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KRIEG

Vortrag von Dr. Mario Tamme, Stadtarchiv Landshut

Man kennt sie, die Bilder von der zerbombten Dresdner Frauenkirche, von den entkräfteten Trümmerfrauen, von den zwischen Schutt sitzenden Kindern und den verwundeten Soldaten.

Am 8. Mai 1945 trat die Kapitulation Deutschlands im Zweiten Weltkrieg in Kraft. Heute, siebzig Jahre später, vermitteln Fernsehdokumentationen, Zeitzeugenberichte und Zeitungsartikel die Fakten und Geschehnisse des Weltkriegs.

Weniger durch Fakten als vielmehr durch Emotionen lassen Kunst und Literatur zumindest ansatzweise den Krieg nachvollziehen. Unvergessen ist die Kurzgeschichte von Wolfgang Borchert „Nachts schlafen die Ratten doch“, in der ein kleiner Junge Tag und Nacht seinem unter einem Schutthaufen liegenden toten Bruder bewacht, um zu verhindern, dass diesen die Ratten fressen. Ein fremder Mann holt ihn ein stückweit wieder ins Leben zurück, indem er ihn zumindest nachts von seiner Bewachung befreit, denn „Nachts schlafen die Ratten doch“.

Nicht nur die Kurzgeschichten der Nachkriegszeit geben einen Einblick, was das Wort ‚Krieg’ bedeutet. Genau wie Wolfgang Borchert hat auch Fritz Koenig den Zweiten Weltkrieg erlebt und diesen künstlerisch verarbeitet. Hierbei sind nicht nur die Mahn- und Denkmäler gemeint, die Jahrzehnte nach dem Krieg entstanden sind, wie der Wettbewerbsentwurf für die ermordeten Juden Europas aus dem Jahr 1993, sondern vor allem auch Zeichnungen, die der Bildhauer als Frontsoldat fertigte.

Neben der Vorstellung solcher Kriegskunstwerke dürfen aber auch die historischen Fakten und Geschehnisse nicht in den Hintergrund geraten. Dr. Mario Tamme vom Stadtarchiv Landshut hat sich ausgiebig mit der Landshuter Stadtgeschichte im Zweiten Weltkrieg beschäftigt und gibt in einem Vortrag mehr als nur einen groben Überblick: Landshut im Zweiten Weltkrieg – das ist ein zerstörter Bahnhof, das sind Vertreibungen, Selbstmorde und unzählige Einzelschicksale.

Die Veranstaltung „KRIEG“ möchte das Thema Zweiter Weltkrieg auf unterschiedlichen Ebenen beleuchten. Fakten und Emotionen, Historie und bis in die Gegenwart reichende Aussagen von Zeichnungen und Skulpturen begleiten den Vortrag.

 




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