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„ENERGIEWENDE“ — Ausstellung in der Berufsschule I zur Bewusstseinsbildung – Im Rahmen des städtischen Umweltmanagements

Bildtext von links: Stadtrat Rudolf Schnur, Öko-Audit-Koordinatorin der Stadt Landshut Stella Haun, Schulleiter Oberstudiendirektor Reinhold Ostermeier, Standortkoordinator des Umweltschutzmanagements der Berufsschule 1 Tobias Reiter, Laura Osterholzer Regierung von Niederyern

 

„ENERGIEWENDE“ – Ausstellung in der Berufsschule I zur Bewusstseinsbildung – Im Rahmen des städtischen Umweltmanagements

 

Reges Interesse zeigten die Auszubildenden für die Ausstellung „Energiewende“ im Foyer der Berufsschule I

 

In Vertretung von Oberbürgermeister Alexander Putz, eröffnete Stadtrat Rudolf Schnur im Beisein von Schulleiter Oberstudiendirektor Reinhold Ostermeier, der Klimaschutzmanagerin und Öko-Audit-Koordinatorin der Stadt Landshut Stella Haun, Laura Osterholzer von der Regierung von Niederbayern sowie dem Standortkoordinator des Umweltschutzmanagements an der BS1 Tobias Reiter, die vom „Landesamt für Umwelt“ konzipierte Leihausstellung, die ab 11. Juni im Foyer der Berufsschule I, Luitpoldstraße 26, gezeigt wird. Die Ausstellung dauert bis 20. Juli und kann während der Öffnungszeiten des Schulgebäudes besichtigt werden.

Die Leihausstellung „Energiewende 2018“ zeigt sich in neuem Design und mit aktualisierten Inhalten. Sie informiert über wichtige Grundlagen zur Energiewende und soll mit Mitmachstationen und Modellen zur Beteiligung an der Energiewende anregen.

In ihren Ausführungen zur Ausstellung betonten die Organisatoren, die Wichtigkeit solcher Ausstellungen in der Berufsschule. Bei dem Zuschnitt der Ausbildungsberufe In der Schule hat man sehr viel mit Energie zu tun, erklärte der Schulleiter Oberstudiendirektor Reinhold Ostermeier, sei es der Beruf des Heizungsbauers oder die diversen Bauberufe. Das Thema Energie erfordert es, sich über das normale Unterrichtswissen hinaus  eingehend zu informieren.  Andere Schulen sollen durch diese Ausstellung dazu angeregt werden, sich ebenfalls über die Möglichkeiten der Energieversorgung und-Gestaltung Informationen einzuholen. „Ein weiter so wie bisher, wird es nicht mehr geben,“ resümierte der Schulleiter Ostermeier. Die Probleme können nicht dadurch gelöst werden, dass man alte Energiesysteme durch neue Systeme einfach ablöst, dazu müsse man schon viele gescheite Ideen einbringen. Vor allem die Energieeinsparung wird hier das Hauptthema sein.

Die Klimaschutzmanagerin der Stadt Landshut Stella Haun, bedankte sich bei Oberstudiendirektor Ostermeier, dass er seine Schule für diese vom Landesamt für Umwelt geförderte Ausstellung zur Verfügung stellt.

 

Laura Osterholzer von der Regierung von Niederbayern,

führte anschließend die zahlreichen Auszubildenden durch die einzelnen Stationen der Ausstellung. Ganz im Sinne des Energie-3-Sprungs sind die zentralen Bereiche: „Energiewende allgemein“, „Energiebedarf senken“, „Energieeffizienz erhöhen“ und „Erneuerbare Energien nutzen“. Dabei kommentierte sie die verschiedenen Möglichkeiten in erster Linie Energie zu sparen. Wie dem Athleten beim Dreisprung gelingt durch kluge Kombination der große „Sprung“ und damit eine besonders wirkungsvolle und dauerhafte Minderung der Kohlendioxid (CO2)-Emissionen.

 

 

Diverse Inhalte der Ausstellung waren unter anderem:

Beleuchtung

 

Der Ausstellungsbereich „Beleuchtung“ zeigt die Spannweite des heute möglichen Einsatzes der LEDTechnik zur Beleuchtung. Dabei spielen die Lichtausbeute, die Lichtfarbe, der Strombedarf und die damit gegenüber anderen Leuchtmitteln einhergehende Energieeinsparung eine wichtige Rolle. Über die Lebensdauer gesehen sparen LED-Leuchtmittel Kosten. Wie schnell finanzielle Einsparungen realisiert werden können, hängt von der Brenndauer, dem Nutzerverhalten und der Energiekostenentwicklung ab.

Bauen und Sanieren

Die zur Erzeugung von Raumwärme eingesetzte Energie macht mit circa 70 %, abgesehen von der Mobilität, den größten Anteil des Gesamtendenergieverbrauchs der privaten Haushalte aus. Hocheffizientes Bauen von Anfang an und die energetische Sanierung bei bestehenden Gebäuden bieten ein hohes Sparpotenzial. Da viele Sanierungsmaßnahmen gefördert oder mit günstigen Krediten unterstütz werden, lohnt sich zu prüfen, ob eine solche Maßnahme für das eigene Haus in Frage kommt.

Effiziente Heizungsumwälzpumpen und hydraulischer Abgleich

Immer noch ist ein Teil der in Deutschland verbauten Heizungsumwälzpumpen überdimensioniert. Eine Anpassung der Pumpenleistung birgt daher ein großes und sogleich kostengünstiges Sparpotenzial. Wirkungsvolle Maßnahmen sind, neben der richtigen Einstellung der alten Pumpen und dem hydraulischen Abgleich, der Austausch gegen hocheffiziente Pumpen.

Fenstermodelle

Alle Fensterecken der Leihausstellung zeigen Fenster mit 3-fach-Verglasung. Ihr Wärmeverlust ist gegenüber 2-Scheiben-Fenstern um circa 40 % niedriger. Oft sind solche Fenster nicht viel teurer als 2-fach verglaste Fenster. Auch sonst amortisieren sich die Mehrkosten durch die Einsparung an Heizkosten schnell. 3-fach verglaste Fenster erfüllen die vorgeschriebenen Anforderungen an den Wärmeschutz für Passivhäuser und haben beim Neubau inzwischen einen Marktanteil von etwa 80 %. Neue Fenster sind grundsätzlich luftdicht, unabhängig von ihrem energetischen Standard. Ein ungeregelter Luftaustausch kann also – anders als früher – nicht mehr stattfinden.

Gefrierschrankmodell

Das Gefrierschrankmodell zeigt anschaulich die Vorteile der 3-Scheiben-Verglasung gegenüber einer 2- Scheiben-Verglasung.

Grundprinzipien eines Passivhauses

Ein Passivhaus unterscheidet sich von anderen Bauformen insbesondere dadurch, dass es durch seine Art der Konstruktion und seine sehr gute Wärmedämmung einen besonders geringen Heizenergiebedarf aufweist.

Die maximal zulässige Heizlast bei einem Passivhaus liegt bei 10 W/m² und muss auch an ungünstigen Wintertagen über die Zuluft einbringbar sein. In unseren Breiten ergibt sich dadurch ein jährlicher Heizwärmebedarf von maximal 15 kWh/m².

Die Bezeichnung „passiv“ bezieht sich auf den überwiegend aus „passiven“ Quellen wie Sonneneinstrahlung, Bewohner und Elektrogeräte gedeckten Heizenergiebedarf. Für eine optimale Nutzung der Sonnenenergie werden an südlich orientierten Fassaden große Fenster eingebaut. Um eine sommerliche Überhitzung der Wohnräume zu vermeiden, muss zusätzlich ein richtig dimensionierter außenliegender Sonnenschutz vorhanden sein. Gleichzeitig muss der Sonnenschutz so ausgelegt sein, dass die im Winter tiefer stehende Sonne die Wohnraumerwärmung unterstützt. Möglich ist dies mit einem aktiven Sonnenschutz auf der West- und Ostseite und einer passiven Verschattung auf der Südseite.

Wärmedämmung

Aufgrund des niedrigen Wärmebedarfs wird meist eine Flächenheizung (Fußboden- oder Wandheizung) eingebaut, die eine angenehme Strahlungswärme aufweist. Damit die Wärme im Haus bleibt, ist eine besonders gute Wärmedämmung nötig. Die Außenwände und Decken eines Passivhauses erhalten dafür eine mindestens 25 cm starke Schicht aus Dämmmaterial wie Polystyrol, Mineralwolle oder Holzwerkstoffen. So wird ein U-Wert von unter 0,15 W/(m² K) erreicht.

 

A k z e p t a n z

Die Energiewende erfährt nach wie vor eine große Zustimmung. Die Ungewissheit über die Zukunft verunsichert aber auch. Deshalb ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Energiewende gut begründet ist:

  • Reduzierung des vom Menschen verursachten CO2-Ausstoßes sowie Feinstaub (Klimawandel, Gesundheit)
  • Abkehr von einer unsicheren Technologie mit ungeklärten Lagerungsfragen (Kernenergie)
  • Verringerung von Abhängigkeiten bei konventionellen Energieträgern (Ressourcen, Nachhaltigkeit)

 

 

-hjl-

 

Fotos: lodermeier