Home Allgemein Landshuter Stadträtin Dr. Kaindl auf Informationsbesuch beim Schlachthof Vilshofen

Landshuter Stadträtin Dr. Kaindl auf Informationsbesuch beim Schlachthof Vilshofen

Die  Tierärztin Dr. Dagmar Kaindl hat sich mit ihren Kollegen Rudolf Schnur und Thomas Haslinger in der vergangenen Woche über die Planungen im Landshuter Schlachthof vor Ort informiert.

Dabei wurde vor allem auf die öffentlich vorgetragenen Vorwürfe eingegangen und diese durch die Geschäftsleitung und die  Tierärztin der Firma Vion, Dr. Anne Hiller, die für Vion für Tierschutz und Forschung zuständig ist, entkräftet.

Die beiden Tierärztinnen haben am frühen Morgen danach, den Schlachthof und den Schlachtablauf in Vilshofen besichtigt.

Vilshofen hat bereits die Technik, die in Landshut installiert werden soll. Fragen über das Abladen der Tiere, die Wartezeiten in der vorgelagerten Halle, das Narkoseverfahren und das Hinführen zur sogenannten 5er-Gondel wurden von Fr. Dr. Hiller, die aus Hamburg angereist war, ausführlich beantwortet.

Zudem waren 4 Tierärzte in Vilshofen anwesend. In jedem Bereich sind Videokameras installiert, Dr. Dagmar Kaindl konnte im Büro des Ltd. Veterinärs die Raumüberwachung als auch den laufenden Betrieb in Augenschein nehmen.

Mehrere hundert Schweine verhielten sich in der Wartehalle sehr ruhig, schliefen auch teilweise. Sie wurden mit einem Kunststoffschieber von einem Angestellten langsam in kleinen Gruppen zu einer Plattform getrieben, wo jeweils fünf Schweine abgesenkt wurden. Durch ein Fenster kann man noch eine Weile nach unten sehen. Ähnlich wie in einem Aufzug werden die Schweine unten nach ca. 100 Sekunden ausgeworfen, Frau Dr. Kaindl hatte die Möglichkeit  sich durch Coronealreflex etc. von der Narkosetiefe zu überzeugen. Der Weg zum Ausbluten der Tiere durch Stich in die Halsschlagader ist so berechnet, dass die Narkose voll ausreicht, um den Tieren Leid zu ersparen. Die CO²-Methode ist lt. Dr. Kaindl zwar noch umstritten, aber auf Grund noch fehlender Forschung zur Optimierung im Moment noch nicht anders machbar.

Bis jetzt hat der Landshuter Schlachthof diese moderne Technik noch nicht, in Landshut wird derzeit noch jedes Schwein einzeln abgetrennt und alleine einige Meter bis zum Narkoseprozess vorwärts getrieben. Für die Schweine bedeutet das Angst und erhöhte Adrenalinproduktion. Mit der Erweiterung des Landshuter Schlachthofes werden auch erhöhte Standards, wie in Vilshofen, zum Einsatz kommen.

Nach der Auffassung von Dagmar Kaindl ist die Anlage in Vilshofen hervorragend technisch ausgestattet und dem Tierschutz ist hier so gut wie möglich Rechnung getragen. Durch den Neubau in Landshut (verbesserte technische und bauliche Ausstattung) werden für die Schweine wesentlich stressfreiere Bedingungen geschaffen, als es in der jetzigen Anlage der Fall ist.

Frau Dr. Kaindl verweist nach ihrer 2-stündigen Besichtigung der Schlachtvorgänge in Vilshofen  darauf, dass man zwar die optimalen Tierschutzbedingungen einfordern und Kontrollen verlangen kann; abschaffen kann man die Schlachtvorgänge nicht. Im Endeffekt bestimmt der Verbraucher wie viele Tiere dem Schlachtvorgang zugeführt werden. Zu hoffen ist außerdem, dass viele ältere Schlachthöfe technisch und baulich nach dem neuesten Standard modernisiert werden, um optimale Bedingungen für die Tiere zu schaffen.

Kaindl stimmt ungern einer Schlachthoferweiterung zu, aber in diesem Falle sei es für die Tiere eine kleine Chance, etwas weniger Angst zu erleiden, wenn sie auch leider dem Tod nicht entkommen. Kaindl hofft, dass der eine oder andere Fleischkonsument etwas umdenkt, denn durch unser Kaufverhalten können wir wenigstens die Haltung der lebenden Tiere beeinflussen und vielleicht auch Druck auf die Forschung ausüben, um noch optimalere Narkosen zu Wege zu bringen. Leider wird man die Menschen nicht überzeugen können, sich fleischlos zu ernähren.

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