Home Gesundheit & Medizin Flammschutzmittel sind ein Umweltgift

Flammschutzmittel sind ein Umweltgift

Weltweites Verbot für den Stoff, der bislang in vielen Dämmplatten enthalten war

FLAMMSCHUTZMITTEL IST EIN UMWELTGIFT

Hexabromcyclododecan: Das ist kein Zungenbrecher, sondern der volle Namen von HBCD, einem bislang gängigen Flammschutzmittel. Schon seit einiger Zeit steht dieser Stoff in der Kritik. Nun haben Experten dem HBCD die rote Karte gezeigt: Seit der Chemikalienkonferenzen der Vereinten Nationen (UN) im Mai 2013 gilt jetzt ein weltweites Herstellungs- und Anwendungsverbot.

Aus gutem Grund. HBCD gilt als Umweltgift. Es ist nachgewiesen, dass sich dieser Stoff stark in Organismen anreichert. Er steht im Verdacht, für die Fortpflanzung schädlich zu sein. Obendrein ist er sehr langlebig und verteilt sich über große Distanzen. Man hat Anreicherungen von HBCD sogar in Regionen gefunden, die weitab von allen industriellen Aktivitäten liegen, beispielsweise in der Arktis.

HBCD ist ein bromiertes Flammschutzmittel. Wenn es in Brand gerät, entwickelt sich viel Rauchgas, in dem hoch giftige Brandgase, polybromierte Dioxine und Furane enthalten sind. Aber auch in der Herstellung ist HBCD umweltschädlich, ebenso wie später in der Entsorgung: Die ist nur mithilfe von Abfallverbrennungsanlagen möglich, die Reste müssen anschließend als Sonderabfall auf einer Deponie gelagert werden.

Die Europäische Union sieht HBCD schon länger kritisch: 2008 wurde es als „besonders besorgniserregend“ eingestuft. Nun fällt dieser Stoff durch den Beschluss der UN-Spezialisten auch unter die Regelungen der Stockholmer Konvention. Dieses Abkommen ist 2004 erstmals in Kraft getreten, es wird derzeit von 178 Staaten weltweit als bindend erachtet. Es regelt Verbot und Beschränkung für langlebige organische Schadstoffe. Dazu zählen bestimmte Pestizide wie DDT, zudem auch Industriechemikalien und unerwünschte Nebenprodukte. Diese Stoffe sind auch als das „dreckige Dutzend“ bekannt geworden. Dazu zählt neuerdings auch HBCD.

Verwendet wurde der Stoff bislang hauptsächlich als Flammschutzmittel in Dämmplatten, mit denen Häuser isoliert wurden. Man findet ihn außerdem als Zusatzstoff in Beton, in elektrischen und elektronischen Produkten sowie in Textilien und Polstermöbeln.

Das deutsche Umweltbundesamt (UBA) hat das Verbot ausdrücklich begrüßt: „Es ist ein großer Erfolg, dass das für die Umwelt schädliche Flammschutzmittel HBCD nun weltweit nicht mehr produziert und verwendet werden darf. Das ist nur konsequent“, sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth. Sein Amt gab klare Empfehlungen an die Verbraucher: Sie sollten bei der Wärmedämmung ab sofort „auf Materialien setzen, bei denen entweder weniger umwelt- und gesundheitsschädliche oder gar keine Flammschutzmittel nötig sind“. Dazu zählt Mineralwolle ebenso wie die Wärmedämmfassade POROTON®-WDF® von Schlagmann, die ausschließlich aus natürlichen Stoffen hergestellt wird und zugleich höchsten Brandschutz-Anforderungen genügt. Durch ihre Kaufentscheidungen können die Verbraucher laus Flasbarth dazu beitragen, das Umweltgift HBCD „noch schneller aus dem Verkehr zu ziehen.“

Energetische Sanierung ohne Flammschutzmittel:
POROTON®-WDF
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