Home Allgemein Fällung von Bäumen auf dem Flutmuldendeich geht weiter!

Fällung von Bäumen auf dem Flutmuldendeich geht weiter!

Sanierung Flutmuldendeich geht weiter – Fällung von Bäumen auf dem Flutmuldendeich im Bereich des Wasserschutzgebiets Siebensee

Durch den Einbau von Stahlspundwänden auf einer Länge von rund 1,5 Kilometer stadtauswärts ab der Theodor-Heuss-Straße wurde die Standsicherheit des Flutmuldendeichs im Herbst verbessert. Mit dieser Maßnahme gelang es auch den landschaftsbildprägenden Baumbestand (ca. 70 größere Einzelbäume) auf diesem Deichabschnitt zu erhalten. Ohne den Einbau der Spundwände hätten die Bäume zu Gunsten der Deichsicherheit gefällt werden müssen.

Der 700 Meter lange südwestliche Abschnitt des Flutmuldendeiches verläuft jedoch im Bereich des Wasserschutzgebiets Siebensee der Stadt Landshut. Um die Wasserfassung Siebensee nicht negativ zu beeinflussen, können hier keine Spundwände eingebaut werden. Laut Bernhard Eichner, Abteilungsleiter Planung und Bau beim Wasserwirtschaftsamt Landshut hat dies bedauerlicher Weise zur Folge, dass im Zuge der weiteren Arbeiten zur Deichsanierung 21 Gehölze auf den Deichböschungen gefällt werden müssen. Betroffen sind 16 Bäume (sechs Ahorn, drei Winterlinden, vier Eschen, drei Pappeln) und fünf strauchartige Gehölze. Die Bäume haben einen Stammdurchmesser von 30 – 140 Zentimeter und dürften im Mittel 50 – 70 Jahre alt sein. Fünf Bäume (Linden und Ahorne) sind auffällig mehrstämmig. Wegen ihres Alters, ihrer Größe und der exponierten Standorte auf den Deichböschungen leisten die Bäume auch einen wertvollen Beitrag für das Landschaftsbild und den Erholungswert der Flutmuldenlandschaft.

Neben dem Eingriff in den Baumbestand auf dem Deich erfolgt im Bereich der umzäunten Wasserfassung ein flächiger Eingriff in den dortigen Laubwaldbestand. Am westlichen Rand des Bestandes werden auf einer Fläche von ca. 1 400 Quadratmeter Gehölze entnommen, um die Anlage eines Deichhinterwegs zu ermöglichen. Den Deichhinterweg braucht man vor allem im Hochwasserfall, da dann das Befahren des Deiches auf der Krone eine Gefahr für die Standsicherheit des Deiches wäre. Einsatzkräfte müssen aber an den Deich hinfahren können, falls Schäden auftreten.

Im landschaftspflegerischen Begleitplan, der gebietsübergreifend für die Sanierung des Bruckberger Deiches, des Münchnerauer Deiches und des Flutmuldendeiches erstellt wurde, sind Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in den Baum- bzw. Waldbestand festgelegt worden. Für den Verlust der beschriebenen Einzelbäume und die Kompensation kleinerer Eingriffe (z. B. Einkürzung von Ästen) in den Baumbestand im Zuge der Spundwandarbeiten ist die Neupflanzung von 36 Solitärbäumen (elf Stieleichen, zwölf Winterlinden, sieben Bergahorn, sechs Silberweiden) entlang des Flutmuldendeiches vorgesehen. Hubert Schacht, Leiter des Sachgebietes Landespflege am Wasserwirtschaftsamt betont, dass die Pflanzarbeiten bereits im April 2014 durchgeführt werden und weist daraufhin dass der Pflanzplan und die Artenauswahl eng mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt worden sind. Der flächige Verlust an Laubwald wird im Zuge der geplanten Rückverlegung des Münchnerauer Deiches durch die Neupflanzung eines Auwaldbestandes zu einem späteren Zeitpunkt ausgeglichen.

Johannes Schmuker der Leiter des Wasserwirtschaftsamts bittet um Verständnis für die Gehölzfällungen, die im Zeitraum 14.- 19. Februar ausgeführt werden. In dieser Zeit sind Störungen für Vögel, aber auch Insekten, Fledermäuse und andere Tiere sehr gering. Während der Baumfällarbeiten ist der Deichkronenweg gesperrt. Schmuker weist bei dieser Gelegenheit daraufhin, dass seine Mitarbeiter – über die erforderlichen, durch Baumaßnahmen bedingten Ersatzpflanzungen hinaus – jedes Jahr im Rahmen der Gewässerpflege umfangreiche Pflanzungen ausführen oder beauftragen. So wurden z. B. im Jahre 2013 an den Flüssen Isar, Abens und Vils ca. 4 500 Bäume und Sträucher gepflanzt, um naturnahe Ufergehölzsäume und Auwälder zu entwickeln.