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PUTZ PUNKTET KLAR — RADLMEIER IN DER DEFENSIVE — Letzte Podiumsdiskussion “Wer kann Landshut” in Sophie`s Alm

PUTZ PUNKTET KLAR – RADLMEIER IN DER DEFENSIVE – Letzte Podiumsdiskussion „Wer kann Landshut“ in Sophie`s Alm

Schon lange vor Einlass letzten Montag um 18:30 Uhr, stand eine riesige Schlange vor Sophie`s Alm, im ehemaligen Schlachthof von Landshut. Viele Besucher fanden keinen Einlass. Das Interesse an der letzten Podiumsdiskussion, organisiert von der Landshuter Zeitung und von Isar-TV, war eben sehr groß geworden, weil die Wahl zum Oberbürgermeister mit vier Kandidaten überraschend keinen ersten Sieger hervorbrachte. Nun muss in einer Stichwahl am 23. Oktober, der OB der Stadt Landshut gefunden werden. Die zwei Kandidaten sind Helmut Radlmeier von der CSU und Alexander Putz von der FDP.

Verena Meier von Isar TV und Emanuel Socher-Jukic von der Landshuter Zeitung, übernahmen die Moderation des Vergleichens dieser zwei Kandidaten.

Die erste Frage, gestellt von Verena Maier, erging an OB-Kandidat Helmut Radlmeier, warum er die gewünschten 50% Plus nicht erreicht habe? Radlmeier betonte, dass er, bzw. seine Berater und Mithelfer nichts falsch gemacht hätten. „Es war ein engagierter Wahlkampf, es wurden Themen gesetzt im Team und entscheidend für sein schlechtes Abschneiden, war die geringe Wahlbeteiligung.“ Er möchte die Zeit bis zur Stichwahl nutzen, um die Wähler zu animieren zur Wahl zu gehen. Radlmeier will die Wähler auch davon überzeugen, dass er ein würdiger Nachfolger von Hans Rampf sein wird. Auf die Frage von Emanuel Socher Jukic, ob das heißen soll, dass die Wähler einen Österreicher, der aus Bruckberg kommt, nicht wählen sollen? Radlmeier verneinte dies. „Das soll es nicht heißen“. Auf diese Antwort hin, erhob sich ein großes Gelächter im Zuhörer-Raum. Es sei von Vorteil, meinte Radlmeier, wenn man aus der Stadt selber kommt und hier aufgewachsen sei.

Angesprochen auf den Brief, der an die CSU-Mitglieder ergangen ist, um ihnen mitzuteilen, dass es ein großes Wagnis sei, einen „Newcomer“ wie Putz ihn darstellt zu wählen, und ihn zum OB zu machen. Alexander Putz konterte mit dem Hinweis, dass in der Stadt lediglich 40% der Bürger in der Stadt geboren sind. Er findet es schon sehr anmaßend, den anderen 60% Landshutern zu sagen, sie dürften gar nicht mitreden, was in der Stadt passieren soll. Putz fühlt sich dadurch auch nicht angegriffen, denn es ist für ihn Wahlkampfgetöse. Auf Grund des positiven Ergebnisses von Putz, wird von der Gegnerschaft natürlich versucht, Stimmung zu machen. Er wird aber weiterhin wie bisher, sachlich für seine Themen eintreten und dann geht er davon aus , dass dies auch erfolgversprechend sein wird.

Auf die geringe Wahlbeteiligung angesprochen, denkt Putz an eine verstärkte Aufklärung der Bevölkerung, d.h., die Politik muss mehr erklären. Radlmeier glaubt, wenn man wie er, schon lange in der Politik zu Hause ist, mehr davon zu verstehen und man könne dadurch auch dem Bürger die Zusammenhänge in der Politik besser vermitteln. Seine Aussagen zu diesem Thema waren untermalt von Gemurmel in den Reihen der Zuhörer. Radlmeier meinte auch, es wäre das Wetter Schuld und es gäbe weitere unterschiedliche Gründe. In diesem Zusammenhang nahm er die FDP, die auch einen Vertreter im Stadtrat hätte, ins Gebet und appellierte an deren Vertreter nicht immer gegen Stadtratsbeschlüsse zu sein  umso die Bürger vor den Kopf zu stoßen.

Putz kann sich vorstellen, die Sitzungsunterlagen ins Internet zu stellen, um die komplizierten Zusammenhänge der Stadtratsthemen besser zu verstehen. Ein Live-Stream und eine Video-Aufzeichnung von Stadtratssitzungen wäre noch besser, um diese aus einer Videothek abrufen zu können. Für interessierte Bürger sei es wichtig, zu schau`n, wie die Stadtvertreter arbeiten. Radlmeier will die Bürger aufrufen, auch die Sitzungen im Plenum mit zu verfolgen, das Internet ist nicht alles. Das Problem ist natürlich, dass die Menschen in diesen Zeiten, in denen die Sitzungen abgehalten werden, keine Zeit haben hinzugehen, so Putz. Als Selbständiger, der sein Büro in der Landshuter Neustadt hat und dieses nur 300 m vom Rathaus entfernt ist, kann er selbstverständlich diese Sitzungen, sofern er nicht gerade beruflich unterwegs ist, besuchen.

Warum die Bürger das Kreuz bei Putz machen sollen, fragte Socher-Jukic, den Kandidaten der FDP. „ Ich habe in den letzten Monaten und Wochen gezeigt, dass ich nicht nur ein Moderator der Stadtpolitik bin, sondern auch ein wichtiger Impulsgeber.“ Er habe wichtige Themen gesetzt während des Wahlkampfes. Ein ganz wichtiger war die Forderung zu einem Bürgerentscheid zur Westtangente. Die nächste Oberbürgermeisterwahl sollte vorgezogen und sie bei der nächsten Stadtratswahl zusammengelegt werden. Jeder Euro, der dadurch eingespart wird, ist gut für den Stadtsäckel.

Helmut Radlmeier geht mit Putz, in der Oberfläche wie er meinte, d`accord, dennoch wenn man genauer hinschaut, um das Thema Sicherheit anzusprechen, wäre die in dem Themenkatalog von Putz keine Rede. Auch das Ehrenamt ist ein wichtiges Thema, dem Putz nicht nachgekommen sei. Putz meinte dazu, er hätte bei jeder Veranstaltung erwähnt, dass das Ehrenamt für ihn ein immens wichtiges Thema sei und zum sozialen Gefüge einer Stadt gehöre. Er möchte das Ehrenamt selbstverständlich weiterhin fördern. In seinem Wahl-Flyer steht dieses explizit drinnen.

Das Thema Stadttheater und Bernlochner brachte Radlmeier ins Spiel. Die FDP hätte ein ganz anderes Verständnis für die Sanierung dieses Objektes, wie die Allgemeinheit. Darauf antwortete Putz mit dem Hinweis, dass auf Grund der vorliegenden Daten man noch gar nicht wissen kann, ob es die beste Möglichkeit sein wird. Es geht nicht darum, kein Theater haben zu wollen. Vieles zu diesem Thema kann man noch gar nicht wissen. Radlmeier ritt weiter auf den Aktionen der FDP im Stadtrat herum. Er vermisse Sparvorschläge von der FDP. Die Entscheidungen des Stadtrates Hoffmann müssen nicht immer die Seinen sein, meinte Alexander Putz. Er möchte auch nicht die letzten Beschlüsse der letzten Jahre herauskramen, um festzustellen, wie oft die CSU-Fraktion im Stadtrat nicht geschlossen gestimmt habe.

Verena Maier von Isar-TV wollte gerne wissen, welche positive Eigenschaft der eine Kandidat zum anderen feststellt. Mit einer etwas arroganten Bemerkung zu seinem Mitbewerber, stellte Radlmeier fest, Putz hätte die berühmte „Österreichische Mentalität“ in seinem Wesen. Diese arrogante Bemerkung wurde mit Zwischenrufen aus der Versammlung quittiert.

Putz hat den fairen Umgang miteinander, und nicht nur den mit Radlmeier, sondern mit allen Kandidaten als sehr positiv dargestellt. Es sei sehr wichtig, dass man so miteinander umgeht, denn das trägt dazu bei, die Politikverdrossenheit beim Bürger abzubauen. Aufeinander losgehen, ist nicht seine Methode, politisch zu agieren. Radlmeier relativierte danach ganz schnell seine unüberlegte Äußerung über seinen Kontrahenten.

Die These von Socher-Jukic, Putz wird am Sonntag zum Oberbürgermeister gewählt und Radlmeier bleibt dementsprechend im Landtag, wurde mit großem Jubel im Saal bedacht. An Putz, als ersten die Frage gestellt, nimmt er Helmut Radlmeier ab, dass er, wie er immer betont, Landshut im Herzen trägt und dementsprechend als Stimmkreis-Abgeordneter für die Stadt weiter mithilft, die Zukunft der Stadt positiv zu gestalten. Landshut ist Radlmeier`s Heimatstadt, und er fühle sich verpflichtet, alles dafür zu tun. Sollte er am Sontag nicht gewählt werden, werde er genauso für die Stadt weiterkämpfen wie bisher.

Bürgerfragen, die auf einem Monitor von Isar TV abgespielt wurden, sind von den Kandidaten beantwortet worden. Es ging um mehr Touristen in die Stadt zu bringen, die Parkplatzsituation in der Stadt zu verbessern, oder die sozialen Verhältnisse der Landshuter Bürger erträglicher zu gestalten. Teils fehlt es an den Finanzen oder am Platzmangel in der Stadt um diese Problemfelder zu befrieden, so die Kandidaten.

Angesprochen auf seine politische Unerfahrenheit in der Kommunalpolitik, wies der Unternehmer Putz darauf hin, dass er in seinem Leben schon immer Verantwortung übernommen habe. Bereits mit 19 Jahren sei er Vater geworden, mit 24 Jahren war er bereits Chefkonstrukteur einer großen Donaubrücke. Mit dreißig gründete er seine Firma. Er war in jungen Jahren Projektleiter von Planungen mit einem Bauvolumen von Hundert Millionen befasst und habe diese Projekte auch gestemmt. Er habe die Eigenschaft, sich schnell in komplexe Themen einarbeiten zu können. Seit Jahren beobachtet Putz die Stadtpolitik, und sie  ist für ihn nichts völlig Fremdes. Alle kommunalpolitischen Themen interessieren ihn, er kennt sich darin gut aus und hat keinerlei Angst vor der Aufgabe eines Oberbürgermeisters. Großer Beifall brandete nach dieser Aussage auf.

Helmut Radlmeier glaubt, dass es von Vorteil ist, kommunale Erfahrung mitzubringen. Ein Kandidat, der von Null auf Hundert in so ein Amt einsteigt, wird Probleme vor sich her schieben. Putz meinte, er sähe in der Einarbeitung überhaupt kein Problem für ihn. „Lassen wir den Wähler am Sonntag entscheiden, ob ich das kann oder nicht“ , so Putz! Radlmeier hätte viel kommunale Erfahrung, offensichtlich hatte sie beim ersten Wahlgang aber nicht gereicht, um die absolute Mehrheit zu erringen. Die Wähler hätten gezeigt, dass frischer Wind dem Stadtrat und der Stadtratspolitik gut täte und hätten Putz die Befähigung ausgesprochen, die Probleme gut zu bewältigen.

Socher-Jukic griff wieder einmal das, für viele Landshuter schon leidige Thema, des Wohnsitzes von Alexander Putz auf. Das Kommunalwahlrecht in Bayern sieht grundsätzlich vor , dass ein hauptberufliches Stadtoberhaupt nicht in dieser Kommune seinen Hauptwohnsitz braucht, im Übrigen auch keinen Zweitwohnsitz. „Wo fühlt sich jemand zu Hause?“, fragte Putz. In den 34 Jahren in denen Putz hier lebt, ist für ihn die Stadt Landshut, der Lebensmittelpunkt. Seit 23 Jahren befindet sich sein Unternehmen im Herzen der Stadt, in der Landshuter Neustadt. Für ihn ist Altstadt-Neustadt eine Art zweites Wohnzimmer. Er sieht keinen Unterschied, ob er als Unternehmer oder Oberbürgermeister auf den Hofberg oder nach Bruckberg fährt, um dort zu schlafen.

Die Stadtratsmehrheit war das nächste große Thema. Radlmeier wird als nächster Oberbürgermeister auf die Zusammenarbeit bauen, die bis jetzt bei verschiedenen Objekten schon geschmiedet wurde. Putz hat bereits deutlich beim ersten Wahlgang bewiesen, dass er weit über die Parteigrenzen Wähler überzeugen kann. Er geht davon aus, dass er auch Stadträte davon überzeugen kann. Es kommt darauf an, dass man mit sachlicher Leidenschaft die notwendigen Projekte vorantreibt und die notwendige Überzeugungskraft entwickelt. Dass er es gut könne, bezeugen viele Bürger, mit denen er spricht, und er sieht dadurch überhaupt keine Probleme, Mehrheiten zu bekommen. Radlmeier`s Vorwurf, die FDP gehe nicht immer konform mit denen in Putz` Ankündigungen in seinem Wahlprogramm, wurde von den Anwesenden schon fast mitleidig belächelt.

Bei der Frage der Wohnbaugesellschaften waren sich beide Kandidaten eigentlich einig, sich keine städtische Wohnbaugesellschaft leisten zu können. Privatinitiative sei gefragt.

Der von Verena Meier angesprochene Öffentliche-Personen-Nahverkehr, bewertete Putz so, dass man die Verkehrsprobleme der Stadt mit dem ÖPNV nicht alleine lösen wird. Auf die individuelle Mobilität muss weiter gesetzt und weiter ausgebaut werden, damit der Stau auf den Straßen rings um Landshut entzerrt wird. Radlmeier wird seine Meinung, die er bisher zu diesem Thema vertreten hat, nicht ändern. Er führte aus, dass er auf diesem Feld, in Zukunft mit den etablierten Parteien, wie bisher, weiter  gut zusammenarbeiten werde.

Die Frage eines „Monitorfragers, was Putz für die „Unterschicht“ in Landshut tun würde, antwortete er, als Oberbürgermeister könne er nur die Rahmenbedingungen ändern und so gestalten, dass die Wertschöpfung vorangetrieben wird, dass neue Unternehmungen sich ansiedeln können, dass Arbeitsplätze entstehen und sich somit für jeden Einzelnen die Möglichkeit ergibt, Arbeit zu finden. Starke Wirtschaft für ein soziales Landshut ist Putz` Prämisse.

Radlmeier führte zu diesem Thema noch aus, dass jeder Arbeitslose zu viel ist. Für die kleinen Handwerksbetriebe, die die Stadt prägen, müssen Arbeitskräfte gefunden werden, diese Klein-Unternehmer suchen händeringend danach.

Die Jugendfrage nach Einrichtungen für sie in der Stadt, beurteilte Radlmeier so, dass es genügend städtische Einrichtungen gäbe. Allerdings in der Diskothekenfrage sei noch viel Nachholbedarf notwendig.

Bei dem großen Thema, Wahlzusammenlegung beteuerte Putz, seine Aussage dazu nicht zu ändern. Diese Aussage fand großen Applaus. Er wolle die Zusammenlegung. Radlmeier bleibt bei seinem nein zur Zusammenlegung, denn er kennt die Zusammenhänge in der kommunalen Politik, und glaubt, nach 3 1/2 Jahren die notwendigen Strukturen nicht schon etabliert zu haben. Putz wundere sich, dass  sich Radlmeier nicht zutraut, in dieser Zeit die Stadt auf einen guten Weg zu bringen. Alle Probleme werden sicher nicht gelöst werden können.

Verena Maier wollte nun noch wissen, welche drei Probleme von den Kandidaten als erstes angepackt werden wird. Radlmeier sprach von Dialog mit den Landkreis-Gemeinden, der Ost- Westanbindung des Verkehrs und dem Schulentwicklungsplan, der nachhaltig fortzuführen sei. Putz brachte dieselben Themen hervor, mit der Begründung, nur mit diesem Dreiklang, die Stadt weiter entwickeln zu können.

Die allerletzte Frage von Isar TV fanden die Zuhörer etwas albern und belachten sie auch, wieviel Prozente sich die Bewerber bei der Stichwahl zutrauen werden. Ausweichende Bemerkungen waren die Antwort.

Ob sich noch viele Wähler nach dieser Podiumsdiskussion bei der Stichwahl neu orientieren, wird sich am Sonntag erweisen!

 

h.j.lodermeier

 

BILDER ZEIGEN DIE ATMOSPHÄRE AUS SOPHIE`S ALM:

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