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Kampf gegen Drogentod geht auch in Corona-Zeiten weiter

Pressemitteilung

München, 02. August 2020

PM 191/GP

Huml wirbt für erfolgreiches Naloxon-Modellprojekt –

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml will den Kampf gegen Drogen verstärken und sieht dafür im erfolgreichen Naloxon-Modellprojekt einen wichtigen Baustein. Huml erläuterte am Sonntag: “Wir dürfen auch in Corona-Zeiten andere wichtige Aufgaben nicht aus dem Blick verlieren. Das bayerische Naloxon-Projekt hat sich seit seinem Start 2018 bewährt. Wir haben mittlerweile fast 500 Menschen für den Einsatz des Nasensprays geschult. In 70 Notfallsituationen kam Naloxon gezielt zum Einsatz und konnte somit Leben retten.”

Huml verwies darauf, dass es voraussichtlich im November einen Abschlussbericht zu dem Projekt geben wird. Die Ministerin betonte: “Wenn sich darin der positive Eindruck bestätigt, werde ich mich für eine bayernweite Ausweitung der Schulungen einsetzen.”

Die Ministerin ergänzte: “Mein Ziel ist, dass die Zahl der Drogentoten in Bayern sinkt. Dabei ist ein spezialisiertes Angebot für Drogenkonsumenten wichtig, das die Betroffenen in ihren verschiedenen Lebenslagen gezielt erreicht und unterstützt.”

Naloxon ist ein Nasenspray, das bei einer Überdosis Heroin, Methadon oder anderer Opioide angewendet wird. Bei einem Atemstillstand kann es lebensrettend wirken.

Bislang durfte Naloxon nur von Ärzten eingesetzt werden. Im bayerischen Modellprojekt ‘BayTHN – Take-Home-Naloxon in Bayern’ werden medizinische Laien geschult, wie sie ein Naloxon-Nasenspray bei Menschen anwenden. Damit sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass die Naloxon-Notfallgabe durch geschulte medizinische Laien sachgerecht erfolgt. Zielgruppen sind unter anderem Heroinkonsumenten und Menschen, die mit einem Ersatzstoff für Heroin behandelt werden. Auch in Drogenhilfeeinrichtungen sowie in Justizvollzugsanstalten wurde geschult.

Das Projekt läuft seit Oktober 2018 und wird federführend von der Universität Regensburg in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Bamberg umgesetzt. Beteiligt sind zudem verschiedene Einrichtungen der bayerischen Suchthilfe an den fünf Standorten Regensburg, München, Nürnberg, Ingolstadt und Augsburg. Das bayerische Gesundheitsministerium fördert das Projekt bis Ende des Jahres mit 330.000 Euro.

Die Zahl der Drogentoten ist in Bayern zuletzt wieder leicht gestiegen. Für 2019 wurden 244 Fälle registriert, 2018 waren es 235. Der Freistaat investiert jährlich mehr als sechs Millionen Euro in Suchtprävention und -hilfe.

Huml betonte: “Ein stabiles Lebensumfeld und ein guter Allgemeinzustand bedeuten Lebensqualität und sind ein entscheidender Schutzfaktor gegen den Drogentod. Deshalb ist es wichtig, dass wir Projekte wie dieses fördern und eine breite Basis an Hilfsmöglichkeiten schaffen, die die Betroffenen in ihrem Alltag erreichen.” Die Ministerin warb zudem für das dichte Netz von Einrichtungen in ganz Bayern, die Unterstützung rund um Fragen von Drogen, Sucht und Abhängigkeiten bieten – wie die ambulanten Psychosozialen Beratungs- und Behandlungsstellen für Suchtgefährdete und -kranke.