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“ERSTE LANDSHUTER GESUNDHEITSKONFERENZ” DER AOK — Prof. Dr. Gerd Bosbach zur Gesundheits- und Demografie-Prognose: “Wie wir mit Satistiken manipuliert werden.”

ERSTE LANDSHUTER GESUNDHEITSKONFERENZ – Prof. Dr. Gerd Bosbach zur Gesundheits-  und Demografie-Prognose: „Wie wir mit Statistiken manipuliert werden.“

 

Nach einem „gesunden Frühstück“ bei der AOK Gesundheitskasse Landshut begrüßten Lokalpolitiker wie Landrat Peter Dreier, der 2. Bürgermeister der Stadt Landshut, Dr. Thomas Keyßner und Leute vom Fach, wie der Beiratsvorsitzende der AOK-Direktion Hans-Dieter Schenk, der AOK-Direktor Richard Kirmeier und der Hauptredner der Veranstaltung Prof. Dr. Gerd Bosbach , Professor für Statistik und Empirische Wirtschafts- und Sozialforschung an der Hochschule Koblenz (Hauptredner zum Thema: „Wie wir mit Statistiken manipuliert werden“), die vielen geladenen Gäste der ersten Landshuter Gesundheitsmesse.

Der Mitautor des Buches „Lügen mit Zahlen“ Bosbach, glaubt trotz des prognostizierten demokratischen Wandels nicht an eine gesellschaftliche Verwerfung. Er glaubt mehr an die These, dass man Daten nutzt, um genau das zu erzeugen, was man unbedingt will. Die Alterung zählt nicht zu unserem Hauptproblem. Der Professor glaubt eher an eine ungleiche Verteilung des Reichtums in der Gesellschaft. Er prangert vor allem die Finanzierungskonzepte der sozialen Sicherungssysteme an.

Bosbach meint, dass die Beitragsbemessungsgrenze Gutverdiener schont, aber dadurch der Sozialversicherung Gelder verloren gehen. Die Bürgerversicherung empfindet der Wissenschaftler als eine etwaige Möglichkeit die Probleme der Versicherten zu lösen, das heißt, dass alle Beschäftigten Bürger einzahlen müssen ob Arbeiter, Angestellte, Selbständige oder Beamte.

„Man nutzt Daten, um das zu erzeugen , was man will.“ Dadurch wir Angst geschürt vor den Auswirkungen der alternden Gesellschaft. „ Die Demografie ist nicht das was vor uns liegt, sondern das was wir hinter uns gelassen haben!“ Im Laufe des letzten Jahrhunderts sind die Menschen immer älter geworden und es gab immer weniger Kinder. Der Anteil der jungen Menschen sei im Jahr 1900 von 44 Prozent auf 21 Prozent in hundert Jahren gesunken.  In dieser Zeit haben sich die über 65-jährigen von 4,9 auf 16,7 Prozent vervielfacht. Der Sozialstaat wurde seit dem Jahr 1900 äußerst ausgebaut, der Wohlstand ist extrem gestiegen, die Arbeitszeit der produktiven Menschen wurde deutlich gesenkt.

Socher- Jukic von der Landshuter Zeitung moderierte in einer Podiumsdiskussion mit örtlichen Mandatsträgern, wie MdL Ruth Müller, MdL Helmut Radlmeier, den Fachleuten wie Prof. Dr. Klaus Timmer, Prof. Dr. Gerd Bosbach und AOK Direktor Richard Kirmaier das Thema „explodierende Gesundheitsausgaben.“ Die Ausgaben haben sich seit 1992 von 160 Milliarden bis zum Jahre 2015 auf 344 Milliarden Euro erhöht.  “ Der Wissenschaftler Bosbach meinte, der gestiegene Wohlstand, also die höheren Löhne und die höhere Wirtschaftsleistung seien die ausschlaggebenden Momente.  „Von einer Explosion kann keine Rede sein, denn die absoluten Zahlen dürfen nicht gesehen werden, sondern der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP), der habe sich nur leicht von 9,4 auf 11,4 Prozent erhöht. Die Politikerin Ruth Müller (SPD) und der Politiker Helmut Radlmeier (CSU) waren sich in ihren Plädoyers einig, dass man  den Aspekt der Prävention in den Vordergrund rücken muss. „Krankenkassen,  Medizin und Politik , müssen wegen der alternden Gesellschaft darauf verstärkt achten“, so der gemeinsame Tenor. Mit entsprechenden Angeboten müssen die  Krankenkassen  hinaus zu den Leuten, so der AOK-Direktor Kirmaier. Der Slogan muss heißen: „Weg von der Reparatur, hin zur Prävention!“  Professor Dr. Klaus Timmer, Chefarzt für Altersmedizin am Krankenhaus Achdorf und der geriatrischen Rehabilitationsklinik Schloss-Reha Rottenburg gab den Hinweis: „Bewegung, gesunde Ernährung, nicht rauchen und in die Sonne gehen, sind die besten Voraussetzungen für ein stabiles „älteres Leben“. Anregungen sind in jeder Zeitung oder Broschüre über Gesundheit, zu entnehmen.

„Lasst uns die Stadt Landshut und den Landkreis grün machen“ im Sinne der AOK-Landshut (AOK-Logo-Farben) in Sachen Prävention, so der AOK-Direktor Kirmaier. Die AOK hat eine Möglichkeit gesucht, das Thema Gesundheitsförderung  und Gesundheitsangebote in die Lebenswelt der Kindergärten, Schulen und Betriebe zu tragen und möglichst breit zu platzieren. Die Gesundheitskonferenz soll etabliert werden und einmal im Jahr soll ein Thema herausgegriffen werden, um gemeinsam als AOK, als Politik, als Wirtschaft und Gewerkschaft die Gesundheitsförderung in den Mittelpunkt zu stellen, im Landkreis noch besser fördern und weiter stärken. „Die erste Landshuter Gesundheitskonferenz habe ich sehr positiv erlebt und bin sehr zufrieden mit dieser Veranstaltung“, meinte Direktor Kirmaier!

 

-hjl-

 

AOK-Direktor Richard Kirmaier sichtlich erfreut über den regen Zuspruch seiner Ausführungen

 

Von links: Prof. Dr. Gerd Bosbach, MdL Ruth Müller, MdL Helmut Radlmeier, Emanuel Socher-Jukic (LZ), MdL Rosi Steinberger

 

Beiratsvorsitzender der AOK-Direktion Hans Dieter Schenk bei seiner Begrüßung der Gäste, unter ihnen Lokalpolitiker und Gesundheits-Fachleute

 

 

Fotos: Lodermeier