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Erdgas versus Benzin/Diesel

Bericht: Vergleichbarkeit von Erdgas und Benzin

Bericht: Vergleichbarkeit von Erdgas und Benzin

Für mehr Preistransparenz

16.10.2013

Ist Erdgas als Treibstoff für Autos wirklich so viel günstiger? Die Vergleichbarkeit der Kraftstoffe an Tankstellen ist aufgrund des unterschiedlichen Energiegehalts schwierig, was besonders auf Erdgas/Biomethan zutrifft. Die Deutsche Energie Agentur (Dena) hat nun unter der Schirmherrschaft des deutschen Bundesverkehrsministeriums und mit Partnern aus Industrie und Verbänden einen Vorschlag erarbeitet, um die verschiedenen Preise für den Kunden vergleichbarer zu machen.

Das Problem: Während Otto- und Dieselkraftstoffe sowie Autogas mit Literpreisen angeboten werden, wird Erdgas in Kilogramm verkauft. Und wenn Wasserstoff und Strom bereits als die nächsten alternativen Kraftstoffe vor einer Markteinführung stehen, dann wird das Verwirrspiel mit den Verkaufseinheiten Kilogramm und Kilowattstunde noch größer. Dass mit dem relativ umweltfreundlichen Treibstoff Erdgas heute im Vergleich zu Benzin 55 Prozent und im Vergleich zu Diesel 45 Prozent günstiger getankt wird, ist vielen Autofahrern nicht wirklich bewusst und an den Tankstellen nicht offensichtlich. Ließen sich die Kraftstoffpreise exakt vergleichen, könnte der Verbraucher beim Autokauf bewusster entscheiden, welches Antriebskonzept er favorisiert, glaubt Andreas Jung, Geschäftsführer der Dena. „Wir brauchen den aufgeklärten Kunden.“ Und er hofft darauf, dass die Transparenz den Erdgasautos, von denen derzeit lediglich etwa 100.000 Stück auf deutschen Straßen fahren, zukünftig einen deutlichen Schub geben wird.

Vorbild USA

In den USA und der Schweiz ist die Vergleichbarkeit bereits umgesetzt. In den USA wird Erdgas als Benzin-Liter-Äquivalent angezeigt, vom Preismast über die Zapfsäule bis zum Kassenbeleg. In der Schweiz ist die Preisangabe des Benzin-Liter-Äquivalents lediglich auf den Preismast begrenzt.

In dem jetzt vorgelegten Positionspapier wird für die kleine Lösung à la Schweiz plädiert, weil so im deutschen Recht nur die sogenannte Preisangabenverordnung modifiziert werden müsste und die Umstellung mit relativ geringen Kosten möglich wäre. Bei der großen Lösung wie in den USA wäre bis hin zu den Zapfsäulen und den Kassensystemen ein wesentlich höherer Aufwand nötig. Der Vorschlag soll den Auftakt zu einer nationalen Debatte bilden, die vielleicht schon binnen zwei Jahren zu einem Ergebnis kommen soll. Damit es nicht zu einer isolierten nationalen Lösung kommt, soll das Thema EU-weit diskutiert werden. (mh/sp-x)

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