Home Allgemein “HOCHWASSER KANN NICHT VERHINDERT WERDEN” — Einweihung des Hochwasser-Rückhaltebeckens südlich Schweinbach

“HOCHWASSER KANN NICHT VERHINDERT WERDEN” — Einweihung des Hochwasser-Rückhaltebeckens südlich Schweinbach

HOCHWASSER KANN NICHT VERHINDERT WERDEN

„Einweihung des Hochwasser-Rückhaltebeckens südlich Schweinbach“

 

Landshuts Oberbürgermeister Hans Rampf und einige seiner Stadträtinnen und Stadträte, sowie geladene Gäste, fanden sich bei der Einweihung des im August 2016 fertiggestellten Rückhaltebeckens südlich Schweinbach neben der Staatsstraße 2045 ein. Die Grußworte des Oberbürgermeisters ergingen an alle mitbeteiligten und planenden Personen dieses Objektes, die ausführenden Firmenvertreter, besonders aber an Dr. Andreas Kolbinger vom Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, der in Vertretung von Frau Ministerin Scharf angereist war. Die Regierung von Niederbayern vertrat der Vize-Präsident, Dr. Helmut Graf. Paul Riederer vom Bund Naturschutz durfte natürlich auch nicht fehlen. Die Stadtkapelle war in „Kleinbesetzung“ angetreten, die Veranstaltung musikalisch zu umrahmen. Für die kirchliche Segnung waren Pfarrerin Frau Hofacker und der Wortgottesdienstleiter Wieland Oden verantwortlich.

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Viele geladene involvierte Gäste der abgeschlossenen Baumaßnahme des Rückhaltebeckens fanden sich ein zu dieser Veranstaltung

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Eine kleine Besetzung der Stadtkapelle umrahmte die Einweihung

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Die Geistlichkeit segnete die neu entstandene Hochwasserschutz-Anlage

OB Rampf erläuterte weiter, dass bereits 2009 und 2010 in Attenkofen ein Becken errichtet wurde. Der Deichbau in Auloh im Jahre 2007 und in der Auwaldsiedlung 2006 sichert den Hochwasserschutz der Ortsteile Schweinbach, Auloh und Auwaldsiedlung. Die Kosten der aktuellen Maßnahme betrugen rund 1,13 Millionen Euro; 65 Prozent des Betrages, also ca. 735.000 Euro, wurden durch staatliche Zuschüsse finanziert. Die Planung der Maßnahme wurde vom Ingenieurbüro Ferstl durchgeführt. Die ökologische Umsetzung übernahm das Büro „KomPlan“. Das Wasserwirtschaftsamt prüfte und führte nach der öffentlichen Ausschreibung dieses Objekt durch. Bedingt durch den Klimawandel, der Bürgern immer mehr schreckliche Hochwasser beschert, wie heuer gesehen in Simbach am Inn, sind solche Maßnahmen von größter Bedeutung. Die Einwohner sollen dadurch größtmöglich geschützt werden.

Johannes Schmucker, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes, beschrieb in seinen Erläuterungen die Aktivitäten der Stadt Landshut in Sachen Hochwassersschutz. Die Maßnahmen für den Hochwasserschutz reichen bis weit in die vergangenen Jahrhunderte zurück. Für Landshut waren besonders die fünfziger Jahre von großer Bedeutung. 1954 war ein besonders arges Hochwasser zu verzeichnen. Viele der anwesenden Gäste konnten sich gar nicht mehr daran erinnern. Der Hochwasserschutz ist ständig zu verbessern und weiter auszubauen. Dennoch kann man sich gegen diese Geisel der Menschheit nicht hundertprozentig absichern. Eine Generation hat mit 50 Prozent Sicherheit ein Jahrhundert-Hochwasser zu erwarten. Ein Drittel dieser Generation erlebt sogar öfter ein Jahrhundert-Hochwasser. Nur zwölf Prozent der Hausbesitzer empfinden das Hochwasser als bedrohlich. Neunzig Prozent haben dagegen Angst vor Feuer. Sechsundsechzig Prozent glauben, nie von einer Überschwemmung betroffen zu sein. Diese Werte entstanden nach den verheerenden Fluten dieses Jahres. Der Sachschaden, der dabei entstand, betrug 1,2 Billionen Euro. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass 93 Prozent der Hausbesitzer  glaubt, gegen diese Naturgefahren versichert zu sein. In Deutschland sind nur 35 Prozent, und in Bayern sogar nur 25 Prozent versichert. Eklatante Fehleinschätzungen liegen hier vor. Darum wäre es notwendig, seinen Versicherungsschutz einmal zu überprüfen.

Das Wolfsbachtal ist besonders gefährdet. Am 27. April, an einem Samstagabend, kam die große Katastrophe. Die Menschen dort hatten meterhoch Schlamm und Wasser  in ihren Häusern und Wohnräumen zu verzeichnen. Am 25. Juli 2016, an einem Montagabend zur Abendessenszeit, musste im Schweinbachtal die Feuerwehr und das THW ausrücken um Verklausungen und Verstopfungen an den Brücken zu beseitigen und Sandsäcke einsetzen, um Schlimmeres verhindern zu können. Ein massiver Starkregen hatte wieder zu einem Hochwasser geführt. Diese Ereignisse zeigen deutlich, dass es immer wichtiger wird, Hochwasserschutz zu betreiben. Es zeigt aber auch, dass nicht alle Hochwasser verhindert werden können.

Die Stadt Landshut ist beim Hochwasserschutz auf dem richtigen Weg. Die Stadt hat in vorbildlicher Weise, mit staatlicher Unterstützung, ein Hochwasser-Audit durchgeführt um festzustellen, wie gut sie auf das Hochwasserrisiko vorbereitet ist. Jeder Bürger kann im Internet diese Überprüfung einsehen. Das Gesamtkonzept mit einem Schutz vor einem Jahrhundertwasser und seine Umsetzung waren der Grund, warum mit staatlicher Unterstützung  dieser Bauabschnitt im Schweinbachtal wieder bezuschusst wurde. Eigenvorsorge ist trotzdem wichtig, denn Starkregenereignisse können überall, wie die Fälle heuer zeigten, auftreten!  

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Die anwesenden Besucher labten sich nach dieser Einweihung des Hochwasser-Rückhaltebeckens am Catering-Buffet der Fa. Wernthaler, und es entwickelten sich rege Gespräche an den aufgestellten Tischen und Bänken.

h.j.lodermeier