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Millionen für gutes Unterrichtsklima?

Zwei Leserbriefe eines Klassensprechers der 12. Klasse der Berufsoberschule sprechen eine deutliche Sprache. Klartext veröffentlicht die Briefe nachstehend ungekürzt und unverändert:

Erster Leserbrief

Zu dem Artikel „Berufsschul-Sanierung: Etappenziel ist erreicht“ von Johannes Viertlböck, erschienen am 01.10.2013 in der Landshuter Zeitung.

Im Kern ist die Botschaft, dass das Gebäude immerhin steht, rechtzeitig bezugsfertig wurde und das Dach regenfest ist. Von einem abgeschlossenen und funktionalen Bauprojekt kann allerdings noch nicht die Rede sein. Noch lang ist die Liste der Mängel und zum ersten Mal deutlich wurde dies wohl beim Einzug der Lehrerschaft, welcher, aufgrund eines vergessenen Notfalltelefons im Aufzug und der daraus resultierenden und bis jetzt andauernden Stilllegung der Anlage, schweißtreibender gewesen ist, als so mancher vorher dachte. Auch kommt durch einen Fehler in der Heizungsanlage und der damit verbundenen, andauernden Betriebsamkeit der Heizkörper auf voller Kraft, neben hohen Energiekosten, echtes Saunafeeling auf. Ein weiteres Manko sind die automatischen Sonnenschutzrollos. Diese zeichnen sich nämlich bisher leider nur durch ihre Unfunktionalität aus. Doch dass an der Bausubstanz wohl etwas gespart wurde, ist aufgrund der Tatsache, dass es sich hier um ein öffentliches Gebäude handelt nicht stark verwunderlich und auch nichts Neues.

Natürlich sind und bleiben diese Ausführungen subjektive Ansichten eines Schülers, dessen Kritik wohl für viele unverständlich ist. Ähnlich wie die Durchsagen des Sekretariates, welche, geschuldet durch fehlende Lautsprecherverbindungen in manchen Klassenzimmern, unverständlich in den Fluren der Schule verhallen.

Trotz all dem, findet vor allem durch die Kooperation zwischen Schulleitung, Lehrern und Schülern ein geregelter Unterricht statt. Auch wenn manchmal innovative Ideen seitens der Lehrerschaft nötig sind um ihr Stoffgebiet adäquat zu visualisieren. Doch leider bleiben Verzögerungen im Unterrichtsablauf genauso vorprogrammiert wie stetig  steigende Langeweile seitens der Schüler, verschuldet durch die Unmöglichkeit des Einsatzes der neuen und teuren, doch leider bisher funktionsunfähigen Multimedia-Gerätschaften. Hinzukommend scheint sich zu den erwähnten Verzögerungen in der Bauphase auch eine Verzögerung in der EDV-Phase gesellt zu haben. So blieb ein funktionierendes System bisher mehr Wunsch als Tatbestand.

Doch wie bereits der Titel des Artikels durch das Wort „Etappenziel“ ausdrückt, ist das Endziel eines geregelten Schulablaufes, in dem ein Rädchen ins andere greift, noch ein kleines Stück entfernt. Zweifel am Erreichen dieses Zieles bestehen jedoch nicht. Denn wo Schatten ist, da ist auch Lichtgrau. Somit bleibt die Hoffnung, dass sich nach den Startschwierigkeiten ein geordneter und produktiver Schulalltag einstellt und diese neue Schule ein Ort wird, den Schüler mit Stolz ihre Schule nennen und gerne aufsuchen.

 

Zweiter Leserbrief 

Das neue BS I Gebäude sorgt auch noch 10 Wochen vor den entscheidenden Abiturprüfungen für genug Störfaktoren, um jede Form der Langeweile für Lehrer und Schüler kategorisch auszuschließen. Ein erster wichtiger Punkt ist hier die Problematik in den Klassenzimmern, welche mit ihrer Fensterfront direkt auf die Großbaustelle im Innenhof ausgerichtet sind. Der Baulärm dort hat mittlerweile eine solche Dimension, dass eine normale Stimmmodularität nicht immer ausreicht um verstanden zu werden. Aber sich über neue Bauprojekte zu beschweren ist natürlich nicht unsere Absicht. Ganz im Gegenteil, wir begrüßen jede Modernisierung im Bildungswesen. Viel wichtiger und die Hauptproblematik ist hier nicht die seit Schuljahresbeginn bestehende Baustelle, sondern die Zustände im bereits Anfang Oktober fertig gestellten BS I Gebäude. Wobei die damalige Meldung der Fertigstellung sich wohl nur auf die Witterungsbeständigkeit des Daches bezogen haben kann, da die „Baustelle“ BS I uns seit Beginn des Jahres in Atem hält. Das Wort „Zumutung“ mag hier zwar hart klingen, aber es beschreibt manchen Zustand doch leider sehr genau. Die Spitze des Eisberges ist die seit Schuljahresbeginn funktionsgestörte Lüftung in den Klassenzimmern, wobei sich die Störung durch ein defektes Heizelement definiert. Dies führt dazu, dass im wahrsten Sinne des Wortes ein eiskalter Wind durch manche Klassenzimmer weht und die Schüler im „Eskimodress“ ihren Schulalltag verbringen. Dass hier Erkältungen vorprogrammiert sind, ist eine Selbstverständlichkeit und durch die Tatsache hoher Krankheitstage in den betroffenen Klassen bewiesen. Selbst die Ärzte der Schüler attestieren einen Zusammenhang zwischen dem eiskalten Lüftungswind und den Krankheitsbildern. Dies alles geht mittlerweile so weit, dass sogar schon eine Klasse geschlossen einen ganzen Unterrichtstag streikend zu Hause verbracht hat. Uns stellen sich da zwei Fragen: nämlich die nach der Zuständigkeit und warum dieses schon seit langem bekannte Problem noch nicht behoben wurde? Nun, zuständig ist hier ein eigens dafür eingerichteter Ausschuss, bestehend aus Vertretern des Landkreises, der Stadt und einigen Bauverantwortlichen. Allerdings trügt hier das Wort zuständig, denn bisher wurde sich herzlich wenig um diese Belange gekümmert. So werden die Probleme zwar ab und an kurz angehört, falls sich die Verantwortlichen des Ausschusses ausnahmsweise 5 Minuten Zeit nehmen, aber nicht gelöst, sondern dreist ignoriert. Meist wird hierbei vorgeschützt, dass wir uns überhaupt über die Finanzierung und die Durchführung des Schulneubaues glücklich schätzen sollen. In Zentralafrika sind die Leute ja schließlich schon mit einer Tafel und einem Dach zufrieden.

Wir denken, es zeigt sich welchen Stellenwert diese Schule für die derzeitige politische Führungsriege in Landshut einnimmt. Daraus erschließt sich, wem „Zukunft“ wirklich am Herzen liegt und welche Politiker am 16. März unsere Stimmen (nicht) erhalten.




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