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ÖDP will zukunftsfähige Stadtentwicklung anstelle von Boomtown

Bei der vergangenen ÖDP-Ortsvorstandsitzung stand das Thema Stadtentwicklung im Mittelpunkt.

Denn seit vielen Jahren gibt es nach Auffassung der ÖDP in der Stadt keine umfassenden Kriterien oder Leitlinien, in welche Richtung sich Landshut entwickeln soll. Vielmehr reagiere die Verwaltung größtenteils auf Zuruf von Investoren, die ein rentables Grundstück auf Maximalbebauung ausrichten und die entstandenen Wohnungen profitabel verkaufen wollen. Dabei blieben die Bereiche Klimaschutz, Grünplanung und nachhaltige Mobilität auf der Strecke.

Dies soll sich jetzt laut dem vergangenen Plenarbeschluss ändern. Dieser besagt, dass unter Federführung des Amtes für Stadtentwicklung ein Stadtentwicklungsprozess in die Wege geleitet werden soll. Dabei sollen die vielen Stadtratsanträge, die es seit 2018 zu diesem Thema gibt, in den Prozess integriert werden.

Dass dieser Prozess schon viel früher hätte stattfinden müssen, sind sich die ÖDP-Politiker einig.

„Denn das ungebrochene Bevölkerungswachstum stellt uns vor kaum zu stemmende Herausforderungen“, so ÖDP-Vorstandsmitglied Winfried Wiesnet. Hohe Baulandpreise, knapper werdende Freiflächen, zunehmende Verkehrsbelastung spiegeln diese Entwicklung wider.

Aktuell plant Landshut drei neue Schulen und einige Kindergärten. Die Nachrüstung dieser erforderlichen Infrastruktur und auch der verkehrliche Bereich, wie der Bau und Erhalt von Straßen und Wegen, stellt die Stadt vor massive finanzielle Probleme.

Mit der laufenden Ausweisung von neuen Baugebieten nimmt der Flächenfraß zu. „Hier müssen wir bei dem kommenden Prozess ein deutliches Zeichen gegen den Flächenverbrauch setzen“, betont ÖDP-Stadträtin März-Granda. Um diese Entwicklung zu stoppen, sollte der Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ verstärkt berücksichtigt werden. Die daraus resultierende Nutzung von innerörtlichen, bereits erschlossenen Flächen muss allerdings nach Meinung der ÖDP verträglich sein und darf nicht auf Kosten der Lebensqualität der ansässigen Bevölkerung und der Stadtnatur gehen.

Stolz sind die Ökodemokraten in diesem Zusammenhang auf die neue Freiflächengestaltungssatzung von Landshut. Diese wurde auf Initiative von März-Granda für das gesamte Stadtgebiet beschlossen und ist ein wichtiger Meilenstein für den Erhalt und die Entwicklung von Stadtgrün und damit für einen lokalen Klima- und Hochwasserschutz.

„Eine politische Diskussion und Entscheidung über Umfang und Schnelligkeit des Wachstums ist dringend erforderlich“, so ÖDP-Stadtrat Dr. Stefan Müller-Kroehling. Nur damit können wir die Frage beantworten „Wie soll Landshut in Zukunft wachsen“. Denn einschlägige Studien belegen, dass neue Baugebiete den Städten langfristig viel Geld kosten.

Für die ÖDP ist es wichtig, dass sowohl eine breite Bürgerschaft als auch Experten zu Wort kommen. „Nur wenn wir über den Tellerrand schauen und uns externes Wissen und Erfahrungen holen, können wir unsere Stadt im Sinne unserer Bürger weiterentwickeln“, so der Ortsvorsitzende Heiko Helmbrecht. Die Bürger kennen die Schwachstellen ihrer Stadtteile oft besser als die Politik und die Verwaltung und können somit einen wertvollen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung für ihren Stadtteil beitragen.

All diese neuen Herausforderungen sind mit kurzfristigen, reaktiven Strategien schwer zu bewältigen. Die Stadt Landshut benötigt deshalb einen langfristigen Orientierungsrahmen, um die Lebensqualität sowie Attraktivität der Stadt trotz des bisherigen enormen Wachstums zu sichern und zu stärken.

„Ich bin froh, wenn wir endlich mit dem Stadtentwicklungsprozess beginnen“, betont März-Granda. Ob und wie lange sich die Verwaltung und die Politik an diesen noch zu entwickelnden „Masterplan“ dann hält, wird man sehen. Denn der nächste Investor kommt bestimmt.

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