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„FIVE TO TWELVE TALK“ – „WIR REISSEN DIE PLANKEN AUS UNSEREM SCHIFF“ – STEHT DEUTSCHLAND VOR EINER WIRTSCHAFTSKRISE?

„Five to Twelve Talk“ – „Wir reißen die Planken aus unserem Schiff” – Steht Deutschland vor einer Wirtschaftskrise?

„Unternehmer müssen den Wandel der Zeit erkennen und sich darauf einstellen.“

 

Unternehmer, Wirtschafts- und Börsenfachleute diskutierten die wirtschaftliche Situation Deutschlands im Bürgersaal Ergolding. Anschließend wurde der Senatsclub Bayern gegründet.

Bernhard Schindler hat den „Five-to-Twelve-Talk” 2017 ins Leben gerufen, um eine Diskussionsplattform Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu bieten. Im Fokus stehen dabei aktuelle Themen rund um die Bereiche Digitalisierung, Fachkräftemangel und Unternehmertum. Die Veranstaltung fand bereits zum dritten Mal statt. Wegen des großen Erfolges und der wachsenden Teilnehmerzahlen wurde der Talk inzwischen in den Ergoldinger Bürgersaal verlegt.

 

Bernhard Schindler, Geschäftsführender Gesellschafter von PROFESSION FIT hatte am 30. Oktober 2019 mit Glockengeläut „fünf vor zwölf“ viele Personen aus Politik und Wirtschaft in den Bürgersaal Ergolding eingeladen und willkommen geheißen. Grußworte gab es vom Gastgeber Bernhard Schindler, von Honorarkonsul und Vorstandsvorsitzenden des Senats der Wirtschaft Dieter Härthe, Landrat Peter Dreier, Oberbürgermeister Alexander Putz aus Landshut und Bürgermeister Andreas Strauß, Ergolding. Besondere Grüße übermittelte der geladene Bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger.

Beim letzten „Five to Twelve Talk“ im März dieses Jahres, mit den Themen Digitalisierung, Demographie und Fachkräftemangel durfte Gastgeber Bernhard Schindler bereits 150 Teilnehmer begrüßen. Dieses Mal waren es schon gezählte 255 Besucher. In drei Talkrunden wurde die momentane wirtschaftliche Situation in Deutschland und Bayern beleuchtet.

Talk1 bestand aus der Frage: Deutschland vor der Wirtschaftskrise? Auswirkungen durch Trump, Brexit, China & Co.: Droht uns die Banken- und Klimakatastrophe? Talk 2: Laptop und Lederhose: Schafft die Digitalisierung die guten Traditionen ab? Talk 3: Digitale Transformation im Einklang mit dem Personalmanagement: Fitnessstudio, Employer Branding? Mitarbeiter als Markenbotschafter? Was brauchen wir alle, um unternehmerisch wirklich fit zu sein?

 

Der Unternehmer und alleinige Inhaber und Geschäftsführer des Textilunternehmens Trigema, Wolfgang Grupp (auf dem Bild zweiter von links), erläuterte in einem emotionsgeladenen Statement in der Talkrunde 1 seine Situation. Für Grupp bedeutet unternehmerische Verantwortung, dass er für alle seine Entscheidungen persönlich in der Verantwortung beziehungsweise in der Haftung sei. „Es gibt viele erfolgreiche und verantwortungsvolle Unternehmen, vor allem im Mittelstand. Leider gibt es aber auch Unternehmen, die ihre Grenzen nicht kennen und der Gier und dem Größenwahn dienen und immer mehr wollen und am Schluss die Probleme dem Staat überlassen“, so der Unternehmer Grupp. Außerdem hätte es die Politik in der Hand, sie müsste die Verantwortung einfordern. Grupp habe zum Bsp. vorgeschlagen, die Einkommenssteuer für diejenigen, die persönlich für ihre Entscheidungen haften, um 50 Prozent zu ermäßigen. Denn dann würden die Unternehmer mehr in die Verantwortung gehen und die Entscheidungen wären überlegter und nicht der Gier und dem Größenwahn ausgesetzt.

Die Unternehmer müssen konstant den Wandel der Zeit rechtzeitig erkennen und sich darauf einstellen. Den Blick auf Berlin gerichtet, meinte Grupp weiter: „Die Unternehmer brauchen vor allen Dingen die Verantwortung und persönliche Haftung für ihre Entscheidungen wieder zurück“, sagte der Inhaber und Geschäftsführer von Trigema. Von Politik und Gesellschaft wünscht er sich, dass die Menschen wieder zu mehr Respekt gelangen. Das gilt in jeder Hinsicht, in wirtschaftlicher und vor allem in zwischenmenschlicher. „Unser größtes Problem ist, dass wir den Respekt voreinander und anderen Meinungen verlieren. Aber nur dieser Respekt bringt uns als Gesellschaft und wirtschaftlich weiter“, ist Wolfgang Grupp`s Resümee.

Beim Thema Laptop und Lederhose stellte sich die Frage: „Schafft die Digitalisierung die guten Traditionen ab und wie ist und wird die Bayerische Wirtschaft. Welche Auswirkungen hat sie auf Stadt und Land?“

Prof. Dr.Dr.Dr. h.c. Franz Josef Radermacher hat selber 35 Jahre für die Künstliche Intelligenz gearbeitet und habe viele Wellen des KI-Hypes erlebt. Er hat unter Lothar Späth in Baden Württemberg eines der ersten KI-Institute in Deutschland geleitet. Er behauptet, dass die wichtigen Sachen im Leben nicht digital seien. „Man muss ihnen nur drei Tage das Wasser vorenthalten, dann war es das.“ Es gäbe zwar Leute, die träumen davon, dass es eine Maschine geben könnte, die etwas fühlt, aber bis heute gäbe es keine Maschine, die etwas fühlt. Ein KI-System versteht die Welt nur auf der Ebene von Symbolen.

Vor Jahren hat es einen Hype gegeben, der hieß Mechatronik und überall sollten Mechatronik-Fakultäten entstehen. Das waren Fakultäten, die die mechanische Seite mit der digitalen koppelt. An dieser Herausforderung habe sich nichts geändert. Wenn man sich auf diese Herausforderung konzentriert und in diesem Umfeld die Kopplungen klug gestaltet, dann hat Prof. Radermacher um die Standorte im Lande keine Sorge. Sorge bereitet ihm, wenn man sich in einen Hype treiben lasse, der da heißt: „Wir liegen überall zurück, wir haben es nicht verstanden, unser Mittelstand ist blöd, dem muss man jetzt einmal helfen“, das macht ihm Sorge. “Solange man sagt, wir sind gut, wir haben immer sehr viel hinbekommen,  werden wir das auch mit Augenmaß meistern. Die Firmen sollen ihrem Augenmaß und der Einschätzung der Sache folgen. Sie sollen sich nicht verrückt machen lassen.

Der Moderator der Veranstaltung Jan Christoph Berndt fragte den Oberbürgermeister der Stadt Landshut, wie er es mit Traditionen halte, welche seien das überhaupt aus niederbayerischer Sicht und welche sollte man ablegen und dafür neue begründen, damit Bayern so zukunftsfähig sei, wie es ist und bleibt, so wie es früher immer war?

Gerade als Oberbürgermeister der Stadt Landshut musste Alexander Putz auf die Landshuter Hochzeit verweisen, die identitätsstiftend sei für eine Region. Das gehe weit über die Stadtgrenze hinaus. Er war zufällig in den letzten Wochen in zwei Firmen zu Besuch, wo die Menschen ungemein fleißig und sehr praktisch veranlagt seien. Sie sind zupackend und problemorientiert. Nicht so wie in anderen Regionen, wo die Theoretiker vorherrschen würden. Außerdem betonte Putz, dass es kaum andere Regionen gibt, in der eine so hohe Dichte an engagierten Menschen lebt und in vielen Vereinen und Organisationen tätig ist. Das sind die guten Traditionen, die in Niederbayern zu Hause seien.

Digitale Transformation im Einklang mit dem Personalmanagement: Fitnessstudio, Employer Branding? Mitarbeiter als Markenbotschafter? Was brauchen wir alle, um unternehmerisch wirklich fit zu sein?, war das Talk-Thema Nr.3

„Ich war immer am Puls der Zeit“, berichtete die Geschäftsführerin und Alleingesellschafterin der I.K. Hofmann GmbH. Sie wurde in Hilpoltstein/Ofr. geboren. Im Alter von 31 Jahren gründete sie in Nürnberg die I.K. Hofmann GmbH – auch Hofmann genannt – ein Zeitarbeitsunternehmen, das heute zu den fünf größten Personaldienstleistern Deutschlands gehört. Sie hat vor 5 Jahren ein IT-Unternehmen gegründet und hilft den „jungen Wilden“ mit der Digitalisierung in ihrer Arbeitsweise noch besser und noch schneller zu werden.

Was Frau Hofmann in Sachen Fit-Coaching ihren Angestellten gegenüber analog tun kann, gab Robert Zucker von der Klinik Höhenried zum Besten. Um die Hofmann-Mitarbeiter nicht als Patienten begrüßen zu müssen, würde er vorschlagen, sie als Präventionsteilnehmer begrüßen zu dürfen. Das sei nämlich seit 2017 eine Neuerung und im Paragraphen 3 gesetzlich festgelegt. In der Rentenversicherung hieß es früher Rehabilitation vor Rente, jetzt heißt es Prävention vor Rehabilitation vor Rente. Das habe einen kleinen Haken, es gibt nämlich über 1 Million Rehabilitationen zu Lasten der Rentenversicherung im Jahr und was das Präventionsthema angeht, sei dieses erst ein kleines Pflänzchen.

Der Vorstand der Deutschen Rentenversicherung BUND Claus Moldenhauer betonte, dass die Deutsche Rentenversicherung die Aufgabe habe, die Menschen erwerbstätig zu halten. Er halte die Rentenversicherung auf Grund ihres Gesundheits-Qualitätsmanagements ausdrücklich für geeignet, diese Aufgabe wahrzunehmen. Das Ziel der Rentenversicherung muss es werden, den Beschäftigten in die Zukunft hinein digital aufzuzeigen, wie sein  Anspruch heute in der Rentenleistung aufgezeigt werden kann.

Wie man die Mitarbeiter einer Firma dazu bewegt sich fit zu halten, darauf gab Prof. Dr. med. Hans-Georg Predel eine Antwort. Er ist Lehrstuhlinhaber und Professor an der Sporthochschule Köln, Chef des Instituts für Kreislaufforschung und Sportmedizin. Es sind immer wieder Anläufe gemacht worden und man hat versucht das Thema zu entwickeln, wie man Gesundheitsvorsorge betreibt. Menschen seien nicht sportlich aus einem Selbstzweck heraus, sondern die meisten verfolgen damit gewisse Ziele. Sie wollen attraktiver werden, erfolgreicher und wollen sich messen. Der Mensch sei aus vielerlei Gründen prädestiniert sich nicht zu bewegen, aber er muss es, weil es biologisch verankert sei. Man muss ihn erst einmal dahin bringen, dass er handeln muss. Menschen reden endlos darüber, wie sie ihren Lebensstil verändern sollen. Schlussendlich muss aber einmal die Entscheidung getroffen werden, auch etwas zu tun.

Bernhard Schindler erklärte, dass es einen Präventionsleitfaden gäbe, der seit vielen Jahren verankert sei. Dieser Leitfaden beinhaltet drei Themen, nämlich Ernährung, Stress und Bewegung. Dies sei nach Aussage von Schindler viel zu wenig, man müsse mehr dafür tun. Die Digitalisierung spiele hierbei eine große Rolle.

Fazit: „Der Mensch ist das, was zählt!“

 

Zum Thema passten die Aktiv-Pausen mit dem Fitness und Ernährungsexperten Patric Heizmann, der behauptet: „Wir brauchen nicht viel Sport, wir brauchen den richtigen Sport!“ Er sorgte mit kleinen sportlichen Übungen zwischendurch für Abwechslung in den Pausen.

 

Neben den drei Talkrunden stand dieses Mal vor allem auch die Gründung des Senatsclubs Bayern im Mittelpunkt. Dieter Härthe und Prof. Dr. Dr. Radermacher aus dem Vorstand vom Senat der Wirtschaft, neben vielen Senatoren, waren dabei, als die Senatsclub-Urkunde unterzeichnet wurde. Glückwünsche kamen aus der Bayerischen Regierung, darunter die von Innenminister Joachim Hermann.

 

Neben der Senatsclubgründung liegt Bernhard Schindler auch der gute Zweck der Veranstaltung am Herzen. Deshalb rief der Botschafter des KIT-Teams für weitere Spenden für das KIT-Team auf. Das Krisen Interventionsteam betreut und begleitet jedes Jahr etwa 2.000 Menschen, die unmittelbar nach einem außergewöhnlichen Vorfall unter schweren seelischen Belastungen leiden oder unter akutem, psychischem Schock stehen.

 

Zum Abschluss der Veranstaltung im Bürgersaal Ergolding gab der „Tausendsassa“ Joey Kelly einen Einblick in sein interessantes bisheriges Leben. „Ich bin der festen Überzeugung, dass Fitness jedem Menschen hilft“, sagt Joey Kelly. Die Begeisterung für  Bewegung und Sport führte ihn auch zu Profession Fit und My Fitness Card.

Joey Kelly wurde bekannt durch seine musikalischen Erfolge mit der „Kelly Family“ in den 1990er Jahren. Doch gerade als Extremsportler machte er sich einen Namen. Er finishte 8 Ironman innerhalb von nur zwölf Monaten – ein Rekord, den vor ihm noch keiner geschafft hat. Jetzt ist er der neue Markenbotschafter für PROFESSION FIT und My Fitness Card.

 

-hjl-

 

Fotos: h.j.lodermeier