Home Allgemein JAHRESFAHRT DES CIMBERNKURATORIUMS zu deutscher Sprachinsel in ITALIEN

JAHRESFAHRT DES CIMBERNKURATORIUMS zu deutscher Sprachinsel in ITALIEN

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Jahresfahrt des Cimbernkuratoriums zu Deutscher Sprachinsel in Italien.

Die Fersentaler setzten sich ein für den Erhalt ihres Lebensraumes sowie ihrer Sprache und Kultur. Landshut. Nach dem Zustieg in Velden, Landshut und München, konnte Vorsitzender Jakob Oßner einen bis auf den letzten Platz, mit bestens gelaunten Reiseteilnehmern, besetzten Bus von Mitgliedern des Bayerischen Cimbernkuratoriums ins Fersental, begrüßen. Neben den Altbürgermeistern Josef Nagl, Franz Xaver Gallecker und Hans Tiefenbeck, aus einigen Partnergemeinden des Landkreises, galt der besondere Gruß, Prof. Dr. Antony Rowley von der LMU München der nicht nur der ausgewiesene Sprachwissenschaftler für den “Bayerischen Dialekt” ist sondern auch der Spezialist für die “Fersentalerische Mundart” wie sie im Fersental bei Trient auch heute noch von ca. 1000 Einwohnern gesprochen wird.  Antony Rowley gelang es bereits bei der Hinfahrt die Zuhörer im Bus über die Geschichte der Bewohner des Fersentales umfassend zu informieren. So kamen die Siedler, überwiegend Bergbauern und Holzfäller, des Fersentales oder Bersntoles oder auch Valley die Mocheni genannt  im 13. Jahrhundert aus Oberbayern und dem heutigen Südtirol. Dr. Jörg Ruthrof berichtete über die schrecklichen Geschehnisse im ersten Weltkrieg in dieser Gebirgsgegend die Demarkationsline war. Der österreichische Oberst und spätere Schriftsteller Robert Musil ( bekanntes Hauptwerk: “Der Mann ohne Eigenschaften”)  war seinerzeit in diesem Gebiet und er berichtete vor allem über die wunderbare Landschaft und Schönheit dieses Gebirgstales. Vor allem die seinerzeitigen Fürstbischöfe holten die Menschen aus unserer Gegend ins schwer zugängliche Hochgebirgstal um dieses urbar zu machen. Aufgrund der  Abgeschiedenheit der relativ armen Bevölkerung im Tal konnte diese kleine deutsche Kultur und Sprachinsel bis heute erhalten werden. Die bayerisch-tirolerische Mundart, die hier noch gepflegt wird, ist die der Einwanderer des Mittelalters, erklärte später auch  Leo Toller der Leiter des sehenswerten Fersentaler Kulturinstitutes in Palai beim Empfang am Samstagvormittag im Gemeindehaus von Palai. Leo Toller berichtete auch anschaulich über die Entwicklung, Schwierigkeiten aber auch besonderen Bemühungen der Verantwortlichen, angefangen bei der Beschulung der Kinder, die Kultur und Sprache der Fersentaler zu erhalten. Im Gemeindehaus von Florutz konnten sich die Besucher aus Bayern bei der abendlichen Festveranstaltung am Samstag mit dem erst 1992 gegründeten folkloristischen Chor “Cantiamo con Gioia” die fersentalerische, italienische und deutsche Lieder musikalisch gekonnt darboten, von den Bemühungen der Fersentaler, ihre Kultur zu erhalten, überzeugen. Von einer engagierten Lehrerin wurden mit eine Kindergruppe heimatliche Lieder einstudiert und in außerordentlich musikalisch liebenswürdiger Form vorgetragen. Massimo, ein 18-jähriger Solist an der “Ziach” begeisterte die große Besuchergruppe aus Bayern mit bekannten alpenländischen Melodien.   Vorsitzender Jakob Oßner bedankte sich abschließend mit einem Präsent bei der Festveranstaltung bei der gemischten Chorgruppe, bei  Leo Toller und den Bürgermeistern von Florutz und Palai und  würdigte ihre Bemühungen zur Erhaltung ihres Brauchtums und ihrer liebenswerten Kultur und Sprache. Kulinarischer Höhepunkt der Reise war das Mittagessen am Sonntag auf der Burg Persen (Pergine). Diese mittelalterliche Burg steht eindrucksvoll auf dem Tigazzo-Hügel. Als ehemalige römische Ansiedlung wurde sie im 13. Jahrhundert zur Festung erweitert und dient nunmehr als Herberge und Gasstätte.   Vor der Rückreise über Trient am Montag durfte natürlich die sachkundige Stadtführung nicht fehlen. Trient, lediglich 117 000 Einwohner groß, von den Kelten gegründet und später durch die Römer erobert ist Universitäts- und Bischofsstadt und hat eine reichhaltige Geschichte, Kultur und ist umgeben von Naturschönheiten und einen der schönsten Domplätze Europas. Besonders bekannt wurde Trient durch  das Konzil  das von 1545 bis 1563, ohne Anwesenheit des Papstes, stattfand.  Das Mittagessen bei Kuratoriumsmitglied Zeni in San Michele war auch heuer würdiger Abschluss einer gelungenen Kultur-und Bildungsfahrt des Bayerischen Cimbernkuratoriums.

 

 

 

-hjl-