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Glosse: Post-Rampf: …bürgernahes Bürgerbüro Landshut

Heute wollen wir eine wahre Geschichte aus dem Deutschland des Jahres 2017 erzählen. Lediglich die Namen wurden geändert, sonst hat sich alles genauso zugetragen:

Erika Mustermann wohnt in der schönen kreisfreien Stadt Landshut. Sie gehört zu denen, “die schon länger hier leben”. Eigentlich lebt sie schon immer hier. Und ihre Eltern. Und ihre Großeltern. Und so weiter. Alle lebten schon immer hier, haben gearbeitet und Steuern gezahlt. Auch Erika Mustermann arbeitet fleißig, zahlt Steuern und ist eine gesetzestreue Bürgerin. Und weil das so ist, beantragte sie im Bürgerbüro der Stadt Landshut einen neuen Reisepass und einen neuen Personalausweis, weil die alten Dokumente abgelaufen waren. Da sie viel arbeiten muss und selten in die Stadt kommt, hat sie im Bürgerbüro für jedes Ausweispapier eine Vollmacht mitgenommen, die ihren Ehemann dazu berechtigt, die fertigen Ausweispapiere abzuholen. Auch ihr Ehemann, mittlerweile Pensionär, gehört zu denen, “die schon länger hier leben”. Auch er hat eigentlich schon immer hier gelebt. Und seine Eltern. Und die Großeltern. Und so weiter.

Da er ein umweltbewusster Mensch ist, radelt er selbst im Winter die 7km zum Bürgerbüro, um die fertigen Ausweispapiere abzuholen. Er kommt um 16.15 Uhr an. Mist, die machen um 16 Uhr zu. Selbst schuld, hätte man sich halt vorher erkundigen müssen. Beim zweiten Versuch ist Erich Mustermann pünktlich. Er legt die Vollmachten seiner Frau vor und die Sachbearbeiterin fängt an, den Fall zu bearbeiten. Sie verlangt zunächst den Ausweis des Herrn Mustermann, den er bereitwillig vorlegt. Aha, der Ehemann also. Gut. Frau Sachbearbeiterin arbeitet weiter. Die Prozedur ist schon fast an seinem Ende angekommen, als sie stutzt. “Ihre Frau hat vergessen, die Vollmacht für die Abholung des Personalausweises zu unterschreiben”, eröffnet sie dem verdutzten Herrn Mustermann. “Da, sehen Sie: ausgefüllt, aber nicht unterschrieben” triumphiert sie. “Ich kann Ihnen leider nur den Reisepass mitgeben. Für den Personalausweis müssen sie nochmal kommen und die unterschriebene Vollmacht mitbringen”. Herr Mustermann ist vom Donner gerührt. “Geht es nicht, dass wir meine Frau schnell anrufen? Sie wird Ihnen bestätigen, dass alles in Ordnung ist. Sie können ja persönliche Daten von ihr abfragen, dann wissen Sie, dass es sich tatsächlich um meine Frau handelt”.  Frau Sachbearbeiterin schüttelt den Kopf. Das geht nicht, ich brauche eine unterschriebene Vollmacht”.  Erich Mustermann versteht die Welt nicht mehr. “Sie haben doch die Vollmacht für den Reisepass! Was würde es denn für einen Sinn machen, die Abholung des Reisepasses zu gestatten und die vom Personalausweis nicht?” Frau Sachbearbeiterin lässt sich nicht erweichen.

Als Erich Mustermann das Amt verlässt und mit seinem Rad im Januar die 7 km halb verrichteter Dinge wieder heimfährt, geht ihm einiges durch den Kopf.

Was sagte doch gleich der Bürgermeister von Neuhaus, Josef Schifferer (CSU), am Höhepunkt der Flüchtlingsschwemmer 2015: “Wir haben das Problem, dass unsere Toiletten verstopft sind … mit Ausweispapieren. Keiner weiß wer und wie viele zu uns hereinkommen, den Migranten ist keine Identität oder Nationalität zuzuordnen.”

Dass die erste Amtshandlung vieler Flüchtlinge beim Betreten der Bundesrepublik oder kurz vorher ist, den Pass wegzuwerfen, ist weithin bekannt. An der Registrierungsstelle behaupten sie dann, sie heißen so-und-so und kommen von da-und-dort (meist Syrien, dem Land mit den besten Aussichten für ein Bleiberecht). Und was machen die deutschen Behörden? Der Kamerad bekommt einen Identitätsnachweis auf genau diesen Namen und anschließend alle Segnungen des Sozialstaates. In den meisten Fällen ungeprüft.

EINEN Identitätsnachweis? Von wegen! Mehrere, teilweise 10 oder noch mehr! Mal einen Bart wachsen lassen, mal eine Brille aufsetzen: Mit solch einfachen Tricks lassen sich Asylbewerber nach Ermittlungen der Braunschweiger Polizei mehrfach registrieren und kassieren mehrfach Leistungen. Und die deutschen Behörden stellen fleißig ein Identitätspapier nach dem anderen für den selben Flüchtling aus.

Halten wir also fest: Bei einem gesetzestreuen, alteingesessenen Ehepaar wird Korinthen gekackt bis zum Exzess – und denen “die neu dazu gekommen sind” wirft man die Identitätspapiere nach wie Konfetti. Recht und Ordnung sind gut! Aber sie müssen für alle gelten und das ist nicht mehr so. Deshalb kann man sich gut vorstellen, wie der normale Bürger durch solche Erfahrungen immer staatsverdrossener wird.

(Das betroffene Ehepaar ist dem Herausgeber bekannt)

“Der Staat darf Zähne zeigen, dabei soll er sich aber nicht selbst in den Hintern beißen”  (Spruch aus dem Deutschen Bundestag)