Home Allgemein Feuerwehr Landshut rettet acht Personen bei Zimmerbrand in Mehrparteienhaus

Feuerwehr Landshut rettet acht Personen bei Zimmerbrand in Mehrparteienhaus

++ 5 Personen über Feuerwehrleitern und 3 Personen aus Treppenhaus gerettet

++ Zimmerbrand mit immenser Rauchentwicklung versperrt Fluchtweg

++ Rauchmelder warnten andere Bewohner

++ Vier weitere Einsätze unter Tags

Ein Zimmerbrand mit einer äußerst immensen Rauchentwicklung hat am Montagabend gegen 19:20 Uhr in einer Mehrparteienanlage am Landshuter Hofberg direkt gegenüber der dortigen Feuerwache für einen Großeinsatz der Rettungskräfte gesorgt. Beim Eintreffen der ersten Kräfte drang bereits beißender tiefschwarzer Qualm aus dem Treppenhaus und den Fenstern der Brandwohnung im ersten Obergeschoss. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich noch mehrere Personen im Treppenhaus sowie auf Balkonen und an Fenstern im ersten und zweiten Obergeschoss. Daraufhin wurden umgehend weitere Kräfte nachalarmiert und mit der Evakuierung der Bewohner begonnen.

Durch die unter Atemschutz vorgehenden Angriffstrupps der Feuerwehr wurden zuerst drei im Treppenhaus befindliche Personen ins Freie gebracht. Selbst hier im Erdgeschoss war der Brandrauch bereits bis zur Kopfhöhe eines erwachsenen Menschen herab gestiegen und damit ein Verweilen von Personen ohne Atemschutz viel zu Gefährlich. Parallel wurde sofort die Drehleiter in der als Feuerwehrzufahrt ausgewiesenen Tiefgaragenzufahrt in Stellung gebracht. Dazu wurden weitere tragbare Leitern in den Hinterhof bzw. den Gartenbereich der Wohnanlage in Stellung befördert. Dadurch konnten dann zwei Personen mit der Drehleiter aus einem Fenster im zweiten Stock gerettet werden. Drei weitere Personen konnten kurze Zeit später über tragbare Steckleitern von Balkonen im ersten Obergeschoss (2 Personen) und im zweiten Obergeschoss gerettet werden (1 Person). Die Rettung aller Bewohner verlief ruhig und ohne Panik. Zusammen mit den Bewohnern wurden auch zwei Katzen in Sicherheit gebracht.

Alle acht geretteten Personen waren nicht direkt durch das Feuer, sondern vielmehr durch den immensen Brandrauch, der auch in andere Wohnungen eindrang und der eine Flucht bzw. eine Evakuierung über das komplett verrauchte Treppenhaus unmöglich machte, in Gefahr. Soweit der Feuerwehr bekannt ist, wurde eine Person vom Rettungsdienst wegen Rauchgasinhalation in ein Krankenhaus eingeliefert.

Zur Hilfe kamen den Bewohnern in den Nachbarwohnungen einige dort installierte Rauchmelder. Diese schlugen kurze Zeit nach Brandausbruch auch dort Alarm und warnten so einen Großteil der weiteren Hausbewohner.

Die eingesetzten Atemschutzträger hatten dann Schwerstarbeit zu verrichten, um durch den dichten Qualm bis zum Brandraum vorzudringen. Der glücklicherweise auf ein Zimmer beschränkte Brand in einer Wohnung im ersten Obergeschoss konnte dann relativ zügig gelöscht werden. Sicherheitshalber wurden auch hier nochmals alle Zimmer nach möglicherweise noch vermissten Personen abgesucht. Anschließend wurde der gesamte Komplex mit mehreren Überdrucklüftern entraucht und belüftet. Dazu musste über die Drehleiter noch ein Fenster eingeschlagen werden, um so eine Abluftöffnung für den Brandrauch zu schaffen.

Die evakuierten Bewohner konnten – mit Ausnahme der drei Wohnungen im Erdgeschoss – nicht mehr in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Verrußung im ersten und zweiten Obergeschoss waren dafür viel zu stark. Nach Kenntnis der Feuerwehr konnten alle bei Verwandten und Freunden unterkommen.

Seitens der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Landshut waren unter der Leitung von Stadtbrandrat Gerhard Nemela und Stadtbrandinspektor Martin Dax an diesem Abend rund 60 Einsatzkräfte der Löschzüge Stadt, Achdorf und Hofberg im Einsatz. Ebenfalls mit vor Ort war ein Großaufgebot der Rettungsdienste, die sich sofort um die evakuierten Personen kümmerten. Hinsichtlich der Brandursache und des entstandenen Sachschadens ermittelt die Landshuter Polizei. Die Kalcherstraße war während des Einsatzes von ca. 19:20 Uhr bis 21:00 Uhr komplett gesperrt. Wegen der durch das Löschwasser entstandenen Glatteisbildung an der Kalcherstraße wurde sicherheitshalber auch der Streudienst der Stadt angefordert.

Vier weitere Einsätze am Montag

Bereits vor dem Einsatz am Hofberg musste die Landshuter Feuerwehr vier weitere Male zu Einsätzen ausrücken. In drei Fällen waren automatische Brandmeldeanlagen die Alarmursache. Im Stadtmuseum (Franziskanerkloster) und in einem Gewerbekomplex in Ergolding wurde die Alarmierung durch Wartungsarbeiten bzw. angebranntes Essen ausgelöst. Im Falle des Agrarbildungszentrums war der Auslösegrund der Alarmanlage vermutlich der in diesem Bereich vorherrschende Stromausfall. Auch die Funkstation am Klausenberg hatte eine kurze Spannungsschwankung zu verzeichnen und wurde daher zur Sicherheit von der Landshuter Feuerwehr kontrolliert.