Home Allgemein LAKUMED Kliniken und Klinikum Landshut versorgen Notfallpatienten auch in der Coronakrise

LAKUMED Kliniken und Klinikum Landshut versorgen Notfallpatienten auch in der Coronakrise

Ärztliche Abklärung dringend empfohlen

Landshut / Vilsbiburg / Rottenburg. Seit einigen Wochen ist in den Notaufnahmen des Klinikums Landshut und der LAKUMED Kliniken ein Rückgang der Notfallpatienten zu beobachten. „Derzeit kommen zahlreiche Patienten sehr spät in die Notaufnahme. Die Erkrankungen sind dann schon sehr weit fortgeschritten und manche Patienten sogar bereits instabil“, sagt Oliver Zorn, Chefarzt der Notaufnahme am Klinikum Landshut. Viele Patienten, die aufgrund ihrer Erkrankung einer dringenden Behandlung in der Notaufnahme bedürften, bleiben fern – möglicherweise aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus oder aus Unsicherheit, wie dringend die Behandlung bei einem bestimmten Krankheitsbild erforderlich ist.

Da es immer wieder Patienten gibt, die aufgrund ihres Erkrankungsbildes deutlich früher in die Notaufnahme hätten kommen sollen, appellieren die LAKUMED Kliniken und das Klinikum Landshut, bei Verdacht auf eine lebensbedrohliche Erkrankung oder bei starken Schmerzen eine Notaufnahme aufzusuchen und die Beschwerden ärztlich abklären zu lassen. „Alle Patienten, die vor der Coronakrise aufgrund ihrer Erkrankung ein Fall für die Notaufnahme waren, dürfen auch in der jetzigen Situation rund um die Uhr in die Notaufnahme kommen – und müssen nicht vorher anrufen“, sagt Dr. Harald Dietz, Chefarzt der Notaufnahme am Krankenhaus Landshut-Achdorf.

„Patienten mit akuten Beschwerden wie anhaltenden Brustschmerzen, schwerer Atemnot, kurzer Bewusstlosigkeit, neuen Lähmungserscheinungen oder Verletzungen sollten unbedingt den Notruf wählen und eine Notaufnahme aufsuchen“, sagt Prof. Dr. Stephan Holmer, Ärztlicher Direktor am Klinikum Landshut. „Trotz der Allgemeinverfügung zur Bewältigung erheblicher Patientenzahlen in den Krankenhäusern werden alle Notfall-Patienten umgehend untersucht und kompetent versorgt“, erklärt Prof. Dr. Johannes Schmidt, Ärztlicher Direktor am Krankenhaus Landshut-Achdorf.

Rasche Behandlung kann entscheidend sein

Eine verspätete Behandlung bestimmter Beschwerden kann ernsthafte gesundheitliche Folgen nach sich ziehen oder sogar lebensbedrohlich sein. Beispielsweise bei Patienten mit Symptomen, die auf einen Schlaganfall hinweisen, sind eine rasche Diagnostik und Therapie entscheidend.  „Je schneller das Blutgerinnsel aufgelöst oder entfernt werden kann, umso weniger Gehirnzellen sterben und umso besser ist die Genesung des Patienten“, sagt Prof. Dr. Christian Pehl, Ärztlicher Direktor am Krankenhaus Vilsbiburg. Gleiches gilt bei einem Herzinfarkt: „Ein Herzinfarkt ist lebensgefährlich, die schnelle Behandlung ist hier lebensrettend. Je früher das verschlossene Herzkranzgefäß wieder durchblutet wird, umso weniger wird der Herzmuskel geschwächt und umso besser die Langzeitprognose“, sagt Prof. Dr. Stephan Holmer.

Bei starken Schmerzen, beispielsweise im Bauch, sollte ebenfalls zeitnah eine ärztliche Abklärung erfolgen. „Eine Entzündung der Gallenblase oder des Blinddarmfortsatzes, ein Leisten- oder Bauchwandbruch mit Einklemmung oder eine Divertikelerkrankung können sehr schmerzhaft und gefährlich sein, wenn sie nicht zeitnah behandelt werden“, erklärt PD Dr. Bruno Neu, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Onkologie am Krankenhaus Landshut-Achdorf. „Auch endoskopische Notfälle werden in der Gastroenterologie wie gewohnt rund um die Uhr versorgt. Dazu gehören beispielsweise Blutungen aus Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren“, sagt Prof. Dr. Dr. Matthias Dollinger, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Diabetologie, Nephrologie und Leberheilkunde am Klinikum Landshut. „Bluthochdruck, Blut im Urin und weitere Faktoren können auf eine Autoimmunerkrankung der Nieren hinweisen, die dringend abzuklären ist.“  Zu den klassischen Notfällen mit heftigen Schmerzen im Oberbauch gehören auch die akute Bauchspeicheldrüsenentzündung sowie die Gallengangskolik, die behandelt werden müssen.

„Besteht der Verdacht auf einen Knochenbruch, muss zeitnah ein Röntgenbild gemacht werden“, erklärt Dr. Andreas Ganslmeier, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Krankenhaus Landshut-Achdorf. „Aber auch Patienten mit Sehnen- oder Bandverletzungen an der Schulter, am Knie oder am Sprunggelenk profitieren eindeutig von einer zügigen OP oder entsprechenden äußeren Ruhigstellung.“ Auch bei Wirbelbrüchen aufgrund von Osteoporose oder nach einem Trauma können aufrichtende Maßnahmen nur erreicht werden, wenn Diagnose und Therapie zeitnah erfolgen.

Dringend erforderliche Behandlungen werden auch in der Onkologie und Hämatologie durchgeführt. „Selbstverständlich stellen wir auch in der aktuellen Situation die optimale Versorgung unserer onkologischen Patienten sicher. Dies beinhaltet Abklärungen bei Verdacht auf Tumorerkrankung, operative, lokale und systemische Therapien und auch die Nachsorge nach Tumorerkrankungen, sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich“, so Dr. Christian Bogner, Chefarzt der Onkologie und Hämatologie am Klinikum Landshut.

Getrennte Wege für Corona-Patienten und Notfall-Patienten

Im Klinikum Landshut und bei den LAKUMED Kliniken wird der Weg von Patienten mit Verdacht auf das Coronavirus bereits vor der Notaufnahme vom Weg der Notfall-Patienten getrennt. Auch die Unterbringung von Patienten mit Verdacht auf eine Corona-Infektion erfolgt in abgetrennten Isolierbereichen. Damit wird sichergestellt, dass sich Corona-Patienten und Patienten mit anderen Erkrankungen nicht begegnen und infizieren können.

Der Krankenhausalltag hat sich in vielen Krankenhäusern zum Teil sehr verändert. Zum Schutz für Mitarbeiter und Patienten arbeiten im Klinikum Landshut und bei den LAKUMED Kliniken alle Mitarbeiter mit einem Mund-Nasen-Schutz. Um einen Überblick zu haben, wer die Krankenhäuser betritt, werden im Eingangsbereich Risikoeinschätzungen in Bezug auf das Coronavirus durchgeführt. Das Besuchsverbot gilt weiterhin – Besucher im Rahmen eines Ausnahmefalls müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. „Ich bin allen unseren Mitarbeitern sehr dankbar, die den Krankenhausbetrieb in diesen herausfordernden Zeiten so verantwortungsbewusst am Laufen halten“, so Dr. Philipp Ostwald, Geschäftsführer des Klinikum Landshut. „Die Bewältigung der aktuellen Situation ist uns bisher gut gelungen“, so Jakob Fuchs, geschäftsführender Vorstandsvorsitzender der LAKUMED Kliniken. „Dies verdanken wir unseren hochmotivierten Mitarbeitern, die hier Teamfähigkeit, Zusammenhalt und Motivation bewiesen haben und deutlich über das übliche Arbeitspensum hinausgegangen sind.”

Wohin bei leichten Beschwerden und Erkältungssymptomen?

Bei leichten Beschwerden (z.B. Unwohlsein, Sodbrennen, Abgeschlagenheit) sollte sich der Patient beim niedergelassenen Hausarzt vorstellen. Dieser wird den Patienten untersuchen und behandeln sowie – falls nötig – zur weiteren Abklärung an einen Facharzt überweisen. Bei Erkältungssymptomen (z.B. Husten, Schnupfen, Fieber), die auf eine Infektion mit dem Coronavirus hinweisen können, sollte zuerst telefonisch mit dem Hausarzt Kontakt aufgenommen werden. Der Hausarzt bespricht das weitere Vorgehen mit dem Patienten und vermittelt diesen gegebenenfalls in die Corona-Schwerpunktpraxis am Volksfestplatz in Ergolding.

Für hausärztliche Themen außerhalb der üblichen Sprechzeiten ist die Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung oder die Rufnummer 116 117 die richtige Anlaufstelle.


Fotos: Klinikum Landshut gGmbH