Home Allgemein HAUSHALTSREDE VON OBERBÜRGERMEISTER PUTZ — Haushaltsplenum vom 24.02.2017

HAUSHALTSREDE VON OBERBÜRGERMEISTER PUTZ — Haushaltsplenum vom 24.02.2017

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Haushaltsrede Oberbürgermeister Alexander Putz zum Haushaltsplenum am 24.02.2017

Sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates,

sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung,

sehr geehrte Damen und Herren auf der Zuschauergalerie,

sehr geehrte Vertreter der Medien,

das Haushaltsplenum ist die wichtigste Sitzung im Stadtratsjahr. Dieses Jahr findet diese zu einem unüblichen Zeitpunkt statt. Das hat, wie Sie alle wissen, mit dem Zeitpunkt der Wahl des neuen Oberbürgermeisters zu tun.

Für mich war es eine Selbstverständlichkeit, dass ich dem Wunsch meines Amtsvorgängers Hans Rampf entsprochen habe, der mich kurz nach der Stichwahl, am 23.10.2016 bat, die Verabschiedung des Haushalts für das Jahr 2017 zu übernehmen und an den Anfang meiner Amtszeit zu stellen. Es gab den einen oder anderen Versuch, mir davon abzuraten. Die Argumente lauteten sinngemäß: „Die Zeit reiche nicht aus, sich in so wenigen Tagen in das umfangreiche Werk eines städtischen Haushalts einzuarbeiten, bzw. die übernommenen Probleme hinsichtlich Einkommenssituation der Stadt und der gewünschten Größenordnung der Investitionen, wären so groß, dass sie nicht in so kurzer Zeit gelöst werden könnten.”

Dennoch habe ich keinen Moment gezögert, diese Aufgabe zu übernehmen. Wenn man sich für das Amt eines Oberbürgermeisters bewirbt, muss man vom ersten Tag an bereit sein, Verantwortung zu übernehmen und zu tragen. Zur Vorbereitung des Haushaltsentwurfs habe ich mich dazu noch vor Amtsantritt im letzten Jahr mit Herrn Aigner und Frau Boll zu mehreren mehrstündigen Gesprächen getroffen und wir haben diese von Anfang Januar an regelmäßig fortgesetzt.

Sehr geehrte Damen und Herren,

der vor Ihnen liegende Haushaltsentwurf ist kein Werk der reinen Freude. Er löst nicht alle Probleme, und kann keine endgültige Antwort auf die Herausforderungen beinhalten, vor der die Stadt Landshut in den kommenden Jahren steht. Diese sind Ihnen allen bekannt. Wir haben nach wie vor gleichzeitig einen hohen Schuldenstand, mit entsprechender Belastung durch Zinsen und Tilgungen, und einen enormen Investitionsbedarf. Zum Einen ist unsere Infrastruktur in die Jahre gekommen – die Stadt muss erhebliche Mittel für Sanierung und Instandsetzung von Schulen, der Verkehrsinfrastruktur, Sport- und Kulturstätten und anderer öffentlicher Einrichtungen aufwenden – zum Anderen erfordert das starke Wachstum der Einwohnerzahl der Stadt einen entsprechenden Ausbau und eine Erweiterung der gesamten Infrastruktur. Darüber hinaus gibt es Anforderungen, die sich aus dem gesellschaftlichen Wandel ergeben. Exemplarisch sei hier die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mit entsprechend notwendigem Ausbau von Kinderbetreuungs-einrichtungen und Ganztagsschulangeboten, aber auch die Digitalisierung genannt. Eine große Herausforderung stellt für uns auch in vielfältiger Hinsicht das Thema „Integration von Flüchtlingen und Asylwerbern” dar. Dazu kommt das drängende Problem des stetig wachsenden Bedarfs an Wohnraum, angeheizt durch das starke Bevölkerungswachstum.

Angesichts dieses großen Handlungsbedarfs und der gegebenen Einnahmesituation, gelingt es uns nur mit Müh und Not für 2017 einen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen. Dazu bedarf es allerdings bereits einer Entnahme aus den Rücklagen in Größenordnung von 1,56 Mio. €. In den Folgejahren reicht – aus heutiger Sicht – die Finanzkraft leider bei weitem nicht aus, die dringend notwendigen Projekte aus eigener Kraft zu finanzieren. Daher enthält unser heute präsentierter Haushaltsentwurf in der Vorausschau auf die Folgejahre eine zusätzliche Nettoneuverschuldung von ca. 31 Mio. € in der mittelfristigen Finanzplanung der Jahre 2018-2020. Ich sage es hier ganz deutlich. Das ist für mich unbefriedigend, lässt sich aber aus heutiger Sicht der Dinge nicht anders darstellen. Dabei gibt es Stimmen in diesem Stadtrat, wir werden es sicher auch heute wieder hören, die sich noch für einen deutlich höheren Ansatz der Neuverschuldung in den nächsten Jahren aussprechen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

das ist für mich unverantwortlich. Im Gegenteil! Ziel unserer Arbeit in den kommenden Monaten sollte sein, dass wir gemeinsam nach Lösungen suchen, die es uns ermöglichen, diese heute geplante Neuverschuldung bereits mit dem Haushalt 2018 deutlich zu reduzieren. Ich lade Sie alle ein, mit mir gemeinsam Mittel und Wege zu suchen, wie wir nicht noch tiefer in die Schuldenfalle hineingeraten, sondern langfristig sogar wieder herauskommen können.

Warum halte ich das für notwendig? Darauf komme ich in wenigen Minuten zurück.

Betrachten wir nun den vorliegenden Haushalt für das Jahr 2017:

Ich werde Ihnen keine Diagramme und Tabellen präsentieren, das macht im Anschluss unser Kämmerer Herr Aigner, der Ihnen die wesentlichen Zahlen im Detail vorstellen wird, sondern lediglich einige, mir besonders wichtige, Eckdaten nennen.

Der Gesamthaushalt 2017 hat ein Rekordvolumen von ca. 292 Mio. €, bestehend aus dem Verwaltungshaushalt in Höhe von ca. 236 Mio. € und dem Vermögenshaushalt in Höhe von ca. 56 Mio. €. Das betrifft sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben.

Der Verwaltungshaushalt hat sich dabei gegenüber dem Vorjahr 2016 um ca. 10%, von ca. 215 Mio. € auf 236 Mio. € erhöht. Er erzielt dabei einen rechnerischen Überschuss von ca. 24,5 Mio. €, der als Zuführung in den Vermögenshaushalt eingebracht werden kann. Das ist die unabdingbare Voraussetzung dafür, dass wir auch einen ausgeglichenen Vermögenshaushalt vorlegen können, also in der Lage sind, ausreichende Investitionen zu tätigen.

Interessant ist nun folgende Zahl: Die Summe von Zinsen und Tilgungen beträgt 2017 ca. 13,6 Mio. € und wird sich auch in den Folgejahren zwischen 13-14 Mio. € bewegen. Sie erinnern sich? Vorher nannte ich die aus heutiger Sicht leider erforderliche Neuverschuldung für die nächsten Jahre 2018-2020. Diese liegt bei ca. 31 Mio. €. Die Summe der Zins- und Tilgungszahlungen der Jahre 2017-2020 beträgt hingegen nahezu 54 Mio. €!

Das bedeutet: Hätten wir heute nicht die Schulden von gestern abzustottern, wären wir problemlos in der Lage, sämtliche vor uns stehenden Herausforderungen finanziell zu bewältigen.

Und das, obwohl unsere Stadt, eine, gegenüber dem Durchschnitt aller kreisfreien Städte in Bayern, deutlich geringere Finanzkraft aufweist. Herr Aigner wird darauf in seiner Rede eingehen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

das zeigt uns doch eines ganz deutlich. Unsere Handlungsfähigkeit ist heute erheblich eingeschränkt, weil in ferner Vergangenheit ein Schuldenberg aufgehäuft wurde, der schwer auf unseren Schultern lastet. Wollen wir wirklich genauso weitermachen? Wollen wir der nächsten Generation noch mehr Schulden aufbürden und ihren eigenen Handlungsspielraum entsprechend einschränken? Das sind übrigens unter anderem die gleichen Kinder, die von ihren Eltern heute mitgenommen wurden, um vor dem Rathaus für den Erhalt des Lehrschwimmbeckens in der Wolfgangsschule zu demonstrieren. Bei allem Verständnis für das Engagement der Eltern: Wenn diese wirklich Lobbyarbeit für ihre Kinder machen wollen, dann sollten sie sich mit mindestens der gleichen Vehemenz gegen das Auftürmen neuer Schuldenberge aussprechen, mit der sie sich für den Erhalt eines Lehrschwimmbeckens einsetzen. Im Gegenteil! Ersteres sollte ihnen eigentlich noch weit wichtiger sein.

Dabei sind die Zinsen heute auf historisch niedrigem Niveau. Wir bezahlen 2017 in Anbetracht der Höhe unserer Schulden „nur” ca. 3,6 Mio. € an Zinsen. Unser Schuldenstand beträgt derzeit ca. 180 Mio. € (ohne Anteil der Stadtwerke). Das heißt, sollte das Zinsniveau irgendwann in den nächsten Jahren nach oben gehen und wir tatsächlich mehr als 30 Mio. € – oder noch mehr – neue Schulden aufnehmen, wird uns jedes Prozent Zinserhöhung im Mittel um mindestens 2 Mio. € im Jahr zusätzlich belasten. Daher warne ich noch einmal eindringlich davor, noch mehr kostenintensive Wunschprojekte in den Haushalt einzustellen.

Wir wissen heute übrigens noch nicht, wie sich die Regierung von Niederbayern zu unserer aktuellen mittelfristigen Finanzplanung stellen wird und ob sie die hohe Neuverschuldung der nächsten Jahre akzeptieren wird. Auch daher rate ich, dass wir diese nicht noch zusätzlich erhöhen.

Wie könnte ein Weg aussehen, der uns langfristig aus der Schuldenfalle herausführt und uns gleichzeitig dennoch ermöglicht, ausreichend in die Stadtentwicklung zu investieren? Wir müssen unsere Finanzkraft verbessern. Das kann uns nur gelingen, indem die Wertschöpfung innerhalb der Stadtgrenze angehoben wird. Dazu benötigen wir neue Unternehmensansiedlungen und natürlich auch die dafür notwendigen Gewerbeflächen. Wir werden in den nächsten Jahren neue Akzente in den Bereichen strategischer Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und Wirtschaftsförderung setzen, um Landshut als Wirtschafts-, Tourismus- und Messestandort zu verbessern. Unsere Hochschule, das Gründerzentrum Linkwork, aber vor allem auch das neu geplante digitale Gründerzentrum Link sind dabei wichtige Schritte in die richtige Richtung. Letzteres ist ein Musterbeispiel der Kooperation zwischen der Hochschule, der Wirtschaft, dem Landkreis und der Stadt. Darauf müssen wir auch in anderen Bereichen aufbauen.

Lassen Sie mich nun auf einige Einzelheiten des Investitionsprogramms eingehen. Der Schwerpunkt der Investitionen in diesem Jahr und in den nachfolgenden Jahren liegt im Bereich der Bildungsinfrastruktur. Nicht nur der Stadtrat, sondern auch der Großteil der Landshuter Bürgerinnen und Bürger ist sich einig, dass diese Investitionen oberste Priorität haben müssen. Das hat übrigens auch eine Umfrage der Landshuter Zeitung gezeigt, die im Juli 2016 veröffentlicht wurde. Die Summe der Investitionen in Schulen, Kindergärten und Kindertagesbetreuungsstätten beträgt im Jahr 2017 ca. 16,4 Mio. €. 2018 steigt sie auf 29,8 Mio. €, 2019 auf 34,7 Mio. € und 2020 auf 39,6 Mio. €. Das ergibt die enorme Summe von 120,5 Mio. €.

65,5 Mio. € davon beträgt der von der Stadt zu schulternde Teil. Der größte Anteil wird in den Neubau von zwei zusätzlichen Grundschulen und der neuen Realschule investiert, die in Summe, inkl. der Fördermittel des Freistaates, ca. 76 Mio. € kosten werden. Diese Schulneubauten sind auf Basis unseres aktuellen Schulentwicklungs-plans zwingend erforderlich und können auch nicht weiter nach hinten verschoben werden. Wir erwarten bspw. in den nächsten Jahren ca. 400-500 zusätzliche Grundschüler und bereits heute werden etliche Schüler in Containern unterrichtet. In der Grundschule St. Wolfgang werden in diesem Sommer neue Container aufgestellt, um die Platznot provisorisch zu bewältigen.

Es gibt noch ein weiteres gewichtiges Argument, warum wir mit dem Ausbau unserer Schulkapazitäten nicht länger warten dürfen. Wir alle wissen, dass wir in Landshut zusätzlichen Wohnraum benötigen. Dazu müssen wir einerseits das Nachverdichtungspotenzial nutzen, andererseits aber auch zusätzliche Baulandflächen entwickeln. Entsprechende Flächen gibt es in Bahnhofsnähe sowie im Westen und Osten der Stadt. Ich bin zuversichtlich, dass es uns, auch ohne der Gründung einer städtischen Wohnbaugesellschaft, in den nächsten Jahren gelingen wird, hier zusätzlichen Wohnraum in erheblichem Umfang zu schaffen. Ein nennenswerter Anteil daran sollte aus Sozialwohnungen bestehen. Im Moment haben wir allerdings das Problem, dass für eine zu rasche Ausweisung von Bauland in den betroffenen Stadtteilen keine ausreichenden Schul- und Kindergartenkapazitäten vorhanden sind. Ebenso müssen wir bedenken, dass die Schaffung zusätzlichen Wohnraums auch eines entsprechenden Ausbaus der Verkehrsinfrastruktur bedarf. Hier zeigt sich der erforderliche Dreiklang in der künftigen Stadtentwicklung. Die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum muss zeitlich mit dem Bau neuer Schulen und Kindergärten und dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur abgestimmt werden und parallel laufen.

Lassen Sie mich ein paar Sätze zum notwendigen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur verlieren. In Sanierung und Ausbau kommunaler Straßen und Radwegverbindungen werden im Jahr 2017 ca. 6,4 Mio. € investiert. Als bedeutendste Maßnahme daraus, sei an der Stelle der Neubau der Grundwasserwanne unter der 09-Unterführung und der daran anschließende Ausbau der Siemensstraße erwähnt. Zur Lösung der erheblichen Verkehrsprobleme in der gesamten Region sind jedoch Umfahrungen im Osten und Westen der Stadt erforderlich. Wir müssen uns daher im Osten weiterhin mit voller Kraft für den dringenden Weiterbau der B15neu von Essenbach bis Geisenhausen einsetzen, dabei muss es unser Ziel sein, dass der Brückenschlag über die Isar, zur LA14 so schnell wie möglich realisiert wird. Das würde bereits eine nennenswerte Entlastung der Konrad Adenauer Straße bedeuten. Die Umfahrung Landshut sollte aber bis Geisenhausen und inklusive der Querverbindung zur B15alt so schnell wie möglich umgesetzt werden. Diese Ost-Süd-Umfahrung in Hoheit des Bundes kostet uns als Stadt keinen Euro – umso unverständlicher ist es, dass es nach wie vor politische Kräfte und Verbände gibt, die sich vehement gegen den Weiterbau aussprechen und sogar Klageverfahren ankündigen, die diesen so lange wie möglich verzögern sollen.

Wie Sie wissen, spreche ich mich aber auch für eine Westtangente aus, die nicht nur auf städtischem Gebiet liegen, sondern auf dem Gebiet des Landkreises bis zur B15alt verlängert werden sollte. Dem Haushaltsentwurf können Sie entnehmen, dass dafür bis dato keine Mittel eingeplant sind. Ich bin der Meinung, dass wir dies erst dann tun sollten, wenn ein positives Votum der Landshuter Bürger für den Bau einer Westtangente auf städtischem Gebiet vorliegt. Sollte dies, in Form eines Bürgerentscheids, bis zur Verabschiedung des nächsten Haushalts vorliegen, werde ich mich dafür einsetzen, 2018 entsprechende Planungsmittel in den Haushalt zu stellen, damit wir eruieren können, welche Kosten überhaupt von Stadt und Landkreis zu tragen wären. Mein Ziel dabei ist es zu erreichen, dass der Freistaat Bayern, aufgrund der eindeutig überregionalen Bedeutung dieser Straßenverbindung, den Großteil der Kosten übernimmt. Eine Verbindung zwischen der A92 (Landshut West) und der B15 (etwa bei Hachelstuhl) sollte mindestens den Status einer Staatsstraße erhalten.

Ich möchte nun zu einigen weiteren, wichtigen Baumaßnahmen der nächsten Jahre kommen. Es gibt keinen Zweifel daran, dass unser Eisstadion saniert werden muss. Das wird den Stadthaushalt, nach derzeitiger Schätzung, mit ca. 15-16 Mio. € belasten. Ich habe mich vom Amtsantritt an bemüht, eruieren zu lassen, ob hier nicht weitere Einsparungen möglich wären. Leider sind der Zustand des Daches und der Betriebstechnik und die Fluchtwegsituation im Zuschauerraum so unbefriedigend, dass wir das Geld wohl investieren müssen, wenn wir das Stadion nicht komplett schließen wollen. Dies erscheint mir Anbetracht der Tradition des Eishockeysports in unserer Stadt und der Bedeutung der Anlage für den Jugend- und Breitensport nicht vertretbar. Darüber hinaus sollte man bedenken, dass sich derzeit eine tragfähig erscheinende neue Gesellschafterstruktur gebildet hat, die ein Garant für einen Weiterbetrieb der zwischenzeitlich finanziell schwer angeschlagenen LES-GmbH sein sollte.

Der aktuell vorliegende Haushaltsentwurf würdigt aber auch die Bedürfnisse der anderen Landshuter Sportvereine in hohem Maße. Die Förderung des Breitensports ist eine wichtige Aufgabe und wir investieren 2017 und in den kommenden Jahren erhebliche Mittel in den Ausbau und die Sanierung weiterer Sportstätten.

Landshut braucht, als Oberzentrum und Kulturstadt, meines Erachtens auch ein angemessenes Stadttheater. Dieses darf und kann nicht dauerhaft im Zelt auf dem Messegelände betrieben werden. Wir haben daher in den laufenden Haushalt ausreichende Planungsmittel eingestellt, die es uns ermöglichen sollten, im Laufe dieses Jahres die Vorplanungen soweit voran zu treiben, dass wir vor Verabschiedung des nächsten Haushalts Klarheit über Kostenumfang und Zeitplan der Theatersanierung im Bernlochner-Komplex haben werden. In der mittelfristigen Finanzplanung sind ausreichende Mittel zur zügigen Fortsetzung des Projektes in den nächsten Jahren enthalten.

Die Planung und der Baubeginn des zweiten Bauabschnitts des Landshut-Museums sind durch eine großzügige Spendenzusage des Freundeskreises Stadtmuseum Landshut gesichert. Die mittelfristige Finanzplanung enthält derzeit keine Eigenmittel der Stadt, da wir erst auf der Grundlage der weiteren Planungen ermitteln können, in welcher Größenordnung der städtische Anteil liegt. Sollte sich das Förderszenario ähnlich günstig gestalten, wie beim Bauabschnitt 1, könnte unser Anteil, aufgrund der großen Eigenleistung des Freundeskreises, sehr gering ausfallen.

Nennenswerte Investitionen werden in den nächsten Jahren auch in die Errichtung der beiden neuen Feuerwachen in der Wolfgangsiedlung und am Hofberg fließen. Mit dem Bau der Feuerwache in der Wolfgangsiedlung sollte nach der aktuellen Planung noch Ende dieses Jahres begonnen werden, mit dem Bau der Feuerwache am Hofberg ein Jahr später.

Abschließend möchte ich nur noch ein einzelnes Projekt erwähnen. Wir werden in den Jahren 2017-2020 ca. 11 Mio. € in den Neubau der in städtischen Besitz befindlichen Wohnanlage an der Breslauer Straße (Isarweg) investieren. Dabei sollen ca. 50 zusätzliche Sozialwohnungen entstehen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Umsetzung des vor uns liegenden Investitionsprogramms wird uns in den kommenden Jahren nicht nur in finanzieller Hinsicht vor große Probleme stellen. Wir müssen darüber hinaus in den nächsten Monaten ein Konzept erarbeiten, das die Frage der operativen Umsetzung von Baumaßnahmen in dem geplanten Umfang klärt. Die Investitionssummen erreichen Größenordnungen, deren operative Umsetzung mit der derzeitigen Kapazität unseres Baureferats nicht abgedeckt werden kann. Wir haben daher in der aktuellen Personalplanung drei zusätzliche Stellen vorgesehen, das wird aber nicht den gesamten Zusatzbedarf abdecken. Auch hierzu lade ich Sie ein, gemeinsam mit mir Lösungen zu erarbeiten, die gewährleisten, dass wir die vor uns stehenden Aufgaben so bewältigen können, dass unsere großen Baumaßnahmen in ausreichender Qualität geplant und umgesetzt werden können. Dabei darf es nicht zu unerfreulichen Kostenmehrungen kommen. Dazu kommt, dass auch das Klinikum in den nächsten Jahren umfangreiche Baumaßnahmen plant. Alleine der Neubau der Bettenhäuser soll insgesamt ca. 135 Mio. € kosten. Wir müssen als Gesellschafter auch hier größtes Interesse an einem reibungslosen Ablauf haben und Augenmerk darauf legen, dass die Baumaßnahmen im abgesteckten finanziellen Rahmen bleiben. Eine notwendige Erhöhung der Eigenanteile würde unter Umständen am Ende des Tages den städtischen Haushalt belasten. Insofern werden wir hier auch Kapazitäten für entsprechendes Projekt-Controlling benötigen.

Ich bin nun mit meinen Anmerkungen zum Inhalt des vorliegenden Haushaltsentwurfs am Ende. An der Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unseres Finanzreferats bedanken, die an diesem umfangreichen Werk mitgearbeitet haben, in erster Linie natürlich persönlich bei Ihnen Herr Aigner und bei Ihnen Frau Boll. Vielen Dank für Ihre hervorragende Arbeit. Sie haben mir den Einstieg in meine neue Aufgabe wirklich sehr erleichtert. Mein Dank gilt aber auch Herrn Doll und den Mitarbeitern des Baureferats, die durch den Umfang der Bauinvestitionen ja einen ganz wesentlichen Teil zu dem vorliegenden Haushalt beitragen.

Mein Dank gilt aber auch unseren Stadtwerken und vor allem Ihnen, Herr Bardelle. Der Wirtschaftsplan der Stadtwerke ist ja Bestandteil des vorliegenden Haushaltsplans. Er zeigt, dass unsere Stadtwerke, trotz enormer Investitionen in das Biomasseheizkraftwerk und die Fernwärmeversorgung, weiter Kurs halten. Sie erwirtschaften einen Überschuss und können gleichzeitig die Preise für Strom und Gas im Vergleich zu Mitbewerbern in einer vernünftigen Größenordnung stabilisieren. Ich begrüße es auch, dass im Wirtschaftsplan der Stadtwerke Planungsmittel für die vorbereitenden Untersuchungen zum Bau eines neuen Hallenbads enthalten sind. Wir werden uns im Laufe des Jahres intensiv mit dem Thema beschäftigen und über die notwendigen Kapazitäten, Kostenrahmen und Zeitplan unterhalten.

Aber ich möchte mich auch insgesamt bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung ganz herzlich bedanken. Die Zusammenarbeit mit Ihnen hat mir in den nun vergangenen ersten acht Wochen im Amt des Oberbürgermeisters große Freude bereitet. Ich freue mich wirklich sehr auf unsere weitere Zusammenarbeit.

Auch Sie, meine Damen und Herren des Stadtrats, bitte ich um weitere, vertrauensvolle Zusammenarbeit in den kommenden Monaten und Jahren. Wir sind den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt verpflichtet und sollten gemeinsam, über Parteigrenzen hinweg, dafür sorgen, dass sich Landshut in den nächsten Jahren bestmöglich weiter entwickelt.

Natürlich bitte ich Sie heute dem Haushalt der Stadt Landshut für das Jahr 2017 zuzustimmen.

 

Foto. h.j.lodermeier