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Russisches Uranschiff wieder auf dem Weg

Brandbrief an Bundesminister Lemke und Habeck:
“Atomgeschäfte in Lingen mit Russland sofort beenden”

Mehrere Anti-Atom-Initiativen aus Niedersachsen und NRW sowie der Bundesverband
Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) fordern in einem Brandbrief an
Bundesumweltministerin Steffi Lemke und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ein
sofortiges Ende der Atomgeschäfte zwischen der Brennelementefabrik Lingen und dem
staatlichen russischen Atomkonzern Rosatom. Aktueller Anlass ist, dass das russische
Atomschiff “Mikhail Dudin” erneut auf dem Weg von St. Petersburg nach Rotterdam bzw.
Dünkirchen ist, während gleichzeitig der russische Präsident Vladimir Putin seinen brutalen
Angriffskrieg in der Ukraine massiv eskaliert.


Die Umweltorganisationen und der BBU gehen davon aus, dass sich erneut angereichertes
Uran für die Brennelementeproduktion des französischen Atomkonzerns Framatome an Bord
der “Mikhail Dudin” befindet. Framatome betreibt im emsländischen Lingen die einzige
deutsche Brennelementefabrik. Vor zwei Wochen hatte das Bundesumweltministerium
bestätigt, dass Framatome wieder Uran aus Russland importiere, sich aber geweigert, die
dafür vorliegenden Genehmigungen zu annullieren. Der Geschäftsführer von Framatome
Lingen, Reimann, hatte damals in der Presse nur für einen Zeitraum “in den nächsten beiden
Wochen” Importe von russischem Uran ausgeschlossen. Dieser Zeitraum ist nun abgelaufen.
In dem heutigen Brief an die beiden Minister_innen Lemke und Habeck heißt es wörtlich:
“Wir fragen Sie: Wieviel neue militärische Aggression von Präsident Putin sind Sie bereit
hinzunehmen, bis Sie diese höchst brisanten Atomgeschäfte mit Russland einstellen? Wir
erinnern daran, dass Rosatom direkt dem Kreml untersteht und im besetzten AKW
Saporischschja die fachliche Besatzungs-Aufsicht durchführt – und zugleich für militärische
Atomprojekte zuständig ist.
Wer jetzt mit Rosatom Atomgeschäfte durchführt, rechtfertigt damit indirekt auch die
militärische Besetzung von Saporischschja und untergräbt die Solidarität mit der Ukraine.
Rosatom ist kein normaler Handelspartner.”
Die “Mikhail Dudin” läuft laut der Marine-Website Vesselfinder aktuell am kommenden
Montag, 26. September, um 8 Uhr in den Hafen von Dünkirchen ein. Zunächst war Rotterdam
als Zielhafen angegeben. Nach den Erfahrungen des letzten Urantransports ist auch kurzfristig
mit weiteren Änderungen zu rechnen.
Die Initiativen und der BBU kritisieren auch den französischen Präsidenten Emmanuel
Macron. Gestern forderte er angesichts der weiter zunehmenden Aggression Putins in der
Ukraine “maximalen Druck” auf Russland. Das erweist sich als Heuchlerei, wenn Frankreich
gleichzeitig über den staatlich geführten Atomkonzern Framatome auch in Lingen weiter
seine Atomgeschäfte mit Russland fortführt, so als sei nicht geschehen. Framatome ist eine
Tochter des staatlichen französischen Energieriesen EdF. Ausgerechnet in der französischen
Brennelementefabrik von Framatome, in Romans-sur-Isere, ist es gestern zudem zu einem
Brand gekommen.

Quelle: vesselfinder.com
  1. Oktober: Anti-Atom- und Energiewende-Demo in Lingen
    Ein Bündnis aus Umweltorganisationen ruft für Samstag, 1. Oktober, zu einer Anti-Atomund
    Energiewende-Demo in Lingen auf. Auftakt ist um 13 Uhr vor dem Bahnhof in Lingen.
    Dort werden sowohl regionale Gruppen wie auch Vertreter_innen von Fridays for Future
    sowie der russische Umweltaktivist Vladimir Slivyak sprechen. Slivyak ist Co-Vorsitzender
    der in Russland verfolgten Umweltorganisation Ecodefense und Träger des Alternativen
    Nobelpreises.
    Ziel der Demo ist es, die Urangeschäfte mit Russland zu stoppen, die Brennelementefabrik in
    Lingen und die Urananreicherungsanlage Gronau stillzulegen, die Laufzeitverlängerungen für
    die drei verbliebenen deutschen AKW zu verhindern und zugleich den Ausbau der
    Erneuerbaren massiv zu beschleunigen.
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