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“Nicht jeden Dreck in Auloh abladen”

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Die Initiatoren des geplanten Bürgerbegehrens: Lothar Brey, Oliver Lieb, Jürgen Aiglstorfer und Sabine Lindinger. (Foto: privat)

Bei geplantem Grüngutumschlagplatz hoffen Auloher Bürger auf die Einsicht und Solidarität der Landshuter Bürger und Stadträte

Die samstägliche Stellungnahme der Pressestelle der Stadt Landshut zur geplanten Errichtung einer „Umschlag- und Behandlungsfläche“ auf der Fläche der ehemaligen Standortschießanlage in Duniwang hat keineswegs  zur Beruhigung der Auloher Bürger beigetragen. Zu viele Ungereimtheiten verunsichern die Initiatoren eines geplanten Bürgerbegehrens. Sie haben sich deshalb spontan getroffen und halten an ihrem Vorhaben fest.

Erst vor kurzem wurde bekannt, dass die Verwaltung der Stadt Landshut vorgeschlagen hat, neben dem Klärwerk Dirnau auf der Fläche der ehemaligen Standortschießanlage eine „Umschlag- und Behandlungsfläche“ einzurichten. Dort sollen Grüngutcontainer entleert, das angefahrene Grüngut sortiert und dann entsprechend ihrer Bestimmung weitertransportiert werden. Außerdem plant die Stadt Landshut eine Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsuntersuchung  in Auftrag zu geben, ob ausreichend geeignete Abfallbiomassen vorhanden sind, um eine Biogasanlage wirtschaftlich betreiben zu können. Dies alles bestätigte Thomas Link, der persönliche Referent des Oberbürgermeisters in einer Veröffentlichung in der Landshuter Zeitung.

Die Initiatoren der Bürgerinitiative sehen sich auch durch diese Veröffentlichung  darin bestätigt, dass diese Projekte für den Stadtteil Auloh geplant sind, zumal die Verwaltung bereits mit „Grundstücksverhandlungen und Erstellung des Genehmigungsverfahrens beauftragt werden soll“. Für Jürgen Aiglstorfer ist dies ein Unding. Er sieht das Grundwasser gefährdet, befürchtet eine Lärm- und Geruchsbelästigung und sieht dem zunehmenden Verkehr mit großer Sorge entgegen. Schließlich ist die Kasernenkreuzung schon heute der meistbefahrende Verkehrsknotenpunkt in der Stadt, und nun sollen dutzende von LKW-Fahrten täglich hinzukommen. Zudem befürchten die Stadtteilbewohner eine Wertminderung ihrer Immobilien.

Die Auloher Bürger sind auch deshalb so erzürnt, weil sie schon seit Jahrzehnten über Gebühr belastet werden. Neben dem einstmaligen Panzerübungsgelände und Tieffluggebiet, eingepfercht zwischen Müllverbrennung, Schuttabladeplatz, Biomasseheizwerk, Bauschuttaufbereitungsanlage und Kläranlage mussten sie schon in der Vergangenheit viel über sich ergehen lassen. Nun soll man ihnen nicht auch noch diesen Umschlagplatz vor die Nase setzen. Man hofft auf die Solidarität und das Einsehen der Landshuter Bürger und Stadträte, nicht alles nur den Aulohern zuzumuten. Außerdem ist man der Meinung, dass sich der Landkreis auf die Schenkel klopfen wird, wenn ihnen die Stadt so einfach diese Last abnimmt. Damit es gar nicht erst dazu kommt, wollen die Initiatoren an einem möglichen Bürgerbegehren festhalten. „Man kann doch nicht jeden Dreck in Auloh abladen“, meint Sabine Lindinger. Aus diesem Grund liegen in Auloher Geschäften Listen aus, in denen sich Befürworter für ein Bürgerbegehren eintragen können. Man hofft allerdings eine Konfrontation durch ein entsprechend umsichtiges Vorgehen der Stadträte vermeiden zu können.