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OB PUTZ: “OHNE RINGSCHLUSS KEINE EFFEKTIVE VERKEHRS-ENTLASTUNG LANDSHUTS” — Grünen-Stadtrat Gruber rügt OB Alexander Putz im Feriensenat

OB PUTZ: „OHNE RINGSCHLUSS KEINE EFFEKTIVE VERKEHRS-ENTLASTUNG LANDSHUTS“ – Grünen-Stadtrat Gruber rügt Oberbürgermeister Alexander Putz im Feriensenat

 

Die stadtnahe Westumfahrung wurde zwei stundenlang im Feriensenat diskutiert

 

Stühle mussten in den „Alten Sitzungssaal“ getragen werden, um die Sitzplätze für die Besucher zu erweitern. Der Ansturm der Landshuter Bürger zum Feriensenat am Freitag war sehr groß. Das Thema „Entlastung durch stadtnahe B15neu Ost und Süd plus Entlastungswirkung der Westumfahrung“, veranlasste viele Landshuter bei heißem Wetter nicht ins Stadtbad zu gehen, sondern sich dem wichtigsten Tagesordnung zu widmen, nämlich der verkehrsentlastenden Westumfahrung der Stadt. Seit Jahrenzehnten wird über dieses Projekt im Landshuter Stadtrat diskutiert und mehrere Anläufe in Richtung einer Entscheidung genommen. Eine endgültige Entscheidung steht nach wie vor aus.

Verschiedene Gutachten wurden über die Jahre bereits zum Thema Westumfahrung eingeholt. In einem neuen Gutachten von Prof. Dr. Ing. Harald Kurzak zur Trassen-Variante 7, die bereits 2012 unter den vielen geprüften Varianten als die effektivste erkannt wurde, wurden die Auswirkungen auf den Verkehr im Stadtgebiet dargestellt. Bei einer Verlängerung dieser Variante der Westumfahrung bis zur B15 südlich Kumhausen wäre der Ringschluß einer Südumfahrung von Landshut erreicht.

Aus Sicht der Stadt Landshut sollte die Ost- und Südumfahrung der B15neu zusammen mit der bis zur B15 verlängerten Westumfahrung einen Ringschluss im Süden von Landshut ermöglichen, um eine maximale Verkehrsentlastung des Stadtgebietes von Landshut sowie von Kumhausen zu ermöglichen. Der Plan 27c (siehe Bild) zeigt die zum Teil erheblichen Entlastungen deutlich auf.

Plan 27c

 

Beginnend in Landshut-West ergeben sich im Vergleich zum Prognose Nullfall folgende Entlastungen:

  • Watzmannstraße                               bis       -4.200 Kfz/Tag                        (-43%)
  • Klötzlmüllerstraße                            bis       -4.100 Kfz/Tag                         (-36%)
  • Schwimmschulstraße                                    -2.700 Kfz/Tag                        (-21%)
  • Rennweg                                             bis        -1.600 Kfz/Tag                        (-12%)
  • Achdorfer Isarsteg                                            -500 Kfz/Tag                         (-10%)
  • Luitpoldstraße                                                 -6.100 Kfz/Tag                        (-27%)
  • Wittstraße                                                        -6.200 Kfz/Tag                        (-18%)
  • Veldenerstraße                                                -7.700 Kfz/Tag                         (-48%)
  • OD Kumhausen                                               -6.500 Kfz/Tag                        (-37%)
  • Neue Bergstraße (Hofberg)                           -1.700 Kfz/Tag                         (-21%)
  • Podewilsstraße                                                  2.700 Kfz/Tag                         (- 8%)
  • Konrad Adenauerstraße                              -10.400 Kfz/Tag                         (-28%)
  • Äußere Niedermayerstraße                           -4.800 Kfz/Tag                         (-17%)
  • B 299, Hangauffahrt                                      -4.900 Kfz/Tag                         (-22%)

Diesen Entlastungen stehen die stadtnahe Westumfahrung mit einer Belastung von 9.200 Kfz/Tag (Isarbrücke) und 12.000 Kfz/Tag (Hangauffahrt) gegenüber, sowie die B15 neu Ost- und Südumfahrung Landshut.

Auch wenn die Entlastungen im inneren Stadtbereich z.T. nur bei 20% liegen ist zu bedenken, dass die heutigen Verkehrsbelastungen in Landshut auf Grund der vorgesehenen weiteren Entwicklungen weiter ansteigen werden. Und weil mit einer Verkehrszunahme um nur 10% an hochbelasteten Knotenpunkten die Stauungen um 100% anwachsen, d.h. sich verdoppeln, ist eine Entlastung unbedingt erforderlich. Mit der Entlastung um 10% halbieren sich die Stauungen.

Die Ost- und „stadtnahe“ Südumfahrung von Landshut und die stadtnahe Westumfahrung ist die notwendige Ergänzung, um auch den Westen von Landshut mit seinen wachsenden Siedlungsgebieten von den immer stärker werdenden „Schleichverkehren“ zu entlasten, die in den Hauptverkehrszeiten wegen Überlastung der maßgebenden Kreuzungen immer stärker werden. Daher wird eine baldige Realisierung der stadtnahen Westumfahrung von Landshut dringend empfohlen.

Zum Tagesordnungspunkt 1.1 Westumfahrung, verlangte der Stadtrat Stefan Gruber seine Anmerkung verbunden mit einer Rüge, ins Protokoll aufzunehmen. Es war den Stadträten nicht möglich, so Gruber, sich in der kurzen Zeit vernünftig auf diesen Tagesordnungspunkt vorzubereiten. Die Unterlagen wurden am Donnerstag-Vormittag bzw. am Nachmittag erst eingestellt. „Es geht um ein komplexes Thema, es geht um einen Bürgerentscheid.“ Es geht um 12.000 Bürger, die sich zu diesem Thema mit ihren Unterschriften eingebracht hätten, meinte Gruber. Man könne schon erwarten, dass man sich auf diese Thematik vorbereiten müsse und das war in dieser kurzen Zeit eben nicht möglich. Oberbürgermeister Alexander Putz fragte Gruber, ob es ihm hier um einen Informationsaustausch oder um eine Show geht. Die meisten Punkte seien zur Genüge ausdiskutiert worden. Die Stadträte würden diese Informationen schon lange kennen und kennen auch die Verkehrszahlen von damals. Aktualisierte Informationen werden zur Präsentation vorgestellt. Sollte ein weiterer Bedarf bestehen, so kann man auch über ein zusätzliches Plenum zum Thema Westumfahrung sprechen.

Die Protagonisten der Bürgerbegehren Pro und Contra, trugen ihre Erläuterungen zum Thema Westumfahrung vor. Stadträtin Jutta Widmann und Stadtrat Bernd Friedrich warfen in verschärften Worten dem Stadtrat Gruber Ideologie vor, die es ihm nicht ermöglicht, sich für eine staufreie Stadt Landshut einzusetzen. Stadtrat Gruber verteidigte das Begehren der Grünen, denn dieses Begehren setzt sich für die Erhaltung des Isar-Auwaldes ein und eine weitere Straße brächte nur mehr Verkehr und damit auch mehr Staus in die Stadt.

Am 24. September, am Tag der Bundestagswahl, können die Bürgerinnen und Bürger durch ihren Entscheid festlegen, ob die Stadt die Realisierung der Westumfahrung angehen soll.

Titel-Bildbeschreibung: OB Putz mit seinen verantwortlichen Stadtbeamten im Feriensenat – Alter Plenarsaal

-hjl-

Bilder: Lodermeier