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ERÖFFNUNG DER TAGESKLINIK FÜR NIERENHEILKUNDE — Neues Versorgungsangebot in Niederbayern für Patienten mit Nierenerkrankungen

Eröffnung der Tagesklinik für Nierenheilkunde

Neues Versorgungsangebot in Niederbayern für Patienten mit Nierenerkrankungen

Bild v.l. Pflegeleitung der Tagesklinik Werner Luber, Ärztlicher Leiter Dr. Maximilian Roeder, Geschäftsführer Nicolas von Oppen, Gesundheits- und Krankenpflegerin Jutta Hiemann, Internistin Dr. Stefanie Koch

Bislang mussten Menschen mit Erkrankungen des Immunsystems mit Beteiligung der Nieren oder des Nervensystems für eine tagesklinische Behandlung nach München oder Regensburg fahren.

Hierzu gehören zum Beispiel der Systemische Lupus erythematodes, Vaskulitiden, das heißt Entzündungen der Blutgefäße, bestimmte Formen der Multiplen Sklerose oder die Myasthenie. Ab sofort ist das nicht mehr erforderlich, das Klinikum Landshut eröffnet noch in diesem Jahr eine Tagesklinik für Nierenheilkunde. Oberarzt Dr. Maximilian Roeder, Facharzt für Nierenheilkunde, leitet die neue Tagesklinik. „Das Bayerische Gesundheitsministerium hat uns ab Dezember grünes Licht für eine solche Tagesklinik erteilt. Damit können wir ein neues Versorgungsangebot, bis dato einmalig in Niederbayern, anbieten“, so Geschäftsführer Nicolas von Oppen. Nach Besprechung des jeweiligen Falls mit dem behandelnden Haus- oder Facharzt benötigen die Patienten einen Einweisungsschein vom Haus- oder Facharzt.

In der Tagesklinik erhalten sie dann entweder hochwirksame Medikamente, die den Angriff des Immunsystems auf den eigenen Körper unterdrücken oder es werden Blutreinigungsverfahren durchgeführt, die krankmachende Stoffe aus dem Kreislauf entfernen oder fehlende Substanzen ersetzen. Beim Plasmaaustausch wird so zum Beispiel das Blutplasma des Patienten gegen eine Eiweißlösung oder Spenderplasma ausgetauscht. Die Immunadsorption ermöglicht die Entfernung von Antikörpern, die gegen Bausteine des gesunden Körpergewebes gerichtet sind, ohne dass Blutprodukte übertragen werden müssen. Daneben ist es möglich bei schweren Fettstoffwechselstörungen, die mit Medikamenten nicht in den Griff zu bekommen sind und die zu einer rasch fortschreitenden Gefäßverkalkung führen mit einer Lipidapherese, LDL-Cholesterin und das Lipoprotein(a) aus dem Blut zu entfernen. Dies ist oft die einzige Möglichkeit bei diesen Patienten, die bereits in jungen Jahren unter Herzinfarkten und Schlaganfällen leiden, das Auftreten weiterer Ereignisse zu verhindern.

Bei Patienten mit schwerer Herzschwäche kann eine intermittierende Bauchfelldialyse durchgeführt werden, um überschüssiges Körperwasser schonend zu entfernen und wiederholte Krankenhausaufenthalte wegen Überwässerung zu vermeiden. Hierunter ist oftmals sogar eine Besserung des Grades der Herzschwäche zu erreichen. Viele dieser Behandlungsmethoden werden in Deutschland nicht ambulant durchgeführt, sondern ausschließlich stationär. Die Behandlung dauert je nach Krankheitsbild im Durchschnitt zwischen vier bis fünf Stunden. „Wir können jetzt den Patienten anbieten, morgens in die Tagesklinik zu gehen und nach der Behandlung nach Hause zurückzukehren“, so Roeder. Stationäre Aufenthalte im Krankenhaus können so verkürzt oder vermieden werden. In das vertraute Umfeld zurückzukehren und zuhause schlafen zu können entlastet die Patienten und gibt ihnen Selbständigkeit zurück. „Bei Bedarf steht jedoch die gesamte Infrastruktur des Klinikums und ein interdisziplinäres Behandlungsteam zur Verfügung.“, erläutert Dr. Roeder.