Home Allgemein „Ich habe grün!“, oder wie unsere Gesellschaft verwahrlost

„Ich habe grün!“, oder wie unsere Gesellschaft verwahrlost

 

Von Thomas Böhm*)

Ich möchte Ihnen eine Szene schildern, die symptomatisch für den verwahrlosten Zustand unserer Gesellschaft ist:

Gestern musste ich in der Abenddämmerung noch einmal mit dem Hund raus. Direkt gegenüber meiner Haustür ist ein Fußgängerüberweg der in den Park führt. Um diesen zu erreichen, muss ich einen Fahrradweg überqueren. Die Ampel schaltete gerade von grün auf rot, aber es dauerte einen Bruchteil von Sekunden, bis ich meinen Hund an der Leine stoppen konnte.

In diesem Moment brauste von der falschen Seite eine Radlerin heran, mit Helm und Leuchtweste bewaffnet und schrie aus Leibeskräften „Ich habe grün!“. Dabei drückte sie noch einmal kräftig in die Pedalen und fuhr meinem Hund über die Füße. Sie hätte durchaus bremsen können. Sie hätte durchaus Rücksicht auf mich als Fußgänger, also den anderen Verkehrsteilnehmer, nehmen können. Aber das ist heutzutage zu viel verlangt.

Diese alltägliche Begegnung zwischen zwei Menschen in Deutschland ist beispielhaft für den Sittenverfall in einer haltlos gewordenen Gesellschaft. Rücksichtnahme,  Vorsicht, friedliche Kommunikation, Respekt und Anstand sind aus der Mode gekommen. Wir leben im Gegeneinander, das Miteinander gehört der Vergangenheit an.

Und das Gegeneinander wird mit immer größerer Härte ausgetragen. Es vergeht kein Tag, an dem nicht irgendein Bürger von einem anderen, völlig enthemmten Bürger auf offener Straße, oder im geschlossenen Abteil erstochen, tot geschlagen, oder ins Koma getreten wird.

„Jeder gegen jeden“ und „Alle auf einen“ lauten die Losungen dieser Tage. Und wenn der Klügere mal wieder nachgibt, nützt ihm das auch nicht viel. Denn „nachtreten“ gehört mittlerweile zum Kommunikations-Grundprogramm, nach dem eine ganze Generation zu leben scheint. Rohe Gewalt ist zum oberste Gebot der Straßenverkehrsordnung geworden, öffentliche Plätze wurden zu Schlachtfeldern ausgebaut. Auf sein Recht pochen (oder prügeln) ist zur Bürgerpflicht geworden. Die Anwälte haben Hochkonjunktur.

Marodierende Horden selbst gekrönter Gesinnungsschnüffler dürfen unter der Obhut der Gesetzeshüter und angeleitet durch die Medien die Gesetze brechen und Andersdenkende wie Vieh zum Schlachthof treiben, um sie dort mit dem gesellschaftlichen Bolzenschussgerät niederzustrecken. Eine importiertes Gesellschaftssystem bestimmt zunehmend unser Leben und Denken, fegt Freiheit und Demokratie hinweg und streut uns stattdessen mit religiösem Eifer Sand in die Augen.

Und es geht weiter ungebremst – wie diese Radfahrerin es uns vorgemacht hat – in Richtung Abgrund, weil nur wenige gewillt sind und noch weniger Menschen sich überhaupt noch trauen, dieser Verwahrlosung Halt zu bieten.

Was ist passiert? Der multikulturelle Wahnsinn der Gleichstromschalter hat dafür gesorgt, dass unsere abendländische Kultur weggebügelt, die Regeln des Miteinanders außer Kraft gesetzt wurden, dass unsere christlichen Wurzeln mit sozialistischem Eifer herausgerissen wurden. Wurde uns als Kindern noch Höflichkeit und Rücksichtnahme gegenüber anderen gepredigt, herrscht jetzt Schieben und Stoßen auf den Bürgersteigen der deutschen Großstadt. Der Stärkere gewinnt, weg da, Oma! Schranken und Grenzen, die so wichtig sind für eine funktionierende Gesellschaft sind abgebaut worden.

Die Politiker in unserer Schein-Demokratie sind zu sehr mit sich selber und ihren Verdiensten beschäftigt. Sie haben am Bürger nur noch einmal in vier Jahren Interesse, wenn dieser dafür sorgen muss, das sich ihr Verdienst weiter erhöht, der wirtschaftliche Aufschwung zumindest in den Parlamenten stattfindet. Aus ihren Limousinen heraus können sie dem täglichen Straßenkampf aus sicherer Entfernung zuschauen und schütteln verständnislos den Kopf.

Die Steuergelder werden verjubelt oder anderweitig ausgegeben, die Alten treiben in die Armut, die Jungen lungern untätig in den Parks herum und lassen sich komische Dinge andrehen. Die Polizei kapituliert vor der Gewalt und wird zunehmend als Puffer zwischen den Kriegsparteien zerrieben, oder von kriminellen ausländischen Clans verhöhnt. Opfer werden geopfert, da sich die Justiz auf die Seite der Täter geschlagen hat. Dem Verfassungsschutz wurde das linke Auge herausoperiert, sexuelle Minderheiten und Absonderlichkeiten diktieren die Anstandsregeln. Chaos in den Köpfen, Hass in Armen und Beinen. Der Staat lässt seine Bürger im Stich und hat ihnen das Faustrecht zurückgegeben.

Aber was wird aus einer Gesellschaft, für die es keinen Rahmen mehr gibt? Sie fällt auseinander, in alle Einzelteile, Sodom und Gomorra reloaded. Ziehen wir uns warm an für das große Hauen und Stechen…

*) Thomas Böhm ist Chefredakteur des Mediendienstes „Journalistenwatch“

www.conservo.wordpress.com

 

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