Home Allgemein Nach langem Anlauf: Klima schützen und Geld sparen

Nach langem Anlauf: Klima schützen und Geld sparen

Die Pressemitteilung der Stadt Landshut vom 22.11.2018:

Durch den Einsatz von neun Blockheizkraftwerken reduzierte die Stadt im Jahr 2017 ihren CO2-Ausstoß um 114.500 Kilogramm – 7.300 Euro Energiesteuererstattung

Die ersten Schneeflocken und glatte Straßen sind das untrügliche Zeichen dafür, dass die neue Heizsaison begonnen hat. Die Stadt Landshut setzt bei der Wärmeversorgung ihrer Liegenschaften seit vielen Jahren verstärkt auf den Einsatz von energieeffizienten Blockheizkraftwerken (BHKW). Insgesamt neun dieser Anlagen sind mittlerweile in Betrieb. Das tut vor allem der Umwelt gut: Insgesamt wurden in den neun BHKWs der Stadt nach Angaben des Amts für Gebäudewirtschaft im Vorjahr rund 114.500 Kilogramm des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 eingespart. Aber auch finanziell lohnten sich die Kraftwerke, denn die Stadt erhielt einerseits eine Energiesteuererstattung von immerhin knapp 7.300 Euro und produzierte andererseits in den Anlagen nicht nur Wärme, sondern auch Strom – der weitgehend in den städtischen Gebäuden verbraucht werden konnte.

Besonders stark ließ sich der CO2-Ausstoß durch die BHKWs im Rathaus II reduzieren, und zwar um insgesamt fast 30.000 Kilogramm. Die ältere der beiden Anlagen ist seit Herbst 2012 in Betrieb die zweite kam erst im Oktober 2017 dazu. Ebenfalls mehr als 20.000 Kilogramm CO2-Einsparungen ermöglichte das BHKW der Staatlichen Realschule. BHKWs setzt die Stadt außerdem im Rathaus in der Altstadt, in der Grundschule Carl-Orff, in den Kindergärten St. Pius und Kastanienburg sowie in einem großen Wohnhaus an der Watzmannstraße ein. Die neueste Anlage wurde Mitte Dezember 2017 in der Grund- und Mittelschule St. Nikola in Dienst gestellt.

Oberbürgermeister Alexander Putz sieht die Stadt damit auf dem richtigen Weg: „Die Bilanz 2017 beweist, dass der Einsatz von Blockheizkraftwerken sowohl aus ökologischen als auch aus ökonomischen Gründen sinnvoll ist.“ Bei Neubauten und anstehenden Generalsanierungen von städtischen Gebäuden müsse deswegen stets geprüft werden, ob sich die Installation weiterer BHKWs rechne, so Putz. „Wo das der Fall ist, sollten wir auf diese klimafreundliche Heizmöglichkeit setzen.“

Dazu rufe ich das jahrzehntelange belegbare Engagement aus den Reihen der CSU für den Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplung und Verzögerungen und Rückschläge ins Gedächtnis. Z.B. durch einen Leserbrief aus dem Jahre 2010, der in der LZ erschienen ist.

Zum Leserbrief „Umbau der MVA in Biomasseheizkraftwerk zum Scheitern verurteilt“ in der LZ vom 8. Mai 2010:

Die in dem Leserbrief geforderte Suche nach weiteren Standorten für ein oder mehrere Blockheizkraftwerke im Stadtgebiet ist spätestens seit dem Stadtratsantrag vom 30.11.2005 auf Prüfung von geeigneten Standorten im Stadtgebiet für die Nutzung von Strom und Wärme/Kälte unter Verwendung von umweltverträglichen Brennstoffen eröffnet.

Als Vorbilder wurden erfolgreiche Projekte an anderen Orten Bayerns angeführt (z.B. das Biomasse-BHKW am Bezirkskrankenhaus Mainkofen). Auch die Kooperation mit Nachbargemeinden wurde ausdrücklich zur Prüfung vorgeschlagen.

In dem dazu gehörigen einstimmigen Beschluss vom 07. März 2006 wird „Die Errichtung von Biomassekraftwerken als Kraft-Wärme/Kälte-Anlagen als wichtiger Bestandteil der künftigen Energiepolitik der Stadt Landshut gesehen“ und die Stadtwerke wurden beauftragt, die wirtschaftliche Machbarkeit anhand des Wärme/Kältebedarfs von Gewerbebetrieben an dafür geeigneten Standorten zu ermitteln. Die LZ berichtete am 8.3.2006 unter anderem „Als ein Standort komme womöglich das Klinikum in Frage.“

Aber es kam anders: Das umwelt- und klimaschonende Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung wurde bei der unlängst erfolgten Erneuerung der Heizungsanlage der Klinikum Landshut gGmbH nicht berücksichtigt. Gerade dieser ganzjährige Abnehmer von Wärme/Kälte und Strom wäre optimal geeignet gewesen, sowohl zukunftsorientierte ökologische und ökonomische Anforderungen zu erfüllen.

Da derzeit nur die teilweise Weiternutzung der bestehenden Müllverbrennungsanlage (MVA) im Focus der Akteure steht, aber im Plenum am 30.04.2010 eine Mehrheit im Stadtrat auch einer objektiven Suche nach geeigneteren Standorten aufgeschlossen war, hat die CSU-Fraktion erneut einen Antrag für die immer noch ausstehende Suche und Betrachtung von sinnvollen Standorten im Stadtgebiet im Sinne des Beschlusses von 2006 gestellt.

Darin wird auf die damit verbundenen Chancen: „Ausbau der Eigenenergieerzeugung, Arbeitsplätze, Kundenbindung, Stärkung der regionalen Wirtschaftskreisläufe, Feinstaub- und CO2-Reduzierung, Klimaschutz, Vernetzung mit den Hochschulen in der Region und Verhinderung des Kapitalabflusses“ hingewiesen.

Dies trägt auch der Tatsache Rechnung, dass es grundsätzlich sinnvoller ist, einen Wärme/Kälte-Erzeuger beim Abnehmer zu errichten, als Abnehmer bei einem bestehenden Wärmeerzeuger anzusiedeln.

Rudolf Schnur

Stadtrat

84036 Landshut

 

Bitte teilen