Home Allgemein FUNDSTÜCKE AUS DEM DEPOT: Blick zurück zur Landshuter Hochzeit

FUNDSTÜCKE AUS DEM DEPOT: Blick zurück zur Landshuter Hochzeit

Fundstück aus dem Depot:

Blick zurück zur Landshuter Hochzeit 1930

Als Vierjähriger übersiedelt Fritz Koenig (1924 bis 2017) 1928 von Würzburg nach Landshut, das ihm bis zu seinem Tode Lebensmittelpunkt bleiben wird. Zwei Jahre später entstehen zwei kleine Zeichnungen, die sich neben einigen anderen frühen Kostbarkeiten heute im Besitz der Fritz-und-Maria-Koenig-Stiftung befinden und im Skulpturenmuseum im Hofberg verwahrt werden.

Sie öffnen ein Zeitfenster in die Wochen der ‚Landshuter Hochzeit 1475‘ von 1930, deren Hochzeitszug auf den damals sechsjährigen Knaben tiefen Eindruck gemacht haben muss:

Er zeichnet detailgetreu eine Reihe von Rittern zu Pferd mit prächtigen Schabracken und Lanzen, denen wie heute Standartenträger und Musiker vorausgehen.

Allen voran fährt ein geschlossener, von zwei Pferden gezogener Wagen (des Herzogs?), der begleitet wird von einem Reiter, dessen Pferd sich temperamentvoll aufbäumt.

Auf kleinstem Raum entfaltet sich hier das Faszinosum des historischen Spiels, aber auch des Motivs von Pferd und Reiter, das für das Leben des Bildhauers wegbestimmend wird und bleibt. Später wird das Pferd in all seiner kreatürlichen Kraft, auch in der Verschmelzung mit anthropomorphen Formen, vielhundertfach formuliert werden. Der Landsitz Ganslberg mit seinen weltberühmten Araberpferden wird zum Synonym für ein unauflösliches, fruchtbares Ineinanderwirken von Lebenswelt und Werk.

Die Zeichnungen sind bis zum Ende des Festspiels der ‚Landshuter Hochzeit 1475‘ am 23. Juli 2017 bei freiem Eintritt im Foyer des Skulpturenmuseums zu sehen.

 

Abbildungen:

Fritz Koenig, Zug der Landshuter Hochzeit, 1930, Bleistift, 11 x 25 cm

 

(Photo: Toni Ott)

Titelbild: Fritz Koenig, Zug der Landshuter Hochzeit, 1930, Bleistift, 15 x 15 cm

(Photo: Toni Ott)

 

Fritz Koenig

Portrait: Peter Litvai, 2014