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Flüchtlinge in Landshut: Gemeinschaftsunterkünfte oder normale Wohnungen?

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Hektisch eröffnete Notunterkünfte suggerieren: Wir haben nicht genug Platz, die neu ankommenden Flüchtlinge unterzubringen.

richtig ist: mit vernünftiger Planung könnten wir viel mehr Menschen aufnehmen.

Die gestiegenen Flüchtlingszahlen haben den Bedarf an Unterkünften erhöht. Die örtliche Unterbringungsnot ist allerdings oft hausgemacht: Die Behörden haben ihre Planungen an den Asylbewerberzahlen um das Jahr 2007 orientiert – damals waren die Flüchtlingszahlen auf einem historischen Tiefstand, viele Flüchtlingsunterkünfte wurden seither geschlossen. Dabei war absehbar, dass insbesondere aus bestimmten Krisengebieten künftig auch wieder mehr Flüchtlinge kommen würden, doch die Verwaltungen haben zu spät reagiert. Zum Problem gehört auch der abbau des sozialen Wohnungsbaus. Viele Kommunen haben ihre Immobilien verkauft und besitzen kaum noch günstigen Wohnraum.

Deutschland zählt rund 80 Millionen Einwohner und ist ein großes Land. Wenn im Laufe eines Jahres einhundert oder auch mehrere hundert Schutzsuchende in einer Stadt ankommen, die eine Unterkunft brauchen, kann das kurzfristig oder in bestimmten Orten eine Herausforderung sein, aber es ist kein Grund zur Panik.

Immer mehr Kommunen sehen Wohnungen als Wohnform für Flüchtlinge vor. Derzeit erfolgt die Unterbringung oft in so genannten „Gemeinschaftsunterkünften“, obwohl solche Einrichtungen teurer sind als normale Wohnungen. Das haben zum Beispiel der Landesrechnungshof Hessen oder die Städte Heidelberg, Berlin und Köln ausgerechnet. Zudem werden Flüchtlinge selbst dann behördlich untergebracht, wenn sie aufnahmebereite Verwandte in Deutschland haben. So produziert man künstlich Kosten und setzt die Selbsthilfefähigkeit der Betroffenen außer Kraft.

Mehr und mehr Kommunen zeigen inzwischen, dass es auch anders geht: Sie entwickeln Konzepte, die eine Verbesserung der Unterbringungssituation von Flüchtlingen gewährleisten sollen. Sie informieren die lokale Bevölkerung rechtzeitig, sie versuchen, potenzielle private Vermieter zu finden oder Anwoh- ner von Notunterkünften früh in den Aufnahmeprozess einzu- beziehen. Dort, wo die lokalen Behörden auf großunterkünfte und alarmismus verzichten, kann der Prozess gut gelingen. Denn die Unterbringung von Flüchtlingen ist keine Platzfrage, sondern eine Frage der Organisation und des guten Willens. 

Der vorstehende Text ist ein Auszug aus:

Neue Broschüre: Fakten und Argumente gegen Vorurteile

„Wir können doch nicht ganz Afrika aufnehmen“. Wo immer es um Asylsuchende geht, fallen solche Sätze – Sätze, die auf absoluter Ahnungslosigkeit und oft auf rassistischen Vorurteilen gründen. Aber was entgegnen, wenn der Nachbar so daherredet? Eine neue Broschüre von PRO ASYL und der Amadeu Antonio Stiftung gibt Auskunft.

Anlässlich der gestiegenen Zahl von Asylsuchenden in Deutschland wird vielerorts über die Unterbringung von Flüchtlingen gestritten. Oft sind dabei rechte Hetzer und jede Menge rassistische Ressentiments am Werk. Schon kommt es wieder zu Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte. Daher ist die Wachsamkeit der Zivilgesellschaft gefragt.

Tastsächlich wehren sich mehr und mehr Menschen gegen die Hetze und den aufkeimenden Rassismus und setzen sich für Flüchtlinge ein. Sie haben nicht nur die Menschlichkeit, sondern auch die Fakten auf ihrer Seite. PRO ASYL und die Amadeu Antonio Stiftung haben die wichtigsten Fakten und Argumente für eine sachliche Diskussion zum Thema Flüchtlinge zusammengestellt. Die dabei entstandene Broschüre passt in jede Hosentasche, aber enthält jede Menge nützliches Wissen für die Kontroverse rund um das Thema Asyl und Flüchtlinge.

Download:
„Pro Menschenrechte – Contra Vorurteile. Fakten und Argumente zur Debatte über Flüchtlinge in Deutschland und Europa.“(PDF-Dokument, 1.7 MB)