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Erfolg für Hochwasserschutz in Landshut: Uniper baggert Isar bei Mitterwöhr aus – „Kiesfang“ als Schutzmaßnahme in Planung

MdL Jutta Widmann mit Vertretern der Interessensgemeinschaft Mitterwöhr e.V. (v.links: Johann Cikanek, Norbert Haberl, Wolfgang Mürdter, Martin Frank)

PRESSEMITTEILUNG

MdL Jutta Widmann: „Das sind richtig gute Nachrichten für die Anwohner“

Landshut, 29.11.2021. Die Kleine Isar bei Mitterwöhr und nach dem Zusammenfluss mit der Großen Isar wird Uniper, der Betreiber des Wasserkraftwerks in Altheim, großflächig ausbaggern. Das hat das
Bayerische Umweltministerium jetzt der Landtagsabgeordneten der Freien Wähler, Jutta Widmann, bestätigt. Sie hatte sich für diese Forderung der Interessengemeinschaft Mitterwöhr e.V., die sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen haben, bei den verantwortlichen Stellen eingesetzt. „Für die Menschen in dem Stadtteil sind das sehr gute Nachrichten“, so Widmann.
Mit der Ausbaggerung werden großflächige Kiesanlandungen in der Kleinen Isar und nach dem Zusammenfluss mit der Großen Isar beseitigt. Im Falle einer Jahrhundertflut tragen diese Anschwemmungen zu massiv steigenden Grundwasserpegeln bei. Was das für dramatische Folgen hat, wurde beim Jahrhunderthochwasser 2013 deutlich: Mitterwöhr war einer der am stärksten vom Hochwasser betroffenen Landshuter Stadtteile. Keller und Straßenzüge waren tagelang geflutet. Das Wasser richtete massive Schäden an der Wohnbebauung an. Nach der Katastrophe hatte sich in dem Stadtteil die Interessengemeinschaft Mitterwöhr e.V. gebildet, die sich für einen verbesserten Hochwasserschutz stark machte. Eine der zentralen Forderungen: die regelmäßige Beseitigung der Kiesanlandungen. Von Anfang an unterstützt wurden die Bürger dabei von der Landshuter Landtagsabgeordneten Jutta Widmann. Mit zahlreichen Anträgen, reger Korrespondenz mit den beteiligten Behörden und Ministerien und vielen Gesprächen mit Umweltminister Thorsten Glauber setzte sich die Abgeordnete der Freien Wähler für einen verbesserten Hochwasserschutz in diesem Bereich ein.
Widmann: „Szenen wie 2013 dürfen sich nicht wiederholen“
„Für uns war klar, dass etwas geschehen muss. Szenen wie im Jahr 2013 dürfen sich nicht mehr wiederholen“, so Widmann.
Wie Experten des Wasserwirtschaftsamtes bestätigen, führt eine Ausbaggerung dazu, dass ein Jahrhunderthochwasser im Bereich von Mitterwöhr abgeführt werden kann und das Grundwasser weniger stark ansteigt. „Genau das ist es, was wir für Mitterwöhr erreichen wollen“, so Widmann.
Anlandungen lassen Wasserspiegel um 20 Zentimeter steigen
Im Jahr 2015 wurde die Kleine Isar und die Stelle nach dem Zusammenfluss mit der Großen Isar von dem verantwortlichen Kraftwerksbetreiber Uniper deshalb ausgebaggert. Vermessungen des Wasserwirtschaftsamtes haben allerdings gezeigt, dass die Stellen bereits wieder massiv betroffen sind. „Es gab erhebliche Anlandungen von gut 1 Meter zwischen der Mündung der Flutmulde und dem Sportplatz in Mitterwöhr. Berechnungen zeigten, dass dadurch der Wasserspiegel bei Mitterwöhr um ca. 20 Zentimeter höher liegt.
Im Fall eines Hochwassers ist das von entscheidender Bedeutung“, so Widmann, die in der Sache in engem Austausch mit dem Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) und der Interessensgemeinschaft Mitterwöhr e.V. steht.
Kiesfang soll Mitterwöhr langfristig schützen, Planungen laufen
Widmann: „Wir sind sehr froh, dass Uniper tätig wird, das ist ein großer Erfolg für Landshut und die Anwohner hier.“
Damit in Zukunft auf Ausbaggerungen verzichtet werden können, laufen Planungen, die Kiesanlandungen an diesen Stellen künftig verhindern sollen. Bereits 2022 soll eine Machbarkeitsstudie für einen möglichen Kiesfang oberhalb der Stadt Landshut in 2022 in Auftrag gegeben werden. Das Ziel: die Geschiebefracht und damit die Verlandung der Isar bei Mitterwöhr langfristig zu reduzieren. „Das wäre für alle Beteiligten eindeutig die beste Lösung. Hier ist der Freistaat Bayern gefordert“, so Widmann.
Umweltminister Thorsten Glauber: „Wir stehen an der Seite der Anwohnerinnen und Anwohner“
Einen Eindruck von der Situation will sich Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber demnächst bei einem Ortsbesuch verschaffen. „Wir stehen an der Seite der Anwohnerinnen und Anwohner. Wir unterstützen die Forderung, die Auflandungen im Bereich der Kleinen und ‘vereinigten’ Isar auszubaggern. Das Projekt verbessert den Schutz der Menschen vor einem Jahrhunderthochwasser. Das hat für uns oberste Priorität. Gerade in Zeiten des Klimawandels. Darüber hinaus steigt zudem das Grundwasser bei einem Isarhochwasser dann weniger hoch an. Wichtig ist: Der Hochwasserschutz von Mitterwöhr ist auch zum jetzigen Zeitpunkt gegeben.“
Foto: Jutta Widmann, MdL


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