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Online-Korrektur von “Enten” wenig effektiv

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Sofortige Online-Korrektur von Enten wenig effektiv
Mensch glaubt trotz Falschmeldung an eigene bereits etablierte Meinung
Enter: Sofortige Korrektur bleibt oft unwirksam (Foto: pixelio.de, A. Klaus)
Enter: Sofortige Korrektur bleibt oft unwirksam (Foto: pixelio.de, A. Klaus)

Columbus/Salzburg (pte002/28.01.2013/06:05) – Sofortige Online-Korrekturen von Falschmeldungen können die Verankerung der falschen Information in den Gehirnen der Leser nicht berichtigen. Zu diesem Schluss kommt die Ohio State University http://osu.edu . Echtzeit-Verbesserungen haben demnach nur eine minimale positive Auswirkung – und zwar auf diejenigen, die ohnehin die Internet-Ente nicht geglaubt hatten. Für die Online-Erhebung wurden rund 570 Erwachsene in drei Gruppen aufgeteilt, die Falschmeldungen über die Elektronische Krankenakte erhielten.

Einer Gruppe wurden Korrekturen in Echtzeit gezeigt und darüber informiert, dass diese von der unabhängigen Organisation “FactCheck” http://factcheck.org vorgenommen wurden. Die andere hingegen las die Verbesserung erst nach drei Minuten und die letzte erhielt ausschließlich die Ente.

Revidierung braucht medialen Platz

Die Forscher fanden heraus, dass die sofortige Richtigstellung nur von denjenigen angenommen wurde, die bereits vor der Untersuchung für die Elektronische Krankenakte waren. Bei allen anderen führte sie zu keinerlei Auswirkung. Eine bereits verankerte Idee oder Einstellung scheint demnach nur schwierig änderbar zu sein.

“Richtigstellungen werden oftmals nicht richtig wahrgenommen, da sie nur nebenbei erfolgen”, erläutert Soziologe Marcus Gillhofer im Gespräch mit pressetext. Um Falschmeldungen erfolgreich revidieren zu können, sei es daher essenziell, ihnen einen medialen Platz einzuräumen, um nicht im Hintergrund zu verlaufen.

Zudem spielt laut dem Experten die Seriösität eines Mediums diesbezüglich eine bedeutende Rolle. “Bestimmte Medien werden ohnehin skeptisch betrachtet. Alleine wenn eine Meldung in fünf verschiedenen Medien verglichen wird, bekommt der Rezipient zum Teil einen komplett unterschiedlichen Input”, so Gillhofer. Auch eine sofortige Revidierung einer Falschmeldung könne unter Umständen die Unglaubwürdigkeit verstärken.

Spektakuläres anders wahrgenommen

Gerade spektakuläre Meldungen oder Negativschlagzeilen werden von den Rezipienten besonders gerne gelesen und differenziert wahrgenommen, was mit dem menschlichen Gerechtigkeitsempfinden in Verbindung steht. “Der Mensch denkt dann gerne ‘Das geschieht dem aber recht'”, schließt der Soziologe ab.

 




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