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„MITTEN INS HERZ“ – OVID — Matinee-Lesung im Lesecafé der Stadtbücherei im Salzstadel

Bildtext: Der bekannte Schauspieler und Regisseur Heinz Oliver Karbus (links) liest am Sonntag, 11. November, im Lesecafé der Stadtbücherei im Salzstadel, Werke des römischen Dichters Ovid. Martin Kubetz (rechts) sorgt für die musikalische Umrahmung.

 

„Mitten ins Herz“ – Ovid

Matinee-Lesung im Lesecafé der Stadtbücherei im Dalzstadl

 

Am Sonntag, 11. November, wird die Reihe „Mitten ins Herz – Poesie und Musik im Dialog“ fortgesetzt. Die Matinee-Lesung findet, wie gewohnt, um 11 Uhr, im Lesecafé der Stadtbücherei im Salzstadel statt. Der Schauspieler und Regisseur Heinz Oliver Karbus nimmt seine Zuhörer diesmal mit in die Zeit der Antike. Er stellt den römischen Dichter Ovid vor, der neben Horaz und Vergil zu den drei großen Poeten der klassischen Epoche gehörte. Liebesgedichte und andere Texte Ovids werden musikalisch umrahmt von Martin Kubetz, der mit seinen Kompositionen die Stimmung der Lesung aufgreift und vertieft.

Ovid, eigentlich Publius Ovidius Naso, wurde am 20. März 43 vor Christus in Sulmo, dem heutigen Sulmona, in der Nähe von Rom geboren. Er entstammte einer wohlhabenden Adelsfamilie. In Rom und Athen erhielt er eine Ausbildung in Rhetorik. Er war für eine Laufbahn als Beamter oder Anwalt vorgesehen, so schilderte er es später in seiner poetischen Lebensbeschreibung „Tristia“. Nach kurzer Tätigkeit im Staatsdienst widmete er sich jedoch ganz der Dichtung. Bereits sein erstes Werk „Amores“, eine Sammlung von Liebeselegien machte ihn berühmt. Die Liebe war überhaupt eines seiner großen Themen. In der Folge erschienen „Heroides“ und „Ars amatoria“, ein mehrteiliges erotisches Lehrgedicht, das im kaiserlichen Rom für erhebliches Aufsehen sorgte. In Ovids mittlerer Schaffensphase entstanden vor allem zwei große Dichtungen: die „Metamorphosen“ (Verwandlungen), ein groß angelegter Zyklus von Verwandlungssagen der griechischen und römischen Götterwelt in Gedichtform, und „Fasti“. ein römischer Festkalender, der jedoch unvollendet blieb. Im Jahr 8 nach Christus wurde der Dichter von Kaiser Augustus nach Tomis am Schwarzen Meer verbannt. Die Gründe hierfür sind nicht ganz klar, angeblich war er bei seinem früheren Mäzen in Ungnade gefallen wegen der Anstößigkeit seiner frühen Dichtungen, die dem Kaiser moralisch verwerflich erschienen seien. Während seiner Verbannung verfasste Ovid zahlreiche Gedichte, in denen er sein Schicksal beklagte, zusammengefasst in „Tristia“ und unzählige Briefe, die in die Sammlung „Epistulae ex Ponto“ (Briefe vom Schwarzen Meer) eingingen. Trotz wiederholter Bittschreiben an Kaiser Augustus und dessen Nachfolger Tiberius wurde er nicht begnadigt und blieb bis zu seinem Tod 17 oder 18 nach Christus im Exil in Tomis.

Ovid wollte mit seiner Dichtung die Menschen eher unterhalten als belehren. Seine hinreißenden Liebesgedichte wurden zu einem durchschlagenden Publikumserfolg im antiken Rom. Sein Stil ist voller Witz und Grazie, geschliffen und brillant und so treffen seine Gedichte, die vor mehr als 2000 Jahren geschrieben wurden, noch heute „mitten ins Herz“.

Karten für 7 Euro sind in der Stadtbücherei im Salzstadel erhältlich oder vorzubestellen unter Telefon 0871/22878.

 

Foto: Stadt Landshut

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