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Mehr Defibrillatoren für Landshut und bessere Auffindbarkeit

Rudolf Schnur                                               27. Februar 2014

An den
Stadtrat der Stadt Landshut
Rathaus
Antrag
a) Die Stadt prüft die Möglichkeit eines Aktions- und Förderprogramm (unter Beteiligung der Fördermittel-Scoutin) zur flächendeckenden Versorgung von öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen (z.B. Sportvereinen) mit Defibrillatoren, in Zusammenarbeit mit den einschlägigen Institutionen.
b) In den Stadtplänen, auf der Homepage der Stadt Landshut und anderen geeigneten Stellen soll in Zukunft auf Standorte von Defibrillatoren verwiesen werden. Die Stadt prüft dabei auch die Möglichkeit der Blitz-Information der Bürger mittels App oder SMS (siehe unten).
Begründung:
pte20140221001 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie
Defibrillatoren-Mangel erhöht Todesrate massiv
Ohne Hilfe überleben maximal zwölf Prozent – Device-Aufstockung nötig
Defibrillator: Gerät ist oft Lebensretter (Foto: flickr.com/David Bruce Jr.)

London/Hampshire (pte001/21.02.2014/06:00) – Der Mangel an Defibrillatoren im öffentlichen Raum führt zu einer gesteigerten Anzahl an Toten durch Herzinfarkte, wie eine im Journal Heart http://heart.bmj.com publizierte Studie zeigt. Die Daten beziehen sich auf Herzinfarkte außerhalb von Krankenhäusern und wurden in der englischen Grafschaft Hampshire erhoben.

Enttäuschend geringer Einsatz

Innerhalb eines Jahres wurden alle eingehenden Anrufe beim South Central Ambulance Service, die einen Herzinfarkt meldeten, analysiert. 1.035 Anrufe wurden getätigt, die (später bestätigte) Herzinfarkte meldeten, wovon bei 44 Fällen der Anrufer fähig war, sich Zugang zu einem öffentlichen Defibrillator zu verschaffen. Jedoch schafften nur 18,41 Prozent dieser Personen es, den Defibrillator auch richtig am Patienten anzubringen, bevor die Rettung eintraf.

Insgesamt liegt die Einsatzrate von Defibrillatoren also nur bei 1,74 Prozent, gerechnet auf alle analysierten Herzinfarkte, was die Autoren als “enttäuschend gering” klassifizieren. Denn jede Minute, die bei einem Herzstillstand vergeht, ohne dass eine Wiederbelebung stattfindet, erhöht das Todesrisiko um sieben bis zehn Prozent. Zurzeit überleben nur zwei bis zwölf Prozent der Betroffenen einen außerhalb des Spitals eingetretenen Herzinfarkt.

Überlebenschancen extrem erhöht

Defibrillatoren verdreifachen die Überlebenschance – und können zudem von jeder Person leicht benutzt werden, da sie detaillierte Informationen zur richtigen Anwendung bieten. Die Autoren fordern daher: “Die geringen Überlebenschancen bei Herzinfarkten außerhalb des Spitals sind zum Teil durch Verzögerungen der Defibrillation zu erklären. Mehr Defibrillatoren sind im öffentlichen Raum notwendig, ebenso wie mehr Ausbildung, um der Bevölkerung mehr Selbstvertrauen zu geben, die Geräte zu benutzen, wenn sie verfügbar sind.”

Der Samariterbund hat in seiner kostenlosen App http://bit.ly/1c4fTJD ein Feature integriert, das Defibrillatoren in nächster Nähe anzeigt. In Schweden geht man indes einen anderen Weg: Dort setzt man auf die Hilfe von ausgebildeten Lebensrettern. Per SMS werden Informationen zum eingegangenen Anruf über den Herzinfarkt-Patienten an freiwillige Helfer im Umkreis von 500 Metern weitergeleitet (pressetext berichtete: http://pte.com/news/20131025004 ).

 

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