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RISIKO ANTIBIOTIKA-RESISTENZ: Wenn Medikamente nicht mehr helfen — Sorgen und Ängte der Patienten abbauen

Bildtext: Nicht immer sind Antibiotika die beste Wahl bei der Behandlung.

 

Risiko Antibiotika-Resistenz:

Wenn Medikamente nicht mehr helfen

 

Antibiotika gelten als Allheilmittel. Sie gehören zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten in Arztpraxen. Allein im Landkreis Landshut bekamen 2016 rund 12.000 AOK-Versicherte Antibiotika verordnet, in der Stadt rund 10.000 AOK-Versicherte,  im Regierungsbezirk Niederbayern waren es 155.805, landesweit sogar rund 1,4 Millionen AOK-Versicherte. Experten warnen allerdings davor, diese Arzneimittel ohne medizinische Indikation einzusetzen. Antibiotika helfen bei Krankheiten, die bakteriell verursacht sind. Bei virusbedingten Krankheitsbildern wie bei den meisten Erkältungen oder der Grippe sind sie wirkungslos. „Die Gefahr: Durch übermäßigen und medizinisch nicht notwendigen Antibiotika-Einsatz können resistente Keime entstehen, gegen die es dann kaum noch wirksame Medikamente gibt“, sagt Robert Hekele von der AOK in Landshut.

 

AOK unterstützt Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen

Um Antibiotika-Resistenzen zu vermeiden, startete jetzt in 14 AOK-Arztnetzen in Bayern und Nordrhein-Westfalen das Projekt ARena. Neben der AOK Bayern und der AOK Rheinland/Hamburg beteiligen sich das aQua-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen, die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) und die Agentur deutscher Arztnetze. Ziel ist es, Ärzte und Praxispersonal für einen vernünftigen Einsatz von Antibiotika zu sensibilisieren. Dazu gibt es regelmäßige Qualitätszirkel der beteiligten Mediziner sowie einen Austausch mit Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Apotheken.

 

Verständliche Informationen

Auch die Aufklärung der Patienten ist wichtig: „Um Sorgen und Ängste abzubauen, bieten wir verständliche Informationen für unsere Versicherten“, sagt Robert Hekele. Dazu erhalten beteiligte Praxen Plakate, sogenannte Infozepte und Erklärvideos. Sie erklären häufig auftretende Erkrankungen wie Infektionen der Atem- und der Harnwege und zeigen Patienten konkrete Alternativen zur Antibiotika-Behandlung auf. „Die Informationen sollen verdeutlichen, dass für Patienten ein Verzicht auf Antibiotika nicht die schlechtere, sondern die richtige Behandlung sein kann“, so Robert Hekele Die AOK-Auswertung der Antibiotika-Verordnungen zeigt auch, dass jeder betroffene AOK-versicherte Patient im Landkreis Landshut 16,52 Tage die hochwirksamen Medikamente eingenommen hat, in der Stadt Landshut sogar an knapp 18 Tagen. Im Vergleich zu 2015 ist dies ein leichter Anstieg. „Die gute Nachricht ist, dass die Zahl der Antibiotika-Verschreibungen in Bayern langfristig abnimmt – das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein sorgsamer und bedarfsgerechter Einsatz von Antibiotika auch zukünftig zwingend notwendig sein wird“, erklärt Robert Hekele.

 

 

Internet-Tipp:

Weitere Informationen zu Antibiotika, mögliche Resistenzen und wie man diese auch selbst vermeiden kann, gibt es unter www.arena-info.de, der Internetseite des Projektes ARena.

 

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