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Ergolding schlägt die Tür zu!

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Einstimmig hat der Marktgemeinderat Ergolding das Ansinnen der Stadt Landshut, vorgetragen durch keinen geringeren als dem Oberbürgermeister der Stadt Landshut Hans Rampf, eine Machbarkeitsstudie über Vor- und Nachteile einer Entlastungssstraße Ost, die auch das Gemeindegebiet von Ergolding berühren würde, abgelehnt.

Der Abstimmung waren einführende Worte des 1. Bürgermeister von Ergolding, Josef Heckner voran gegangen. Heckner bezeichnete es als einmaliges Ereignis, dass der Oberbürgermeister von Landshut im Ergoldinger Marktgemeinderat spricht. Mit ihm begrüßte er Stadtbaudirektor Johannes Doll. Ebenso wurde der stellv. Landrat Josef Haslbeck und Matthias Huber, der Leiter der Tiefbauabteilung des Landratsamtes begrüßt.
Die Erwähnung, dass Stadt und Markt Ergolding nicht an einem Strang ziehen und die Belange des Marktes Ergolding konträr sein können und die Isarau und die Bebauung von Albing einer Entlastungsstraße Ost entgegenstehen, lies bereits erkennen, in welche Richtung die Entscheidung geht. Endgültig vorweg genommen wurde die Entscheidung durch die Aussage des 1. Bgm. Heckner, dass ein neuer Flächennutzungsplan aufgestellt wird, in dem die Trasse nicht mehr enthalten sein wird.

In seinem Wortbeitrag führte Hans Rampf aus, dass die B 15 neu dringend benötigt wird und die Stadt diesbezüglich großen Druck ausübt. Er verwies auf die Verkehrskonferenz am kommenden Montag, an der auch der Staatsekretär im Bundesverkehrsministerium Andreas Scheuer teilnimmt. Dann führte er aus, dass die Stadtteilgruppe Ost der Landshuter CSU seit vielen Jahren unterwegs ist, eine Entlastungsstraße Ost zu betrachten. Rampf habe deswegen bereits 2006 mit Bürgermeister Bauer Gespräche geführt. Damals war die Möglichkeit, dass die Rottenburger Straße durch eine ununterbrochene Anbindung enorm belastet wird, kategorisch abgelehnt worden. Ein Anschluss aber, der nach Osten verschoben wäre und nur auf die Doppelbundesstraße B 11 / 15 trifft, wurde vom Marktgemeinderat neutral gesehen (Anmerkung der Redaktion: Diese Bedingung hat die Bürgerinititative aufgenommen und entsprechende Pläne anfertigen lassen).
Der Landshuter OB schloss sich seinem Amtskollegen an und bekräftigte, dass bei ihm nur die B 15neu  Priorität besitze und “…alles andere nur stören könnte.”. Die Bewohner im Osten der Stadt hätten Angst, dass die B 15 neu nicht bald genug kommt. Die “Ostler” wollen zunächst nur eine Machbarkeitsstudie. Für ihn sei jedoch bereits jetzt klar, dass “…sich letztlich alles wieder am Kasernenberg trifft.”. Man könne nicht einige entlasten und andere belasten. Letztlich sei er aber als OB von der BI aufgefordert, tätig zu werden. Als weiteres Gegenargument brachte er die gegenwärtige Prüfung der Ausbaubarkeit der Konrad-Adenauer-Straße durch den Freistaat Bayern vor. Dann zitierte er die Landtagsabgeordnete der CSU, Gertraud Goderbauer, die sich dafür ausspricht, dass die B 15 neu in Richtung Süden wenigstens über die Isar bis zur LA 14 geführt wird. Er bittet um die Beantwortung folgender Fragen: 1. Würde Ergolding die Machbarkeitsstudie mittragen? 2. Darf die Stadt Landshut Planungen anstellen, die auch das Gebiet von Ergolding berühren? Über allem steht, dass die B 15 neu oberste Priorität besitzt. Allerdings räumte er ein: “Mir ist es egal, ob ein Tunnel wichtig ist, ich will die B 15 neu bis zur A 94!”.

Danach erhielt Baudirektor Doll das Wort. Er trug vor, dass die Möglichkeiten mit dem Verkehrsmodell Landshut untersucht wurden. Dabei wurden auch Verkehrsdaten der Gemeinde Ergolding einbezogen.

– B 15 neu nur bis A 92 bedeutet für Landshut eine enorme Zunahme des Verkehrs im Stadtosten, die Kapazitätsgrenzen werden dann erreicht!

– Entlastungsstraße Ost (ESO) mit direkter Anbindung an die Rottenburger Straße: 17.500 Kfz/Tag auf ESO / 7.500 weniger auf K-A-Str. / Abnahme auf der Niedermayerstraße / leichter Anstieg auf der Hofmark-Aich-Straße

– ESO nur von und in Richtung A 92 auf der B 15 alt: 11.300 Kfz/Tag auf der ESO / deutliche Entlastung der Äußeren Regensburger Straße / leichte Entlastung im gesamten Straßennetz in Ergolding / Entlastung der K-A-Str.

– B 15 neu bis Geisenhausen: 21.000 auf der B 15 neu / Zunahme im Bereich Auloh auf der LA 14 / Abnahme im Ergoldinger Straßennetz

– B 15 neu bis zur LA 14: Zunahme auf der LA 14 um 9.000 Kfz/Tag! / leichte Abnahme in K-A-Str. und Wildbachstraße, sowie Äußere Regensburger Str.  / leichte Entlastung für Ergoldinger Straßennetz

Fazit für Ergolding: Ohne direkte Anbindung der ESO an die Rottenburger Straße tut sich nicht viel auf den Ergoldinger Straßen!

Bgm. Heckner führte aus, dass noch eine Reihe von offenen Fragen bezüglich einer ESO bestehen: Straßenbaulast, Grunderwerb, Unterhalt usw.. Er wandte sich an die Bürgerinitiative und warnte davor, sich Wunschvorstellungen hinzugeben und zu meinen “Es müssten alle Hurra schreiben.” Wie bei der B 15 neu wird auch bei der ESO Widerstand geleistet werden.

Marktgemeinderat (MGR) Emslander, der mit den Christbäumen fragte Herrn Doll, wieso in den vergangenen Jahren nicht nachgehakt worden war. Die Trasse war immer im Bestand und die Anlieger wussten deshalb, dass da etwas kommen kann. Trotzdem würde die Maßnahmen Gegner hervorrufen.

MGR Kammermeier sieht eine allgemeine Übereinstimmung beim Bedarf einer Umfahrung. Die ESO bringt allerdings nichts, wenn Sie am Lurzenhof endet. Der Verkehr belastet dann die Kasernenkreuzung. Kammermeier sieht weder glückliche Auloher, noch Ergoldinger, weil die Wohngebiete belastet werden. Es wird Land verbaut, die Auen durchschnitten und in der Zwischenzeit steht auch die B 15 neu zur Verfügung.

MGR B. Pritscher: Eine direkte Anbindung an die Rottenburger Straße ist nicht zu verkaufen. Er kennt zwar die Trasse nur aus dem Wochenblatt, vermutet aber, dass die Lage des Anschlusses an die B 15 aufgrund der Regelwerke für den Straßenbau nicht durchführbar sei. Wie soll der Radweg dort geführt werden? Daher sei die direkte Anbindung an die Rottenburger Straße die einzige technische Möglichkeit, die aber aufgrund deren Folgen für den Verkehr in Ergolding nicht vertretbar ist.

MGR Stefan Pritscher:  Für ihn sind die gleichen Schritte wie bei Bundes- und Staatsstraßen erforderlich. Daher rechnet er auch mit einer Realisierung über mehrere Wahlperioden. In dieser Zeit kann eine Mehrheit leicht verloren gehen. Noch dazu bei zwei voneinander unabhängigen Gemeindegremien. Er erinnert an den Hofberg-Tunnel und die eine Stimme Mehrheit, sowie die Möglichkeiten von Bürgerbegehren. So eine Entscheidung benötigt stabile Mehrheiten.

MGR Deller: Er kann das Ansinnen der Stadt Landshut gut verstehen. Andererseits würde ein Teil der B 15 neu die Isar überspringen und für Ergolding die Lösung bedeuten. Am Montag sagen wir, dass wir die B 15 neu wollen und damit wäre beiden am Meisten geholfen.

MGR Deliano: Einige Varianten der Anbindung an die B 15 betrifft das Neubaugebiet “Am Anger”.

Bgm. Heckner: Das vorhandene Wohnbaugebiet würde mehr betroffen sein, als das neue Wohnbaugebiet. Der weitestgehendste Beschluss wäre: “Ergolding beteiligt sich an der Machbarkeitsstudie”.

MGR B. Pritscher: Ist die B 15 neu nicht bereits im vordringlichen Bedarf?

Hans Rampf auf Nachfrage bei Herrn Doll: Eine Machbarkeitsstudie würde ca. 100.000 Euro kosten. Die B 15 neu sei in einer vordringlichen Priorität “…hat man uns gesagt…” und “Herr Pritscher hat Recht, “bei einer vordringlichen Umsetzung der B 15 neu sieht es anders aus.”.

Bgm. Heckner: “So eine Straße geht nicht innerhalb von zwei Jahren, da darf man sich keine Illusionen machen! Das wird länger dauern.”

MGRin Gertraud Goderbauer, MdL: “Wir werden alles unternehmen, dass wir weiterkommen, dass man ab Essenbach in den vordringlichen Bedarf kommt.” und weiter “Die B 15 neu muss über die Isar kommen.” Sie vertrat die Auffassung, dass für die ESO 20 Jahren “gar nichts” wäre und bis dahin dreimal die B 15 neu gebaut ist.

OB Rampf: Die von bestimmten Gruppen geforderte Versatzlösung über Erding ist für normal denkende keine Lösung. Die Oberste Baubehörde wirft den Gemeinden im Bereich der B 15 neu vor, dass hier keine Einigkeit besteht. Für ihn sei die B 15 neu die Lebensader der Zukunft. Er  gibt zu bedenken, dass man in der Vergangenheit nicht genügend stark dahinter gestanden hat.

MGR Emslander befürchtete gar, dass die B 15 neu wegen der ESO zurückgestellt werden könnte. Der Bund könnte sagen, dass Landshut dann vom Verkehrsdruck befreit wäre und keine B 15 neu mehr benötigt.

Auf Vorschlag von Bgm. Heckner wurde dann einstimmig mit 23 :0 beschlossen: Ergolding übernimmt keine Kosten für eine Machbarkeitsstudie.

Der weitere Bürgermeister schlug vor, denn Landshutern gleich ein Signal zu geben und über die Frage abzustimmen, ob überhaupt eine ESO mit Ergolding machbar sei. Damit könne sich Landshut die Studie sparen.

MGR Emslander wollte nur über die Machbarkeitsstudie abstimmen.

Bgm. Heckner fragte dann, ob jemand grundsätzlich zustimmt, dass die ESO in Ergolding gebaut wird. Dies wurde mit 23:o Srimmen verneint.

Der Landshuter OB bedankte sich für die faire Behandlung und sicherte zu, diese Abstimmung in den Gremien der Stadt so vorzutragen.