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Rettungsgasse: Landshuter App rettet Leben

Landshut. Regelmäßig tauschen sich Helmut Radlmeier, Stimmkreisabgeordneter für die Region Landshut, und Prof. Dr. Karl Stoffel, Präsident der Hochschule Landshut, aus. Dieses Mal stand auch eine App, die Leben retten kann, auf der Tagesordnung.

Prof. Dr. Christian Seel stellte Radlmeier die Rettungsgassen-App vor, die von ihm und seinem Team vom Institut für Projektmanagement und Informationsmodellierung entwickelt worden ist. Diese bundesweit einzigartige App warnt Autofahrer vor Stau und erinnert gleichzeitig daran, eine Rettungsgasse zu bilden. Dies erfolgt über die Sprachausgabe, um den Fahrer nicht von der Fahrt abzulenken. Blickt etwa der Beifahrer bei der Meldung auf das Smartphone, so wird die richtige Bildung einer Rettungsgasse auch visuell dargestellt. Die Info, wo eine Rettungsgasse nötig ist, wird elektronisch von der Verkehrsmeldestelle der Bayerischen Polizei übermittelt. Die App läuft im Push-Betrieb, das schont den Akku. Entwickelt wurde die App nach einem Treffen im Bayerischen Innenministerium Mitte Februar. Ebenfalls beteiligt waren BMW und der ADAC. Der Start in Bayern ist für Ende des Jahres geplant.

Für diese Innovation gab es großes Lob von Radlmeier: „Leider zeigt sich immer wieder, dass viele Autofahrer keine Rettungsgasse bilden. Einsatzkräfte werden behindert, die Anfahrt zu Unfallstelle verzögert sich. Dabei entscheiden oft wenige Minuten über Leben und Tod. Es ist klasse, dass nun eine Erfindung aus Landshut hier ansetzt und hilft, Leben zu retten.“ Die App ergänze die weiteren Maßnahmen des Freistaates, die die Rettungsgasse in den Köpfen der Verkehrsteilnehmer verankern wollen, wie der Abgeordnete ausführte. So werde die Zahl der an Autobahnbrücken angebrachten Rettungsgassenbanner bis Ende des Jahres auf rund 200 verdreifacht. Zudem laufe auf der A 8 ein Pilotversuch zur Anzeige des Textes ‘Rettungsgasse’ in sog. Streckenbeeinflussungsanlagen. Die Rettungsgassen-App schließe damit eine weitere Lücke, so Radlmeier.

Neue Mensa

„Wir haben in Landshut super Professoren“, freute sich Hochschul-Präsident Stoffel, nicht nur mit Blick auf die App. Mit der Hochschule und ihrer Entwicklung zeigte sich Stoffel ebenfalls sehr zufrieden. Auch dank der Unterstützung Radlmeiers, der im Wissenschaftsausschuss des Landtages sitzt, entwickle sich die Hochschule sehr gut. Neben neuen Studiengängen könne man das an neuen Gebäuden und Einrichtungen erkennen. „Nächstes großes Projekt ist die neue Mensa“, gab Stoffel bekannt. Die alte Mensa stammt noch aus der Gründungsphase der Hochschule. Ausgerichtet ist sie deshalb nur für 1.500 Studenten. Heute allerdings studieren rund 5.200 Menschen an der Landshuter Hochschule. „Die Einstellung der Planungsmittel in den Haushalt des Freistaats war damals ein großer Erfolg“, erinnert Radlmeier. „Die Studierendenzahlen zeigen, dass wir eine neue Mensa einfach brauchen.“

Gründerzentrum

Ebenfalls zur Sprache kam das geplante Landshuter Gründerzentrum LINK, das in der Nachbarschaft der Hochschule entstehen soll. Stadt, Landkreis und Hochschule entwickeln mit Unterstützung des Freistaates und der Landshuter Wirtschaft ein digitales Gründerzentrum für die Region. Bis Anfang 2019 soll das Gebäude fertig sein. „Entscheidend ist dann die Ausstattung des Zentrums. Unser Innovationslabor würde da gut reinpassen“, schlug Stoffel vor. Als eine von 10 bayerischen Hochschulen hat die Hochschule Landshut im März die Zusage für das Innovationslabor erhalten. Dort werden Studierende künftig im Bereich der Digitalisierung arbeiten, Praxiserfahrung in der Softwareentwicklung sammeln und Prototypen entwickeln. Eine Idee, die Radlmeier aufgriff: „Mit dem Labor würde man von Anfang an Leben in das LINK bringen.“

Bildunterschrift: Hochschul-Präsident Prof. Dr. Karl Stoffel (l.) und Prof. Dr. Christian Seel (r.) stellten dem Stimmkreisabgeordneten für die Region Landshut, Helmut Radlmeier, die Rettungsgassen-App und die Pläne der Hochschule für die kommenden Monate vor.