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MdL Helmut Radlmeier: „Mehr Lohn für Hebammen“

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„In Bayern arbeiten die meisten Hebammen in den Kliniken auf freiberuflicher Basis.  Vom der ohnehin geringen Entlohnung, müssen wir auch noch die Haftpflicht abführen“, klagt Barbara Steininger, freiberufliche Hebamme im Kreiskrankenhaus Landshut-Achdorf. Dies sei in Landshut nicht anders wie in anderen bayerischen Kommunen, denn im Freistaat würden der überwiegende Teil der Geburtshelferinnen auf dieser Basis arbeiten. In kleineren Kliniken führe dies oft zu Schließungen der Geburtshilfestationen, aber auch in größeren Häusern gebe es „erhebliche Probleme“, entsprechende Fachkräfte zu finden, so Steininger.

Genau dieser Thematik hat sich der Bayerische Landtag in seiner jüngsten Sitzung angenommen. Dabei hat der Landshuter Stimmkreisabgeordnete Helmut Radlmeier mit einem Dringlichkeitsantrag – „Hebammenhilfe – eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe flächendeckend sichern“ – zusammen mit seinen Kollegen von der CSU-Fraktion erneut auf die wichtige gesellschaftliche Aufgabe der Hebammen hingewiesen und klargestellt, dass diese auch eine angemessene Vergütung benötigen.

„Wir wollen mehr Lohn für die Hebammen“, so Radlmeier, der bereits in seiner Eigenschaft als Mitglied im Aufsichtsrat des Klinikums Landshut und nun im Ausschuss für Gesundheit und Pflege im Bayerischen Landtag seit längerem mit der Problematik befasst ist. Auch er sieht die in den vergangenen Jahren gestiegenen Berufshaftpflichtprämien in der Geburtshilfe als großes Problem an. Es sei wichtig, dass das Einkommen der Hebammen, insbesondere der freiberuflich Tätigen, schnell entscheidend verbessert werde“, so der Abgeordnete. Die Aufnahme der Hebammenhilfe in den Koalitionsvertrag auf Bundesebene sei begrüßenswertes und ein deutliches Signal. Radlmeier: „Die Arbeit der Hebammen ist gesellschaftlich unverzichtbar, muss sich aber heute wie in Zukunft auch lohnen.“

„Hinzu kommt, dass für junge Frauen und Männer, die sich für Familiengründung und Elternschaft entscheiden, die Wahlfreiheit des Geburtsortes erhalten bleiben soll.” Deshalb sei eine verlässliche und flächendeckende Versorgung der Frauen beziehungsweise der Familien mit Hebammenhilfe in ganz Bayern auch in Zukunft wichtig.

Mit dem Antrag wird die Staatsregierung aufgefordert, sich weiterhin für die Hebammen einzusetzen. Das Berufsbild der Hebammen habe sich verändert, sie unterstützten Familien auch in der Zeit vor und nach der Geburt und übernähmen somit vermehrt Aufgaben, die früher im Familienverbund geleistet worden seien, so Radlmeier. „Hebammen sind auch wertvolle ‚Frühwarnsysteme‘ und stehen gegebenenfalls am Anfang einer Präventionskette im Interesse der Neugeborenen.“ Seit 2010 hätten sich laut Deutschem Hebammenverband rund 20 Prozent der Hebammen in Deutschland aus der Geburtshilfe zurückgezogen. Von den etwa 20.000 Hebammen in Deutschland würden demnach noch etwa 3.000 klassische Geburtshilfe anbieten.

Durch die zum 1. Mai 2012 erfolgten landesrechtlichen Reformen der Hebammengebührenordnung sei bereits sichergestellt, dass alle künftigen Verbesserungen in der gesetzlichen Krankenversicherung automatisch den bayerischen Hebammen auch im kleinen Bereich der privaten Abrechnung zu Gute kämen, so Radlmeier.

Denn in Bayern gebe es auch die meisten Hebammen in ganz Deutschland, die auf freiberuflicher Basis arbeiteten, so Hebamme Barbara Steininger, die ihrerseits auf Hilfe durch die Politik hofft.

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