Home Allgemein SCHLAGANFALL-VERSORGUNG WEITER VERBESSERT — Neuroradiologe per Hubschrauber zu Patienten ins Krankenhaus Vilsbiburg

SCHLAGANFALL-VERSORGUNG WEITER VERBESSERT — Neuroradiologe per Hubschrauber zu Patienten ins Krankenhaus Vilsbiburg

Bildunterschrift: Das Team des Ärztlichen Direktors Prof. Dr. Christian Pehl und die Neuroradiologen aus München-Harlaching freuen sich, durch die neuen DSA-Anlage Schlaganfallpatienten am Krankenhaus Vilsbiburg noch besser behandeln zu können.

 

Schlaganfall-Versorgung weiter verbessert

Neuroradiologe kommt künftig per Hubschrauber zu Patienten ins Krankenhaus Vilsbiburg

 

Beim Schlaganfall zählt jede Minute! Aus diesem Grund haben die LAKUMED Kliniken die Schlaganfall-Behandlung am Krankenhaus Vilsbiburg weiter verbessert. Im Rahmen des telemedizinischen Projektes zur integrierten Schlaganfallversorgung (TEMPIS) behandeln Ärzte in Zusammenarbeit mit neurologischen Spezialisten aus München-Harlaching und Regensburg die Schlaganfall-Patienten per Videokonferenz vor Ort in Vilsbiburg. Bei Patienten, bei denen eine Thrombektomie notwendig ist, fliegt künftig der Experte per Hubschrauber direkt zum Patienten ins Krankenhaus Vilsbiburg.

 

Bei einem Schlaganfall können im betroffenen Bereich des Gehirns fast zwei Millionen Zellen pro Minute absterben – aus diesem Grund ist eine rasche Behandlung für die Genesung des Patienten entscheidend. „Viele Blutgerinnsel, die für einen Schlaganfall verantwortlich sind, können durch medikamentöse Therapie, die sogenannte Lyse, aufgelöst werden“, erklärt Prof. Dr. Christian Pehl, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Ärztlicher Direktor am Krankenhaus Vilsbiburg. In diesem Fall arbeiten im Rahmen des TEMPIS-Projekts geschulte Ärzte des Krankenhauses Vilsbiburg per Videokonferenz mit Experten aus München-Harlaching und Regensburg eng zusammen und können so eine rasche Behandlung direkt vor Ort sicher stellen.

 

„Wenn das Blutgerinnsel allerdings eine bestimmte Größe erreicht hat, kann es oftmals nicht medikamentös aufgelöst werden, sondern es wird eine Thrombektomie erforderlich“, sagt Leitender Oberarzt Dr. Klaus Landendinger. Bei der Thrombektomie wird ein dünner Katheter durch die Leiste direkt zum Blutgerinnsel ins Gehirn eingeführt. Dort breitet sich zur Gefäßwand hin ein hauchdünner Maschendraht aus, der den Thrombus in sein Inneres einschließt und so unter Sog aus dem Gefäß herausgezogen wird.

 

Bisher wurden Patienten für die Thrombektomie in das nächstgelegene Interventionszentrum verlegt, da nur dort die Behandlung durchgeführt werden konnte. In dieser Woche ging im Rahmen des TEMPIS-Projekts eine neue Versorgungsstruktur für diese Patientengruppe in Betrieb: Nach Stellung der Diagnose wird der Patient in Vilsbiburg auf den Eingriff vorbereitet, während dessen fliegt der Neuroradiologe mit dem Hubschrauber von München-Harlaching oder München Rechts der Isar direkt zum Patienten. Die Behandlung findet vor Ort statt, der Patient muss nicht mehr verlegt werden. „Damit verkürzen wir die Zeitspanne bis zur Wiedereröffnung des Gefäßes um bis zu 100 Minuten“, erklärt Prof. Dr. Pehl. „Dies ist ein entscheidender Zeitvorteil, da eine erfolgreiche Schlaganfallbehandlung nur innerhalb von sechs Stunden möglich ist.“

 

Ermöglicht wird die neue Versorgungsstruktur durch das Flying-Interventionalists-Projekt von TEMPIS. Ziel ist es, die Schlaganfallbehandlung in der Region Süd-Ost-Bayern weiter zu verbessern und bei jedem Patienten bis zur Lösung des Gerinnsels noch mehr Zeit einzusparen. Der Hubschrauber, der die Neuroradiologen nach Vilsbiburg bringt, ist an 7 Tagen in der Woche von 8 bis 22 Uhr bei geeignetem Wetter flugbereit. Um die Eingriffe am Krankenhaus Vilsbiburg durchführen zu können, installierten die LAKUMED Kliniken für knapp eine halbe Million Euro eine neue DSA-Anlage. Die DSA-Anlage ermöglicht es, mehrere zeitlich aufeinander folgende Röntgenbilder von den verengten oder verschlossenen Gefäßen zu erstellen, gleichzeitig die Intervention durchzuführen und das Ergebnis zu kontrollieren.

 

Rund 80 Prozent der Schlaganfälle entstehen, weil ein Blutgerinnsel eine Ader im Gehirn verstopft und dadurch das umliegende Gehirngewebe nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Dadurch treten Störungen der Gehirnfunktion in den betroffenen Bereichen auf. Um auch im ländlichen Raum die rasche Wiedereröffnung von verschlossenen Gefäßen sicherzustellen, nimmt das Krankenhaus Vilsbiburg seit 2013 unter der Leitung des Ärztlichen Direktors und Chefarztes der Medizinischen Klinik, Prof. Dr. Christian Pehl, und Leitendem Oberarzt Dr. Klaus Landendinger am TEMPIS Projekt teil. Insgesamt haben sich 21 Kliniken aus Süd-Ost-Bayern im Rahmen von TEMPIS zusammengeschlossen, um in Zusammenarbeit mit Spezialisten aus München-Harlaching , München Rechts der Isar oder Regensburg die Schlaganfallbehandlung abseits der Ballungsräume sicherzustellen. Das Projekt „Flying Interventionalists“ wird zunächst für einen Zeitraum von drei Jahren von den Bayerischen Krankenkassen finanziert und hält in den kommenden Monaten Einzug in weiteren TEMPIS Kliniken.

 

 

Bildquelle: LAKUMED Kliniken