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Risiken der Sozialisation von Kindern und Jugendlichen durch digitale Medien

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Risiken der Sozialisation von Kindern und Jugendlichen durch digitale Medien

Peter Hensinger

Zusammenfassung

Digitale Medien verändern unsere Gesellschaft, die Sozialisation, das Kommunikationsverhalten, sie haben körperliche und psychosomatische Auswirkungen. Es findet eine Digitalisierung des Natürlichen statt. Der Digitalismus führt zu vier einschneidenden Veränderungen, die in Wechselwirkung stehen:

1. Die Nutzer von SmartPhones, TabletPCs, Google, Facebook, WhatsApp unterliegen einer Totalüberwachung. Kommerzielle Datenagenturen erstellen digitale Nutzerprofile, der digitale Zwilling wird zur Handelsware. Die Privatsphäre wird aufgehoben, das überwachte und öffentliche „Ich” zum Normalzustand. Die Über- wachung wird zum kollektiven Über-Ich und kann angepasstes Verhalten erzeugen. 2. Die Nutzerdaten dienen einerseits politischer Überwachung und Kontrolle, aber noch viel mehr der Steigerung des Konsums. Eine Konditionierung zum Konsum findet vor allem durch SmartPhones und TabletPCs statt. Basierend auf den Nutzerdaten werden durch gezielte Online-Werbung Konsumwünsche geweckt und ein profilbezogen manipuliertes Weltbild vermittelt.

3. Die virtuelle Kommunikation durch stundenlange Nutzung digitaler Medien führt zu einem Rückgang der sozialen persönlichen Interaktion, mit negativen Folgen für die Lern- und Gehirnentwicklung und die Sozialkompetenz; Stress, Einsamkeit, De- pression, Angst und Schlafstörungen können Folgen sein.

4. Die digitalen Geräte senden und empfangen kabellos über gepulste Mikrowellenstrahlung, an die unser Körper nicht adaptiert ist. In der Umweltmedizin werden heute der Anstieg von Kopfschmerzen, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyper- aktivitäts-Syndrom (ADHS), Burn-Out bis hin zu Krebserkrankungen damit in Ver- bindung gebracht.

Die Vision des Behaviorismus, dass eine monopolistisch informierte Elite mit Techniken der Konditionierung Medien dazu einsetzt, Verhalten über positive Reize und Belohnungen zu steuern, bekommt in der Konditionierung der Nutzer durch elektronische Medien erstmals massenhaft praktische Bedeutung. Der Staat muss sich vom massiven Einfluss der Telekommunikationsindustrie lösen, die Privatsphäre der Bürger schützen, eine Vorsorgepolitik betreiben und die Jugend zur Medienmündigkeit erziehen.




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