereiche wie Fernwärme und Erzeugung sollen folgen.

Der kommunale Erfahrungsaustausch Abwasser ist eine Informationsplattform für einen effektiven Wissenstransfer „aus der Praxis für die Praxis“ der DWA für Mitgliedskommunen. Der Landesverband Bayern tagte am Dienstag und Mittwoch in Landshut. In der Sparkassenakademie wurden aktuelle Fragestellungen aus dem Bereich der gesamten Abwasserentsorgung diskutiert. Die Veranstaltung wurde von den Stadtwerken Landshut ausgerichtet. Bürgermeister Erwin Schneck überbrachte den Gästen aus ganz Bayern das Grußwort der Stadt Landshut und hob den hohen Stellenwert der Abwasserreinigung beim Umweltschutz hervor.

 

 

08.12.2013 13:59

 

Energie sinnvoller nutzen – Potenzial der Abwärme

Dr. Norbert Aschenbrenner Corporate Communications, Corporate Technology
Siemens AG

Siemens-Forscher untersuchen, wie verschiedene Komponenten eines künftigen Energiesystems möglichst optimal miteinander zusammenspielen. In seiner neuesten Ausgabe berichtet das Forschungsmagazin “Pictures of the Future” über die Chancen dieses multimodalen Energiesystems. Wissenschaftler der globalen Siemens-Forschung Corporate Technology (CT) wollen langfristig verschiedenste Energiequellen wie Öl und Gas, Wind, Sonne, Biomasse und Abwärme so kombinieren, dass sie möglichst effizient und umweltschonend Strom, Wärme, Kälte und Trinkwasser erzeugen. Bisher wurden meist nur einzelne Aspekte solcher Systeme betrachtet, etwa die Einspeisung erneuerbarer Energien. Nun beschäftigen sich die CT-Forscher mit Netzen aus vielen Komponenten und untersuchen ihre Wechselwirkungen und deren Einfluss auf die Gesamtstabilität.

Einen Aspekt, den die Forscher derzeit besonders untersuchen, ist die Nutzung von Abwärme, etwa von Maschinen oder Industrieanlagen. Vor allem Abwärme bei niedrigen Temperaturen wird heute noch kaum wirtschaftlich genutzt. Dennoch steckt auch darin wertvolle Energie – etwa für die Trinkwassererzeugung. Dafür haben Forscher aus Erlanger eine Demonstrationsanlage entwickelt: Abwärme im Temperaturbereich von 70 bis 120 Grad Celsius wird genutzt, um Abwasser zu verdunsten. Der entstandene Wasserdampf wird in einen Kondensator geleitet, wo er sich wieder niederschlägt. So entstehen reines Wasser und eine reduzierte Menge konzentrierten Abwassers.

In dem Prototypen strömt Schmutzwasser von oben durch isolierte Rohre und passiert mehrere Wärmetauscher, in denen es unter anderem durch die Abwärme erwärmt wird. Danach rieselt es im Verdunster nach unten und verdunstet. Ein Gebläse erzeugt einen Luftstrom, der das verdunstete Wasser mit nach oben nimmt, so dass es rechts auf der Kondensatorseite wieder kondensieren kann – und schon ist die Trennung perfekt. Um mit einem Minimum an elektrischer Energie so viel Wasserdampf wie möglich zu transportieren, muss die Temperaturverteilung und die Luftmenge präzise gesteuert werden. Der nächste Schritt wäre eine Pilotanlage, die pro Stunde 25 Kubikmeter Wasser reinigen kann. Das würde genügen, um in der Getränkeindustrie das Abwasser aus der Flaschenabfüllung zu reinigen. Die Technologie eignet sich aber auch dafür, Abwasser einer Brauerei oder Wasser aufzubereiten, das bei der Ölförderung anfällt.

Die Forscher entwickelten zudem eine neuartige Wärmepumpe, die sich auf maximal 140 Grad aufheizen kann – bisher lag die Obergrenze bei 90 Grad. Sie erreichen das durch ein spezielles Arbeitsmedium für den Wärmepumpenkreislauf. Mit der neuen Wärmepumpe ließen sich zum Beispiel 70 bis 90 Grad Celsius heiße Abwärme aus der Industrie oder die Wärme aus geothermischen Quellen auf die im Fernwärmenetz üblichen 130 Grad erhitzen und für die Heizung von Gebäuden nutzen.

http://www.siemens.com/press/de/pressebilder/?press=/de/pressebilder/innovationn…


Weitere Informationen:

http://www.siemens.de/innovationnews


 

 

Pressemitteilung

München, 25. September 2013

PM 356/13

Huber: Wasser ist Leben – Lagebericht dokumentiert große Erfolge beim Gewässerschutz in Bayern

 

Bayern ist bei der Qualität der Abwasserreinigung im deutschland- und europaweiten Vergleich in der Spitzengruppe. Das betonte der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber bei der Vorstellung des aktuellen Lageberichts: “Die vom Freistaat seit Jahrzehnten betriebene konsequente Gewässerschutzpolitik zeigt große Erfolge. Der gemeinsame Einsatz von Freistaat und Kommunen beim Gewässerschutz lohnt sich: Alle großen Seen Bayerns haben Badegewässerqualität. Durch die hohe Reinigungsleistung der bayerischen Kläranlagen haben rund drei Viertel der Fließgewässer in Bayern bei der organischen Belastung einen guten oder sehr guten Zustand.” Im Freistaat werden 2.636 kommunale Kläranlagen mit einer Gesamtausbaugröße von insgesamt rund 26,8 Millionen Einwohnerwerten betrieben. Die Kommunen haben dafür in den vergangenen 60 Jahren rund 34 Milliarden Euro investiert. Der Freistaat gewährte Fördermittel in Höhe von 8,7 Milliarden Euro. Die Anlagen reinigen im Jahr mehr als 1,5 Milliarden Kubikmeter Abwasser – das entspricht in etwa der Füllmenge des Ammersees. Der Anschlussgrad der bayerischen Bevölkerung an öffentliche Abwasseranlagen stieg seit 1990 von 87,5 Prozent auf heute knapp 97 Prozent – damit sind rund 12 Millionen Einwohner des Freistaats an eine kommunale Kläranlage angeschlossen. Etwa 3 Prozent der Einwohner behandeln das Abwasser in Kleinkläranlagen. Huber: “Seit 2003 wurden etwa 172 Millionen Euro für den Bau und die Nachrüstung von Kleinkläranlagen bewilligt. Damit ist Bayern Spitzenreiter bei der Förderung von Kleinkläranlagen.” Die Reinigungsleistung der in Bayern betriebenen Anlagen liegt im europäischen Vergleich im Spitzenfeld und beträgt bei Stickstoff etwa 78 Prozent, bei Phosphor sogar rund 87 Prozent.

Huber kündigte gleichzeitig ein weiterhin konsequentes Vorgehen beim Gewässerschutz an: “Bayerisches Wasser ist ein Premiumprodukt. Bei den erreichten Erfolgen dürfen wir deshalb nicht stehenbleiben. Der Freistaat wird zusammen mit den Kommunen auch in Zukunft den Gewässerschutz mit Nachdruck verfolgen.” Besondere Schwerpunkte im Bereich der kommunalen Abwasserbeseitigung sind zukünftig die Energieeffizienz in der Abwasserbeseitigung, die weitere Verbesserung der Behandlung von Regenwasser und Optimierung und Substanzerhalt bestehender Abwasseranlagen. Aktuelle Studien zeigen, dass durch innovative und moderne Abwasseranlagen zwischen 2008 und 2010 bereits elf Prozent der Energie eingespart und zwölf Prozent mehr eigene Energie produziert werden konnten. Huber: “High-Tech-Kläranlagen reinigen nicht nur nach höchsten Umweltstandards. Die Betreiber können gleichzeitig Kosten sparen. Damit werden die Ressourcen, das Klima und die Finanzen der Bürger geschont.”

Mit dem Lagebericht 2012 informiert Bayern zum achten Mal über den Gewässerschutz im Freistaat. Gemäß der EU-Kommunalabwasserrichtlinie muss der Kommission alle zwei Jahre über den Stand der Abwasserbeseitigung berichtet werden. Der Bericht steht im Internet-Angebot des Bayerischen Landesamts für Umwelt zur Verfügung:http://www.lfu.bayern.de/wasser/abwasseranlagen_emissionen/index.htm.

 

 

 

0 2310

Fördert die Stadtverwaltung sogar das Wildbieseln?

Diese Frage stellte Stadtrat Rudolf Schnur in der Frageviertelstunde im Bausenatssitzung am 24. Mai 2012.

Grund dafür war die vom Liegenschaftsamt beim Baureferat beantragte Nutzungsändeurng des ehem. Feuerwehrgerätehauses Schönbrunn (Löschzug 8) für eine gewerbliche Nutzung als Kfz-Aufbereitungsdienst.

Gewöhnlich vor Ort gut unterrichtete Personen haben Stadtrat Schnur davon in Kenntnis gesetzt, dass der Gewerbebetrieb bereits vor der Genehmigung der Nutzungsänderung am 20. April 2012 betrieben worden war und bereits umfangreicher Schriftverkehr zwischen Bürgern und der Stadtverwaltung bzw. dem Oberbürgermeister bestand.

Wie bei ordnungsgemäßer Gewerbeausübung üblich müsste beispielsweise eine Toilette für die Beschäftigten und evtl. auch die Kunden nachgewiesen werden.

Dies ist vor Ort nicht der Fall. Eine Wasserversorgung ist dort durch eine Grundwasserpumpe gegeben. Das Abwasser des Gewerbebetriebes, davon geht die Stadt in seinen Auflagen aus, soll durch den Pächter mittels Transport in geeigneten Behälter an dafür zugelassenen Stellen erfolgen. Autoaufbereitung, Reifenwäsche usw. ohne direkte Abwasserentsorgung? Wo gibt es das sonst noch? Da stört es wohl auch nicht, wenn kleinere Lackarbeiten ohne die sonst üblichen Filter- und Absauganlagen durchgeführt werden.

Beobachter der durch die Stadt geschaffenen Situation wird es zu Recht als störend empfunden, dass die Notdurft der dort Beschäftigten im nahen Wald oder an den Wänden von Gebäuden befriedigt wird. Oberbürgermeister Hans Rampf riet in der Bausenatssitzung dazu, für die Notdurft doch den nahegelegenen Schweinbach zu nutzen.

Ursprünglich hatte das Liegenschaftsamt beabsichtigt, nach dem verdienten Umzug des Löschzuges 8 aus dem, den Ehrenamtlichen schon zu lange zugemuteten Gebäude (fehlende Sanitäranlagen, fehlende Möglichkeiten der Reinigung von Material und Kleidung nach Einsätzen, unzureichende Heiz- und Lüftungsmöglichkeiten, Schimmelbildung an der Kleidung usw.) die Liegenschaft zu veräußern. Ein Interessent war bereits vorhanden.

Nun kam alles anders und die Obrigkeit verschließt beide Augen?