Home Allgemein Neues Mammographiegerät im Klinikum Landshut mit nahezu einzigartiger Ausstattung

Neues Mammographiegerät im Klinikum Landshut mit nahezu einzigartiger Ausstattung

Bild von links: Klinikum-Geschäftsführer Nicolas von Oppen mit Dr. Ingo Bauerfeind, Chefarzt der Frauenklinik, und Privatdozent Dr. Hans-Peter Dinkel, Chefarzt der Radiologie, am neuen Mammographiegerät

 

Die Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie hat ihr neues hochmodernes Mammographie-Gerät der Firma Hologic in Betrieb genommen. Knapp 250.000 Euro hat das Klinikum in das kompakte Gerät samt Zubehör investiert, das für den Patienten ausnahmslos Vorteile zu bieten hat. Deutschlandweit besitzen nur rund 20 Krankenhäuser ein solch modernes Gerät mit dieser Zusatzausstattung.

Die Strahlendosis beträgt nur noch rund 40 Prozent der Werte konventioneller Geräte. Mit dieser geringen Dosis ist das Gerät selbst für die Untersuchung bei jungen Frauen geeignet, deren Brust strahlenempfindlicher ist. Auch wird jungen oder hormontherapierten Frauen wegen des dichten Gewebes oft von der Mammographie abgeraten, weil die Erkennung von Mikroverkalkungen bzw. kleinen Tumoren durch die herkömmlichen konventionellen Geräte nicht optimal ist. Das neue digitale Gerät erleichtert die Erkennbarkeit der Befunde und ermöglicht sogar bei dichtem Brustgewebe gute Aufnahmen. Außerdem kann es neben der digitalen Mammographie auch Tomosynthese, also Schichtaufnahmen der Brust erstellen und zwar lückenlos, im Abstand von nur einem Millimeter. „Durch die Tomosynthese wird die Begrenzung der Befunde besser dargestellt, womit die Unterscheidung zwischen einem gut- bzw. bösartigen Prozess leichter möglich wird. Bei gut abgrenzbaren Befunden mit klaren Rändern handelt es sich meist um eine gutartige Veränderung. Unscharfe, verwaschene Ränder hingegen können bösartig sein“, erklärt Privatdozent Dr. Hans-Peter Dinkel, Chefarzt der Radiologie. Diese präzisen Aufnahmen führen zu einer deutlichen Reduzierung der sogenannten falsch-positiven Befunde. Eine Auffälligkeit, die sich im Nachhinein als gutartig herausstellt, aber zuvor für eine belastende Unsicherheit bei der Betroffenen sorgt. Auch die Wahrscheinlichkeit von falsch negativen Befunden, also ein Übersehen einer bösartigen Veränderung, ist deutlich geringer.

Die dreidimensionalen Aufnahmen erleichtern zudem die sogenannte Stereotaxie. Bei diesem Verfahren wird für die Chirurgen die zu entfernende Veränderung mit Hilfe sehr dünner Drähte markiert. Anhand dieser Drähte orientiert sich der Chirurg, um zu dem Tumor oder zu Kalkablagerungen zu gelangen, die entfernt werden müssen.

Zeit ist ein weiterer wesentlicher Vorteil. Die Bilder sind nicht nur genauer, sondern entstehen in deutlich kürzerer Zeit. Das Durchleuchten der Brust dauert nur wenige Sekunden. In fünf Sekunden haben die medizinisch-technischen Radiologie-Assistenten (MTRA) bereits das digitale Bild auf dem Bildschirm und können auch sofort die Qualität der Aufnahme prüfen. Da die Untersuchungszeit sehr kurz ist, sind unscharfe Bilder durch eine Bewegung der Patientin nahezu ausgeschlossen.

Ein weiteres Element ist die Möglichkeit zur Vakuumbiopsie. Die Gewebeentnahme verläuft durch die exakten Schichtaufnahmen deutlich schneller als am sogenannten Fischertisch. Sie dauert am neuen Gerät nur rund zehn Minuten. „Am Fischertisch konnten komplexe Fälle manchmal über eine Stunde dauern“, so Priv.-Doz. Dr. Dinkel. Der Fischertisch bleibt bei leicht erreichbaren Befunden aber trotzdem weiter im Einsatz, weil für manche Patienten die Biopsie im Liegen angenehmer ist als im Sitzen.

Für die MTRA ist der Arbeitsplatz am neuen Gerät ebenfalls komfortabler. Die Bedienung ist leichter, übersichtlicher und intuitiver. Auch verläuft das Einpassen der Brust deutlich harmonischer. Die Platten sind flexibler und für alle Brustgrößen geeignet. Für Patientinnen ist es dadurch wesentlich angenehmer, da der Anpressdruck geringer ist.