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Informationsabend mit praxisnahen Energiespartipps

Auf dem Bild von rechts: Energy Scout Ralf Zierer, MdL Hans Ritt, Referent Rudolf Schnur, Bürgermeister Christian Hirtreiter diskutierten bei einem öffentlichen Bioenergie-Informationsabend das Thema Energieeffizienz

Informationsabend zu Energiespartips für die Praxis

 

Straßkirchen/Straubing-Bogen: Der Straßkirchner Bürgermeister Christian Hirtreiter veranstaltete in Zusammenarbeit mit der Bioenergieregion Straubing-Bogen am 12.9.2014, einen öffentlichen Informationsabend zum wichtigen und zukunftsträchtigen Thema Energiesparen im Zusammenhang mit den steigenden Energiepreisen im Straßkirchner Gasthof “Zur Post”. Der Organisator Christian Hirtreiter stellte dar, dass man die Energie, welche man nicht verbrauche auch nicht kostspielig ersetzen müsse. Hier sei es vor allem wichtig die Information zu Neuerungen schnellstmöglich zu erhalten, daher werde man auch 2015 wieder entsprechende Informationsveranstaltungen mit der Bioenergieregion anbieten und bei dieser immer wichtiger werdenden Thematik am Ball bleiben, so Hirtreiter.

Rudolf Schnur vom Landshuter Umweltzentrum referierte zum Thema “Energiesparen und Kostensenken an Praxisbeispielen”. Der Landshuter Baubiologe und Stadtrat stellte unter anderem heraus, dass man beim Thema energieeffiziente Beleuchtung oftmals Nachholbedarf hätte. Er sieht gerade in diesem Bereich großes Sparpotenzial – und zwar sowohl beim Stromverbrauch als auch bei den Kosten. Grundsätzlich seien für ihn LED-Lampen, die mittlerweile für alle gängigen Fassungen zu erhalten sind, das Mittel der Wahl, sagte Schnur. Gerade die Leuchten mit langer Brenndauer sollten zuerst mit LED ausgestattet werden.  Dank der niedrigeren Energiekosten amortisiere sich dann eine LED-Lampe relativ rasch. Anhand des Positiv-Beispiels des Parkhauses Mühleninsel in der Stadt Landshut bewies er die Kürze der Amortisation. Nirgendwo wächst die Wirtschaft ohne Energie und Rohstoffe, so Schnur, daher müsse man vor allem bei uns mit Innovationen und vor allem intelligenten Einsparungen den Herausforderungen entgegentreten.

Bedenkt man, dass über die Hälfte des Energieverbrauches eines Gebäudes für die Heizung aufgewendet wird, ließe sich durch geeignete Maßnahmen an bestehenden Gebäuden rasch eine enorme Reduzierung des Energieaufwandes erreichen. Gigantische Mengen an fossilen Brennstoffen, CO2, Feinstaub und Schadstoffen könnten so vermieden werden.

Nur eine sachgerecht ausgeführte Dämmung mit geeignetem Material bringt dauerhafte Energieeinsparung und das Wohnklima wird spürbar verbessert – im Sommer angenehm kühl und generell keine Schimmelbildung. Nicht unterschätzen sollte man auch das Einsparpotential, das man noch realisieren könne und den technischen Fortschritt bei den Produkten. Allein durch neue Haushaltsgeräte und hocheffiziente Heizungsumwälzpumpen könnte man schon im Vergleich zu einem veralteten Gerät den Strombedarf enorm senken.

So benötigen in einem Haushalt allein die Elektrogeräte im Stand-by-Betrieb unnötige Stromkosten, die leicht durch die Verwendung abschaltbarer Steckdosenleisten reduziert werden können. Aufgrund der aktuellen Strompreisdiskussion werde man sich mit der Energieproblematik immer mehr beschäftigen müssen. Innovationsgeist und Kreativität bezüglich der neuen Entwicklungen im Bereich „moderne Energiequellen“ seinen die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung unter Berücksichtigung auch der jungen Generation.

Schnur: „Die Energiewende erfordert wirkungsvolle Maßnahmen in allen Bereichen: bei der Stromerzeugung und vor allem beim Stromverbrauch, aber auch auf dem Wärme- und Verkehrssektor.“ Wichtig ist zunächst den Energiebedarf mit den vielfältigen Möglichkeiten der bereits ausgereiften Technologien, theoretisch auf bis zu 50 % – ohne Komfortverlust – zurück zu drängen um damit evtl. den Neubau von Stromtrassen oder Großkraftwerken einzusparen.

Der gemeindliche Energy Scout Ralf Zierer informierte, dass der Landkreis Straubing-Bogen im Jahre 2009 die Auszeichnung “Bioenergie-Region” vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erhalten hat. Die Information und Beratung der Bürger übernehmen sog. “Energy-Scouts”. Die Scouts setzen sich intensiv für den Ersatz fossiler Brennstoffe ein. Im Falle der Gemeinden Straßkirchen und Irlbach hat diese Funktion Ralf Zierer übernommen. Zierer ist hauptberuflich beim Caritasverband in der Energieberatung für bedürftige Familien eingebunden. Ralf Zierer hat einen Energie-Koffer mit Messgeräten für seine ehrenamtliche Tätigkeit erhalten, den er ausführlich vorstellte. Alle Energiescouts sind qualifiziert als kostenlose Ansprechpartner vor Ort zum Thema Energiesparen und für den Ersatz fossiler Brennstoffe tätig zu werden. Es wurde auf die kommende Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Bioenergieregion auch im kommenden Jahr hingewiesen.  Gerade bei bereits erfolgreichen Vorhaben und zukunftsfähigen Ansätzen in anderen Kommunen kann man Anregungen für das eigene Handeln und optimierte Vorgehensweisen erhalten.  An den Lichtbildervortrag schloss sich eine intensiv geführte Diskussion mit dem ebenso anwesenden Energieexperten und Landtagsabgeordneten Hans Ritt an.