Home Allgemein GERHARD KOGLIN, EIN EHEMALIGER LANDSHUTER FEUERWEHR-LÖSCHZUGFÜHRER IST ENTTÄUSCHT — Ein Gespräch mit...

GERHARD KOGLIN, EIN EHEMALIGER LANDSHUTER FEUERWEHR-LÖSCHZUGFÜHRER IST ENTTÄUSCHT — Ein Gespräch mit dem ehem. Zugführer des Löschzuges Siedlung

GERHARD KOGLIN, EIN EHEMALIGER LANDSHUTER FEUERWEHR-LÖSCHZUGFÜHRER IST ENTTÄUSCHT

Ein Gespräch mit dem ehem. Zugführer des Löschzuges Siedlung:

 

  1. In den letzten Wochen hat sich das Thema Neubau der Feuerwache 7 in den Landshuter Medien sehr hochgeschaukelt. Sie, Herr Koglin, waren viele Jahre Löschzugführer in der Wolfgangsiedlung und haben für besagten Neubau jahrelang gekämpft. Wie ist ihre momentane Gemütslage, wenn sie hören müssen, dass der Neubau schon wieder auf Eis gelegt wurde?

Koglin: Tief enttäuscht, traurig und auch wütend, man redet über eine Sache die schon seit 10 Jahre erledigt hätte sein müssen. Seit ca. 25 Jahren versucht man in der Siedlung ein neues Feuerwehrhaus zu bauen ohne Erfolg!

 

  1. Seit 25 Jahren drängt und wartet die Feuerwehr Landshut auf diesen längst fälligen Neubau. Wen oder was machen sie verantwortlich für die ständigen Verzögerungen dieses Objektes?

Koglin: Wenn kann man in die Verantwortung ziehen? Eigentlich alle, das Baureferat, den Kämmerer, die Stadträte die jeweiligen Oberbürgermeister.

 

  1. Haben die Stadtverwaltung und ihre Planer oder gar die Stadtpolitiker alleine die ständigen Verzögerungen dieses Objektes zu verantworten und haben sie versagt?

Koglin: Versagt möchte ich nicht sagen. Da haben alle mitgewirkt! Es war keiner da, der „auf den Putz“ geklopft hätte um den Neubau voranzutreiben.

Der Reihenfolge nach: Den 1. Bauplatz hatten noch der damalige Baudirektor Horst Drexler und Stadtbrandrat Elmar Schlittmeier bestimmt, nämlich Landshut Nord bei der Hans Moratscheck Straße. Dieser Bauplatz stellte sich später als ungeeignet dar, weil die Zufahrtstraßen fehlten, Es begann dann ein jahrelanges hin und her, weil einige, mitunter auch Stadträte nicht kapierten, dass der Standplatz ungeeignet für ein Feuerwehrhaus ist. Es kam halt keine richtige Bewegung in die Sache! Mitunter stoppte der Kämmerer das Projekt weil kein Geld da war? 2008 bei der Umgestaltung des, bis jetzt noch nicht fertigen Wolfgangs Platzes, wollte Stadtrat Hans Peter Summer die Feuerwehr dort unterbringen. Rafaela Zeilhofer plädierte wieder für das Neubaugebiet La-Nord! So verstrichen halt die Jahre und Jahrzehnte! Im Jahre 2015 wurde es dann doch noch ernst, ein Bauplatz war gefunden das sogenannte Henschel-Gelände. Bei der damaligen Bausenat Besprechung sprach sich eigentlich nur Stadtrat Stefan Gruber gegen den Bau einer Feuerwache aus! Er wollte etwas Sinnvolleres darauf stehen haben, nämlich die Polizei. Was Gott sei Dank abgeschmettert wurde. So wäre jetzt der Weg frei für einen Neubau.

 

  1. Der Verwaltungsbeirat der Feuerwehr Landshut Stadtrat Rudolf Schnur, wie auch andere Stadtratsfraktionsmitglieder, die sich Sorgen um den Arbeitsschutz und die Gesundheit der „Feuerwehrler“ machen, haben schon immer auf die Altlasten aus dem jahrzehntelangen Betrieb des Schrotthandels und vom letzten Weltkrieg hingewiesen. Waren die Verantwortlichen zu leichtfertig, diese Fläche nur durchschnittlich 1,5 m tief zu begraben und zu untersuchen, um sich die Aufwendungen für die Entsorgung von Schadstoffen, wie dem krebserregenden PCB zu sparen?

Koglin: Ich denke schon, dass die Untersuchungen auf die leichte Schulter genommen wurden. Die 1. Pläne für eine neue Wache, bei denen ich noch anwesend war, bestand aus einem Flachbau von einem Stockbau war keine Rede! Da die Feuerwehr auf einen Keller verzichtete, wurde eine Bodenplatte für ausreichend gehalten. Was dann noch alles gefunden wurde, zeigt dann doch dass die „Untersuchungen“ oberflächlich oder gar nicht stattgefunden haben?

 

Der ehemalige Löschzugführer, versunken in die Fragen des Interviewers…………………

 

  1. Was war aus Ihrer Sicht die Ursache für diese wiederholte Verzögerung?

Koglin: Darauf habe ich bereits hingewiesen

 

  1. Wie empfinden die Mitglieder des Löschzuges Feuerwache 7, dem sie persönlich zwar nicht mehr anführen aber sicher noch immer guten Kontakt haben, wenn der Stadtbrandrat Gerhard Nemela dem Verwaltungsbeirat Stadtrat Schnur, der sich immer vehement für die Landshuter Feuerwehr einsetzt, in den Rücken fällt und sich beim Baureferat und bei OB Putz über die kritischen Worte von Schnur entschuldigt?

Koglin: Dazu kann ich nichts sagen, bin schon zu weit weg!

Meine Persönliche Anmerkung: Der „Ausbruch“ von Rudi Schnur war schon sehr heftig, aber auch verständlich! Wenn einer wie der Rudi immer wieder darauf hinweist und nicht für voll genommen wird, dann muss man sich nicht wundern, wenn er explodiert! Für mich war das ein Weckruf.

 

  1. Was wünschen sie sich Herr Koglin, im Allgemeinen für die Landshuter Feuerwehr?

Koglin: Mein Wunsch: Dass endlich die Wache 7 gebaut wird ohne weitere Verzögerungen „mit allen Wünschen“!

Mein Wunsch: Dass unser OB bei den „Siedlunger Feuerwehrlern“ vorstellig wird, über das weitere Vorgehen referiert und den Bau zur Chefsache macht, denn er ist eigentlich der oberste Feuerwehrmann! (falls er es weiß)

Mein Wunsch: Dass, das Ehrenamt ob Feuerwehr, THW oder andere Hilfsorganisationen aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden müssen! Was wäre die Stadt Landshut ohne die Freiwillige Feuerwehr, die ein ehemaliger Zugführerkollege als „0€ Shopler“ bezeichnete, um einiges ärmer!

Mein Wunsch: Dass der Rudi Schnur der Gerhard Nemela und der Martin Dax sich einmal zusammensetzen um ihre Probleme an- und sich auszusprechen, denn nur gemeinsam kann man Probleme lösen und Ziele erreichen.

Mein Wunsch: Dass junge Frauen und Männer sich den Hilfsorganisationen anschließen (freiwillig), denn frisches Blut ist immer erwünscht.

Ich grüße alle Beteiligten des Feuerwehr-Neubaus mit dem Spruch: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“

 

Gerhard Koglin

 

Interview und Foto: h.j.lodermeier

 

Bitte teilen